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25.09.2026 | 05:07

Stahlbranche im Umbruch! Welche Chancen entstehen nun für Anleger bei Strategic Resources, thyssenkrupp und Salzgitter?

  • Eisenerz
  • Stahl
  • grüner Stahl
  • Eisenpellets
  • Vanadium
  • Titan
  • CO2-Reduktion
Bildquelle: Pixabay

Weniger Stahl aus China, neue Chancen für die Branche? Führende chinesische Hersteller forderten jüngst laut Bloomberg strengere Produktionsbeschränkungen und einen Abbau der Lagerbestände. Werden daraus konkrete Schritte, könnte der Preisdruck am Weltmarkt nachlassen. Stahlwerte wie thyssenkrupp und Salzgitter legten zu. Gleichzeitig verändert der Umbau zur emissionsärmeren Produktion die Spielregeln und eröffnet Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Strategic Resources will hochwertige Eisenerzpellets für moderne Stahlwerke liefern und in eine industrielle Größenordnung vorstoßen. Derweil rücken Projektfortschritte und die Finanzierung zunehmend in den Fokus. Was bewegt die Kurse?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: STRATEGIC RES INC. | CA86277X4093 | TSXV: SR , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , SALZGITTER AG O.N. | DE0006202005

Inhaltsverzeichnis:


    Strategic Resources – Zwei Eisen im Feuer

    Strategic Resources entwickelt Projekte für hochreines Eisen, Vanadium und Titan. Im Mittelpunkt steht das Flaggschiffprojekt BlackRock in der kanadischen Provinz Québec. Ebenso sind die Kanadier mit dem historischen Vanadium-Projekt Mustavaara in Finnland aktiv.

    Vanadium erhöht die Festigkeit von Stahl erheblich und spielt in der Bauwirtschaft, beim Fahrzeugbau und für Werkzeughersteller eine große Rolle. Ebenso kommt der Rohstoff bei Vanadium-Redox-Flow-Batterien zur stationären Stromspeicherung zum Einsatz. Titan vereint mehrere vorteilhafte Eigenschaften. Festigkeit, geringes Gewicht und hohe Korrosionsbeständigkeit machen es für die Branchen Flugzeugbau, Rüstung und Medizintechnik essenziell.

    Die Kanadier planen die eigenständige Pelletanlage am Hafen von Saguenay, welcher sich rund 200 km nördlich von Québec-Stadt befindet, auf eine jährliche Produktionskapazität von vier Millionen Tonnen hochzufahren. Das Genehmigungsverfahren läuft. Die Förderung aus der eigenen BlackRock-Lagerstätte ist jedoch kurzfristig nicht erforderlich, da Strategic Resources zunächst zugekauftes Eisenerzkonzentrat verarbeiten will.

    Damit stehen die Wertschöpfung und Veredlung im Vordergrund. Aus feinem Konzentrat entstehen feste Pellets als hochwertiger Ausgangsstoff für die weitere Produktionskette. Die Pellets eignen sich für die Direktreduktion. Bei diesem Verfahren wird dem Eisenerz der Sauerstoff entzogen, ohne es dabei zu schmelzen. Bei der Verwendung von grünem Wasserstoff kann so im Prozess grüner Stahl produziert werden. Als Abnahme- und Vermarktungspartner arbeiten die Kanadier mit Javelin Global Commodities zusammen.

    Eine im März 2024 veröffentlichte Wirtschaftlichkeitsrechnung indizierte eine hohe Wirtschaftlichkeit mit einem Projektwert von beachtlichen 1,93 Mrd. CAD bei einer internen Rendite von 18,2 %. Dem steht beim aktuellen Kursniveau von 0,22 CAD lediglich eine Marktkapitalisierung von 13 Mio. CAD gegenüber.

    Zusätzliches Potenzial entsteht durch die Aktivitäten in Finnland. Im Sommer teilte die Gesellschaft mit, Konzentrat aus Mustavaara für das 17 Mio. EUR schwere Forschungsprojekt FutSteel bereitzustellen. Die Universität Oulu untersucht mit Industriepartnern die Weiterentwicklung elektrischer und wasserstoffbasierter Stahlproduktion. Im Mittelpunkt steht zudem die Untersuchung der Eignung von Vanadium unter anspruchsvollen Bedingungen.

    thyssenkrupp – Umbau schreitet voran

    Bei thyssenkrupp steht eine andere Aufgabe im Vordergrund. Der breit aufgestellte Industriekonzern will seine Geschäfte leistungsfähiger und eigenständiger machen. Für Steel Europe bleibt die Verselbstständigung ebenfalls das Ziel, gegebenenfalls lediglich mit einer Minderheitsbeteiligung der Konzernmutter. Der Verkauf der HKM-Anteile an Salzgitter wurde im Juli vollzogen.

    Als schlanke Finanzholding beabsichtigt der Konzern grundsätzlich jedoch Mehrheitsbeteiligungen an den eigenständigen Unternehmen zu halten. Die Verselbstständigung der operativen Sparten soll Entscheidungswege verkürzen, Verwaltungskosten senken und den Wert der einzelnen Geschäfte am Kapitalmarkt sichtbarer machen und somit kurssteigernd wirken.

    Einen ersten wichtigen Schritt markierten die Abspaltung und das IPO der Marinesparte TKMS. Als Nächstes soll das bisherige Werkstoffhandels- und Dienstleistungsgeschäft Materials Services unter dem Namen tk accelis an die Börse kommen. Die Notierung ist für Herbst 2026 vorgesehen.

    Die Entwicklungen zeigen sich schrittweise auch im Zahlenwerk. Im August hob der Konzern die Untergrenze seiner Prognose für das bereinigte EBIT von 500 auf 600 Mio. EUR an. Bei einem aktuellen Kurs von 15 EUR sind die Deutschen mit 9,3 Mrd. EUR bewertet. Die Anteilsscheine haben seit Jahresbeginn um über 60 % zugelegt. Analysten trauen dem Titel dennoch ein weiteres, wenn auch moderates, Aufwärtspotenzial zu.

    Salzgitter: CO₂-ärmere Produktion gewinnt an Bedeutung

    Salzgitter verbindet Stahlerzeugung und -verarbeitung mit Handel und Technologie. Strategisches Gewicht besitzt „Salzgitter Low CO₂ Steelmaking“ (SALCOS). Dahinter steckt der schrittweise Wechsel von den kohlebasierten Hochöfen zu Direktreduktionsanlagen und Elektrolichtbogenöfen.

    Auch bei der übernommenen HKM wird der Umbau konkreter. Kürzlich meldete Salzgitter die dauerhafte Stilllegung von Hochofen A. Ab 2029 soll dort ein Elektrolichtbogenofen mit bis zu 2,5 Millionen Tonnen Jahreskapazität produzieren. Die Modernisierung eröffnet langfristig Chancen auf eine emissionsärmere Produktion, verlangt zunächst aber erhebliche Investitionen.

    Im ersten Halbjahr erzielte Salzgitter ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 459 Mio. EUR vor Bewertungseffekten der Aurubis-Umtauschanleihe. Jedoch verzerrte die Aurubis-Beteiligung mit 193 Mio. EUR das Ergebnis positiv. Auch in Zukunft hängt die Ergebnisqualität des Konzerns weiterhin auch von Aurubis und nicht allein vom Stahlgeschäft ab. Für das Gesamtjahr stellt der Konzern 725 bis 825 Mio. EUR beim bereinigten EBITDA in Aussicht.

    Wettbewerbsfähige Energiepreise und die Zahlungsbereitschaft der Kunden für CO₂-armen Stahl werden dabei zu entscheidenden Größen in der Zukunft. Analysten trauen der Aktie in den kommenden 12 Monaten durchschnittlich ein Upside von rund 30 % zu.

    Fazit

    Der Umbau der Stahlindustrie eröffnet Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Strategic Resources setzt mit seiner geplanten Pelletanlage dort an, wo moderne Produktionsverfahren hochwertige Einsatzstoffe benötigen. Tatsächliche Produktionskürzungen in China könnten den Preisdruck lindern und der Branche zusätzlichen Spielraum verschaffen. Bei Thyssenkrupp entscheiden Sanierungsfortschritte und die Neuordnung des Konzerns darüber, wie viel Wert für Aktionäre entsteht. Salzgitter treibt den technologischen Wandel voran, muss die hohen Investitionen jedoch in dauerhaft wettbewerbsfähige Produktion übersetzen. Die Aurubis-Beteiligung bleibt ein entscheidender Werttreiber.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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