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05.09.2022 | 04:44

Triple AAA-Aktien: Amazon, Aspermont, Alphabet, Allianz – Wo sitzt der FAANG–Trigger?

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Bildquelle: pixabay.com

In Zeiten hoher Unsicherheit zählt die richtige und schnelle Datenversorgung zu den wichtigsten Errungenschaften der Informationsgesellschaft. Informiert wird heute zwar noch vereinzelt über Print-Medien, das Top-Instrument für Marketing- und Newsverbreitung bleibt aber die Online-Welt. Internet-Inhalte verbreiten sich in Windeseile durch mobile Nutzung, die Geschwindigkeit von der Produktion bis zur Aufnahme durch den Adressaten hat sich in den letzten Jahren von Tagen auf Stunden zu Minuten manchmal sogar Sekunden verringert. Welche Online-Blockbuster gehören in jedes Depot?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALLIANZ SE NA O.N. | DE0008404005 , ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , ALPHABET INC.CL C DL-_001 | US02079K1079 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067

Inhaltsverzeichnis:


    Amazon versus Alphabet – Wer hat die Nase analytisch betrachtet vorn?

    In der aktuellen NASDAQ-Korrektur haben auch die Internetriesen Amazon und Alphabet Federn lassen müssen. Zwar haben beide Werte in 2022 erfolgreiche Aktiensplits durchführen können, genau wie jüngst bei Tesla sind die Effekte aber schnell wieder verpufft. Die beste Performance nach Split konnte die Aktie von Amazon erreichen, der Wert liegt immer noch 12% über dem Niveau der Gratisausschüttung. Alphabet liegt immerhin schon 10% darunter. Die Aktie von Tesla stieg mit Split-Ankündigung bereits um 40% und schwenkte nun erst in eine stärkere Konsolidierung ein.

    Analytisch betrachtet besticht Amazon nach wie vor durch sein dynamisches Wachstumsmodell, vor allem im Bereich Web-Services. Die Tochter AWS steht großen Unternehmen mit seinen Cloud-Diensten zur Seite, egal ob Rechenleistung, Datenbankspeicher, Inhaltsbereitstellung oder andere Funktionen benötigt werden, die Flexibilität und Skalierbarkeit wirkt bei AWS schier unendlich. Die geschätzten Umsätze der Konzernholding werden sich somit in 2022 auf etwa 522 Mrd. USD belaufen und in den nächsten Jahren um ca. 15% per annum zulegen. Nach Belastungen in 2022 wird der Gewinn je Aktie zwischen 2023 und 2026 von 2,30 USD auf etwa 7,84 USD steigen, so der Analystenkonsens. Mit diesen Wachstumserwartungen ist die Aktie bei 128 EUR trotz eines KUV von 3 nicht besonders teuer.

    Mit der Alphabet-Aktie beteiligt sich der Anleger am größten Informations-Unternehmen der Welt. Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt bei 1,4 Bio. EUR. Bei Google & Co. wird ein Umsatzwachstum von jährlich 12% erwartet. Die Gewinnentwicklung führt anders als bei anderen konjunkturabhängigen Geschäftsmodellen sehr robust mit 15-17% jährlichem Plus nach oben und lässt das KGV von aktuell 21 auf etwa 13 im Jahr 2026 absinken. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist traditionell hoch und bei etwa Faktor 5 angesiedelt.

    Marktbedingt hat die Alphabet-Aktie in nur zwei Wochen runde 10% auf 109 EUR korrigiert. Damit sind nun beide FAANG-Aktien wieder attraktiv bewertet und sollten in Schwäche für das Langfristdepot zugekauft werden. Warten Sie aber einen Trendwechsel an der NASDAQ ab.

    Aspermont Ltd. – Top Netzwerk und neue strategische Kooperation

    Information ist auch für die australische Aspermont Ltd. die wichtigste Geschäftsgrundlage. Das Unternehmen aus Perth ist Medien- und Fintech-Unternehmen in einem. Das Stammgeschäft beinhaltet zwar historisch bedingt noch Printmedien, dabei handelt es sich aber um eingeführte und weitverbreitete Publikationen für den Bergbau-Sektor. Im neuen Zielsektor ist Aspermont aber höchst modern aufgestellt und versorgt seine 4 Mio. Branchenkunden mit rezipientengerechten Daten- und Finanzdienstleistungen. Mit ihrem XaaS-Modell inklusive modernem Audience-Client-Ökosystem kann sich der Newsprovider dabei flexibel an die Bedürfnisse der jeweiligen Empfänger anpassen und den bestmöglichen Service garantieren. In der jetzigen Aufstellung ist Aspermont der führende Mediendienstleister der globalen Rohstoffbranche im Bereich B2B. Das vielseitige Modell kann so skaliert werden, dass es jederzeit zusätzliche Geschäftsbereiche in neuen Ländern und Sprachen bedienen kann.

    Sehr interessant ist auch der Aufbau eines Investoren-Netzwerks für die Finanzierungsvermittlung unter Zuhilfenahme einer variablen Plattform. Mit dem Launch von „Blu Horseshoe“ konnte nun ein Quantensprung und der Einstieg in den lukrativen Fintech-Markt gefeiert werden. Die Plattform matcht unterschiedliche Interessenlagen und vermittelt Eigen- und Fremdkapital auf Provisionsbasis. Wertvoll ist auch die Kooperation mit der SooChow CSSD (SCCM), einer chinesischen Investmentbank, die sich intensiv auf Wachstumsunternehmen in Asien konzentriert hat. Die Muttergesellschaft von SCCM ist die SooChow Securities, welche selbst an der Shanghai Stock Exchange notiert ist. Über diese Kooperation kann Aspermont seine Fühler konsequent nach Asien ausstrecken und Kapitalmarktprojekte durchführen.

    Mit über 8 Mio. Kontakten in die Management-Ebene kann das Geschäft nun munter wachsen. Der operative Trend überzeugt, denn der Halbjahresumsatz 2022 konnte bereits von 7,3 auf 9,3 Mio. AUD gesteigert werden. Eine EBITDA-Marge von 13% hat den Kassenbestand nun auf 6,6 Mio. AUD anwachsen lassen. Bei einem Kurs von 0,013 EUR ist Aspermont aber nur mit niedrigen 37 Mio. EUR bewertet. Der Börsenplatz Tradegate bietet deutschen Investoren eine sehr gute Liquidität in der Aktie.

    Für mehr Details ist die Aspermont-Analyse auf researchanalyst.com zu empfehlen.

    Allianz – Langsam kommen Assets unter Druck

    Auch für die Allianz-Gruppe sind Informationen das wichtigste Gut. Denn neben dem Versicherungs-Stammgeschäft hat der Konzern über seine Tochter Allianz Global Investors nun über 2 Bio. EUR an den Kapitalmärkten investiert. Die dort erwirtschaftete Rendite kommt den Fondszeichnern und den Versicherten zu Gute, denn die Überschüsse aus der Kapitalverwaltung fließen in die Gewinnrechnung.

    Durch die Entwicklung der Kapitalmärkte in 2022 werden die Überschüsse demnächst wohl etwas kleiner ausfallen, denn die Kurse von Anleihen- und Aktien gerieten in den letzten sechs Monaten ordentlich unter Druck. Zum Halbjahr sinken die Umsätze bei AGI um moderate 1,7% auf 4,1 Mrd. EUR. Dennoch legte der Konzern im Umsatz um 7,2% auf 81,2 Mrd. EUR zu. Auch der operative Überschuss stellte sich mit 6,7 Mrd. EUR leicht über Vorjahr dar. Leider mussten zum Halbjahr aber auch 1,6 Mrd. EUR für die US-Klagen zum AllianzGI U.S. Structured Alpha Fonds zurückgestellt werden. Das laufende Aktienrückkaufprogramm wurde mit 5,1 Mio. Aktien planmäßig im Juli beendet.

    Für den Allianz-Konzern wird es im laufenden Jahr schwierig, das Top-Niveau bei den Zahlen zu halten. Denn sowohl die liquiden Assets auch als die Immobilienbestände sind in ihren Bewertungen weit gelaufen. Eine stärkere Korrektur bei den Assets der Gruppe und höhere Schadensquoten anhand der Klima-Veränderungen könnten zum Jahresende belasten. Dennoch glauben wir an eine weiterhin hohe Dividende von zuletzt 10,80 EUR oder umgerechnet 5,2%. Mit einem aktuellem Kurs von 169 EUR notiert die Allianz-Aktie derzeit knapp am Buchwert. Obwohl die Aktie in den letzten 12 Monaten bereits um 15% korrigiert hat, sollte der DAX-Standardwert nur in Schwäche zugekauft werden. Technisch ist die Unterstützungszone zwischen 152 bis 164 EUR sehr wichtig, um den langen Aufwärtstrend seit 2009 nicht zu gefährden. Beobachten!


    Der Ausverkauf an den Börsen geht weiter. Anleger suchen in unruhigen Zeiten nach soliden Werten. Unsere AAA-Aktienauswahl zeigt interessante Werte auf, die in Schwächephasen nachgekauft werden können. Im aktuellen Umfeld dauert es aber etwas länger, bis der vermeintliche Anlageerfolg eintritt.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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