10.07.2026 | 04:00
Rauf und runter im ¾ Takt – Bringt 2026 nochmal Rekorde? Rheinmetall, TKMS, Kobo Resources und Hensoldt
In Nahost donnern die Kanonen wieder. Die Analogie eines künstlich hervorgezauberten Kriegs setzt sich also fort. Weil man kein Abkommen erzielen konnte, gab es einen Waffenstillstand, der auf Basis eines „Memorandum of Understanding“ (MOU) abgeschlossen wurde. Doch das gegenseitige Versprechen zwischen den USA und dem Iran hielt nur wenige Tage, schon werden wieder Schiffe in der Straße von Hormus und wichtige Energieanlagen der Golfstaaten beschossen. Für den Ölpreis ein Long-Argument, für die Börse wieder mal eine erhöhte Volatilität mit starken Initialverlusten und darauffolgenden Erholungsschüben. Gestern kletterte der DAX 40-Index wieder über die wichtige Marke von 25.000 und die zuvor verprügelten Rüstungswerte gerieten wieder in den Fokus. Gold und Silber reagierten mit Verlusten, vermutlich geht es schon wieder um internationale Liquiditätsnöte. Es lohnt sich genauer nachzurechnen.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
KOBO RESOURCES INC | CA49990B1040 | TSXV: KRI , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Rheinmetall und TKMS – Blockbuster-Vertrag mit Kanada stellt Weichen
In der Konzernzentrale von thyssenkrupp in Duisburg kann gefeiert werden. Denn 51 %-Marinetochter TKMS hat einen historischen Rüstungsauftrag aus Kanada erhalten. Danach wird man über 10 Jahre bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD liefern. Mit einem Orderwert von über 15 Mrd. EUR für die Bauphase und einem möglichen Gesamtpaket von rund 62 Mrd. EUR einschließlich Wartung und Betrieb über Jahrzehnte ist dies der größte Einzelauftrag in der Geschichte von TKMS. Der Deal setzt Rheinmetall in seiner ambitionierten Werft-Erweiterungsstrategie zurück, nachdem der Konzern kürzlich mehrere Kriegsschiff-Werften gekauft und kurz vor der Übernahme des F-126-Fregattenprogramms gestanden hatte. Indem Kanada auf ein NATO-Partnermodell mit Deutschland und Norwegen setzt, statt auf einen südkoreanischen Anbieter, wird die strategische Anbindung der kanadischen Marine an den transatlantischen Verteidigungsblock starken geopolitischen Ausdruck verliehen.
TKMS wächst mit diesem Auftrag zusammen mit den bereits zugesagten 12 U-Booten für Deutschland und Norwegen sowie Lieferungen für Israel und Singapur auf insgesamt 29 geplante Boote, was den Auftragsbestand auf ein historisches Maß ausweitet. Die Produktion soll mit Kiel und Wismar komplett in Deutschland erfolgen und wird dort bis zu 1.500 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, was die lokale Industriepolitik und die Beschäftigungssituation in den maritimen Regionen stärkt. Rheinmetall verliert mit diesem Blockbuster nicht nur das F-126-Projekt, sondern auch potenzielle Umsatz- und Technologie-Transfermöglichkeiten, die mit dem geplanten U-Boot-Programm entstanden wären. Für TKMS bedeutet die zuletzt gezeigte Orderdynamik jedoch nicht nur kurzfristige Volumensteigerung, sondern auch langfristige Wartungs- und Serviceverträge, die den Umsatz über die gesamte Lebensdauer der U-Boote stabilisieren und die Cashflow-Prognose verbessern. TKMS gewinnt an strategischer Relevanz und Orderbuch-Diversifikation, während Rheinmetall unter Anpassungsdruck im Schiffbausegment gerät.
Die Rheinmetall-Aktie hat in den letzten 6 Monaten von rund 1.900 auf ein Tief von 902 EUR konsolidiert, während TKMS nach einer zwischenzeitlichen Schwäche auf 72 EUR in den letzten Tagen mit 92,80 EUR weiterhin Kurs auf alte Höchststände nimmt. Auf der Plattform LSEG Refinitiv empfehlen 22 Analysten die Rheinmetall-Aktie zum Kauf mit einem mittleren 12-Monatskursziel von 1.730 EUR – immerhin rund 70 % Aufwertungspotenzial. Auch für TKMS können sich die Experten erwärmen, hier lautet das Konsens-Kursziel 96 EUR. Angesichts der hohen Auftragsdynamik könnte diese Marke in den nächsten Updates durchaus nach oben gesetzt werden.
Hensoldt – Neuer Anlauf im Aufrüstungszyklus
Auch Hensoldt steht am Beginn einer strukturellen Hochphase. Der Auftragseingang in Q1 von 1,48 Mrd. EUR liegt mehr als doppelt so hoch wie im Vorquartal und markiert ein weiteres historisches Rekordniveau. Der Auftragsbestand von 9,8 Mrd. EUR zeigt gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 41 % deckt mittlerweile 4 Jahresumsätze ab. Es bestätigt sich, dass die deutsche und europäische Verteidigungsstrategie nicht nur Signalwirkung hat, sondern bereits in konkrete Beschaffungen übersetzt wird. Mit dem fast ein Milliarden-Euro-Auftrag für die Sensorik und das Ceretron-Missionssystem des „Luchs 2“ Spähpanzers positioniert sich Hensoldt als zentraler Zulieferer für die zukünftige bundesweite Aufklärungs- und Panzerplattform. Zusätzlich sichert der Ukraine-Großauftrag über 340 Mio. EUR für TRML-4D- und Spexer-2000-Radare die internationale Relevanz und unterstreicht die Rolle des Konzerns im europäischen Sicherheitsarchitektur-Gefüge.
Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9x im Jahr 2025 (Vorjahr 1,3x) und die bestätigten Ziele für Umsatz, EBITDA-Marge von 18,4 % sowie Free Cashflow belegen, dass die operative Profitabilität parallel zum Volumen wächst. Die Kapitalmarktreaktion bleibt dennoch vergleichsweise verhalten: Vom Konsolidierungs-Niveau von 63 EUR im Juni kam es bislang nur zu einer Aufwertung bis 77 EUR. Analysten erwarten hier im Konsens 89,97 EUR. Im Vergleich zu den Rüstungsakteuren TKMS und Rheinmetall profitiert Hensoldt stärker als Treiber für die digitale und vernetzte Verteidigungsfähigkeit, ein Sektor, der eine hohe Margenstruktur aufweist. Die Aktie bleibt in Korrekturphasen daher interessant.
Kobo Resources – Fern ab von Rüstung, aber ganz nah am Gold
Während Europa seine Rüstungsbudgets ausweitet und Lieferketten für sicherheitsrelevante Rohstoffe neu bewertet, rücken Regionen mit bedeutenden Bodenschätzen stärker in den Fokus internationaler Investoren. Westafrika entwickelt sich dabei zunehmend zu einem der spannendsten Rohstoffkorridore der Welt, denn neben strategischen Metallen spielt vor allem Gold eine immer größere Rolle für Staaten, Unternehmen und Kapitalmärkte. Die Elfenbeinküste gehört mit einem BIP-Wachstum von soliden 6 % zu den globalen Bestperformern. Auffällig ist ständig wachsende Goldproduktion, die durch eine verbesserte Infrastruktur alimentiert wird.
In diesem Umfeld positioniert sich Kobo Resources mit seinem Kossou-Goldprojekt in einer Region, die geologisch bereits mehrfach ihre außergewöhnliche Wertigkeit bewiesen hat und in der neue Metall-Entdeckungen in den Fokus internationaler Investoren rücken. Mit jedem weiteren Bohrprogramm verdichtet Kobo Resources das Bild eines Goldprojekts, das zunehmend den Charakter einer ernstzunehmenden Lagerstättenentwicklung annimmt. In den Zonen Road Cut und Jagger konnten erneut hochgradige Goldabschnitte nachgewiesen werden, darunter sieben Meter mit 5,67 g/t Gold sowie spektakuläre Spitzengehalte von bis zu 150 g/t auf einem Meter, was das Potenzial des mineralisierten Systems eindrucksvoll unterstreicht. Gleichzeitig zeigen breitere mineralisierte Intervalle, dass sich die Vererzung sowohl entlang des Streichens als auch in der Tiefe weiter fortsetzt und noch längst nicht an ihre Grenzen gestoßen ist.
IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk hat CEO Ed Gosselin zu Kobos Projekten in der Elfenbeinküste befragt. Hier geht es zum Interview.
Mit inzwischen mehr als 42.000 Bohrmetern aus über 220 Bohrlöchern verfügt das Unternehmen über eine belastbare Datengrundlage, die in die erste Ressourcenschätzung im zweiten Halbjahr 2026 einfließen soll. Zusätzlichen Rückenwind liefern die jüngst veröffentlichten metallurgischen Untersuchungen, denn unabhängige Tests bestätigten durchschnittliche Goldgewinnungsraten von rund 97 %, wobei einzelne Proben sogar Rückgewinnungen von bis zu 99 % erreichten. Parallel treiben zwei Bohrgeräte die Definition weiterer Ressourcenbereiche voran und erweitern gleichzeitig das Explorationspotenzial entlang des über neun Kilometer langen Strukturkorridors. Aktuell bereitet Kobo den Start des ersten Bohrprogramms auf dem Kotobi-Projekt vor, das als zweites Standbein zusätzliche Entdeckungschancen eröffnet und die Projektpipeline sinnvoll verbreitert. Finanzielle Unterstützung erhielt das Unternehmen zuletzt durch eine Kapitalaufnahme von rund 5,5 Mio. CAD, bei der sich ein strategischer asiatischer Investor mit knapp 10 % der Anteile engagierte. Kobo gewinnt damit operativ spürbar an Fahrt. Anders der Aktienkurs: Wegen der Konsolidierung am Goldmarkt können Stücke sogar unter der letzten Finanzierungsbasis erworben werden. Anleger werden diesen Kursen in den nächsten 3 Jahren jedoch mit Tränen in den Augen hinterhersehen, denn mit der anstehenden Ressourcenschätzung im Herbst besteht kurzfristiges Renditepotenzial von über 500 %. Einsammeln!

Der Jahresverlauf bei Gold und Silber ist keine Überraschung. Denn der steile Anstieg im Januar hat die Jahresperformance schon vorweggenommen. Anders der Sektor Rüstung – hier gab es die monumentale Aufwertung zwischen 2024 und Q1-2026. Bis letzter Woche hielt die ausgeprägte Konsolidierung auch diese Werte in Schach. Mit dem NATO-Treffen in Ankara sind sie wieder ganz oben auf der Liste der Investoren. Ein ausgewogenes Portfolio schützt vor zu hoher Volatilität.
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