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21.09.2026 | 04:00

Nachhaltige Benzinpreise über 2,50 EUR? Nel ASA, Bayer, MustGrow und K+S rücken ins Rampenlicht

  • Nachhaltigkeit
  • Lebensmittel
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  • Energiewende
  • Wasserstoff
Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.

Die anhaltende Debatte über steigende Energiekosten und den Wandel hin zu einer umweltfreundlicheren Wirtschaft erreicht zunehmend die Zapfsäulen und die Supermarktregale. Wenn die Benzinpreise dauerhaft die Marke von 2,50 EUR überschreiten, geraten insbesondere die landwirtschaftlichen Betriebe unter enormen Druck. Die Erzeugung von Lebensmitteln ist nach wie vor stark von fossilen Brennstoffen abhängig, da Traktoren und Erntemaschinen traditionell mit Agrar-Diesel betrieben werden. Höhere Kraftstoffpreise verteuern somit direkt die Produktion und Transportwege unserer täglichen Nahrungsmittel. Gleichzeitig steht die Agrarbranche vor der gewaltigen Herausforderung, den Einsatz von konventionellen Düngemitteln zu reduzieren und nachhaltigere Alternativen zu finden. Diese Transformation erfordert innovative Ansätze an der Schnittstelle von Energie- und Agrarwirtschaft. Unternehmen wie Nel ASA rücken dabei in den Fokus, da grüner Wasserstoff eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung des Agrarsektors und der Produktion sauberer Treibstoffe spielen kann. Auch Spezialisten wie MustGrow Biologics gewinnen an Bedeutung, indem sie biologische Pflanzenschutzmittel entwickeln, die chemische Alternativen ersetzen sollen. Der traditionelle Düngemittelriese K+S ist ebenfalls ein wichtiger Akteur im sich rasch entwickelnden Sektor der nachhaltigen Lebensmittel. Wo liegen die Chancen für Anleger?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: MUSTGROW BIOLOGICS CORP. | CA62822A1030 | TSXV: MGRO , OTCQB: MGROF , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    K+S - Wie der Düngemittelriese die Erntesicherheit von morgen sichert

    Bei explodierenden Energiepreisen muss die Lebensmittel-Produktion erfinderisch werden! Als einer der weltweit führenden Anbieter von Kali- und Magnesiumprodukten ist K+S ein unverzichtbares Fundament für die globale Nahrungsmittelproduktion. Das Unternehmen liefert die essenziellen Nährstoffe, die Pflanzen benötigen, um trotz des Klimawandels widerstandsfähig gegen Trockenheit und Krankheiten zu bleiben. Angesichts steigender Energiepreise steht K+S vor der Herausforderung, die eigene, sehr energieintensive Düngemittelproduktion auf CO₂-neutrale Prozesse umzustellen. Gleichzeitig investiert der Konzern massiv in die Forschung für maßgeschneiderte, effizientere Düngelösungen, die den Nährstoffverlust im Boden minimieren. Durch diese gezielten Innovationen hilft K+S den Landwirten, den Ertrag pro Hektar nachhaltig zu steigern und gleichzeitig strenge Umweltauflagen einzuhalten. In Zeiten erneuter Agrar-Diesel-Diskussionen entlasten solche hocheffizienten Spezialdünger die Bauern, da weniger Überfahrten auf dem Feld nötig sind. Damit positioniert sich das Unternehmen als strategischer Partner für eine Zukunft, in der Ressourcenknappheit und Klimaschutz Hand in Hand gehen müssen. Die Aktie hat im Rahmen des Nahost-Konflikts eine Berg– und Talfahrt hinter sich gebracht. Bei aktuellen Kursen um 16,60 EUR gibt das LSEG-Konsens-Kursziel von 16,94 EUR wenig Phantasie auf den Weg. Auch sind es nur 5 von 17 Analysten, die eine dedizierte Kaufempfehlung aussprechen.

    Bayer-Deal zündet nächste Stufe – MustGrow Biologics vor dem operativen Durchbruch

    Die Agrarindustrie steht vor einer paradoxen Herausforderung: Sie muss auf weniger fruchtbaren Böden mehr produzieren und gleichzeitig den Einsatz konventioneller Betriebsmittel reduzieren. Hier kommt der biologischen Agrartechnologie strategische Bedeutung zu, denn laut einer aktuellen Studie in Nature Food macht die Bodengesundheit etwa 12 % der weltweiten Schwankungen in der Pflanzenproduktion aus. MustGrow Biologics begegnet diesem strukturellen Wandel mit einer patentierten Plattform auf Basis natürlicher Senfverbindungen und hat sich nun klar auf zwei eigene Produkte konzentriert: TerraSante™ für die Biofruchtbarkeit und das vorregistrierte TerraMG™ für den biologischen Pflanzenschutz. Spannend ist, dass sich der Fokus zunehmend von Forschung und behördlicher Zulassung hin zur industriellen Skalierung verlagert. Obwohl der Umsatz mit TerraSante™ im zweiten Quartal 2026 noch unter dem Vorjahreswert lag, führt das Unternehmen die ausbleibenden höheren Umsätze auf Produktionsengpässe bei Auftragsfertigern und teure Luftfracht zurück. Dennoch hat der Umsatz mit TerraSante™ von Jahresbeginn bis Mitte August bereits 0,9 Mio. CAD erreicht, was einem Anstieg von mehr als 46 % gegenüber dem Gesamtumsatz des Vorjahres entspricht. Der entscheidende operative Hebel liegt nun in der Umstellung von kostenintensiver Luftfracht auf deutlich günstigere Seefracht sowie in neuen Produktionslinien bei Auftragsfertigern, die voraussichtlich höhere Mengen ermöglichen werden. Dies könnte den bisherigen Engpass in einen Wachstumsbeschleuniger verwandeln.

    Noch wichtiger für die Bewertung ist jedoch die zweite Säule der Plattform. Durch die exklusive Partnerschaft mit Bayer für Europa, den Nahen Osten und Afrika hat TerraMG™ einen industriellen Zugang erhalten, der weit über die derzeitige Größe des Unternehmens hinausgeht. Im August ging die erste bedeutende Meilensteinzahlung von Bayer ein, während MustGrow in den nächsten 5 bis 7 Jahren Investitionen seines Partners in Höhe von insgesamt etwa 35 bis 40 Mio. USD für Entwicklung, behördliche Zulassung und Markteinführung erwartet. Dies ermöglicht es dem kanadischen Unternehmen, seine Technologie international voranzutreiben, ohne die vollen Kosten der weltweiten Kommerzialisierung tragen zu müssen. Gleichzeitig hat die Gruppe ihr margenschwaches Geschäft mit Produkten von Drittanbietern veräußert und damit ihren Fokus deutlich auf die eigene Produktplattform geschärft. Die jüngsten Zahlen geben bereits einen Einblick in die potenzielle Ertragsdynamik: Trotz geringerer TerraSante™-Umsätze erzielte MustGrow im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 0,4 Mio. CAD aus fortgeführten Geschäftsbereichen, getrieben durch Lizenzerlöse in Höhe von 1,4 Mio. CAD.

    Am 7. Oktober gibt es im Rahmen des 20. International Investment Forum ein Wiedersehen mit COO Colin Bletsky. Er erläutert die mittelfristige Wachstumsstrategie des aufstrebenden Unternehmens.

    Das Researchhaus GBC erwartet vor diesem Hintergrund einen Umsatzanstieg von 4,5 Mio. CAD im Jahr 2026 auf 14,05 Mio. CAD 2027 und 31,56 Mio. CAD 2028 sowie eine Verbesserung des EBITDA von minus 4,35 Mio. auf plus 8,46 Mio. CAD. Die im Juni abgeschlossene Finanzierung über 3,74 Mio. CAD schafft dabei die notwendige Basis, um Lagerbestände und die nächste Wachstumsphase zu finanzieren. Mit rund 110 erteilten und angemeldeten Patenten, der Bayer-Validierung und einem bevorstehenden Produktionshochlauf verfügt MustGrow über mehrere attraktive Stellschrauben. Damit bietet sich in der Aktie eine spannende Mixtur auf Höhe der Zeit.

    Die MGRO-Aktie zeigt seit August technische Stärke mit Annäherung an den oberen Bollinger-Trendkanal bei rund 0,50 CAD. Quelle: LSEG Refinitiv vom 17.09.2026

    Nel ASA – Grüner Wasserstoff für den Acker

    Das norwegische Wasserstoffunternehmen Nel ASA nimmt durch den Ausbau seiner Produktionskapazitäten in Europa eine Schlüsselrolle bei der Energiewende ein, die auch die nachhaltige Landwirtschaft maßgeblich beeinflusst. Wie jüngst bekannt wurde, stärkt eine neue Partnerschaft mit dem schottischen Industrieausrüster Hydrasun die Montage innovativer PEM-Elektrolyseure auf dem europäischen Markt. Diese hochentwickelten Elektrolyseure spalten Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff auf und bilden damit das technologische Fundament für emissionsfreie Energieträger. Für die nachhaltige Nahrungsmittelproduktion ist dieser grüne Wasserstoff von zentraler Bedeutung, da er als sauberer Grundstoff für die Synthese von umweltfreundlichen Düngemitteln dient. Herkömmliche Stickstoffdünger basieren meist auf fossilem Erdgas, während der Einsatz der neuen Nel-Technologie den Übergang zu einer dekarbonisierten Agrarchemie ermöglicht. Ein entscheidender technologischer Vorteil der PEM-Elektrolyseure liegt in ihrer kompakten Bauweise und der Fähigkeit, ihre Leistung extrem schnell an ein schwankendes Stromangebot anzupassen. Landwirtschaftliche Betriebe und ländliche Regionen können dadurch volatilen Solar- oder Windstrom direkt vor Ort effizient nutzen, um die unregelmäßig verfügbare Energie in speicherbaren Wasserstoff umzuwandeln. Dieser sauber erzeugte Wasserstoff kann in der Folge auch als alternativer Kraftstoff verwendet werden, um konventionellen Agrar-Diesel in Traktoren und Erntemaschinen sukzessive zu ersetzen. Eine verlässliche und regionale Versorgung mit solchen Elektrolyseursystemen schützt die Lebensmittelbranche langfristig vor den unberechenbaren Preissprüngen internationaler fossiler Rohstoffe. Die Nel-Aktie konnte Investoren im April/Mai nur kurzfristige Trading-Gewinne von immerhin knapp 100 % bescheren, ist aber auf Jahressicht nun wieder bei einer Rendite von 5 % angelangt. Keine große Belohnung für diesen doch ultra-volatilen Titel.


    Die Finanzmärkte präsentieren sich weiter sehr volatil. Die Grundtendenz ist jedoch freundlich, was angesichts der steigenden Kapitalmarktzinsen von historischen Analogien abweicht. Der Food- und Agrar-Sektor rückt mit den Problemen rund um die Straße von Hormus immer wieder in den Mittelpunkt. Das steigert den Aufmerksamkeitswert für Titel aus diesem Sektor. Eine ausgewogene Anlagestrategie aus Standard- und Nebenwerten glättet die Portfoliorendite und senkt das Risiko.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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