28.09.2026 | 04:59
Marktführer unter sich: Die Aktien von ASML, Albemarle und Almonty Industries im Fokus!
Echte Weltmarktführer dominieren und kontrollieren ihr Geschäft und halten sich die Konkurrenz vom Leib. Manchmal sind die hohen Marktanteile Folge einer einzigartigen Technologie wie bei ASML. Oder sie sind Folge eines jahrelangen Aufbaus eines Geschäfts, um zu einem wichtigen Player zu werden, wie beispielsweise bei Almonty Industries und Albemarle. Doch auch diese Unternehmen bzw. ihre Aktien litten im Laufe des Sommers unter der hohen Unsicherheit an den Aktienmärkten. Von einstigen Rekordpreisen sind sie derzeit ein gutes Stück entfernt. Für strategisch orientierte Investoren bieten sich dadurch Chancen. Wir blicken heute deshalb auf die Papiere von ASML, Albemarle und Almonty Industries.
Lesezeit: ca. 4 Min.
|
Autor:
Tarik Dede
ISIN:
ALBEMARLE CORP. DL-_01 | US0126531013 , ASML HOLDING EO -_09 | NL0010273215 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | NASDAQ: ALM
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
Tag-Cloud
Aktien-Cloud
ASML: Europas Champion ohne Europa!
ASML ist das wertvollste Technologie-Unternehmen in Europa. Aktuell bringen es die Niederländer auf einen Börsenwert von stolzen 686 Mrd. EUR. Da kann niemand auf dem Kontinent mithalten. Doch in Europa macht der Hersteller von Lithografie-Maschinen für die Chip-Produktion keinen Umsatz, wie nun Executive Vice President Frank Heemskerk während einer Podiumsdiskussion in den Niederlanden erklärte. Der Anteil Europas liege zumindest bei den Verkäufen bei 0 %. Allerdings hat dies auch gute Gründe. So werden derzeit vor allem in den Vereinigten Staaten, Taiwan, Südkorea und China milliardenschwere Fabrikprojekte hochgezogen, für die neue Maschinen notwendig sind. Europas Halbleiterindustrie mit Unternehmen wie Infineon, STMicroelectronics oder NXP ist dagegen stark auf die Automobilindustrie und die Industrieautomatisierung fokussiert. Und hier werden nun einmal Chips in älteren Fertigungsgrößen benötigt.
ASML kann dieser Umstand aber egal sein. Der Boom findet nun einmal in Nordamerika und Ostasien mit neuen KI-Rechenzentren statt. Und dort werden entsprechende Hochleistungsprozessoren benötigt und daher auch neue Chipfabriken hochgezogen. Im ersten Halbjahr zeigen die Finanzergebnisse von ASML das klare Wachstum: So legten die Einnahmen um starke 17,2 % auf 18,09 Mrd. EUR zu, wobei das Q2 noch einmal stärker war als das Q1. Unterm Strich meldeten die Niederländer 5,68 Mrd. EUR an Nettogewinn. Die Bruttomarge konnte das Unternehmen noch einmal leicht auf 54 % verbessern.
Die Aktionäre profitieren vor allem durch das umfangreiche Aktienrückkaufprogramm von ASML. Bis zum 31. Dezember 2028 sollen Anteile im Wert von 12 Mrd. EUR zurückgekauft werden. Dieses Jahr landeten davon bereits 2,2 Mrd. EUR an den Märkten. Die Aktie zeigt in diesem Sommer bisher eine recht volatile Seitwärtsphase und reagiert damit empfindlich auf das schwierigere Marktumfeld. An der Marktdominanz dürfte aber auf absehbare Zeit wenig zu rütteln sein. ASML weist einen Marktanteil von 100 % bei modernen Lithografie-Maschinen auf. Kein einziges Hochleistungs-Halbleiterprodukt der Welt – von profanen Smartphones bis zu den modernsten KI-Chips – kann ohne die Produkte von ASML hergestellt werden; zumindest noch nicht!
Almonty Industries: Marktführer im Westen bis 2028?
China dominiert fast alle Märkte für Spezialmetalle seit Jahrzehnten. Mit dem Beginn des US-Handelskriegs gegen Beijing (und gegen andere) kommen die USA und ihre Verbündeten nun ans Limit. So manches Metall gibt es nicht mehr oder nur noch in begrenzten Mengen auf dem Weltmarkt. China hat wohl spätestens seit dem Start des US-Handelskriegs und der Angriffe auf den Iran keine Lust mehr, westliche Rüstungsunternehmen zu beliefern. Bei Wolfram aber gibt es seit dem Frühling viel Bewegung. Almonty Industries hat nämlich im März mit dem Hochfahren der Produktion auf der historischen Sangdong-Mine in Südkorea begonnen. Das nordamerikanische Unternehmen ist damit der erste westliche Produzent mit einer nennenswerten Förderung. Sobald die Mine vollständig hochgefahren ist, sollen dort im ersten Jahr etwa 230.000 MTU Wolframtrioxid-Konzentrat produziert werden.
Damit befindet sich das Unternehmen in einer starken Position. Bis weitere westliche Minen auf den Markt kommen, wird es wohl noch dauern. Dennoch meint man es ernst in Washington und will die Abhängigkeit von China reduzieren. So hat die US-Regierung mit The Elmet Group Co. ein Investitionspaket über 450 Mio. USD vereinbart, mit dem die amerikanische Wolfram-Lieferkette ausgebaut werden soll. Allerdings ist in der Branche bekannt, dass insbesondere der Bau von Minen oft viele Jahre in Anspruch nimmt. Die Analysten von Stifel gehen in einer brandneuen Studie davon aus, dass Almonty mindestens bis 2028 der Marktführer in der westlichen Welt sein wird. Und dabei soll das Unternehmen massiv von den gestiegenen Wolfram-Preisen profitieren, heißt es. Laut Stifel konnte Almonty zudem bereits über 90 % der Jahresproduktion über einen langfristigen Abnahmevertrag vorab verkaufen. Dementsprechend optimistisch ist das Research-Haus. Das Kursziel wurde mit 25 USD angegeben. Aktuell notiert der Nasdaq-Titel bei unter 14 USD.
Die Aktie von Almonty Industries hat nach dem starken Lauf der vergangenen Jahre seit April korrigiert. Aktuell liegt der Börsenwert bei rund 4 Mrd. USD. Aufgrund der starken Cashposition über rund 1,2 Mrd. USD hat das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 300 Mio. USD beschlossen. Das entspricht etwa 5 % aller ausstehenden Stücke. Dieses Vorhaben – sowie die Vorlage der Halbjahreszahlen – könnten der Aktie wieder auf die Sprünge helfen.
Albemarle: Marktführer mit Kostenkontrolle
Marktmacht ist für jedes Unternehmen ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Doch damit auch die Gewinne wachsen, muss es auch mit den Marktpreisen stimmen. Und das ist bei Lithium eher schwierig. Albemarle hatte noch im vergangenen Jahr stark vom Comeback der Lithium-Preise profitiert. Doch nun steht man wieder bei Los und der Markt hat sich deutlich beruhigt.
Der US-amerikanische Konzern steht daher auf der Bremse und behält die operative Disziplin sowie die Kostenkontrolle im Blick. Und das war auch nötig. Denn das Unternehmen meldete im ersten Halbjahr Einnahmen in Höhe von rund 2,82 Mrd. USD und damit ca. 13 % weniger als im Vorjahr. Dennoch gelang unterm Strich eine ordentliche Leistung. Mit einem Nettoverlust von rund 100 Mio. USD dürfte man in diesen Zeiten leben können.
Seine Marktführerschaft dürfte Albemarle aber so schnell nicht verlieren. Das Unternehmen kontrolliert kostengünstige Förderstätten wie den Salar de Atacama in Chile. Zudem hält man eine 50 %-Beteiligung an der weltgrößten Hardrock-Lithiummine in Australien. Mit der derzeit stark anziehenden Nachfrage nach Elektroautos dürfte Albemarle bald nicht nur die Kosten im Blick haben, sondern auch wieder echte Gewinne einfahren.
Fazit: Mit Albemarle setzen Anleger auf einen Weltmarktführer, der derzeit vor allem die Kosten im Blick hat. Almonty Industries dagegen fährt hohe Margen im Wolfram-Markt ein und soll laut Analysten das Geschäft in der westlichen Welt bis 2028 kontrollieren. ASML ist Europas Champion, der vor allem außerhalb des Heimat-Kontinents mit seiner Technologie punktet. Das riesige Aktienrückkaufprogramm ist ein dickes Plus.
Interessenskonflikt
Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.
Risikohinweis
Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.
Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.
Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.