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20.02.2026 | 04:00

Europa gibt Gas! E-Mobilität mit sicheren Lieferketten! Avrupa Minerals, BYD, VW und Stellantis

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Bildquelle: pixabay.com

Das Börsenjahr startet turbulent, doch es macht sich ein neuer Megatrend bemerkbar: Kritische Metalle! Stand das Jahr 2025 klar im Fokus von KI- und Hightech-Titeln, so dominieren nun die Rohstoff-Lieferanten, die unseren hohen Lebensstandard erst ermöglichen. Sie konnten Investoren in den letzten 12 Monaten Traumrenditen im drei- bis vierstelligen Bereich offerieren. Begleitend gibt es seit Jahresbeginn im Bereich der NASDAQ kaum mehr Zuwächse. Im Gegenteil: Publikumslieblinge wie Palantir, Nvidia oder Strategy notieren schon weit unter ihren in 2025 erreichten Höchstständen. Auf die Liste der Bestperformer rückten nun internationale Rohstoffwerte, die sich mit dem Thema „Westliche Lieferketten“ auseinandersetzen. Denn ohne strategische Metalle gibt es keine gesicherte Produktion von elektrischer Infrastruktur und sensibler Verteidigungstechnik. Für Anleger lohnt es sich daher, Tech-Depots neu zu überdenken und gute Rohstoff-Titel auf die Watchlist zu nehmen. Der seit Monaten schwache Automobilbereich könnte mit den ernüchternden Ergebnissen aus 2025 nun auch seine Tiefststände hinter sich gelassen haben. Wir rechnen genauer nach.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: AVRUPA MINERALS | CA05453A1084 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , STELLANTIS NV | NL00150001Q9 , VOLKSWAGEN AG ST O.N. | DE0007664005 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

Inhaltsverzeichnis:


    Avrupa Minerals – Langfristige Stabilität der Lieferketten im Auge

    Brüssel wacht auf! Denn Europa verstärkt neuerdings seine Bemühungen für eine eigenständige Rohstoffversorgung, um strategische Abhängigkeiten zu reduzieren und industrielle Wertschöpfung im eigenen Wirtschaftsraum zu sichern. In diesem Umfeld positioniert sich Avrupa Minerals Ltd. als projektorientiertes Explorationsunternehmen mit klarem Fokus auf Europa. Das Geschäftsmodell zielt darauf ab, aussichtsreiche Rohstoff-Lagerstätten frühzeitig zu identifizieren, technisch aufzuwerten und anschließend mit finanzstarken Partnern in Joint Ventures weiterzuentwickeln. So werden Risiken verteilt und die Kapitalverwässerung für Aktionäre begrenzt.

    Im Fokus stehen Industriemetalle aus vulkanogenen Massivsulfid-Lagerstätten (VMS) wie Kupfer, Zink, Nickel. In 2025 lag ein Schwerpunkt auf Finnland, wo über die Beteiligung an Akkerman Finland Oy mehrere Projekte im Pyhäsalmi-Distrikt ausgebaut wurden. Besonders wichtig zeigte sich der Erwerb der Genehmigung für Lippikylä in unmittelbarer Nähe zur früheren Pyhäsalmi Mine, weniger als zwei Kilometer vom Förderturm entfernt. Ergänzend sicherte sich das Unternehmen bereits zuvor das Lehto-Gebiet, das die östliche Fortsetzung des bekannten mineralisierten Horizonts abdeckt. Auf Basis historischer Daten wurden mindestens fünf unmittelbar bohrbereite Ziele definiert.

    Hinzu kam 2025 das KKS-Reservierungsgebiet mit drei weiteren VMS-Zielgebieten nördlich von Pyhäsalmi, in denen frühere Betreiber bereits massive Sulfidlinsen in geringer Tiefe nachgewiesen hatten. Für 2026 ist vorgesehen, nach Abschluss einer Partnerschaft zunächst auf Lippikylä und im Großraum Lehto neue Programme zu starten. Insgesamt kontrolliert die finnische Partnerschaft acht Genehmigungen mit sieben Kupfer-Zink-VMS-Zielen im Umkreis von 40 Kilometern um die weiterhin betriebsbereite Aufbereitungsanlage, was potenzielle Infrastrukturvorteile bietet.

    CEO Paul Kuhn beschreibt im jüngsten Interview mit Stockhouse aktuelle Projekt-Highlights und seine Planungen für 2026.

    https://stockhouse.com/news/newswire/2026/02/02/a-project-generator-designed-to-limit-dilution-share-risk-and-create

    Interessant sind aber auch die Projekte in Portugal. Hier konzentrieren sich die Arbeiten auf das Alvalade-Projekt mit der Kupfer-Zink-Entdeckung Sesmarias, für die nun ein Antrag auf eine Bergbaulizenz eingereicht wurde. Parallel wird eine Partnerlösung angestrebt, um die Lagerstätte in Richtung Ressourcendefinition (MRE) weiterzuentwickeln. Im Kosovo besteht zudem eine Minderheitsbeteiligung am Goldprojekt Slivova, das nach behördlicher Neulizenzierung wieder aktiviert werden soll. Insgesamt verfolgt das Unternehmen damit eine auf politisch stabile europäische Regionen ausgerichtete Strategie mit Fokus auf Kupfer, Zink und Gold. Avrupa wäre mittelfristig fähig, die EU-Rohstoffstrategie entsprechend nach vorne zu bringen. Bislang finanziert sich das umtriebige Unternehmen erfolgreich über ein Partnerschaftsmodell, wobei dem JV-Partner regelmäßig die Mehrheit am gemeinsamen Projekt übertragen wird. Das schont die Kasse und verwässert bestehende Aktionäre nicht. Was dem sehr kleinen Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von knapp 6 Mio. CAD sicherlich fehlt, ist eine initiale Förderung durch die EU, damit die Schlagzahl erhöht werden kann. Sollte dies passieren, sind Kurse um 0,07 CAD über Nacht Geschichte. Risikobewusste Anleger sammeln daher vorsichtig ein!

    BYD – Das Jahr 2026 startet verheißungsvoll

    Der E-Mobilitätsmarkt befindet sich im Wandel. Ein gutes Spiegelbild der aktuellen Verfassung bietet die Aktie von „Build Your Dreams“ (kurz BYD). Sie befand sich über viele Jahre hinweg unter den Bestperformern aller asiatischen Standardwerte, die in Europa und den USA gehandelt werden. In den letzten 12 Monaten hat die Aktie aber keinen Zuwachs mehr erzielen können, vorübergehende Hochs von 17,70 EUR wurden bis Ende 2025 auf 10,00 EUR abverkauft. Dort steht der Titel nach wie vor, doch die Rahmenbedingungen bessern sich sukzessive.

    Denn operativ läuft es augenscheinlich sehr gut. So hat BYD jüngst die Probeproduktion in seinem neuen PKW-Werk im ungarischen Szeged gestartet. Die Serienfertigung in der 300 Hektar umfassenden Fabrik ist bereits für Q2 geplant. Dem europäischen Management zufolge wird die Produktion über mehrere Jahre hinweg auf die Kapazität von 200.000 Fahrzeugen pro Jahr hochgefahren, zum Start sollen in der brandneuen Betriebsstätte 960 Mitarbeiter angestellt sein. BYD-Topmanagerin Stella Li hatte im letzten Jahr angekündigt, mit dem elektrischen Kleinwagen Dolphin Surf zu starten. Damit reagiert der Konzern vor allem auch auf die Ende 2024 von der EU eingeführten zusätzlichen Zölle auf in China gebaute Elektroautos.

    Hinzu kommen die Batterie-Montagewerke in Fót sowie in Páty. Konsequent hatte BYD im letzten Jahr bereits seine Europazentrale aus den Niederlanden nach Budapest verlegt. An die neue Zentrale ist ein Forschungs- und Entwicklungszentrum mit Fokus auf intelligente Fahrtechnologien und Elektrofahrzeugsysteme der nächsten Generation angeschlossen. Ein zweites europäisches Autowerk soll dieses Jahr in der Türkei den Betrieb aufnehmen. Die dort hergestellten Fahrzeuge werden dank einer Zollunion ebenso wie die Autos aus Ungarn von den Sonderzöllen der EU befreit sein. Daneben soll BYD laut Insidern bereits ein drittes Pkw-Werk in Europa prüfen, offenbar in Spanien. Unter dem Strich hat der chinesische Hersteller in Europa nun einen Marktanteil von knapp über 1 %, mit diesem aggressiven SetUp bleibt BYD ein Top-Konkurrent von VW und Stellantis. Und: Ende März wird BYD seine Zahlen für das Gesamtjahr 2025 vorlegen. Auf der Plattform LSEG gibt es aktuell 28 Kaufempfehlungen mit durchschnittlich 42 % Upside-Potenzial. Mit Kursen um 10,65 EUR beträgt das KGV 2026e auch nur noch 10,9. Spannend!

    Stellantis und VW – Mit vereinten Kräften in die Zukunftsmobilität

    Die hohe Dynamik im Sektor Elektromobilität ist nicht für alle Unternehmen stemmbar. Oftmals kommt es zu schmerzhaften Anpassungen. Zum Beispiel hat Stellantis zuletzt Rückschläge erlebt. Denn die strategischen Umbauten für Elektrofahrzeuge führten zu Abschreibungen von fast 22 Mrd. EUR, wobei allein 15 Mrd. EUR auf den US-Markt entfielen. Als Konsequenz brach die Aktie um ein Viertel ein, und das Unternehmen verzichtet auf Dividenden, während die Pläne für zusätzliche Batteriefabriken in Deutschland und Italien zurückgestellt wurden. Vorstandschef Filosa erklärte, dass das Tempo der Elektrifizierung zu ambitioniert angesetzt war und die tatsächliche Kundennachfrage überschätzt wurde. Die Aktie ist mit 5,77 EUR zuletzt auf ein neues 5-Jahrestief abgestürzt und notiert jetzt bei 6,65 EUR. Warten Sie ab, bis der Ausverkauf sich wieder beruhigt und erste Restrukturierungserfolge gemeldet werden.

    Parallel dazu demonstriert Volkswagen eher Stärke in der Skalierung von E-Antrieben. Mit der neuen Bestmarke von 5 Mio. produzierten Stromer-Einheiten und signifikanten Effizienzsteigerungen in der Fertigung. Die Wolfsburger investieren seit 2025 gezielt in die Eigenproduktion von Schlüsseltechnologien wie Pulswechselrichtern, um sich die eigene Innovationskraft und technologische Souveränität über alle Marken hinweg zu sichern. Diese Fortschritte erlauben es dem Konzern, die wachsende Nachfrage nach leistungsfähigen E-Antrieben allmählich zu bedienen. Mit knapp 103 EUR, einem 2026e KGV von 4,8 und etwa 7 % Ausschüttung ist VW attraktiv bewertet. Zahlen für 2025 gibt es am 10. März. Spannend!

    Im 6-Monatsvergleich zeigt die Avrupa-Aktie ordentlich Muskeln. Mit gut 100 % Rendite hängt der kleine europäische Rohstofftitel seine Peergroup aus dem Automobilbereich klar ab. Quelle: LSEG vom 19.02.2025

    Technologiewerte bewegen sich seit Beginn 2026 eher seitwärts, elegant wurden sie von einer ausgeprägten Rally im Bereich der Rohstoffe überrundet. Mit den Zahlen für 2025 ist in den EU-Automobilsektor viel Bewegung geraten. Während BYD sein Händlernetz ständig erweitert und mit Macht auf die Märkte drängt, hadern europäische Hersteller immer noch mit hohen Kosten und weniger technologischer Überzeugungskraft. Ab Mitte des Jahres liefert BYD aus Ungarn heraus, dann fallen auch die EU-Importzölle. Für Anleger höchst spannend!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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