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23.02.2026 | 05:30

BYD treibt die Nachfrage, Group Eleven Resources und Hecla Mining sind die heimlichen Stars des Rohstoffjahres

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Bildquelle: pixabay.com

Die Zinkrally gewinnt an Fahrt: Während die Lagerbestände dahinschmelzen und die Nachfrage aus der Energiewende explodiert, testen die Preise ein Drei-Jahres-Hoch. Anleger wittern Morgenluft, denn die Kombination aus strukturellen Lieferengpässen und geopolitischen Förderprogrammen verspricht anhaltenden Rückenwind für den Industriemetall-Markt. Wer jetzt die richtigen Positionen hält, könnte von der Verknappung profitieren. Zudem gibt es eine Angebotslücke bei Silber. Wir werfen einen Blick auf drei Unternehmen, die in diesem Umfeld besonders im Fokus stehen, wie der Elektroautopionier BYD als Treiber der Nachfrage, der Explorer Group Eleven Resources mit seinem Zink-, Silber- und Kupferprojekt sowie der Silber-Zink-Produzent Hecla Mining.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , GROUP ELEVEN RESOURCES | CA39944P1018 , HECLA MNG DL-_25 | US4227041062

Inhaltsverzeichnis:


    BYD - meistert Rohstoff-Herausforderungen im Elektroauto-Boom

    Der chinesische Elektroautopionier BYD steht vor gewaltigen rohstofftechnischen Aufgaben, die für Anleger zunehmend in den Fokus rücken. Besonders Kupfer spielt eine entscheidende Rolle. Jedes reine Elektrofahrzeug des Konzerns benötigt bis zu 83 kg des roten Metalls, etwa dreimal so viel wie ein Verbrenner. Bei rund 4,6 Mio. Auslieferungen im vergangenen Jahr summiert sich der Bedarf auf enormes Volumen. Während Zink für BYD lediglich eine untergeordnete Rolle beim Korrosionsschutz spielt, zeigt sich bei Silber ein bemerkenswertes Bild. Der Konzern hat Berichten zufolge rund 3.700 t des Edelmetalls gehortet, um die Produktion über Jahre abzusichern. Es ist der größte bekannte Einkauf dieser Art in der Autobranche.

    Die Rohstoffstrategie des Unternehmens geht damit weit über die tägliche Beschaffung hinaus. Angesichts steigender Kupferpreise, die zeitweise die 13.700 USD-Marke knackten, sichert sich BYD durch langfristige Partnerschaften den Zugang zu diesem kritischen Material. Die massive Silberreserve wiederum schützt vor Engpässen in chinesischen Raffinerien, die einen Großteil der globalen Verarbeitung kontrollieren. Diese strategische Vorratshaltung verschafft dem Konzern einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber Herstellern, die kurzfristig auf den Spot-Märkten einkaufen müssen.

    Die jüngsten Unternehmensmeldungen zeigen, wie sehr BYD auf vertikale Integration setzt. Während der Januar-Absatz bedingt durch auslaufende Steuervergünstigungen in China mit gut 210.000 Fahrzeugen spürbar unter dem Vorjahresniveau lag, explodierten die Exporte um über 50 %. Fast jedes zweite verkaufte Fahrzeug ging ins Ausland. Diese Verschiebung unterstreicht die globale Neuaufstellung des Konzerns, der parallel seine Modellpalette auffrischt. Die angekündigten Upgrades der Qin-Limousinen mit erweiterten Reichweiten und ein für Ende Februar geplanter Technologietag sollen die Innovationskraft unter Beweis stellen. Derzeit ist die Aktie für 10,50 EUR zu haben.

    Group Eleven Resources – aus einem Zinkprojekt wird eine Multi-Metall-Entdeckung

    Was als klassische Zinkexploration begann, entwickelt sich für Group Eleven Resources zunehmend zu einer Geschichte mit einem polymetallischen System. Die jüngsten Bohrergebnisse aus der Ballywire-Entdeckung im 100 %-eigenen PG‑West‑Projekt im Süden Irlands lesen sich nicht mehr wie der übliche Fund eines Explorers. Ein Loch sticht besonders hervor: Über 29,9 m wurden 15,3 % Zink (Zn) plus Blei (Pb) durchteuft – doch die eigentliche Sensation steckt im Detail. Innerhalb dieses Intervalls fanden sich 8,4 m mit 1.776 g/t Silber (Ag) sowie starken Kupfergehalten (Cu) von 2,21 %, begleitet von Antimon (Sb). Das Team um CEO Bart Jaworski hat damit nicht nur eine hochgradige Zn‑Pb‑Zone erweitert, sondern Hinweise auf ein komplexeres System mit Cu‑Ag‑Komponente geliefert, das für die weitere Interpretation der Entdeckung entscheidend sein kann.

    Für Investoren wird der Fund vor dem Hintergrund der Rohstoffmärkte interessant: Neben Zink und Blei können gerade Silber und Kupfer die Projektökonomie maßgeblich verändern, wenn sich solche Gehalte und Mächtigkeiten über größere Strecken bestätigen. Group Eleven verweist zudem auf ein tieferes Cu‑Ag‑Ziel, das derzeit weiter erbohrt wird, entsprechende Analysen stehen laut Unternehmen teils noch aus. Geologisch wird damit ein Szenario wahrscheinlicher, bei dem unterschiedliche Metallzonen innerhalb eines größeren hydrothermalen Systems auftreten – und die bisherige Vererzung möglicherweise nur einen Teil des Gesamtpotenzials abbildet.

    Dass Glencore als strategisch wichtiger Aktionär beteiligt ist (laut Unternehmen 14,1 %) und in derselben Region mit Pallas Green eine große, noch nicht in Produktion befindliche Zn‑Pb‑Ressource hält, verleiht der Story zusätzliche Glaubwürdigkeit. Wichtig ist die korrekte räumliche Einordnung: Ballywire liegt laut Group Eleven rund 20 km von Stonepark, Stonepark wiederum liegt angrenzend an Glencores Pallas‑Green‑Projekt. Derzeit laufen laut Unternehmen vier Bohranlagen, um das Ausmaß der Entdeckung entlang eines 6 km langen Trends mit vier Gravimetrie‑Anomalien weiter zu testen – bislang wurde davon erst eine Anomalie systematisch erbohrt. Aktuell notiert die Aktie bei 0,73 CAD.

    Hecla Mining - auf dem Weg zum reinen Silberplayer

    Hecla Mining hat im 4. Quartal 2025 geliefert. Mit einem Umsatzsprung von 83 % auf 448 Mio. USD und einem Gewinn je Aktie von 0,20 USD übertraf der Konzern die Erwartungen deutlich. Entscheidender als die Zahlen ist jedoch der strategische Befreiungsschlag mit dem Verkauf der Goldmine Casa Berardi für bis zu 593 Mio. USD an Orezone Gold. Das macht den Weg frei für eine klare Neuausrichtung. Künftig konzentriert sich der größte nordamerikanische Silberproduzent vollständig auf sein Kerngeschäft. Dieser Schritt schärft die operative Basis und entlastet die Bilanz weiter.

    Die operative Stärke zeigt sich in den Minen. Lucky Friday in Idaho lieferte mit 5,3 Mio. Unzen eine Rekordproduktion, Greens Creek in Alaska arbeitet dank hoher Nebenerlöse sogar zu negativen Cash-Kosten. Parallel dazu hat Hecla seine Nettoverschuldung auf nur noch 34 Mio. USD gedrückt und den freien Cashflow auf 310 Mio. USD gesteigert. Die Mittel aus dem Goldverkauf fließen nun in den Ausbau der Silberminen, insbesondere Keno Hill im Yukon und Greens Creek stehen im Fokus. Das Management verdoppelt zudem das Explorationsbudget auf 55 Mio. USD, um die Reserven Basis nachhaltig zu sichern.

    Die Silberhausse mit Preisen jenseits der 100 USD-Marke hat Hecla Rückenwind gegeben. Analysten bleiben dennoch gespalten. Während Häuser wie H.C. Wainwright mit einem Kursziel von 36,50 USD klare Kaufempfehlungen aussprechen zeigen sich andere Institute neutral bis verhalten. Die Zurückhaltung ist nachvollziehbar. Trotz der Rekordzahlen steht Hecla vor der Bewährungsprobe, die historische Preisrallye in dauerhafte Wertschöpfung zu übersetzen. Bei einem aktuellen Kursniveau von 24,02 USD und einer gemischten Analystenmeinung ist Vorsicht ebenso angebracht wie das Vertrauen in die neue strategische Klarheit. Die Industrieverknappung bei Silber spricht allerdings langfristig für den Fokus.


    Die Rohstoffmärkte erleben eine historische Verknappung, von der vor allem klug positionierte Unternehmen profitieren. BYD sichert sich durch strategische Kupfer-Partnerschaften und eine massive Silberreserve einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Group Eleven Resources avanciert mit seiner hochgradigen Ballywire-Entdeckung vom reinen Zink-Explorer zum vielversprechenden Multi-Metall-Projekt. Hecla Mining fokussiert sich nach dem Verkauf der Goldmine konsequent auf Silber und glänzt mit Rekordproduktion und entschuldeter Bilanz. Wer jetzt auf die Treiber der Elektrifizierung setzt, kann von den strukturellen Lieferengpässen langfristig überdurchschnittlich profitieren.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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