02.09.2026 | 05:30
Volkswagen, Strategic Resources und TKMS – So nutzen Sie den Mega-Trend Rüstung und Rohstoffe
Wenn ein Autobauer zur Rüstungsschmiede wird, ein Rohstoffentwickler den Schlüssel zur grünen Stahlproduktion liefert und ein Marinekonzern Rekordaufträge meldet, zeichnet sich eine Neuordnung der deutschen Industrie ab. Volkswagen steht vor seinem tiefgreifendsten Wandel und entdeckt das Rüstungsgeschäft als Rettungsanker. Parallel dazu verschärft sich der Wettlauf um strategische Ressourcen. Ohne dekarbonisierten Stahl gibt es keine moderne Verteidigung und dieser Stahl benötigt spezifische Eisenerzqualitäten. Genau hier setzt Strategic Resources an. Während Thyssenkrupp Marine Systems von vollen Auftragsbüchern profitiert, entsteht eine neue Wertschöpfungskette. Wir sehen uns daher Volkswagen, Strategic Resources und TKMS genauer an.
Lesezeit: ca. 4 Min.
|
Autor:
Armin Schulz
ISIN:
VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
Tag-Cloud
Aktien-Cloud
Volkswagen – im Krisenmodus
Der Umsatz von Volkswagen im 2. Quartal hielt sich mit rund 82,4 Mrd. EUR zwar stabil, doch das operative Ergebnis sank um 12 % auf 3,47 Mrd. EUR. Der Nettogewinn brach sogar um 31 % auf 1,538 Mrd. EUR ein. Die operative Marge rutschte mit 4,2 % auf das untere Ende der eigenen Zielspanne. Die Wachstumsprognose für das Gesamtjahr strich der Vorstand. Es wird nun ein Rückgang von bis zu 3 % erwartet. Vorstandschef Blume treibt die "umfassendste Neuausrichtung der Konzerngeschichte" voran, doch die Widerstände im Aufsichtsrat, wo Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen die Mehrheit halten, blockieren eine zügige Umsetzung.
Die IG Metall drohte bereits mit "Aufruhr in den Werken", sollte das Management den Sanierungskurs verschärfen. Vier Werke – Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm – haben laut Finanzvorstand Antlitz keine tragfähige Produktionsperspektive für die 2030er Jahre. Ein Weiterbetrieb ohne Kapazitätsanpassung würde jährlich 1,5 Milliarden EUR Mehrkosten verursachen. Parallel prüft der Konzern eine temporäre Umwandlung von Fertigungskapazitäten für Rüstungsgüter, um den Standorten eine Zukunftsperspektive zu geben und den sozialen Sprengstoff zu entschärfen.
Die Auslieferungen brachen in China im ersten Halbjahr um 25,9 % ein, die Verkäufe reiner Elektroautos sogar um 47,9 %. Zwar liefert die "In China, For China"-Strategie technisch solide Neuwagen, doch der ruinöse Preiskampf und ein stagnierender Gesamtmarkt lassen selbst den Platzhirsch BYD straucheln. Analysten haben ihre Bewertungen teils deutlich gesenkt. Die DZ Bank korrigierte den fairen Wert zuletzt von 95 auf 75 EUR. Die hohe Dividendenrendite von knapp 7 % könnte kurzfristig als Stütze dienen, doch langfristig muss VW den Spagat zwischen Werksschließungen, Rüstungsexperimenten, dem Margenverfall in Asien und seine eigene Transformation erfolgreich meistern, um optimistisch in die Zukunft zu blicken.
Strategic Resources – grüner Stahl, Vanadium und Titan
Strategic Resources besitzt mit dem BlackRock-Projekt in Québec eines der vielversprechendsten Vanadium-Titan-Eisen-Vorkommen Nordamerikas. Die Machbarkeitsstudie weist einen Nettobarwert von 1,93 Mrd. CAD bei einer internen Rendite von 18,2 % auf. Das sind Kennzahlen, die zeigen wie spannend das Projekt ist. Bei einer prognostizierten Minenlebensdauer von 39 Jahren und Reserven von 127,8 Mio. t Erz verfügt das Unternehmen über eine solide Basis für langfristiges Wachstum. Die geplante Pelletieranlage am Tiefseehafen von Port Saguenay soll jährlich 4 Mio. t hochreine Eisenerzpellets produzieren. Der Standort ist ideal, da er Zugang zu günstiger Wasserkraft und bestehender Erdgasinfrastruktur bietet.
Neben dem kanadischen Flaggschiff hält Strategic Resources das Mustavaara-Projekt in Finnland. Das Material dieses Projekts wurde kürzlich für das 17 Mio. EUR Forschungsprojekt Future Sustainable Electric Steel Mill ausgewählt. Die Universität Oulu und der schwedische Stahlhersteller SSAB testen dort die Eignung des vanadiumreichen Magnetit-Konzentrats für die wasserstoffbasierte Direktreduktion. Durch das vorhandene Vanadium ergab sich die Partnerschaft mit Tyfast Energy zur Entwicklung einer Vanadium-Batterie-Wertschöpfungskette. Das eröffnet Perspektiven im wachsenden Energiespeichermarkt. Seit April ist die Aktie an der Frankfurter Börse gelistet und verbessert dadurch den Zugang zu europäischen Investoren, die zunehmend auf kritische Mineralien setzen.
Bei einer Marktkapitalisierung von lediglich gut 15,3 Mio. CAD steht das Unternehmen in auffälligem Kontrast zum ausgewiesenen Projektwert. Diese Bewertungslücke spiegelt das typische Risiko von Entwicklungsprojekten wider. Es gibt Fortschritt bei den Genehmigungen der Eisenpelletanlage, die letzten Fragen der Behörden wurden beantwortet und die Unterstützung durch Großaktionäre wie Orion Mine Finance und die staatliche Förderung in Québec deuten darauf hin, dass das Projekt ins Rollen kommen könnte. Die finale Investitionsentscheidung für Phase-1 wird für Anfang 2027 erwartet, der Baubeginn für den Sommer 2027. Für Anleger, die auf die Dekarbonisierung der Stahlindustrie setzen, bietet sich hier ein Einstieg in einem noch frühen Stadium der Unternehmensentwicklung.
TKMS - zwischen Rekordaufträgen und Kapazitätsfragen
TKMS hat seine Jahresziele erneut angehoben. Statt der bislang avisierten 2-5 % Umsatzplus peilt das Management nun ein Wachstum von 10-12 % an. Die operative Marge soll auf bis zu 6,5 % steigen. Die Zahlen für die ersten 9 Monate 2025/2026 untermauern den positiven Trend. Der Umsatz legte um 19 % auf fast 1,9 Mrd. EUR zu, das bereinigte Ergebnis stieg um 13 % auf 110 Mio. EUR und übertraf damit die Analystenerwartungen. Haupttreiber war das U-Boot-Geschäft, bei dem sich das operative Ergebnis vervierfachte. Der Auftragsbestand erreichte per Ende Juni 20,1 Mrd. EUR.
Seit dem Quartalsende kamen weitere Milliardenaufträge hinzu. Die Bundeswehr bestellte 4 Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU. Der Auftragswert lag bei rund 5 Mrd. EUR, mit Option auf 4 weitere Einheiten. Noch wichtiger ist die Auswahl als bevorzugter Lieferant für Kanadas U-Boot-Programm mit bis zu 12 Booten der Klasse 212CD. Laut Experten ist das ein Volumen von mehr als 10 Mrd. EUR. Damit ist das Auftragsvolumen schon heute auf über 25 Mrd. EUR gestiegen und weitere mögliche Milliarden in der Pipeline, wie beispielsweise die final laufenden Verhandlungen mit Indien über 6 U-Boote plus Option auf 3 weitere. Diese Auftragsfülle wirft zwangsläufig die Frage nach ausreichenden Produktionskapazitäten auf.
Vorstandschef Oliver Burkhard wies Zweifel an den Kapazitäten allerdings entschieden zurück. TKMS werde seine Versprechen an die Kunden halten. Gleichzeitig setzt der Konzern auf Kooperationen. Mit der spanischen Werft Navantia wurde eine zweite Absichtserklärung unterzeichnet. Bis Jahresende soll ein gemeinsamer Rahmen für ausgewählte U-Boot-Projekte geschaffen werden. Vom geplanten Kauf der Kieler Werft German Naval Yards hat man abgesehen, nachdem man sich über die wirtschaftlichen Konditionen nicht einigen konnte. Burkhard bezeichnete die Übernahme als Option und kein Muss. Der Konzern setzt stattdessen auf die vorhandenen Werften in Kiel und Wismar.
Die deutsche Industrie durchläuft eine Neuausrichtung, bei der Rüstung und Rohstoffe zu einer wichtigen Komponente werden. Volkswagen ringt im Krisenmodus um seine Transformation und prüft Rüstungsproduktion als Werksperspektive, während der Margenverfall in Asien und interne Blockaden den Konzern belasten. Strategic Resources hält mit seinem BlackRock-Projekt den Schlüssel zur grünen Stahlproduktion, doch die Aktie notiert weit unter dem ausgewiesenen Projektwert. TKMS hingegen glänzt mit Rekordaufträgen von über 25 Mrd. EUR und stellt die Weichen für weiteres Wachstum.
Interessenskonflikt
Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.
Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.
Risikohinweis
Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.
Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.
Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.