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09.03.2021 | 05:20

Nornickel, Kodiak Copper, BHP Billiton: Von Gemischtwarenläden und Spezialisten

  • Kupfer
Bildquelle: pixabay.com

Während Edelmetalle seit Monaten in einer Konsolidierung sind, klettern die Kupferpreise immer weiter. Zuletzt startete Kupfer Ende Februar eine neue Aufwärtsbewegung und ist inzwischen so teuer, wie seit Jahrzehnten nicht. Woran liegt das? Einerseits ist Kupfer seit jeher ein gefragtes Industriemetall. Immer dann, wenn weltweit in Infrastruktur investiert wird, klettert Kupfer. Zugleich profitiert Kupfer von der hohen Nachfrage seitens der Autoindustrie. In jedem Elektroauto steckt rund drei Mal mehr Kupfer als in klassischen Verbrennern. Wir beleuchten drei Aktien, die vom Kupfer-Boom profitieren können.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: CA50012K1066 , GB00BH0P3Z91 , US55315J1025

Inhaltsverzeichnis:


    Nornickel will nachhaltiger werden

    WKN: A140M9 ISIN: US55315J1025 Symbol: NNIC
    Nornickel musste 2020 wegen eines Umweltskandals heftige Rückschläge verkraften und profitierte nur wenig von steigenden Kupferpreisen. Das Unternehmen produziert in erster Linie Palladium (37%) und Nickel (25%), Kupfer trägt nur ein Fünftel zum Umsatz bei. Im vergangenen Sommer traten bei einer Tochterfirma von Nornickel große Mengen Diesel aus. Die damit verbundenen Strafen könnten in die Milliarden gehen. Auch sanken 2020 die Umsätze im Kupfer-Geschäft, was Aktionäre verstimmte. Jetzt will Nornickel der Situation mit einer Qualitätsoffensive begegnen und vor allem „grüner" werden.

    Dank neuer Technologien soll Kupfer in Zukunft nachhaltiger gefördert und die Auswirkungen auf die Umwelt vermindert werden. Auf der russischen Halbinsel Kola stellt das Unternehmen zudem bis Jahresende die Schmelzproduktionen ein. All das reduziert Umweltschäden und dürfte den ESG-Scores, auf die Investoren bei Unternehmen immer mehr schauen, positiv beeinflussen. Nachdem die Aktie von Nornickel vor wenigen Wochen noch nach oben durchstartete, folgte der Abverkauf. Grund waren Produktionsausfälle in zwei Minen in Sibirien wegen Wasserschäden. Bis das Ausmaß beziffert werden kann, sollten Anleger die Finger von Nornickel lassen. Sind die Folgen jedoch marginal, könnte der Wert auch aufgrund seiner hohen Dividende eine Überlegung wert sein.

    Kodiak Copper: Reiner Kupfer-Play 50% unter Höchstkurs

    WKN: A2P2J9 ISIN: CA50012K1066 Symbol: 5DD1
    Während Norilsk Nickel ein etablierter Rohstoff-Produzent mit einem diversifizierten Portfolio ist, ist Kodiak Copper ein reiner Kupfer-Play. 2020 überzeugte das Unternehmen mit phänomenalen Bohrergebnissen auf seinem MPD-Projekt und galt in der Minen-Szene als das „nächste große Ding". Nach ruhigen Monaten zog der Kurs im Februar wieder an. Kodiak Copper hatte Bohrergebnisse aus dem vergangenen Jahr veröffentlicht und damit erneut erfolgreich Kupfer-Vorkommen identifiziert. Da zwei Bohrungen allerdings fehlschlugen, sprang der Funke auf den Markt noch nicht nachhaltig über. Für Spätentschlossene, die noch auf den Kupfer-Zug aufspringen möchten, könnte das eine Gelegenheit sein.

    2021 stehen für Kodiak Copper weitere Explorationsarbeiten an. Die nötigen Mittel haben die Kanadier bereits in der Tasche. Neben MPD will Kodiak auch sein Mohave-Projekt in Arizona näher erkunden. Die Liegenschaft befindet sich in der Nähe der Bagdad-Mine von Freeport-McMoRan. Überhaupt dürfte Kodiak Copper vielen Unternehmen aus der Bergbau-Industrie ein Begriff sein. Mit seinem Ansatz, auf große Projekte inmitten einer etablierten Infrastruktur zu setzen, die bereits in der Vergangenheit exploriert wurden, aber mit neuen Verfahren positiv überraschen können, hat Kodiak Copper eine attraktive Nische besetzt. 2020 stieg der Kurs in der Spitze auf 3,37 CAD – aktuell notiert die Aktie um 1,50 CAD. Angesichts der dynamischen Nachfrage nach Kupfer und den vielversprechenden Assets ist die Aktie nicht uninteressant.

    BHP Billiton: China-Geschäft macht Hoffnunug

    WKN: A2N9WV ISIN: GB00BH0P3Z91 Symbol: BIL
    Immer dann, wenn es um Rohstoffe geht, wird auch die Aktie von BHP Billiton ein Thema. Tatsächlich hat das Unternehmen mit einem Kupfer-Anteil von rund einem Viertel gemessen am Umsatz ein heißes Eisen im Feuer. Doch ähnlich bedeutend ist für das Unternehmen auch die Kohle und Petroleum-Sparte. Hiermit ist allerdings auch angesichts des Nachhaltigkeits-Booms im Bergbau nichts zu gewinnen. Auch die jüngsten Zahlen der Sparte waren eher schlecht. Besser lief es rund um Eisenerz.

    Obwohl BHP Billiton wegen des Kohle-Geschäfts nicht als zukunftsträchtig gilt, will das Unternehmen grüner werden und schreibt sich bis 2030 eine CO2-Reduktion von bis zu einem Drittel auf die Fahne. Auch wenn die Zahlen zuletzt eher durchwachsen waren, zog der Kurs in den letzten Monaten deutlich an. BHP Billiton hat ein starkes China-Geschäft und dürfte davon auch weiter profitieren. Eine Kupfer-Aktie ist der Rohstoff-Gigant aber nicht. Den größeren Hebel auf den Kupferpreis dürften daher kleinere Werte, wie etwa Kodiak Copper, bieten.


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    Der Autor

    Nico Popp

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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