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29.09.2022 | 05:52

Barsele Minerals, K+S AG, BYD Aktie - Schweden liegt vorne

  • Gold
  • Edelmetalle
  • Erneuerbare Energien
  • Düngemittel
Bildquelle: unsplash.com

Durch die Explosionen in den Ostsee-Pipelines Nordstream 1 und 2 ist ein Umstieg auf andere Energiequellen speziell für die Deutsche Industrie unausweichlich. Düngemittelproduzent K+S mit Sitz in Kassel ist davon betroffen. Anders verhält es sich mit Barsele Minerals. Das kanadiche Unternehmen untersucht im sonnigen Schweden große Goldareale und will in Zukunft bis zu 3,5 Mio. Unzen des Edelmetalls fördern. Elektroauto und -batteriebauer BYD hingegen besitzt im Heimatland China genügend Ressourcen und setzt an zum Sprung in den Europäischen Markt. Welche Aktien jetzt der Krise trotzen, erfahren Sie hier.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , BARSELE MINERALS | CA0688921083

Inhaltsverzeichnis:


    Barsele Minerals etabliert Schweden als Gold Hotspot

    Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin sind für einen nachhaltigen technologischen Fortschritt in der Automobilindustrie unerlässlich. Dank seiner hohen Korrosionsbeständigkeit, guten Leitfähigkeit und einfachen Verarbeitung ist Gold hier ein sehr wertvolles Material. Vor allem, weil es bei der Herstellung von Elektronikkomponenten hilft, um sicherzustellen, dass sie langlebig und vor Umwelteinflüssen geschützt sind. Gold und weitere Edelmetalle unterstützen die Entwicklung alternativer Antriebsmodelle wie Elektro- und Wasserstoffautos sowie autonomes Fahren. Gold wird in erster Linie für die Autosteuerung, zum Beispiel für die Motor- und Getriebesteuerung sowie die Start-Stopp-Automatik, eingesetzt.

    Die kanadische Firma Barsele Minerals erforscht derzeit ein Areal mit Goldvorkommen in Schweden. Ihr Barsele-Projekt liegt in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden, 600 km nördlich von Stockholm. Es umfasst 33.500 Hektar im Fennoskandischen Schild. Die strukturell verbundenen goldmineralisierten Erzadern kommen hauptsächlich in einem Granodiorit-Grundgestein und in geringerem Ausmaß in vulkanischem und sedimentärem Gestein vor. Mehrere parallel verlaufende Erzadern, deren Breite zwischen 10 und 100m variiert, ergeben zusammen eine mineralhaltige Fläche von 425m. Das Areal umfasst somit einen ergiebigen Gürtel mit Gold- und Massivsulfidvorkommen, der die "Goldlinie" in Nordschweden durchschneidet. Forscher gehen davon aus, dass es in Schweden ähnlich viele Goldvorräte gibt wie in Alaska oder Kalifornien.

    Das Ziel von Barsele Minerals ist es, so ein großes Goldvorkommen zu fördern. Das Unternehmen schätzt die Förderung auf 3,5 Mio. Unzen Gold. Schweden bietet sich als Förderstandort hervorragend an. Denn das Land Schweden ist führender Produzent von Metallen in Europa. Es besteht eine Sicherheit der Besitzverhältnisse. Steuerliche Anreize bieten Investoren Vorteile, so existiert keine Mineraliensteuer und die Körperschaftssteuer beträgt nur 22%. Auch im Zuge der geopolitischen Spannungen bietet Schweden ein geringes Risiko. Es besitzt zudem gut definierte Umwelt- und Genehmigungsverfahren in einem bergbaufreundlichen Land.

    K+S AG - Energiekrise bedroht Deutsche Landwirtschaft

    Die Energiekrise in Europa hat den Düngemittel-Hersteller K+S voll im Griff. Denn die Düngemittelindustrie wird durch die Verteuerung von Erdgas aufgrund stark gestiegener Erzeugerpreise gebremst. Das Unternehmen mit Sitz in Kassel ist Europas größter Anbieter von Kali für die Verwendung in Düngemitteln und nach der Übernahme von Morton Salt der größte Salzproduzent der Welt. Das Unternehmen produziert und vertreibt auch andere Mineraldünger, z.B. aus Magnesium und Schwefel. Doch der Produktionsprozess der meisten Düngemittel ist sehr energieintensiv.

    Die Preise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen sind in den letzten Monaten stark gestiegen. Im August verdoppelten sie sich im Vergleich zum Vorjahresmonat (+108,8%). Bereits 2022, kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine, lagen die Preise um 87,2% höher als 2021. Der Absatz von Kali-Dünger fiel im letzten Quartal um 52,3% auf 55.900 t Kaliumoxid. Auch der Stickstoff-Dünger verzeichnete einen Rückgang von 18,5%. Lediglich der Kalk-Dünger (592.600 t Calciumoxid) blieb mit einem Minus von 0,1% nahezu unverändert.

    Die Landwirtschafts- und Bauernverbände richten sich in einem gemeinsamen Appell an den amtierenden deutschen Wirtschaftsminister Robert Habeck. “Ein Zusammenbruch der Produktion ist nicht auszuschließen, denn die Betriebe fallen aufgrund ihrer klein- und mittelständischen Struktur nicht in den Geltungsbereich der Hilfsprogramme der Bundesregierung.”

    Die Dachverbände weisen in dem Schreiben darauf hin, dass die Erzeugung von Obst, Gemüse und Kartoffeln aufgrund der hohen Qualitätsstandards sehr energieintensiv ist. Die Unternehmen können die steigenden Kosten jedoch nicht am Markt weitergeben, da der Lebensmittelhandel aufgrund abnehmender Kaufkraft der Konsumenten zunehmend auf preiswertere Importware zurückgreift. Dadurch droht Arbeitsplätzen und Wertschöpfung im strukturschwachen ländlichen Raum ein Zusammenbruch. Der Produktionsstopp würde zu Versorgungsengpässen führen und das Ende einer regionalen und nachhaltigen Erzeugung bedeuten. So bleibt die Lage auch für K+S weiterhin angespannt.

    BYD - Emissionsfreie Transportlösungen auf dem Sprung nach Europa

    BYD erobert derzeit den europäischen Markt. Im PKW-Sektor launcht der chinesische Elektromobilbauer drei Modelle für den kleinen und größeren Geldbeutel. Auf der IAA in Hannover überzeugt das Unternehmen zudem im kommerziellen Sektor der Elektrobusse und Elektro-LKW für den gewerblichen Verkehr. Zwei emissionsfreie, rein elektrisch betriebene LKW präsentiert BYD auf der Fachmesse. Ein Modell für den städtischen Lieferverkehr und ein LKW für Logistik und Müllabfuhr. Auch der eBus wird zum ersten Mal in Europa ausgestellt und zeichnet sich durch innovative Technologie aus.

    Herr Javier Contijoch, eBus Sales Vice President bei BYD Europe Commercial Vehicles, sagt: "Wir freuen uns, den europäischen Kunden die neuesten technologischen Innovationen von BYD vorstellen zu können, die sowohl eTrucks als auch eBusse umfassen. Wir sehen die Zukunft in der Elektromobilität und wollen durch Partnerschaften dazu beitragen, dass die europäischen Kunden bei der Elektrifizierung ihrer Flotten möglichst reibungslos unterwegs sind."

    Der Vorteil bei BYD liegt neben dem Bau der Elektromobile auch in der ständigen Optimierung der Batterie-Antriebe. Das Fachwissen im Bereich der Batterie- und Elektroniktechnologien ist von essenzieller Bedeutung für die Expertise von BYD mit neuen Energielösungen. Das Unternehmen bündelt damit Forschungs- und Entwicklungsressourcen, die andere Elektromobilhersteller einkaufen müssen. Doch auch VW und Tesla rüsten nach, mit angegliederten Batterieproduktionsstätten. Daimler setzt nach wie vor auf eine Kooperation mit China in der Herstellung der Antriebsenergie.

    BYD vertreibt seine E-Mobility Lösungen in über 70 Ländern. Heute sind über 2,5 Mio. BYD-Fahrzeuge mit neuen Energien auf den Straßen unterwegs, darunter 90.000 Nutzfahrzeuge. Die Strategie der Chinesen ist denkbar einfach. Durch lokale Joint Ventures bauen sie sich ein weltweites Partner-Netzwerk auf, u.a. entsteht so eine neue Kooperation für E-Busse in Spanien. In China sitzt BYD mit seinen Mineralien-Vorkommen an der Quelle, um dort Batterien und andere Bauteile für ihre Produkte zu fertigen.


    Jeder Investor sollte sich gut überlegen, in welchen Mix an Rohstoffen, zukunftsweisenden Industrien und in welchen Ländern er investiert. China's Wirtschaft wird nach wie vor von der Null-Covid Strategie samt Lockdowns erschüttert, auch besitzt ein Anleger nie einen Unternehmensanteil, sondern immer nur ein Zertifikat (ADR = American Depositary Receipt). Deutsche Unternehmen wie die K+S AG müssen die horrenden Energiepreise mit einkalkulieren, die sich nie gänzlich an die Abnehmer übertragen lassen. Der Deutsche Bauernverband warnt eindringlich vor möglichen Produktionsstops in der Landwirtschaft. Viel entspannter ist dagegen das Goldprojekt von Barsele Minerals in Schweden. Das skandinavische Land besitzt in etwa so große Goldvorkommen wie Alaska oder Kalifornien und bietet eine ideale Infrastruktur sowie steuerliche Vorteile für Barsele Minerals.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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