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12.08.2026 | 05:00

Aktien fürs Leben? Wie Netflix, BMW und Aspermont Kunden binden und Umsätze sichern

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Bildquelle: Nano Banana KI

Wiederkehrende Umsätze sind die Königsdisziplin. In der Praxis gelingt das häufig bei Basiskonsumgütern wie Zahnpasta oder auch bei starken Marken. Wer sich seit Jahren Laufschuhe von Nike kauft, bleibt der Marke eher treu. Auf die Spitze treiben das Thema wiederkehrende Umsätze Anbieter wie Netflix – hier verlängert sich das Abonnement immer um einen weiteren Monat. Wer nicht kündigt, zahlt immer weiter. Auch BMW würde gerne derart treue Kunden haben. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Wir beleuchten drei Unternehmen, die Ihre Kunden am liebsten lebenslang begleiten würden.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ASPERMONT LTD. | AU000000ASP3 | ASX: ASP , BAY.MOTOREN WERKE AG ST | DE0005190003 , NETFLIX INC. DL-_001 | US64110L1061

Inhaltsverzeichnis:


    Netflix: Werbung und eiserne Disziplin

    Beim US-Streaming-Anbieter Netflix kommt jeden Monat Geld rein – immer neue Serien und Filme machen Netflix für viele Menschen attraktiv. Im Geschäftsjahr 2025 kletterte der Gesamterlös um 16,0 % auf 45,2 Mrd. USD, während der Reingewinn um gut ein Viertel auf 11,0 Mrd. USD zulegte. Der Konzern steigerte seine operative Marge von 26,7 % im Jahr 2024 auf 29,5 % im Jahr 2025 und baute sie im ersten Quartal 2026 sogar auf satte 32,3 % aus. Treiber dieser Entwicklung ist die Werbesparte von Netflix, deren Einnahmen sich 2025 auf über 1,5 Mrd. USD mehr als verdoppelten und im laufenden Jahr die Marke von 3,0 Mrd. USD ins Visier nehmen sollen. Gleichzeitig beweist das Management Geschick bei Verhandlungen auf dem sich drehenden Übernahmekarussell: Nach dem Abbruch der Verhandlungen zur Übernahme von Warner Bros im Februar 2026 strich Netflix eine Prämie von 2,8 Mrd. USD vor Steuern ein. Damit erhöhte man den freien Cashflow noch einmal deutlich und hat sogar noch mehr Spielraum für weitere M&A-Aktivitäten.

    BMW kämpft mit Rückschlägen auf dem chinesischen Markt

    Ein ganz anderes Bild zeigt sich beim Münchener Premium-Autobauer BMW, der den Spagat zwischen Verbrennern und Stromern meistern muss. Zwar stiegen die Auslieferungen 2025 leicht auf gut 2,46 Mio. Fahrzeuge, doch der Konzernumsatz sackte um 6,3 % auf 133,45 Mrd. EUR ab. Gleichzeitig schrumpfte die operative Marge im Automobilsegment im Geschäftsjahr 2025 auf 5,3 % und brach im zweiten Quartal 2026 sogar auf magere 2,3 % ein. Vor allem der dramatische Nachfragerückgang in China, wo die Verkäufe um 12,5 % einbrachen, setzt den Bayern mächtig zu. Die Unterstützung des chinesischen Händlernetzes sowie verschärfte Importzölle drückten das operative Ergebnis pro verkauftem Auto um rund 700 EUR. Um dem Margenverfall Einhalt zu gebieten, steuerte der Vorstand mit einem Sparprogramm gegen, das die Fixkosten 2025 bereits um 2,5 Mrd. EUR senkte. Die Hoffnung ruht nun voll auf der modularen Fahrzeugarchitektur der sogenannten „Neuen Klasse“, die in den kommenden Jahren die Produktionskosten senken und die Marge wieder in die Spur bringen soll. Von einer Kundenbindung wie bei Netflix kann BMW dennoch nur träumen.

    Aspermont baut sein digitales Mediengeschäft im Rohstoff-Sektor konsequent um

    Abseits von Autofans und Streaming-Junkies versorgt das australische Medienhaus Aspermont Unternehmen mit wertvollen Informationen. Das traditionsreiche Medienhaus wandelt seine Informationsdienste für den Rohstoff-, Energie- und Agrarsektor von klassischen Printprodukten hin zu einem rein digitalen Abonnementsystem. Dieser bewusste Verzicht auf alte Erlösströme spiegelt sich deutlich in den Gesamteinnahmen wider, die von 19,25 Mio. AUD im Jahr 2023 auf zuletzt 15,41 Mio. AUD im Geschäftsjahr 2025 gesunken sind. Was auf den ersten Blick gar nicht so positiv wirkt, macht Sinn: Die reinen Abo-Einnahmen kletterten im Gesamtjahr 2025 auf 10,16 Mio. AUD und stellen mittlerweile bereits 66 % der gesamten Konzernerlöse dar. Mit bekannten Fachtiteln wie dem Mining Journal oder dem Energy News Bulletin erreicht das Unternehmen weltweit eine Leserschaft von mehr als 3,8 Mio. registrierten Nutzern. Trotz eines ausgewiesenen Jahresfehlbetrags von 2,20 Mio. AUD gelang zuletzt der operative Turnaround beim Barmittelzufluss, der mit 0,20 Mio. AUD wieder positiv war.

    Spannendes Geschäftsmodell, vielversprechende Aktie: Aspermont.

    Aspermont: Schlankere Bilanz und Insiderkäufe schaffen Vertrauen

    Die Bilanz der Australier bleibt trotz der digitalen Transformation des Unternehmens erstaunlich robust: Langfristigen Verbindlichkeiten von lediglich 0,07 Mio. AUD stehen liquide Mittel von 2,95 Mio. AUD gegenüber. Sowohl CEO Alex Kent als auch COO Ajit Patel untermauerten das Vertrauen in die eigene Strategie und stockten die Bestände eigener Aktien in den vergangenen Quartalen auf. Um das internationale Wachstum der digitalen Plattformen weiter voranzutreiben, hat Michael Brown Anfang 2026 den Vorsitz im Verwaltungsrat übernommen. Operativ hat sich das Management das Ziel gesetzt, in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 dauerhaft positive operative Cashflows zu erwirtschaften. Damit baut der Nischenanbieter Schritt für Schritt ein margenstarkes Plattformmodell auf, das sich zunehmend von den zyklischen Schwankungen klassischer Werbemärkte entkoppelt. Kommt dieser Netflix-Effekt voll zum Tragen, könnte auch die Aktie wieder interessant sein.

    Über Jahre galt Aspermont als unterbewerteter Pennystock, den vor allem in Deutschland nur hartgesottene Anleger handelten – zu viele Nachkommastellen beim Kurs schreckten Anleger ab. Seit diesem Jahr ist Aspermont dank eines Reverse-Splits kein Pennystock mehr. Das gibt dem Markt mehr Gelegenheiten, den schrittweisen Fortschritten bei Aspermont Rechnung zu tragen. Da immer mehr Industrieunternehmen, aber auch Family Offices oder andere Unternehmen dringend auf kompetente Informationen über Rohstoffe angewiesen sind, könnte sich die Transformation Aspermonts als perfekt getimt erweisen. Die Aktie ist ein Kandidat für die Watchlist und längst mehr als ein Zocker-Wert.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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