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27.04.2026 | 05:10

ITM Power, dynaCERT, Nel Asa – Maximale Rebound-Chancen

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Nach dem massiven Absturz der vergangenen Jahre könnte die Wasserstoffbranche vor einem Comeback stehen. Zwei Fakten sorgen jetzt für neuen Rückenwind. Zum einen der explodierende Energiehunger durch KI-Rechenzentren, zum anderen die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten, die das Ölangebot verknappen und Preise treiben. Der Druck, unabhängiger von fossilen Energien zu werden, wächst rasant. Nach der Bereinigung treffen nun niedrige Bewertungen auf strukturell steigende Nachfrage. Für Anleger entsteht ein klassisches Rebound-Szenario mit erheblichem Potenzial.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , ITM POWER PLC LS-_05 | GB00B0130H42 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF

Inhaltsverzeichnis:


    ITM Power – Neuer Absatzmarkt

    Der Sektor für alternative Energien erfährt aktuell eine Phase der Neuorientierung. Angesichts globaler geopolitischer Spannungen und stark schwankender Preise für fossile Brennstoffe wächst weltweit der Druck, die Energieversorgung krisenfester aufzustellen. Zusätzlich befeuert der rasante Strombedarf neuer Technologien den Hunger nach sauberer Energie. In diesem volatilen, aber chancenreichen Umfeld rückt grüner Wasserstoff wieder verstärkt in den Fokus. Elektrolyseur-Hersteller, die Kostendisziplin beweisen, profitieren in dieser Phase spürbar von weitreichenden staatlichen Förderungen, um lokale Produktionskapazitäten schnell und effizient auszubauen.

    Einen wegweisenden strategischen Erfolg erzielte das britische Unternehmen ITM Power kürzlich durch eine weitreichende Partnerschaft mit dem deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall. Im Zentrum steht das sogenannte „Giga-PtX-Projekt“, welches den Aufbau eines europäischen Netzwerks zur dezentralen Herstellung synthetischer Kraftstoffe anvisiert. Diese sollen künftig primär NATO-Streitkräfte versorgen und so militärische Lieferketten unabhängiger von konventionellen Ölimporten machen. ITM Power steuert hierfür seine leistungsstarken PEM-Elektrolyseure zur Wasserstoffgewinnung bei, während Rheinmetall die Systemintegration und die logistische Anbindung verantwortet. Für die Briten öffnet sich durch diese geplanten 50-Megawatt-Anlagen ein völlig neuer und lukrativer Absatzmarkt im Verteidigungssektor.

    An den Finanzmärkten sorgten diese Entwicklungen für große Euphorie. Zunächst stieg die britische Regierung mit einem Investitionspaket von 40 Mio. Pfund ein. Die ITM-Aktie verzeichnete eine rasante Rallye und konnte ihren Wert im Vergleich zum Monatsanfang mehr als verdoppeln. Trotz der starken fundamentalen Impulse mahnt die Charttechnik zur Vorsicht. Die Papiere gelten momentan als extrem überkauft, was eine baldige Kurskorrektur sehr wahrscheinlich macht. Marktbeobachter raten interessierten Anlegern daher von Panikkäufen ab. Es wird empfohlen, einen erwarteten Rücksetzer abzuwarten und erst dann schrittweise Positionen aufzubauen, da ITM Power trotz gut gefüllter Auftragsbücher operativ weiterhin Kapital verbrennt.

    dynaCERT – weiteres Potenzial

    Auch das Energieunternehmen dynaCERT konnte sich in den vergangenen Wochen deutlich von den Jahrestiefstständen lösen und verbuchte seit Anfang Februar eine Verdopplung des Aktienkurses auf 0,16 CAD. Hinter der Bewegung steckt jedoch mehr als nur die allgemeine Marktstimmung. dynaCERT adressiert eines der drängendsten Probleme der Industrie, nämlich explodierende Kraftstoffkosten. Mit der patentierten HydraGEN-Technologie wird Wasserstoff direkt im Fahrzeug erzeugt und dem Verbrennungsprozess zugeführt. Die Ergebnisse sind neben einer effizienteren Zündung ein geringerer Verbrauch als auch messbare Einsparungen von bis zu 19,2 % beim Diesel.

    Der wirtschaftliche Hebel ist enorm. Für Flottenbetreiber amortisiert sich die Technologie laut Unternehmensangaben bereits nach rund sieben Monaten bei einer jährlichen Laufleistung von etwa 20.000 km. Zusätzlich sinken Betriebskosten durch einen um bis zu 51 % reduzierten DEF-Verbrauch sowie längere Wartungsintervalle. Damit wird aus einer technischen Innovation ein klar kalkulierbares Geschäftsmodell, gerade in Zeiten hoher Energiepreise ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

    Gleichzeitig liefert dynaCERT eine Antwort auf steigende regulatorische Anforderungen. Die Technologie senkt den Ausstoß von Stickoxiden um bis zu 88 % und reduziert Feinstaub um über 50 %. Über die eigene HydraLytica-Plattform lassen sich diese Einsparungen in CO2-Zertifikate umwandeln, wodurch zusätzliche Erlösquellen entstehen. Unterstützt wird die Wachstumsstory durch eine neu aufgestellte Führung um CEO Kevin Unrath sowie eine solide Finanzierung. Mit globaler Präsenz in über 55 Ländern und Anwendungen vom Transport bis zur Schwerindustrie ist jetzt das Fundament für die Skalierung gelegt.

    Nel Asa – ernüchternde Zahlen

    Das Wasserstoffunternehmen Nel ASA blickt auf ein herausforderndes erstes Quartal 2026 zurück, welches von einer deutlich abgeflachten geschäftlichen Dynamik gekennzeichnet war. Während die Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich auf 148 Mio. NOK sanken, gelang es dem Konzern immerhin, die operativen Verluste sowie das Nettoergebnis geringfügig zu stabilisieren. Dennoch bleibt die finanzielle Situation mit einem Nettoverlust von 144 Mio. NOK angespannt. Besonders alarmierend werteten Beobachter den Rückgang beim Neugeschäft. Die Auftragseingänge brachen um 73 % ein, was konsequenterweise auch den Auftragsbestand spürbar reduzierte. Trotz eines noch soliden Auftragspolsters von rund 1,1 Mrd. NOK verdeutlichen diese Zahlen die aktuelle Investitionszurückhaltung innerhalb des Sektors.

    Etwas positive Stimmung in der jüngsten Berichterstattung bildete ein neuer Projekterfolg in den Vereinigten Staaten. Hier konnte Nel ASA einen Vertrag über die Bereitstellung eines PEM-Elektrolyseurs abschließen, der ein finanzielles Volumen von etwa 7 Mio. USD umfasst. Dieses Geschäft unterstreicht die anhaltende Relevanz des nordamerikanischen Marktes für die Norweger. Flankiert wurde diese Nachricht von Aktivitäten innerhalb der Unternehmensführung. Der Board-Chairman Arvid Moss nutzte das Kursniveau für einen persönlichen Einstieg und erwarb 100.000 Aktien. Solche Zukäufe aus den eigenen Reihen werden oft als strategischer Vertrauensbeweis in die langfristige Vision des Unternehmens interpretiert.

    An der Börse herrscht dennoch weiterhin eine unterkühlte Stimmung vor. Die Veröffentlichung der Quartalszahlen löste einen heftigen Abverkauf aus, bei dem die Aktie zeitweise über 10 % an Wert verlor und auf ein Niveau um 0,20 EUR abrutschte. Analystenstimmen, wie die der Investmentbank RBC, bleiben vorsichtig und belassen die Einstufung auf „Sector Perform.“ Mit einem Kursziel von 3 NOK signalisieren die Experten, dass fundamentale Fortschritte fehlen, um eine nachhaltige Rallye zu rechtfertigen. Kritiker bemängeln zudem die Diskrepanz zwischen der weiterhin hohen Marktkapitalisierung und der schwachen operativen Ertragskraft.


    ITM Power erschließt mit dem Rheinmetall-Deal einen neuen Milliardenmarkt, bleibt kurzfristig jedoch anfällig für Rücksetzer. dynaCERT überzeugt mit sofort messbaren Einsparungen und skalierbarem Geschäftsmodell in einem Hochpreisumfeld, während Nel ASA schwache Quartalszahlen präsentierte.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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