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03.07.2026 | 05:00

Altlasten als Trumpf: Neue Wege bei Barrick und Rio Tinto – North Arrow Minerals hebt den Wüsten-Schatz

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Bildquelle: KI

Ohne Wandel keine Innovation. Neue Wege zu gehen, wird immer wichtiger. Doch wohin sollten sich Unternehmen entwickeln? Geopolitische Verwerfungen, die Neuordnung der Lieferketten, die KI-Revolution und mehr treffen auf bekannte Probleme wie den Klimawandel. Während Industrieunternehmen Milliarden investieren müssen, um überlebensfähig zu bleiben, haben es Rohstoffkonzerne leichter – schließlich stehen Rohstoffe am Anfang (fast) jeder Wertschöpfungskette. Wir portraitieren Unternehmen, die bewusst neue Wege gehen und skizzieren, welche Chancen daraus für Investoren entstehen können.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: NORTH ARROW MINERALS | CA6572805092 | TSXV: NAR , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , RIO TINTO LTD | AU000000RIO1

Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Mining plant Abspaltung

    Barrick Mining gilt als hochprofitabler Gold-Gigant. Unterstützt durch den anhaltend starken Goldpreis verzeichnete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 einen Nettogewinn von 5,0 Mrd. USD und einen operativen Rekord-Cashflow von 7,7 Mrd. USD. Im ersten Quartal 2026 übertraf der Konzern mit einer Produktion von 719.000 Unzen Gold die eigene Prognose deutlich, während die Produktionskosten je Unze sogar um 4 % auf 1.708 USD sanken. Um den deutlichen Bewertungsabschlag gegenüber Wettbewerbern aufzulösen – das Unternehmen handelt derzeit mit einem Forward-KGV von lediglich 9,8 – plant das Management für Ende 2026 den Börsengang einer neuen Tochtergesellschaft North American Barrick an den Börsen in New York und Toronto. North American Barrick soll die nordamerikanischen Vorzeige-Assets wie Nevada Gold Mines, Pueblo Viejo und das zu 100 % konzerneigene Fourmile-Explorationsprojekt bündeln, um diese unabhängig von den internationalen Aktivitäten Barricks vom Markt bewerten zu lassen.

    Joint-Venture-Partner Newmont, das ebenfalls Anteile von Nevada Gold Mines hält, scheint mit den Plänen jedoch gar nicht zufrieden zu sein und äußerte Vorwürfe des Missmanagements gegenüber Barrick. Newmont wirft dem Partner vor, unrechtmäßig Personal, Ausrüstung und finanzielle Ressourcen vom Gemeinschaftsunternehmen abgezogen zu haben, um das eigene Fourmile-Projekt voranzutreiben. Zudem betont Newmont, dass der geplante Börsengang von Barricks Nordamerika-Aktivitäten die vertraglich vereinbarten Vorkaufsrechte und Übertragungsbeschränkungen verletzt. Der Gegenwind deutet darauf hin, dass das IPO noch nicht sicher sein könnte. Barrick jedoch steht unter Druck, nordamerikanische Assets von Projekten in Afrika oder Pakistan zu trennen. Dort gab es zuletzt immer wieder Probleme – sei es mit Regierungen oder Terroranschlägen separatistischer Milizen. Selbst der für 2028 geplante Produktionsstart der Riesen-Goldmine Reko Dig in Pakistan könnte in Gefahr sein, nachdem Barrick das Entwicklungstempo gedrosselt hat.

    Rio Tinto: Diamanten-Aus und Konzernumbau

    Auch der neue Rio-Tinto-CEO Simon Trott setzt auf Wandel. Ende März stellte die Diavik-Diamantenmine in den Northwest Territories ihren Betrieb ein, da die wirtschaftlichen Reserven vollständig erschöpft waren. Die Schließung von Diavik besiegelt den vollständigen Ausstieg des Konzerns aus der aktiven Diamantenproduktion, nachdem bereits 2020 die Argyle-Mine in Australien geschlossen und 2015 die Murowa-Mine in Simbabwe veräußert worden waren. Für das Jahr 2026 rechnet das Unternehmen mit Aufwendungen für Schließungs- und Rekultivierungsaktivitäten an Altstandorten. Um Kosten im reifen Eisenerzgeschäft der Pilbara-Region zu senken, unterzeichnete Rio Tinto im Jahr 2026 zwei unverbindliche Absichtserklärungen mit BHP zur gemeinsamen Gewinnung von bis zu 200 Mio. t Eisenerz aus den aneinandergrenzenden Yandicoogina- und Yandi-Lagerstätten. Parallel dazu strebt Rio Tinto bei Lithium an die Weltspitze: Auf dem Rincon-Projekt in Argentinien, das Rio Tinto 2022 für 825 Mio. USD erworben hatte, ist mittlerweile ein Starter-Werk mit einer Jahreskapazität von 3.000 t batterietauglichem Lithiumcarbonat in Betrieb. In Chile will man seine Beteiligung am Lithiumprojekt Salares Altoandinos weiter ausbauen.

    North Arrow Minerals setzt auf Kraaipan-Goldprojekt

    Während Konzerne für den Aufbau neuer Geschäftsfelder und die Abwicklung von Altlasten im großen Stil investieren müssen, sieht die Situation bei kleineren Unternehmen anders aus. North Arrow Minerals stellte in der Vergangenheit seine Agilität bereits erfolgreich unter Beweis. Nachdem man seine historischen Aktivitäten rund um Diamanten und Lithium in Kanada verkauft oder in Partnerschaften überführt hat, konzentriert sich das operative Geschäft nun fast vollständig auf die Suche nach Gold. Ziel des Unternehmens ist der vielversprechende Kraaipan-Grünsteingürtel in Botswana.

    Dass die strategische Neuausrichtung fundiert und alles andere als eine fixe Idee ist, zeigt der Blick auf das Management von North Arrow Minerals. Chairman Ken Armstrong bringt über 27 Jahre Explorationserfahrung in Nordamerika ein und war in seiner frühen Laufbahn als Geologe für Rio Tinto tätig. Auch CEO Eira Thomas, die eine Schlüsselrolle bei der Entdeckung der Diavik-Diamantenlagerstätte spielte und später die Kaminak Gold Corporation bis zu deren Übernahme durch Goldcorp für 520 Mio. CAD im Jahr 2016 leitete, bringt umfassende Branchenerfahrung mit. Mit diesem Team will North Arrow sein Kraaipan-Goldprojekt voranbringen.

    North Arrow hebt Potenziale – neues Bohrprogramm läuft

    Über ein Earn-in-Abkommen mit Rockman Resources kann sich North Arrow eine Beteiligung von bis zu 80 % an der 724 km² großen Liegenschaft sichern, die die gesamte 60 km lange nördliche Fortsetzung des Kraaipan-Grünsteingürtels abdeckt. Da jedoch mehr als 80 % des Gürtels in Botswana von der Kalahari-Wüste bedeckt sind, blieb das Gebiet bislang für traditionelle Explorationsmethoden unzugänglich. Das Unternehmen setzt daher jetzt auf modernste Methoden wie drohnenbasierte hochauflösende Magnetsensoren und hochmobile Reverse-Circulation-Bohrsysteme, um weitere Potenziale zu heben.

    Volatiler Verlauf: North Arrow Minerals ist fundamental gut aufgestellt.

    Eine Erkundungskampagne im Jahr 2025 mit 175 Bohrungen über 4.974 m wies 6 goldanomale Zonen nach und führte zur Entdeckung von Target A. Gezielte Oberflächen-Sammelproben an exponierten Quarzgängen lieferten Ende 2025 und im Februar 2026 bei Target A herausragende Werte von 68,5 g/t, 7,99 g/t und 5,12 g/t Au. Im März 2026 bestätigte ein Bohrprogramm über 20 abgewinkelte Löcher eine Goldmineralisierung entlang 700 m Streichlänge bei Target A, inklusive 1,99 g/t Au über 7 m und 1,23 g/t Au über 9 m. Erst im Juni startete North Arrow neue Bohraktivitäten und will 40 bis 60 vertikale Bohrungen niederbringen.

    Alt-Projekte als Trumpf – gute Perspektive für North Arrow Minerals

    Um die bisherigen Aktivitäten auf dem Kraaipan-Goldprojekt zu finanzieren, veräußerte North Arrow seine Lithium-Projekte und trennte sich auch von einem Diamanten-Projekt, das in der Nähe der alten Diavik-Mine liegt. Hier sicherte man sich eine Umsatzbeteiligung für die Zukunft. Weitere fortgeschrittene Diamant-Projekte, wie das Naujaat-Projekt in Nunavut, hat North Arrow noch im Bestand. Damit dürfte das Unternehmen in Finanzierungsfragen flexibel bleiben und die Suche nach Gold in Botswana fortsetzen. Angesichts innovativer Explorationsmethoden und dem vergleichsweise frühen Stadium ist North Arrow Minerals eine spannende Aktie für chancenorientierte Investoren.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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