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23.07.2021 | 05:30

Nel ASA, dynaCERT, Plug Power – Investitionen in Wasserstoff steigen weltweit

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Bildquelle: pixabay.com

Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit nimmt mehr und mehr Fahrt auf. Das kann man gut an den angekündigten Investitionen im Bereich Wasserstoff ablesen. Im Februar wollten die Mitglieder des Hydrogen Council, welches aus 109 global agierenden Unternehmen besteht, 80 Mrd. USD in die Entwicklung von Wasserstoff-Projekten stecken. Diese Summe hat sich bis Juli um 70 Mrd. USD erhöht auf 150 Mrd. USD. Europa ist Dank der Fördermittel der EU-Kommission aus dem Important Projects of Common European Interest (IPCEI) Spitzenreiter in der Wasserstoff-Technologie. Laut McKinsey ist es nur eine Frage der Zeit, bis Wasserstoff wie alle anderen Rohstoffe gehandelt werden. Wir beleuchten heute drei Unternehmen aus dem Wasserstoff-Segment.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    Nel ASA – nun mit 3-fach Boden

    Nel ASA profitiert von den Fördergeldern der EU durch das „Fit for 55“ Programm. Die Initiative soll das Erreichen der Klimaziele sichern. Nach den enttäuschenden Quartalszahlen Anfang Mai war es lange ruhig um das Unternehmen. Bis zum 22. Juni, als eine Kooperation mit mehreren Unternehmen, unter anderem Volvo und Hitachi, bekannt gegeben wurde. Die Zusammenarbeit hat das Ziel, Walzen von Stahl mittels Wasserstoff zu ermöglichen. Dabei soll grüner Wasserstoff verwendet werden, sprich Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird und somit klimaneutral ist. Insgesamt wird das Projekt mit 180 Mio. Schwedischen Kronen (SEK) gefördert.

    Am 24. Juni wurde ein Rahmvertrag zur Lieferung von Wasserstoffkompressoren mit Howden geschlossen. Für CEO Løkke ist dieser Kontrakt eine strategische Partnerschaft. Ziel ist es, die Kosten für grünen Wasserstoff auf 1,50 USD pro Kilogramm zu drücken. Ein sehr ehrgeiziger Plan, wenn man bedenkt, dass man aktuell an öffentlichen Wasserstoff Tankstellen in Deutschland 9,26 EUR pro Kilogramm bezahlt. Der hohe Preis ist aktuell das größte Problem für die Wasserstofftechnologie.

    Der Grundtrend bei Wasserstoff wird mit diesen Nachrichten unterfüttert, aber durch die Abstufung durch JPMorgan ging es am vergangenen Freitag für die Aktie fast 6% nach unten. Die Bank setzte den Nel ASA auf „Untergewichten“ und setzte das Kursziel von 28 Norwegischen Kronen (NOK) auf 15 NOK herab. Vergangenen Montag teste die Aktie erneut den bereits ausgebildeten Doppelboden und prallte von 16,38 NOK bis auf 18,55 NOK zurück. Wird die Marke von 18,74 NOK überschritten, sollte die Aktie das Hoch bei 21,45 NOK testen.

    dynaCERT – Wachstumsaussichten

    dynaCERT hat in 18 Jahren über 70 Mio. Kanadische Dollar (CAD) in Forschung und Entwicklung der HydraGEN-Technologie gesteckt und agiert als Cleantech-Unternehmen. Das patentierte Verfahren kann in allen Dieselfahrzeugen verbaut werden und verspricht weniger Kraftstoffverbrauch (10-15%), längere Lebensdauer des Motors und vor allem bis zu 88% weniger giftige Gase innerhalb der Emission. Momentan arbeitet das Unternehmen daran Emissionsgutschriften zu erhalten, die zwischen dem Kunden und dem Unternehmen geteilt werden. Gelingt dieser Schritt, steht das Unternehmen vor einer rosigen Zukunft.

    Teslas Gewinne beruhen zu einem Großteil auf diesen CO2-Zertifikaten. Für dynaCERT wäre diese Einnahmequelle ähnlich lukrativ und wäre ein weiteres Verkaufsargument für HydraGEN. Die Corona Krise hat das Unternehmen viel Umsatz gekostet. Das Management hat die Zeit genutzt und die Forschung und Entwicklung weiter vorangetrieben und die große Produktionsanlage in Toronto aufgerüstet. CEO Jim Payne geht von Wachstum aus, da die Corona Pandemie langsam zurückgeht.

    Am 21. Juni wurde die Kooperation mit Galaxy Power bekannt gegeben. Beide Unternehmen haben die Gemeinsamkeit, dass sie die Vision teilen die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Die Wasserstoffwirtschaft kombiniert mit Cleantech bietet neue Geschäftsfelder. Zusätzlich winken seitens der Regierung Steueranreize wenn Lösungen gefunden werden, um den Klimawandel aufzuhalten. Durch die Pandemie ist der Aktienkurs sehr unter Druck geraten, aber die Charttechnik sendet erste positive Signale, so dass der Boden gefunden sein könnte.

    Plug Power – grünes Wasserstoffprojekt gestartet

    Plug Power nutzt Wasserstoff als Brennstoffzellenlösung zum Antrieb von Elektromotoren. Bis jetzt wurden über 40.000 Fahrzeuge mit Lösungen von Plug Power ausgeliefert. Zusätzlich betreibt das Unternehmen eine Wasserstoff-Pipeline quer durch Nordamerika und besitzt Wasserstoff-Tankstellen. Das GenKey-Konzept bietet eine breite Palette an Lösungen, damit Unternehmen, die mit Wasserstoff arbeiten wollen, sofort starten können.

    Plug Power versucht sich erstmals an grünem Wasserstoff und hat eine Kooperation mit Apex Clean Energy geschlossen. Um grünen Wasserstoff zu generieren benötigt man erneuerbare Energien und daher wurden 345 Megawatt an Windkraft übernommen. Wenn die Entwicklung abgeschlossen ist soll die Anlage täglich 30 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Der Plan sieht vor, bis 2028 mindestens 1.000 Tonnen Wasserstoff täglich herstellen zu können.

    Ähnlich wie in Europa wird die Wasserstoffbranche von der Politik unterstützt. In den USA wurde sogar das Preisziel von 1 USD pro Kilogramm Wasserstoff ausgegeben. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen am 22. Juli David Mindnich, einen ehemaligen Tesla Mitarbeiter, an Bord geholt. Die Aktie ist aus ihrem Abwärtstrend Anfang Juni ausgebrochen, tut sich aber aktuell noch schwer damit neue Hochs auszubilden. Schlusskurse oberhalb von 28,46 USD würden das Chartbild deutlich aufhellen.


    Der Kampf zwischen der Elektromobilität und dem Wasserstoffantrieb ist noch nicht entschieden, auch wenn die Elektromobilität aktuell die Nase vorn hat. Gelingt es, den Preis von Wasserstoff deutlich zu senken, macht der Einsatz wirtschaftlich immer mehr Sinn. In diesem Bereich sind Nel ASA und Plug Power aktiv. Einen Cleantech-Ansatz auf Wasserstoffbasis nutzt dynaCERT und bietet auf kurze Sicht am meisten Phantasie.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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