24.08.2026 | 04:50
Daten als Währung im KI-Zeitalter: Wie Samsung Electronics, Aspermont und Siemens profitieren!
Es gibt jetzt schon viele Menschen, die ihre Arbeit durch KI-Sprachmodelle vereinfacht haben. Schnelle Recherchen für den Job, aber auch Wetterabfragen für den Freizeitspaß sind meist nur einen Griff weit entfernt. Doch die wahre Revolution dürfte im Industriebereich stattfinden. Dort verfügen die Konzerne über historische Daten und können diese nutzen, um nicht nur Kosten einzusparen, sondern Umsätze und Gewinne zu steigern. Dies geschieht derzeit an allen Fronten, von der Autoindustrie, über den Flugzeugbau, das Mining oder die Chipfertigung. Wir blicken heute deshalb auf die Aktien von Samsung Electronics, Aspermont und Siemens!
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
ASPERMONT LTD. | AU000000ASP3 | ASX: ASP , SIEMENS AG NA O.N. | DE0007236101 , SAMSUNG EL./25 GDRS NV PF | US7960502018
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Samsung Electronics: Beschleunigung durch KI!
Samsung Electronics ist bekannt für sein Konsumentengeschäft mit Smartphones, OLED-Displays und Haushaltsgeräten. Doch richtig Geld verdient der südkoreanische Konzern mit seiner hochprofitablen Halbleiter-Sparte. Dank des Chip-Business stieg der Umsatz im zweiten Quartal um rund 28 % auf umgerechnet etwa 119 Mrd. USD. Der Nettogewinn erreichte gar historische 49,8 Mrd. USD, was einem Zugewinn von 52 % entspricht. Doch die Entwicklung hört wohl erst einmal nicht auf. Die Nachfrage nach DRAM- und NAND-Speichern wird durch den Ausbau der AI-Server-Infrastrukturen vorangetrieben, zugleich können Preiserhöhungen durchgesetzt werden.
Doch Samsung schaut voraus und will KI für sich selbst nutzen. Man muss fit bleiben, um den harten Wettbewerb bestehen zu können. Wie das gehen kann, zeigt die Zusammenarbeit mit Anthropic. Bei der Entwicklung von kundenspezifischen Chips hat man sich die Möglichkeiten des Partners zunutze gemacht. Ein Teil der Arbeit ist dabei die zeitaufwendige Verifikation und Modellierung im Chipdesign. Berichten zufolge setzt Samsungs Chip-Sparte dabei auf das KI-Tool Claude Code direkt in der Entwicklung von System-on-Chips. Die Produktivitätssprünge dürfen ruhig als enorm bezeichnet werden. Vorher dauerte allein die Einrichtung der virtuellen Testumgebung und das Testen verschachtelter Datenpfade für ein Kunden-Chipdesign regelmäßig mehr als 30 Tage. Mit Claude Code konnte der Prozess binnen zwei Tagen abgeschlossen werden.
Mit solchen Fortschritten will sich Samsung gegen die Konkurrenz durchsetzen. Und diese Effizienz braucht der Konzern auch, denn Hauptkonkurrent Qualcomm beschäftigt weltweit rund 52.000 Mitarbeiter, Samsung in seinem Chip-Segment nur 6.000 Mitarbeiter. Die Aktie von Samsung Electronics konnte sich von Anfang 2025 bis zum Frühjahr dieses Jahres vervielfachen. Aktuell läuft eine Konsolidierung. Wer im Chip-Wettrennen mitspielen will, kann durchaus auf Samsung setzen!
Aspermont: Mit echten Daten ins KI-Zeitalter!
2024 wurde eine der bekanntesten Forschungsarbeiten zur Künstlichen Intelligenz in Nature veröffentlicht. Demnach zeigten (Shumailov et al.) mathematisch und empirisch, dass generative KI-Modelle ohne Gegenmaßnahmen nach mehreren Generationen rein synthetischer Trainingsdaten unbrauchbar werden und verzerrte oder bedeutungslose Ergebnisse liefern. Dass dies bereits Teil der Realität ist, sieht man an vielen Texten im Internet. Die KI lernt von anderen KI-Texten, am Ende wird eine extrem geglättete, statistische Wahrscheinlichkeit von Sprache wiedergegeben.
Daher liegt die Gegenwart und die Zukunft des Nutzens von KI vor allem in echten Daten. Industrieunternehmen wie Siemens oder Samsung Electronics (siehe oben) bauen heute schon die von ihnen genutzte Künstliche Intelligenz auf echten Daten auf und setzen nicht auf kostenloses Material im Netz. Wer echte Daten besitzt, kann das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz erfolgreich gestalten.
Zu den Gewinnern dieser Entwicklungen könnte auch Aspermont gehören. Das australische Medienhaus hat sich auf Fachmedien spezialisiert und besitzt einen Schatz aus Daten für die Bergbaubranche. Das Ziel ist es, das klassische Verlagsgeschäft in ein hochprofitables Data-as-a-Service (DaaS)-Modell für die Rohstoffbranche zu transformieren. Beispielhaft hierfür steht die Zusammenarbeit zwischen Aspermont und Rio Tinto, einem der größten Bergbaukonzerne der Welt. Dabei setzen die beiden Partner als Grundlage auf die Digitalisierung und das Training der KI mit den Daten. Aspermont besitzt ein über 180 Jahre altes Medienarchiv mit Fachinformationen, historischen Berichten und technischen Analysen aus dem Sektor. Diese Daten werden über Plattformen wie Mining-IQ aufbereitet und strukturiert. Zudem werden Daten von Drittanbietern ergänzt.
Für Rio Tinto könnte sich diese Zusammenarbeit als äußerst lukrativ erweisen. Nutzbar sind sie bei Marktanalysen, im Bereich der Technologieforschung und bei strategischen Entscheidungen. Aspermont wiederum profitiert als Lieferant von Data-Licensing-Deals und Digitalisierungsverträgen. So könnte Data-as-a-Service die Tür zur Zukunft von Aspermont sein.
In den kommenden Quartalen könnte dieser Ansatz die Transformation des Einnahmenmodells des Unternehmens zeigen. An der Börse ist Aspermont lediglich 12 Mio. AUD wert. Die Analysten von GBC Research sehen hier extrem viel Potenzial. Langfristig könnte das Unternehmen so eine EBITDA-Marge von 20 % einfahren. Das ausgegebene Kursziel liegt bei 5,20 AUD und damit bei einem Vielfachen des aktuellen Aktienkurses.
Siemens: Nahe Allzeithoch!
Siemens ist das weltweit größte Industrie-Softwarehaus für Fertigungsautomatisierung und digitale Zwillinge. Bei der Industrieautomatisierung ist der DAX-Konzern führend, das gilt insbesondere bei Steuerungssoftware und programmierbaren Logiksteuerungen. Je nach Region hält Siemens wohl einen Marktanteil von geschätzt 30 bis 40 %, wobei man aus historischen Gründen am stärksten in Europa positioniert ist. Im Fokus stehen dabei vor allem Top-Automobilhersteller, Flugzeugbauer oder Elektronikkonzerne.
Damit besitzt Siemens einen der größten Datenschätze der Industrie. Und diese Power nutzen die Münchener auch. So verknüpft man seine breite physische Basis in Fabriken mit der virtuellen Software-Welt (Digitale Zwillinge, CAD/PLM) zu sogenannten „Industrial-AI-Lösungen“. Siemens baut hier KI-Modelle, die auf spezifischen Betriebs- und Echtzeitdaten basieren. Das kann die Effizienz enorm steigern. So ermöglicht dies eine „vorausschauende Wartung“. Mit digitalen Zwillingen von Fabriken kann Siemens Produkte, Produktionsstraßen und ganze Werke in der virtuellen Welt simulieren. Das spart den aufwendigen und teuren Bau von physischen Prototypen, kann Energiesysteme optimieren und die Auslastung bereits vorher simulieren. Als ein prominentes Beispiel gilt eine Zusammenarbeit mit Schaeffler, wo Automatisierungscodes für Roboter und Fertigungsstraßen in weit kürzerer Zeit erstellt werden können.
Siemens könnte aufbauend auf diesem Datenschatz einer der ganz großen industriellen Gewinner der KI-Revolution in den kommenden Jahren werden. Offensichtlich glauben das auch viele Anleger. Die Aktie des wertvollsten deutschen Unternehmens steigt seit 2022 kontinuierlich an und befindet sich derzeit nahe ihres Allzeithochs. Durch die enorme Kursentwicklung ist allerdings die Dividendenrendite inzwischen auf rund 2 % gefallen. Langfristig orientierte Investoren können Korrekturen zum Einstieg nutzen.
Fazit: Samsung beschleunigt seine Entwicklungszeiten mit moderner KI und kann so mit dem Wettbewerb Schritt halten. Aspermont setzt auf seine riesige Datenbank im Bergbau und will mit seinem Data-as-a-Service-Ansatz bei Kunden, Partnern und Anlegern punkten. Siemens wiederum nutzt seine Industriedaten, um Kunden effizienter zu machen.
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