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03.03.2026 | 05:00

Paradigmenwechsel in der onkologischen Dermatologie: Vidac Pharma als Innovator, was machen Almirall und Biofrontera?

  • Hautkrebs
  • Krebs
  • Warburg-Effekt
  • Innovation
Bildquelle: KI

Die onkologische Dermatologie steht an der Schwelle zu einer Revolution, die das bisherige Verständnis der Krebsbehandlung grundlegend verändern könnte. Der globale Markt für die Behandlung der Aktinischen Keratose wird von Persistence Market Research für das Jahr 2026 auf ein Volumen von rund 7 Mrd. USD geschätzt. Bis Mitte der 2030er Jahre erwarten die Analysten, dass der Markt auf 11,1 bis 14,45 Mrd. USD wachsen könnte. Diese Dynamik wird durch die alternde Weltbevölkerung, eine kumulative UV-Exposition durch veränderte Freizeitgewohnheiten und ein gestiegenes Bewusstsein für die Gefahren von Hautkrebs getrieben. Aktuell dominieren etablierte Branchengrößen wie Almirall und Biofrontera die Standardversorgung bei Aktinischer Keratose mit ihren bewährten Präparaten. Vidac Pharma markiert in der onkologischen Dermatologie jedoch den Übergang von der bloßen Symptombekämpfung hin zu einem revolutionären Verfahren. Das macht das Unternehmen zu einer Chance für wachstumsorientierte Investoren, die den Zugang zu einer völlig neuen Wirkstoffklasse im Bereich der metabolischen Onkologie suchen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , ALMIRALL S.A. EO -_12 | ES0157097017 , BIOFRONTERA AG NA O.N. | DE0006046113

Inhaltsverzeichnis:


    So agiert der Platzhirsch Almirall

    Das Geschäftsmodell von Almirall basiert auf einer klaren Fokussierung auf die medizinische Dermatologie, womit das Unternehmen in Europa eine führende Rolle einnimmt. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete Almirall ein Nettoumsatzwachstum von 12,4 % auf rund 1,1 Mrd. EUR, während das EBITDA um 20,9 % auf 232,9 Mio. EUR anstieg. Ein zentraler Pfeiler dieser Erfolge ist die Vermarktung von Klisyri zur Feldbehandlung der Aktinischen Keratose, welches ein Umsatzwachstum von 33,9 % auf 32,8 Mio. EUR erzielte. Obwohl dieser sogenannte Mikrotubuli-Inhibitor Patienten eine ultrakurze Behandlungsdauer von nur fünf Tagen bietet, stört der Wirkstoff primär die Zellteilung und geht das Problem eher symptomatisch als ursächlich an. Um das künftige Wachstum abzusichern und die eigene Marktstellung zu verteidigen, investiert der Konzern konsequent in Forschung und Entwicklung - allein im Jahr 2025 flossen 138,1 Mio. EUR in Forschung und Entwicklung.

    Biofrontera: Spezialisierte Ansätze und neue Wirkmechanismen

    Biofrontera besetzt hingegen eine spezialisierte Nische in der Behandlung der Aktinischen Keratose durch die Kombination von Lichttherapie und pharmakologischer Wirkung. Das Kernprodukt Ameluz wird in Verbindung mit der RhodoLED-Lampenserie verwendet und profitiert aktuell von einer neuen Vertriebsstrategie sowie gezielten Preisanpassungen im wichtigen US-Markt. Für das Gesamtjahr 2025 erwartet das Unternehmen Umsätze zwischen 41,5 und 42,0 Mio. USD, was einem soliden Anstieg von 11 % bis 13 % entspricht. Das Unternehmen expandiert zudem aggressiv in neue Bereiche und gab im Februar 2026 positive Ergebnisse einer Phase-3-Studie zur Behandlung an den Extremitäten, am Hals und am Rumpf bekannt. Trotz der hohen Wirksamkeit und der Expansion in neue Anwendungsgebiete bleibt die von Biofrontera bevorzugte Kombinations-Therapie jedoch mit einem hohen Aufwand sowie oftmals mit Schmerzen für Patienten verbunden.

    Der Revolutionär: Das macht Vidac Pharma anders

    Vidac Pharma setzt im absoluten Gegensatz dazu mit der Umkehr des sogenannten Warburg-Effekts an der eigentlichen Ursache an und markiert den praktischen Übergang zu einer völlig neuen Wirkstoffklasse. Krebszellen gewinnen ihre Energie primär über die aerobe Glykolyse. Das ist ein Prozess, der durch das Enzym Hexokinase-2 gesteuert wird. Bösartige Krebszellen produzieren viel zu viel von diesem Enzym. Es dockt dann an der falschen Stelle an den „Kraftwerken“ der Zelle an, was dazu führt, dass das natürliche Selbstzerstörungsprogramm der kranken Zelle blockiert wird. So kann der Tumor ungebremst weiterwachsen. Der führende Wirkstoffkandidat VDA-1102 von Vidac bricht diese unnatürliche Bindung auf. Dieser neue Mechanismus reaktiviert die natürlichen Notsignale der Krebszelle, sodass sie gezielt abstirbt. Zudem wird der Stoffwechsel der Zelle wieder auf eine normale, gesunde Energiegewinnung umprogrammiert.

    Starke Aktie: Der Markt traut Vidac Pharma einiges zu.

    Klinische Validierung und technologische Skalierbarkeit

    Die theoretische Überlegenheit dieses Ansatzes verifiziert Vidac derzeit durch weitreichende Studien am Patienten. Ende Februar startete das Unternehmen offiziell die Dosierung des ersten Patienten in einer klinischen Phase-2b-Studie für VDA-1102 bei Hochrisiko-Patienten mit Aktinischer Keratose. Diese Studie, die am Fachzentrum CentroDerm in Wuppertal unter der Leitung von Prof. Thomas Dirschka durchgeführt wird, fokussiert sich bewusst auf hochproliferative Läsionen mit einem hohen Risiko für den direkten Übergang in ein invasives Karzinom. Frühere klinische Daten einer Phase-2a-Studie belegten bereits eine statistisch signifikante Reduktion der Läsionszahl um 50 % ohne lästige Hautirritationen. Ein Medikament, das effektiv heilt, ohne die Lebensqualität während der Behandlung durch Schmerzen oder Rötungen zu beeinträchtigen, besitzt das Potenzial, den gesamten Markt für Feldtherapien umzukrempeln.

    Die Innovationskraft von Vidac Pharma geht weit über bestehende onkologische Ansätze hinaus, was die zeitgleiche Expansion der Technologieplattform verdeutlicht. Ebenfalls im Februar erweiterte das Unternehmen sein Engagement durch den Start eines In-vivo-Präklinikprogramms für Psoriasis, da das Enzym Hexokinase-2 laut wissenschaftlichen Studien auch in psoriatischen Läsionen (Symptomen der Schuppenflechte) stark erhöht ist. Diese technologische Alleinstellung positioniert Vidac Pharma als agilen First-Mover der Branche. Unabhängige Analysten von Sphene Capital bekräftigen ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 4,10 EUR und betonen, dass der Markt die weitreichende Bedeutung der zellulären Korrektur bislang nicht angemessen eingepreist hat. Für Investoren eröffnet sich hier der direkte Zugang zu einem Pionier der metabolischen Krebs-Medizin, der den Anspruch hat, die Grenzen der konventionellen Dermatologie nachhaltig zu verschieben.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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