09.06.2026 | 05:10
USA Rare Earth, Desert Gold Ventures, Alcoa - Rohstoffe werden zum Schlüssel der Zukunft
Die Rohstoffmärkte stehen vor einer spannenden Phase. Während geopolitische Krisen das Angebot wichtiger Industriemetalle verknappen und neue Preisrekorde ermöglichen könnten, bleibt Gold angesichts hoher Staatsverschuldung, Zentralbankkäufen und globaler Unsicherheiten einer der aussichtsreichsten Profiteure. Gleichzeitig investieren die USA und Europa Milliardenbeträge in den Aufbau unabhängiger Lieferketten für kritische Rohstoffe, um ihre Technologie-, Energie- und Rüstungsindustrien abzusichern. Für Anleger eröffnen sich damit Chancen in gleich mehreren Zukunftsmärkten, die von strukturellen Engpässen und strategischer Nachfrage profitieren könnten.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
ALCOA CORP. O.N. | US0138721065 , USA RARE EARTH INC | US91733P1075 | NASDAQ: USAR , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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Alcoa - Struktureller Vorsprung in der Krise
Der weltweite Markt für Aluminium befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Ausgelöst durch die militärische Eskalation im Nahen Osten ist das globale Angebot des Leichtmetalls drastisch eingebrochen, da wichtige Förder- und Verarbeitungsanlagen in der Krisenregion ihre Produktion stark drosseln oder vorübergehend komplett einstellen mussten. Da diese Ausfälle kurzfristig kaum durch andere Regionen kompensiert werden können, droht für das Jahr 2026 ein Defizit von fast 3 Mio. t. Das Schwinden der weltweiten Lagerbestände treibt die Notierungen an den Rohstoffbörsen rasant in die Höhe. Experten rechnen damit, dass die Preise in den kommenden Monaten die bisherigen historischen Rekordwerte durchbrechen werden.
Der US-Konzern Alcoa besitzt dabei eine Ausnahmestellung. Das Unternehmen profitiert von einer krisenfesten Struktur. Die unternehmenseigenen Bauxitminen befinden sich in sicheren Regionen abseits der geopolitischen Unruhen. Ein noch größerer Vorteil liegt in der Energieversorgung, da Alcoa rund 86 % seiner Aluminiumproduktion mit nachhaltigen, erneuerbaren Energiequellen betreibt. Während viele Mitbewerber mit den explodierenden Preisen für fossile Brennstoffe zu kämpfen haben, bleibt Alcoa von diesen Kostenschocks weitgehend unberührt. Die Kombination aus niedrigen Betriebskosten und hohen Verkaufspreisen beschert Alcoa einen enormen Zuwachs an liquiden Mitteln. Dies ermöglicht es dem Management, Verbindlichkeiten zügig abzubauen und über geplante Aktienrückkäufe direktes Kapital an die Investoren zurückzugeben.
Diese starken Aussichten rufen auch die diversen Finanzexperten auf den Plan. Die UBS hat daher jüngst ihr Kursziel von 75 auf 80 USD angehoben und die Aktie auf „Buy“ eingestuft. Die Analysten betonen einseitig, dass die tatsächliche Ertragskraft des Aluminiumproduzenten vom breiten Markt derzeit noch stark unterbewertet wird.
Desert Gold Ventures – Mit großen Schritten zum Produzenten
Trotz der aktuellen Korrektur sprechen viele Faktoren dafür, dass Gold seinen langfristigen Aufwärtstrend fortsetzt und neue Höchststände erreichen könnte. Die Nachfrage der Zentralbanken bleibt hoch, geopolitische Risiken nehmen zu und die weltweit steigende Staatsverschuldung erhöht den Bedarf an sicheren Häfen.
Aufgrund dessen bieten sich langfristig attraktive Einstiegsmöglichkeiten in aussichtsreiche Werte, die vom steigenden Edelmetallpreis überdurchschnittlich partizipieren könnten. Desert Gold Ventures kontrolliert mit dem SMSZ-Projekt ein rund 440 km² großes Gebiet entlang der Senegal-Mali-Shear-Zone, einer der produktivsten Goldregionen Afrikas. Die Ressource umfasst bereits etwa 1,1 bis 1,3 Mio. Unzen Gold bei Gehalten von rund 1,1 bis 1,2 g/t. Besonders attraktiv ist die oberflächennahe, oxidierte Mineralisierung, die kostengünstige Abbaumethoden ermöglicht und damit die Wirtschaftlichkeit verbessert.
Dabei steht das kanadische Unternehmen kurz vor dem Sprung zum Produzenten. Seit Ende April läuft ein 4.250 m umfassendes Bohrprogramm auf fünf priorisierten Zielgebieten, um die Ressourcen nahe der geplanten Barani-East-Mine weiter auszubauen. Parallel schreitet die Infrastrukturentwicklung zügig voran. Bereits 52.000 m² für die künftige Gravitationsanlage wurden geräumt, die Fundamentarbeiten laufen und die Wasserversorgung ist gesichert, so dass bereits im Juli dieses Jahres mit der Goldproduktion begonnen werden könnte.
Die aktuelle PEA weist bei einem Goldpreis von 2.850 USD je Unze einen Nachsteuer-Kapitalwert von 61 Mio. USD und eine interne Rendite von 57 % aus. Bei einem Goldpreis im Bereich von 4.100 USD steigt dieser auf 124 Mio. USD, während die IRR auf 101 % klettern könnte.
Zusätzliche Fantasie liefert das Tiegba-Projekt in der Elfenbeinküste. Auf 297 km² wurden bereits vielversprechende Goldanomalien identifiziert, während bislang weniger als 20 % des Gebiets detailliert untersucht wurden. Damit verfügt Desert Gold über eine zweite Explorationssäule mit erheblichem Entdeckungspotenzial.
Mit einer Börsenbewertung von rund 28 Mio. EUR, einem fortgeschrittenen Entwicklungsprojekt, bevorstehendem Produktionsstart und erheblichem Explorationspotenzial könnte Desert Gold vor einer Neubewertung stehen. Das Kursziel der Analysten der GBC AG liegt bei 0,59 EUR. Aktuell notiert der Anteilsschein bei 0,08 EUR.
USA Rare Earth auf Expansionskurs
Der amerikanische Rohstoffkonzern USA Rare Earth treibt seine Bemühungen um eine unabhängige Rohstoffversorgung mit staatlicher Rückendeckung weiter voran. Der Konzern hat sich mit den US-Handelsbehörden auf ein weitreichendes Finanzierungspaket geeinigt, das bis zu 1,6 Mrd. USD freimachen soll. Diese Summe fließt direkt in den Aufbau einer komplett heimischen Lieferkette, beginnend bei der Minenförderung bis hin zur Herstellung essenzieller Magnete.
Hintergrund dieses strategischen Kraftaktes ist der politische Wille Washingtons, bei dringend benötigten Schlüsselressourcen für die moderne Technologie-, Luftfahrt- und Rüstungsindustrie nicht länger von asiatischen Exporten abhängig zu sein. Die staatliche Unterstützung führt das Unternehmen damit zu einer zentralen Rolle für die amerikanische Wirtschaftssicherheit.
Nicht nur in Nordamerika, sondern auch jenseits des Atlantiks setzt das Unternehmen auf Wachstum. Bis zum Jahr 2030 plant der Rohstoffspezialist weitreichende Investitionen von über 175 Mio. EUR auf dem europäischen Kontinent, mit einem klaren Schwerpunkt in Frankreich.
Im südfranzösischen Lacq sollen hochmoderne Produktionsstätten für Speziallegierungen, Metalle und die Magnetfertigung entstehen. Dieses Vorhaben wird von der Regierung in Paris durch gezielte Förderprogramme und umfangreiche Kreditbürgschaften flankiert, um auch Europa unabhängiger von globalen Lieferengpässen zu machen. Ganz nebenbei profitiert die lokale Wirtschaft, da durch den Bau und den Betrieb der neuen Anlagen mehr als 300 Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden.
Trotz dieser guten strategischen Aussichten erlebte die Unternehmensaktie an der Börse zuletzt einen herben Rückschlag und verlor über 20 % an Wert. Grund für den Kursrutsch ist die akute Angst der Anleger vor einer Verwässerung ihrer Anteile. Kürzlich veröffentlichte behördliche Dokumente machen den Weg dafür frei, dass Altaktionäre künftig fast 94 Mio. Aktien, das ist gut ein Drittel aller ausstehenden Papiere, veräußern dürfen, was zu erheblichem Verkaufsdruck führte.
Die Rahmenbedingungen für Rohstoffwerte bleiben attraktiv. Alcoa könnte von einem strukturellen Aluminiumdefizit und steigenden Preisen profitieren. Desert Gold steht kurz vor dem Sprung zum Produzenten und verfügt mit seiner Ressource sowie dem Explorationspotenzial über erhebliche Hebel auf einen steigenden Goldpreis. USA Rare Earth wiederum positioniert sich mit milliardenschwerer staatlicher Unterstützung als wichtiger Baustein beim Aufbau unabhängiger Lieferketten für kritische Rohstoffe in den USA und Europa.
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