25.08.2026 | 05:00
Aus für die Chemie-Keule: Bayer-Partner MustGrow Biologics mit Fortschritten - hat sich Bioceres verhoben?
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.
Die Landwirtschaft steht vor einer Zäsur. Strenge Umweltauflagen verbannen chemische Pflanzenschutzmittel zunehmend von den Feldern. Zugleich machen die Folgen des Klimawandels Probleme. Für Landwirte entsteht dadurch eine Zwickmühle – einerseits müssen sie Erträge sichern, andererseits sich an die Vorgaben halten. Die Lösung könnten biologische Alternativen zu den herkömmlichen Chemie-Keulen sein. Dieser Markt wächst rasant und eröffnet innovativen Unternehmen Chancen. Wir beleuchten aktuelle Trends und stellen spannende Unternehmen vor.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
MUSTGROW BIOLOGICS CORP. | CA62822A1030 | TSXV: MGRO , OTCQB: MGROF , BIOCERES CROP SOLUTIONS CORP | KYG1117K1141 | NASDAQ: BIOX , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Bayer setzt auf Partnerschaften
Der Leverkusener Chemie- und Agrarkonzern Bayer spürt den Strukturwandel im Agrargeschäft mit voller Wucht und reagiert mit einer strategischen Neuausrichtung. Um den ökologischen Fußabdruck des Portfolios bis 2030 um 30 % zu senken, setzt man auf externe Allianzen. Eigene Frühphasen-Entwicklungszentren wie der Standort West Sacramento wichen einer Kooperation mit Ginkgo Bioworks zur Erforschung mikrobieller Stickstofffixierung. Zudem treibt Bayer mit dem spanischen Partner Kimitec Biostimulanzien wie Ambition Complete Gen2 voran. Während die Division Crop Science im Geschäftsjahr 2025 ein bereinigtes EBITDA von 4,188 Mrd. EUR erzielte, zwingt der Margendruck bei konventionellen Pflanzenschutzmitteln das Management zu harten Sparmaßnahmen. Bis Ende 2026 will Bayer konzernweit 2,0 Mrd. EUR einsparen und verlagert das risikoreiche Screening zunehmend auf spezialisierte Partner.
Bioceres gerät nach aggressiver Expansion ins Schlingern
Eine andere Strategie verfolgt das argentinische Unternehmen Bioceres, das genetische Dürreresistenz mit biologischem Pflanzenschutz verknüpft. Aushängeschild des Unternehmens ist das transgene HB4-Merkmal aus Sonnenblumengenen, welches Weizen und Soja vor Trockenheit schützt und in Anbauländern wie den USA, Argentinien und Brasilien zugelassen wurde. Zudem kaufte der Konzern die Biologika-Spezialisten Rizobacter und Marrone Bio auf. Dieser schuldenfinanzierte Expansionskurs erwies sich im volatilen Agrarmarkt jedoch als Spiel mit dem Feuer: Für die sechs Monate bis Ende Dezember 2025 meldete Bioceres einen Nettoverlust von 189,9 Mio. USD nach einer Zwangsvollstreckung von Sicherheiten im Umfang von 179,0 Mio. USD. Durch den deutlichen Rückgang des Eigenkapitals auf 106,6 Mio. USD und schwere Verstöße gegen Kreditauflagen sprachen Wirtschaftsprüfer eine Warnung aus.
MustGrow Biologics setzt auf die Kraft der Senfpflanze
Während Bioceres in Schwierigkeiten geraten ist, verfolgt das kanadische Agrarunternehmen MustGrow Biologics ein schlankes Geschäftsmodell. Das Unternehmen nutzt die Senfpflanze, um einen wirksamen Wirkstoff zu gewinnen. Dieser Wirkstoff bekämpft schädliche Bodenpilze, Nematoden und andere Schädlinge gänzlich ohne synthetische Chemikalien. Sein Flaggschiff unter den biologischen Bodenpestiziden, das vorregistrierte TerraMG bietet eine vollkommen natürliche Alternative zu herkömmlichen chemischen Behandlungen. Die Wirksamkeit dieses pflanzenbasierten Ansatzes hat auch die Branche beeindruckt. Im Dezember 2023 sicherte sich Bayer eine exklusive Lizenz zur Vermarktung von TerraMG in der EMEA-Region, wobei Bayer alle Kosten für die behördliche Zulassung und die Entwicklung übernimmt.
MustGrow schätzt den Gesamtwert, bestehend aus einer Vorauszahlung, Meilensteinzahlungen und von Bayer finanzierten Entwicklungskosten, auf 35 bis 40 Millionen USD. Für das kanadische Unternehmen bietet der Deal eine ideale Risikoverteilung: Bayer übernimmt die toxikologischen Studien und die langwierigen europäischen Zulassungsverfahren, während MustGrow später wiederkehrende Lizenzgebühren und Umsätze aus der Produktlieferung erzielen könnte. Gleichzeitig behält MustGrow die Kontrolle über sein Bananengeschäft, in dem der Wirkstoff in Labortests die Bekämpfung des Pilzes Fusarium oxysporum im Zusammenhang mit der verheerenden Panama-Krankheit (Fusarium-Welke TR4) ermöglichte. MustGrow verfügt über ein umfassendes Portfolio an erteilten und angemeldeten Patenten, die biobasierte Anwendungen abdecken.

US-Expansion und Bio-Zertifizierungen treiben TerraSante
Parallel zur Zusammenarbeit mit Bayer treibt MustGrow die direkte Vermarktung seiner organischen Boden- und Pflanzenernährungslinie TerraSante in Nordamerika voran. Das Produkt besteht aus pflanzlichen Proteinen sowie Kohlenhydraten, stärkt das Wurzelwachstum und aktiviert gezielt nützliche Bodenmikroben. In Schlüsselstaaten wie Kalifornien, Washington, Oregon, Idaho, Florida, Arizona, Georgia, Texas, Utah und Montana liegen bereits alle behördlichen Freigaben vor. Zusätzlich verfügt TerraSante über Biozertifizierungen nach gängigen Standards. Kommerzielle Feldversuche bei Kartoffelbauern im US-Bundesstaat Washington lieferten so gute Resultate, dass MustGrow die Lohnfertigung in Asien auf eine kontinuierliche Produktion umstellte.
MustGrow im Fazit: Solide Bilanz trifft operative Hebel
MustGrow zeigt, dass man innovative Pflanzenbiotechnologie auch mit einem Asset-Light-Modell vorantreiben kann. Für Investoren reduziert dieser Ansatz Risiken und ermöglicht es dem Team von MustGrow, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Die Aktie gewann zuletzt an Dynamik. Da auch Düngemittel immer teurer werden, verfügt MustGrow mit seinen Produkten über einen immer bedeutsameren Hebel, um Erträge in der Landwirtschaft zu sichern und regulatorischen Vorgaben zu genügen. Das Unternehmen ist spannend und die Aktie des Bayer-Partners ist ein Fall für die Watchlist.
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