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14.10.2025 | 06:00

Momentum Plays mit neuer Welle: Almonty Industries und Rheinmetall – was macht Gerresheimer?

  • Kritische Rohstoffe
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Bildquelle: pixabay.com

Der Handelsstreit zwischen den USA und China scheint in die nächste Runde zu gehen. Ende letzter Woche kündigte US-Präsident Trump an, zusätzliche Strafzölle von 100 Prozent auf chinesische Waren erheben zu wollen. Die Maßnahmen sollen spätestens im November in die Tat umgesetzt werden. Vorangegangen war die Entscheidung der Volksrepublik, den Export von bestimmten Technologien und Rohstoffen stärker zu regulieren. China ist im Besitz vieler kritischer Rohstoffe und verschärft sukzessive deren Ausfuhr. Während Nachfrager angesichts der Verknappung der Nachfrage und steigender Preise vor großen Herausforderungen stehen, gehören Produzenten dieser Rohstoffe zu den Börsenlieblingen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , GERRESHEIMER AG | DE000A0LD6E6

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – top aufgestellt!

    Almonty Industries profitiert von dieser Konstellation. Die Kanadier werden noch in diesem Jahr die Wolframproduktion ihrer Mine Sangdong in Südkorea starten und durch weitere Ausbaustufen schon bald zum größten Wolframproduzenten außerhalb Chinas aufsteigen. Wolfram ist wegen seiner einzigartigen Materialbeschaffenheiten wie Härte und Hitzebeständigkeit in vielen Branchen begehrt, auch in der Rüstungsindustrie.
    Die westliche Welt kann mit einem solchen Vorkommen wie Sangdong einen wichtigen Schritt hin zu einer größeren Versorgungssicherheit angesichts der Marktdominanz der Chinesen gehen. Almonty verfügt bereits heute über umfassende Erfahrung und hohe Kompetenz im Bau und Betrieb von Wolframminen. Dies haben die Kanadier durch ihre langjährigen Aktivitäten in Portugal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Angesichts der in den vergangenen Monaten stark gestiegenen Wolframpreise erweisen sich viele der bisherigen Annahmen inzwischen als zu konservativ.
    Laut denkt das Unternehmen ebenso über Zukäufe nach. Man prüfe Übernahmekandidaten in den USA, mit dem Ziel einen Produktionsstandort in Nordamerika aufzubauen. Gerade die USA haben großes Interesse an kritischen Rohstoffen. Almonty kann schon jetzt eine Reihe von langfristigen Abnahmeverträgen vorweisen. Auch beim zweiten kritischen Rohstoff der Sangdong-Liegenschaft, Molybdän, macht die Gesellschaft Fortschritte: Sie strebt die Definition einer Ressource an, um einen weiteren gefragten Rohstoff zu erschließen.
    Trotz der exzellenten Aktienkursperformance in den letzten Monaten verfügt Almonty Industries über eine gute Perspektive. Die Aktie hat aktuell ein 2027er KGV von 15. Das ist angesichts der Wachstumsdynamik moderat. Die Marktkapitalisierung liegt bei beachtlichen 2,4 Mrd. CAD.

    Rheinmetall – Bundeswehr mit Großauftrag

    Die Auftragsbücher des Rüstungskonzerns füllen sich anscheinend weiter. Laut Handelsblatt plant die Bundeswehr noch in diesem Jahr eine Großbestellung des Flugabwehrsystems Skyranger von über 600 Einheiten. Das Volumen, inklusive der benötigten Fahrzeuge, soll sich auf mehr als 9 Mrd. Euro belaufen.
    Die Aktie stufen Analysten in Summe als Kauf ein, insbesondere da die Papiere etwas vom Allzeithoch, welches im Bereich von 2.000 Euro lag, korrigieren. Die US-Bank J.P. Morgan stufte Rheinmetall zuletzt mit "Overweight" und einem Kursziel von 2.250 Euro ein. Die Analysten erwarten ein mittelmäßiges Q3, sehen aber ein starkes Schlussquartal. Am 6. November werden Fakten geliefert, der Konzern publiziert dann die Eckdaten des dritten Quartals.

    Gerresheimer – Dritte Gewinnwarnung im laufenden Geschäftsjahr!

    Und schon wieder ist Gerresheimer mit unerfreulichen Meldungen in den Schlagzeilen. Ende der vergangenen Handelswoche schockte der Düsseldorfer Konzern die Märkte mit einer weiteren, der dritten Senkung der Jahresziele, im laufenden Geschäftsjahr, welches Ende November zu Ende geht. Die Aktie brach erneut ein und notiert unter der 30 Euro Marke.
    Da sich die Nachfrage von Kosmetik- und Pharmaunternehmen nicht wie erhofft belebte, sah sich Unternehmenslenker Dietmar Siemssen zu diesem Schritt gezwungen. Der Konzern kündigte ein „umfassendes Transformationsprogramm“, welches durch mehrere Stellschrauben wie Kostensenkungen und selektive Investitionen versucht, die operative Entwicklung und den Cashflow zu verbessern. Zuletzt senkten J.P. Morgan und die Deutsche Bank die Kursziele für die Aktie auf 46 bzw. 34 Euro.
    Dass die Anleger momentan weiterhin verstimmt sind, belegt auch die jüngste Meldung. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat einem Produkt des Konzerns zur Behandlung von Ödemen bei kongestiver Herzinsuffizienz die Zulassung erteilt. Erste Produkte sind nach Unternehmensaussage voraussichtlich Ende 2025 verfügbar. Den Aktienkurs ließ das unbeeindruckt.

    Fazit

    Rüstungswerte und Produzenten kritischer Rohstoffe werden unserer Überzeugung nach auch in Zukunft zu den Anlegerlieblingen gehören. Die Nachfrage- und Branchentrends sind eindeutig positiv. Almontys Bedeutung als wichtiger Lieferant essenzieller Rohstoffe wird von Tag zu Tag mehr von Anlegern erkannt. Ein Ende des Aufwärtstrends ist nicht absehbar. Die fundamentale Bewertung lässt weiterhin Luft nach oben. Gerresheimer ist dagegen als Turnaround-Kandidat einzustufen und verlangt Geduld von Investoren.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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