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19.02.2025 | 06:00

thyssenkrupp, Golden Cariboo Resources, Intel – welche Comeback Strategie geht auf?

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Bildquelle: pixabay.com

In einer Welt, in der Rohstoffe knapper, Märkte volatiler und Technologien disruptiver werden, stehen Unternehmen vor einer dreifachen Herausforderung: Sie müssen sich transformieren, innovieren und zugleich ihre Wurzeln bewahren. Dieser Spagat zwischen Tradition und Zukunft prägt aktuell drei börsennotierte Unternehmen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch können alle drei auf lange Geschichten zurückblicken. thyssenkrupp, ein einstiger Industriegigant, steckt in der Transformation. Golden Cariboo Resources kann mit seiner „Quesnelle Gold Quartz Mine“ bis auf 1865 zurückblicken und hat zuletzt spannende Bohrergebnisse präsentiert. Mit Intel ringt ein Halbleiter-Riese mit den Folgen eines Technologiesprints, der die Branche in ein neues Zeitalter katapultiert.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , GOLDEN CARIBOO RESOURCES LTD | CA3808134025 , INTEL CORP. DL-_001 | US4581401001

Inhaltsverzeichnis:


    thyssenkrupp - Umbruch und Aufbruch?

    thyssenkrupps 1. Quartal 2024/2025 offenbart eine Mischung aus Fortschritt und Fragilität. Der Auftragseingang schnellte um 57 % auf 12,5 Mrd. EUR nach oben, vor allem durch Großaufträge der Marinesparte. Doch der Umsatz sank um 4 % auf 7,8 Mrd. EUR, bedingt durch schwache Nachfrage in den Bereichen Stahl und Automotive. Positiv sticht das bereinigte EBIT von 191 Mio. EUR hervor, ein Effekt des Sparprogramms APEX. Der Free Cashflow verbesserte sich deutlich auf -21 Mio. EUR, im Vorjahr waren es noch -531 Mio. EUR. Trotz eines Nettoverlusts von 51 Mio. EUR zeigt die aktualisierte Jahresprognose für den Cashflow (0 bis 300 Mio. EUR) Zuversicht. Kritik an der geplanten Dividende von 0,15 EUR je Aktie bei gleichzeitigem Aktienkauf durch Vorstände unterstreicht die ambivalente Lage.

    Der Konzern treibt die Fokussierung auf Kernbereiche voran. Die Marinesparte mit einem Auftragsbestand von 16,4 Mrd. EUR soll via Börsengang verselbstständigt werden, während Stahlaktivitäten in ein Joint Venture mit EP Group überführt werden. Parallel stehen harte Einschnitte an: 5.000 Stellen sollen bis 2030 in der Stahlsparte wegfallen und Verhandlungen mit der IG Metall über Standortschließungen laufen. Im Automobilbereich laufen Verkaufsgespräche für die Federn- und Stabilisatoren-Sparten. Die Herausforderungen bleiben immens: Hohe Energiekosten, globale Stahlüberkapazitäten und stockende Nachfrage belasten die Transformationsdynamik.

    thyssenkrupp will nachhaltiger werden. Eine Partnerschaft mit Volkswagen für CO2-armen Stahl und Projekte zur Wasserstoffproduktion im Oman sollen langfristig Wachstum generieren. Die Bank of America sieht Potenzial. Ein Marine Spin-off könnte die Bewertung heben (Kursziel: 8 EUR). Auch die geplante Direktreduktionsanlage in Duisburg, die 3 Mrd. EUR kostet, unterstreicht die Klimaambitionen. Doch Risiken wie US-Stahlzölle und volatile Märkte bremsen die Euphorie. Die Aktie konnte seit Jahresanfang über 50 % zulegen und steht momentan bei 5,98 EUR.

    Golden Cariboo Resources - Positionierung für Wachstum im Goldgürtel von British Columbia

    Golden Cariboo Resources fokussiert seine Explorationsarbeiten auf den Cariboo-Goldgürtel von British Columbia, einer Region mit einer reichen Bergbaugeschichte. Das gesamte Landpaket ist 95.162 Hektar groß und grenzt an die Grundstücke von Osisko Development, die bald in Produktion gehen. Das Vorzeigegrundstück des Unternehmens, die Quesnelle Gold Quartz Mine, erstreckt sich über 3.814 Hektar und befindet sich auf einem mehrere km langen Goldtrend und besteht neben der „Main Zone“ noch aus der „Halo Zone“ und der „North Hixon Zone“. Auf letzterer wurden bislang nur 3 Bohrlöcher niedergebracht. Historisch betrachtet wurden bis 1945 rund 2 Mio. USD Seifengold am Hixon Creek abgebaut.

    Die jüngsten Bohrungen in der Halo Zone, einer Entdeckung aus dem Jahr 2024, die rund 830 m nordwestlich der Quesnelle Gold Quartz Mine liegt, unterstreichen das Potenzial des Projekts. Zu den Höhepunkten zählt ein 349 m langer Abschnitt mit einem Gehalt von 0,31 g/t Gold, wobei auch hochgradigere Abschnitte wie 11,27 m mit 1,12 g/t gefunden wurden. Diese Ergebnisse deuten auf ein mineralisiertes System hin, das sich über eine Breite von 600 m und eine Länge von 2 km erstreckt und offen für Erweiterungen ist. CEO Frank Callaghan betont die außergewöhnliche Größe der Zone, wobei Step-Out-Bohrungen geplant sind, um Erweiterungen von mehreren km zu testen. Da noch Ergebnisse aus dem Bohrprogramm ausstehen, könnten kommende Nachrichten die Bohrergebnisse noch besser machen als sie ohnehin schon sind.

    Zur Finanzierung seiner Kampagne 2025 schloss Golden Cariboo Mitte Februar eine Tranche der Privatplatzierung in Höhe von 773.915 CAD ab, wobei eine 2. Tranche in Kürze erwartet wird. Die Erlöse werden für erweiterte Bohrungen und Bodenuntersuchungen verwendet, um die Ressourcengrenzen abzustecken. Die schlanke Struktur des Unternehmens, mit einem Managementteam, das schon früher Erfolge im Bergbau vorweisen kann, versetzt es in die Lage, die Exploration effizient voranzutreiben. Die Aktie steht aktuell bei 0,145 CAD und damit über dem Ausgabepreis der Privatplatzierung von 0,13 CAD, was als gutes Zeichen zu werten ist.

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    Intel - strategische Innovationen und Markt-Herausforderungen

    Intel hat keine leichte Zeit hinter sich und sieht sich globalen Herausforderungen gegenüber. Dennoch konnte das Unternehmen mit innovativen Produkten wie der Core Ultra 200V Prozessorreihe punkten und durch die Zusammenarbeit mit Microsoft hat man gezeigt, dass Intel weiterhin im Rennen ist. Diese Prozessoren, speziell für Künstliche Intelligenz (KI), Gaming und Content Creation entwickelt, bieten eine verbesserte Leistung und Energieeffizienz. Gleichzeitig setzt Intel im Servermarkt mit neuen Xeon-Prozessoren wie Granite Rapids neue Standards, um seine Position zu stärken. Dennoch bleibt die Konkurrenz durch AMD und Arm-basierte Lösungen stark.

    Intels finanzielle Lage zeigt Anspannung. Im 4. Quartal 2024 lag der Umsatz bei 14,3 Mrd. USD, ein Rückgang von 7 % im Jahr. Für das 1. Quartal 2025 prognostiziert Intel Einnahmen zwischen 11,7 und 12,7 Mrd. USD sowie einen Verlust von 0,27 USD pro Aktie. Hohe Kosten für Restrukturierungen und Investitionen in die Foundry-Division bleiben ein Belastungsfaktor. Die Bruttomarge wird auf 36 % sinken, verglichen mit 51 % im Vorjahr. Diese Herausforderungen sollten jedem Investor bewusst sein.

    Die Zukunft von Intel hängt maßgeblich von der Lage im globalen Halbleitermarkt ab. Gerüchte über Interesse anderer Unternehmen an Teilen von Intel, wie Broadcom und TSMC, deuten auf eine mögliche Aufspaltung hin. Unterstützt wird dies durch die US-Regierung, die die Sicherstellung einer eigenständigen Halbleiterproduktion betont. Gleichzeitig birgt ein Joint Venture mit TSMC Risiken, da es möglicherweise aggressive Konkurrenz von China nach sich ziehen könnte. Für Investoren bedeutet dies, dass Intel langfristig Potenzial hat, doch kurzfristig Vorsicht geboten ist. Die Aktie steht derzeit bei 25,13 USD, was vor allem auf die möglichen Übernahmen zurückzuführen ist.


    In der Arena der globalen Wirtschaft zeigen drei Unternehmen, wie unterschiedlich Zukunft gestaltet wird: thyssenkrupp stemmt sich mit grünen Stahlprojekten und maritimen Megaaufträgen gegen den Strukturwandel, während interne Spannungen die Transformation bremsen. Golden Cariboo Resources nutzt historische Goldadern und moderne Explorationstechniken, um im Schatten von Osisko zum nächsten Goldproduzenten aufzusteigen. Intel hingegen kämpft im Halbleiterkrieg mit Innovationen wie KI-Chips, während Finanzlöcher und Konkurrenzdruck die Ambitionen trüben.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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