Menü schließen




27.05.2024 | 06:15

Übernahmefantasie und starke Zahlen: HelloFresh, Sartorius und M1 Kliniken Aktie

  • Technologie
  • Wachstum
  • Gesundheit
Bildquelle: pixabay.com

Für eine Überraschung sorgte in der vergangenen Woche die M1 Kliniken AG. Der Schönheitsdienstleister Nummer 1 in Europa hat den Gewinn im Jahr 2023 mehr als verdoppelt und will in den kommenden Jahren zum Weltmarktführer aufsteigen. Damit sprechen profitables Wachstum und Übernahmefantasie für die M1-Aktie. Übernahmefantasie kam in den vergangenen Monaten auch bei HelloFresh auf. Allerdings erst nach schwachen Geschäftszahlen und dem Absturz der Aktie. Analysten sind weiterhin skeptisch. Und was macht Sartorius? Der DAX-Konzern gehörte über Jahre zu den deutschen Erfolgsgeschichten, doch derzeit ist Sand im Wachstumsmotor. Droht sogar eine Prognoseanpassung?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Mario Hose
ISIN: HELLOFRESH SE INH O.N. | DE000A161408 , SARTORIUS AG O.N. | DE0007165607 , SARTORIUS AG VZO O.N. | DE0007165631 , M1 KLINIKEN AG O.N. | DE000A0STSQ8

Inhaltsverzeichnis:


    M1 Kliniken: Starke Zahlen, starke Perspektiven

    M1 Kliniken strotzt derzeit vor Stärke. Mit einem +90 % gehört die Aktie zu den Highflyern des laufenden Jahres. Und dies aus gutem Grund, wie die Zahlen für das Jahr 2023 zeigen. Zudem hat der Marktführer für Schönheitsmedizin in Europa mit einer Mittelfristprognose positiv überrascht. In den kommenden Jahren will man zum Weltmarktführer aufsteigen. Im Jahr 2023 setzte die M1-Gruppe ihren kontinuierlichen Wachstumskurs fort. So steigerte die M1-Gruppe den Umsatz um 10,9 % auf 316,3 Mio. EUR. Das Beauty-Segment erwies sich erneut als Wachstumstreiber mit einem Umsatzanstieg um 17,6 % auf 70,8 Mio. EUR. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Konzern legte deutlich überproportional beim Umsatz um 68,5 % auf 15,7 Mio. EUR zu. Den Konzern-Nettogewinn (nach Minderheiten) hat M1 in 2023 auf 10,3 Mio. EUR gesteigert und damit mehr als verdoppelt. Außerdem soll eine Dividende von 0,50 EUR je Aktie ausgeschüttet werden.

    Auf kräftiges Wachstum können sich die M1-Aktionäre auch in den kommenden Jahren freuen. Treiber soll weiterhin das Kerngeschäft rund um „M1 Med Beauty“ sein. Die Mittelfristprognose sieht vor, dass M1 bis Jahresende 2029 150 bis 200 medizinische Fachzentren für ästhetische Medizin betreiben wird. Ende 2023 waren es insgesamt 58 Standorte – davon 38 in Deutschland und 20 im Ausland. In 2029 sollen sich etwa ein Drittel der Standorte im Inland und zwei Drittel im Ausland befinden. Mit der Standortexpansion soll der Umsatz im Beauty-Segment von 71 Mio. EUR in 2023 bis 2029 auf 200 bis 300 Mio. EUR ansteigen. Damit sollte sich der Konzern-Umsatz Richtung 1 Mrd. EUR bewegen.

    M1 Kliniken wird derzeit mit rund 420 Mio. EUR bewertet. Ein weiterer Kurstrigger ist die Übernahmefantasie. So hatte M1 im April mitgeteilt, dass sie von einer US-amerikanischen Investmentbank über das Interesse mehrerer Private Equity Gesellschaften an dem Beauty-Segment informiert wurde. Demnach wurden in den vergangenen Jahren vergleichbare Private Equity Transaktionen zu Bewertungen von bis zum 30-fachen des jährlichen EBITDA umgesetzt.

    HelloFresh: Kein Kurspotenzial?

    Übernahmegerüchte kamen in den vergangenen Monaten auch bei HelloFresh auf. Allerdings nicht auf Basis eines starken Geschäftsverlaufs, sondern aufgrund des Absturzes. Das für seine Kochboxen bekannte Unternehmen kämpft mit sinkenden Gewinnen. So erwartet HelloFresh im laufenden Jahr erneut ein rückläufiges EBITDA. Auch die Mittelfristziele wurden einkassiert. Da verwundert es nicht, dass die Aktie allein im laufenden Jahr über 50 % an Wert verloren hat und unter 6 EUR notiert und damit ein Allzeittief markiert. Das Corona-Hoch Ende 2021 lag bei fast 100 EUR.

    Selbst auf dem aktuellen Niveau sehen Analysten kaum Kurspotenzial. Zuletzt hatte die Deutsche Bank ihr Kursziel für die HelloFresh-Aktie von 10 EUR auf 8,50 EUR reduziert und stuft sie mit "Halten" ein. Goldman Sachs sieht den fairen Wert der Aktie sogar nur bei 5,72 EUR und rät zu "Sell".

    Sartorius: Prognose 2024 in Gefahr?

    Auch bei Sartorius sehen Analysten derzeit wenig Chancen. Zwar hatte in der vergangenen Woche J.P. Morgan das Kursziel für die DAX-Aktie von 340 EUR auf 330 EUR gesenkt und die Einstufung "Overweight" bestätigt, aber sie sind die einzigen Optimisten. Und auch der Analyst von J.P. Morgan befürchtet, dass Sartorius die Prognose für 2024 bald einkassieren wird.

    Besonders pessimistisch ist die DZ Bank. Sie haben das Kursziel im Anschluss an enttäuschende Quartalszahlen von 230 EUR auf 210 EUR reduziert. Mit Blick auf den aktuellen Kurs von rund 250 EUR lautet die Einstufung folgerichtig "Verkaufen". Die Unsicherheit sei groß, ob Sartorius die Jahresziele trotz des schwachen ersten Quartals wird erreichen können.


    Bei HelloFresh und Sartorius läuft es operativ derzeit nicht rund und es gibt viele Fragezeichen rund um die Prognosen für 2024. Für den Kauf der HelloFresh-Aktie spricht derzeit wohl nur die Übernahmefantasie. M1 Kliniken überzeugt mit einem profitablen Wachstum, welches noch lange nicht zu Ende zu sein scheint und dazu auch noch Übernahmefantasie.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Mario Hose

    In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Jens Castner vom 17.07.2026 | 04:40

    Chips, Gold und Prämien: ASML, Lahontan und Allianz als Ruhepol im Sturm der Märkte

    • Halbleiter
    • Edelmetalle
    • Versicherung
    • Technologie
    • Gold
    • DAX
    • Strategie
    • ASML
    • Lahontan Gold
    • Allianz

    Es gibt Zeiten an der Börse, in denen nicht die heißeste Aktie mit der spektakulärsten Story erste Wahl ist. Wenn die Unsicherheit an den Märkten zunimmt, sind Anleger gut beraten, auf Papiere zu setzen, die sich von der geopolitischen Nachrichtenlage nicht beeindrucken lassen. ASML, Lahontan Gold und Allianz haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam – ein niederländischer Hersteller hochkomplexer Spezialmaschinen für die Chipindustrie, ein kanadischer Goldexplorer und ein Münchner Versicherungskonzern. Und doch verbindet die drei etwas: Sie liefern handfeste Gründe, warum sich ihre Kurse dem allgemeinen Auf und Ab der Märkte weitgehend entziehen können – ob dank echter Nachfragesubstanz, robuster operativer Fortschritte oder aktionärsfreundlicher Dividendenpolitik.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 16.07.2026 | 04:15

    Neuer Autoboom in Deutschland? E-Mobilität 2.0 mit VW, Mercedes, Porsche AG und HPQ Silicon im Brennpunkt

    • E-Mobilität
    • Automobilindustrie
    • Drohnen
    • Strategische Metalle
    • Technologie
    • Energiewende

    Man möchte es kaum glauben, aber die E-Förderprämie schlägt voll ein. Seit Verkündung der Regierung im Mai steht die Antragsseite nicht mehr still. Der Neustart der staatlichen Unterstützung für einen Stromerkauf hat in Deutschland einen beispiellosen Run auf das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ausgelöst. Seit der offiziellen Freischaltung des neuen BAFA-Förderportals am 19. Mai 2026 wurden innerhalb der ersten vier Wochen bereits weit mehr als 55.000 Anträge digital eingereicht. Allein am Premierentag überrannten rund 20.000 kaufwillige Autofahrer das System und sicherten sich ihren staatlichen Zuschuss. Dieser enorme Ansturm schlug sich binnen kürzester Zeit in einem abgerufenen Fördervolumen von rund 240 Mio. EUR nieder. Ein Blick auf die Daten zeigt, dass die soziale Staffelung der neuen Prämie voll ins Schwarze trifft. Mehr als die Hälfte der Antragsteller kommt aus Haushalten mit einem Einkommen von unter 45.000 EUR, um von den maximalen Fördersätzen zu profitieren. Technologisch ist das Rennen längst entschieden: Satte neun von zehn Anträgen entfallen auf rein batterieelektrische Fahrzeuge. Die runderneuerte Klickstrecke beweist eindrucksvoll, dass die staatliche Geldspritze den zuletzt lahmenden deutschen Automarkt wieder unter vollen Strom setzen kann. Welche Aktientitel sind jetzt besonders im Fokus?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 08.07.2026 | 04:50

    Der Himmel wird zum Datenraum! Drohnen, Sensoren und 5G wachsen zusammen – große Chancen für Volatus Aerospace, Hensoldt und Deutsche Telekom!

    • Drohnen
    • Militär
    • Verteidigung
    • Kritische Infrastruktur
    • Wachstum
    • Plattform
    • Investments

    Kritische Infrastruktur, Energieversorgung, öffentliche Sicherheit und Verteidigung verändern sich grundlegend. Vernetzte Drohnen werden dabei zu einem wichtigen Werkzeug. Für Anleger lohnt der Blick auf ein Technologie-Ökosystem, welches weit über den klassischen Drohnenbau hinausgeht. Während die Deutsche Telekom die digitale Infrastruktur bereitstellt und Hensoldt die modernsten Sensortechnologien entwickelt, wandelt sich Volatus Aerospace zu einem bedeutenden integrierten Defense-Tech-Unternehmen mit wiederkehrenden Software- und Trainingsumsätzen. Wer macht das Rennen?

    Zum Kommentar