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04.06.2026 | 05:20

So kassieren Sie doppelt ab: Siemens Energy, RE Royalties und NextEra Energy profitieren von der Energiewende UND dem KI-Hunger

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Bildquelle: pixabay.com

Der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien trifft auf den unstillbaren Stromhunger der Künstlichen Intelligenz. Diese Kollision erzeugt eine Nachfragelücke im Stromsektor, wie es sie nie zuvor gab. Während Rechenzentren weltweit aus dem Boden schießen, kommt der Ausbau von Wind- und Solaranlagen kaum hinterher. Die Folge ist eine strukturelle Knappheit bei sauberem Strom. Von diesem perfekten Umfeld können Investoren profitieren. Wer jetzt auf die richtigen Unternehmen setzt, kann von dieser Megatrend-Konvergenz überproportional profitieren. Daher sehen wir uns heute Siemens Energy als Technologielieferant, RE Royalties als innovativer Finanzierer und NextEra Energy als größter Produzent grüner Energie an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , NEXTERA ENERGY INC.DL-_01 | US65339F1012

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy - zwischen KI-Boom und alternden Windrädern

    Die Energiewende und der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren treiben die Nachfrage nach Netzinfrastruktur massiv. Siemens Energy sitzt an der Schnittstelle beider Megatrends. Rechenzentren benötigen nicht nur enorme Strommengen, sondern vor allem eine perfekt regulierte Spannung, denn sonst fallen die empfindlichen KI-Chips aus. Genau hier liefert der Konzern mit Transformatoren und Schaltanlagen. Hinzu kommen Gasturbinen als zuverlässige Backup-Lösung für die schwankende Einspeisung aus Wind und Sonne. Tech-Giganten wie Microsoft oder Meta müssen ihre Kapazitäten „um jeden Preis“ ausbauen, was Siemens Energy eine starke Verhandlungsposition verschafft. Die Grid-Tech-Sparte verzeichnete zuletzt ein Auftragsplus von 41 %.

    Die letzten Quartalszahlen untermauern diese Dynamik. Der Auftragseingang kletterte auf ein Rekordhoch von 17,7 Mrd. EUR, der Auftragsbestand wuchs auf 154 Mrd. EUR. Der freie Cashflow vor Steuern verdoppelte sich nahezu auf knapp 2 Mrd. EUR im 2. Quartal. Entsprechend selbstbewusst hob das Management die Jahresprognose an. Statt 11 - 13 % werden nun 14 - 16 % vergleichbares Umsatzwachstum erwartet, die bereinigte EBIT-Marge vor Sondereffekten soll bei 10 - 12 % landen. Der starke Mittelzufluss erlaubt zudem eine Beschleunigung der Aktienrückkäufe. Insgesamt fließen den Anteilseignern in diesem Geschäftsjahr bis zu 3,6 Mrd. EUR auch in Dividenden zu.

    Doch ganz rund läuft es noch nicht. Die Windkrafttochter Siemens Gamesa schreibt weiterhin rote Zahlen, auch wenn der Verlust von 249 auf 44 Mio. EUR schrumpfte. Das Management hat die Gewinnschwelle für die zweite Jahreshälfte zur Bedingung für die Gesamtprognose erklärt. Hinzu kommen geopolitische Risiken im Nahen Osten und mögliche US-Zölle, die derzeit aber als beherrschbar gelten. Insgesamt steht der Konzern solide da, mit Rekordbestellungen, kräftigem Cashflow und einer klaren strategischen Ausrichtung auf die Elektrifizierungsmärkte. Die Baustelle Gamesa bleibt jedoch ein Punkt, den Investoren im Blick behalten sollten. Derzeit ist die Aktie für 159,62 EUR zu haben.

    RE Royalties - der leise Profiteur des KI-Stromhungers

    Erneuerbare Energien brauchen Kapital, und genau da setzt der kanadische Spezialfinanzierer RE Royalties an. Während Betreiber von Wind- und Solarparks sich um Bau und Wartung kümmern, stellt das Unternehmen das Geld bereit. Im Gegenzug sichert es sich langfristige Umsatzanteile an den Projekten. Ein Modell ähnlich den bekannten Royalty-Strukturen aus dem Bergbau, aber sauberer und planbarer. Der KI-Boom verschlingt Unmengen Strom, und Rechenzentren setzen zunehmend auf grüne Energie. Dieser zusätzliche Bedarf treibt den Ausbau erneuerbarer Infrastruktur massiv an. RE Royalties finanziert genau diese Projekte, ohne operative Risiken zu tragen, und profitiert damit indirekt vom Stromhunger.

    Das Management hat Konsequenzen aus der Marktsituation gezogen. Ende März 2026 startete eine formelle Prüfung strategischer Optionen, von Co-Investment-Partnerschaften bis hin zu einem kompletten Verkauf. Unterstützt wird der Prozess von PricewaterhouseCoopers. Parallel dazu fließt weiteres Kapital in US-Solarprojekte. Im Februar wurde die zweite Tranche von 800.000 USD für ein Portfolio von Solaris Energy freigegeben. Damit sind bisher 3,8 Mio. USD von insgesamt vorgesehenen 9 Mio. USD geflossen. Durch das erfolgreiche Geschäftsmodell zahlte das Unternehmen über viele Jahre eine starke Dividende. Mittlerweile wurde von einer quartalsweisen auf eine jährliche Ausschüttung gewechselt, um bei sich bietenden Investmentchancen schneller zuschlagen zu können.

    Der weltweite Bedarf an grüner Energie-Infrastruktur explodiert. Künstliche Intelligenz, Elektromobilität und die industrielle Dekarbonisierung verlangen nach immer mehr Strom, der zunehmend aus Sonne und Wind kommt. RE Royalties sitzt auf einer Pipeline von Absichtserklärungen über rund 20 Mio. CAD sowie potenziellen Finanzierungsprojekten von 200 Mio. CAD in Prüfung. Das Geschäftsmodell skaliert hervorragend: Mehr Projekte bedeuten mehr wiederkehrende Einnahmen, ohne dass die Betriebskosten im gleichen Maße steigen. Die Aussichten bleiben elektrisierend. Aktuell notiert die Aktie bei 0,39 CAD.

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    NextEra Energy – liefert grünen Strom für den KI-Boom

    Der Konzern aus Florida steht an der Schnittstelle von Energiewende und KI-Boom. Als weltweit größter Betreiber von Wind- und Solarparks bedient NextEra Energy die steigende Nachfrage nach sauberem Strom. Gleichzeitig treibt der explosionsartige Energiehunger von Rechenzentren das Geschäft. Der Stromverbrauch dieser Anlagen dürfte sich bis 2030 verdoppeln. NextEra hat bereits langfristige Abnahmeverträge mit Google und Meta über mehrere Gigawatt (GW) in der Tasche. Die Projektpipeline für erneuerbare Kapazitäten liegt bei 33 GW.

    Im Mai 2026 kündigte das Unternehmen die Übernahme von Dominion Energy an. Es soll eine reine Aktientransaktion werden. Heraus entsteht der größte regulierte Stromversorger der Welt mit 10 Mio. Kunden in Florida, Virginia, North Carolina und South Carolina. Dominion bringt die begehrte "Data Center Alley" in Virginia mit, wo 51 GW an vertraglich gesicherter KI-Nachfrage von Amazon und Microsoft warten. Der Deal verbessert die Kapitalkosten und hebt das langfristige Gewinnwachstum auf über 9 % jährlich.

    Die größte Unbekannte bleibt die Regulierung. Mehrere Bundesstaaten und die FERC müssen der Transaktion zustimmen. Scheitert der Zusammenschluss, wird eine Milliarden-Strafzahlung fällig. Das 1. Quartal 2026 lief solide. Das bereinigte Ergebnis je Aktie übertraf mit 1,09 USD die Erwartungen. Für Anleger, die auf die Konsolidierung im US-Energiemarkt setzen, ist das ein spannendes, aber riskantes Kapitel. Die Dividendenkontinuität über viele Jahre lässt sich ebenfalls sehen. Momentan kostet eine Aktie 85,68 USD und hat aufgrund der Übernahme bisher eher gelitten.


    Die Kollision von KI-Hunger und Energiewende schafft eine historische Nachfragelücke. Siemens Energy profitiert als Netzinfrastruktur-Lieferant mit Rekordaufträgen, kämpft aber mit der Windkrafttochter Gamesa. RE Royalties finanziert den grünen Ausbau still und leise über ein skalierbares Royalty-Modell, während es strategische Optionen prüft. NextEra Energy liefert grünen Strom für Tech-Giganten und wagt mit der Dominion-Übernahme den Sprung zum größten regulierten Versorger. Wer auf diese drei unterschiedlichen Profiteure setzt, partizipiert gleich an zwei Trends.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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