11.03.2026 | 05:20
Die Blade-Offensive von BYD, der Rohstoff-Rausch bei Power Metallic Mines und das Volkswagen-Erdbeben: Jetzt Chancen nutzen!
Hinter dem unscheinbaren Gehäuse einer Batterie verbirgt sich das neue Schlachtfeld der Weltwirtschaft. Denn der Wettlauf um die Elektromobilität ist längst mehr als ein Ringen um die beste Reichweite. Es ist ein erbitterter Kampf um strategische Rohstoffe und die technologische Vormachtstellung, der über Gewinner und Verlierer der nächsten Dekade entscheiden wird. Während der Hunger nach Kupfer, Nickel und Lithium neue Förderprojekte erzwingt, prallen in dieser Arena die unterschiedlichsten Strategien aufeinander. Wir sehen uns die aktuelle Situation von BYD, Power Metallic Mines und Volkswagen an und analysieren Chancen und Risiken.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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BYD – neue Blade Batterie schafft neue Fantasie
Die jüngsten Verkaufszahlen von BYD zeichnen ein geteiltes Bild. Im Heimatmarkt China läuft es für den Elektroautopionier seit Monaten nicht mehr rund. Der Absatz sank im Februar 2026 um über 40 % im Vergleich zum Vorjahr. Es ist der sechste Rückgang in Folge. Neben saisonalen Effekten wie den Neujahrsfeiertagen macht dem Konzern vor allem der erbitterte Preiskampf im Reich der Mitte zu schaffen. Konkurrenten wie Geely oder Leapmotor halten sich besser oder wachsen sogar, was zeigt, dass das Problem nicht allein an der schwächelnden Gesamtnachfrage liegt. Für Anleger stellt sich daher die Frage, ob das Wachstum in China endgültig an seine Grenzen gestoßen ist.
Während die Inlandsgeschäfte stocken, gewinnt der Export zunehmend an Bedeutung als Treiber. Erstmals gingen im Februar mehr Fahrzeuge ins Ausland als an heimische Kunden, ein Anstieg um 50 %. Mit dem Ziel von 1,3 Mio. exportierten Einheiten für 2026 forciert BYD die internationale Expansion. Neue Werke in Ungarn und mögliche Übernahmen in Mexiko unterstreichen die Strategie, regionale Märkte wie Europa und Lateinamerika direkt zu bedienen. Das Kalkül dahinter ist klar. Höhere Margen im Ausland und eine geringere Abhängigkeit vom umkämpften chinesischen Markt könnten die Bewertung langfristig auf ein neues Fundament stellen.
Impulse für die Zukunft verspricht die jüngste Technologieoffensive. Die zweite Generation der Blade-Batterie ermöglicht Reichweiten von über 1.000 km und senkt die Ladezeit drastisch, von 10 auf 70 % in nur 5 min. Ergänzt wird dies durch den Aufbau eines eigenen Schnellladenetzes mit tausenden Stationen in China. Gelingt es, mit diesen Innovationen die letzten Vorbehalte gegen Elektroautos auszuräumen und gleichzeitig das Auslandsgeschäft konsequent auszubauen, könnte BYD die Talsohle durchschreiten. Die Batteriesparte liefert mit soliden Zuwächsen bereits jetzt ein zweites Standbein, das oft unterschätzt wird. Derzeit ist die Aktie für 10,52 EUR zu haben.
Power Metallic Mines - was Investoren wissen müssen
Die jüngsten metallurgischen Testergebnisse aus Québec dürften selbst erfahrene Bergbau-Investoren aufhorchen lassen. Ein kanadisches Explorationsunternehmen hat für seine Lion-Zone Gewinnungsraten vorgelegt, die weit über dem Branchendurchschnitt liegen. Die Werte liegen bei 98,9 % für Kupfer, 96,8 % für Platin und 93,9 % für Palladium. Bislang hatte das Management konservativ mit 80 % kalkuliert. Wer jetzt nur auf die Bohrergebnisse schaut, übersieht das Entscheidende. Die hohen Gewinnungsraten bedeuten, dass aus jeder geförderten Tonne Erz deutlich mehr verkaufbares Metall wird. Das verbessert die Wirtschaftlichkeit erheblich. Hinzu kommt, dass fast die Hälfte des Werts aus Kupfer stammt, einem Metall, das für die Energiewende unverzichtbar ist.
Das Management hat aus der verhaltenen Marktreaktion gelernt und zieht nun die vorläufige wirtschaftliche Bewertung (PEA) vor. Statt wie zuerst an die New Yorker Börse zu gehen, konzentriert man sich auf belastbare Zahlen zur Wirtschaftlichkeit. Parallel läuft die Exploration mit weiteren 65.000 Bohrmetern auf Hochtouren, finanziert aus einer gut gefüllten Kriegskasse von rund 30 Mio. CAD. Besonders spannend ist die systematische Suche nach weiteren Zonen. Das Unternehmen hat sein Landpaket massiv erweitert und kontrolliert heute 7 der 8 wichtigsten Zielstrukturen in der Region. Die Weichen für einen ganzen Bergbaudistrikt sind gestellt.
Ein Blick auf das Aktionärsregister verrät mehr als jede Pressemitteilung. Hier haben sich Schwergewichte wie Robert Friedland, Rob McEwen und Gina Rinehart eingekauft. Diese Namen stehen für erfolgreiche Minenentwicklungen. Diese Investoren setzen auf langfristige Wertschöpfung. Die geografische Lage ist ein weiterer Pluspunkt. Direkt neben der Lagerstätte verlaufen Hochspannungsleitungen und eine Hauptverkehrsader. Infrastruktur, für die andere Milliarden aufwenden müssen, existiert hier bereits. Hinzu kommen steuerliche Anreize der Provinz Québec. Die Bewertung erscheint im historischen Vergleich ähnlicher Entdeckungen noch moderat. Daher ist das Potenzial für geduldige Investoren erheblich. Aktuell notiert die Aktie bei 1,07 CAD.
Volkswagen – Erträge brechen ein
Das vergangene Geschäftsjahr war für Europas größten Autobauer ein Jahr der Gegensätze. Der Umsatz blieb mit rund 322 Mrd. EUR nahezu stabil, doch unterm Strich brach der Gewinn ein. Mit 6,9 Mrd. EUR netto verdiente der Konzern 44 % weniger als im Vorjahr, der niedrigste Wert seit der Dieselkrise. Die operative Marge sackte auf 2,8 % ab. Belastungen kamen von mehreren Seiten. US-Importzölle, ein schwieriges China-Geschäft und Sondereffekte bei den Töchtern fraßen die Erträge auf. Dass der Netto-Cashflow in der Autosparte auf 6,4 Mrd. EUR stieg, verhindert zumindest Liquiditätssorgen. Der Auftragseingang in Europa legte um 13 % zu, getrieben von Elektroautos, ein kleiner Lichtblick.
Besonders ins Kontor schlug die Entwicklung bei der Sportwagenschmiede Porsche. Deren operatives Ergebnis sackte von 5,3 Mrd. EUR auf magere 90 Mio. EUR ab. Die Rendite? Gerade einmal 0,3 %. Der Grund ist ein strategischer Schwenk weg vom reinen Elektrokurs zurück zu mehr Verbrennern, der tiefe Löcher in die Kasse riss. Auch die Chinesen kaufen weniger deutsche Premium-Autos, während lokale Anbieter wie BYD aggressiv Marktanteile erobern. Audi und die Nutzfahrzeugtochter Traton spürten ebenfalls den Gegenwind aus Fernost und Nordamerika. Die Kernmarke VW hielt sich mit einer Marge von 4,7 % vergleichsweise stabil. Das ist ein Beleg dafür, dass das Volumengeschäft die Basis bildet, während die vermeintlichen Perlen gerade schwächeln.
Der Vorstand reagiert mit einem scharf gespitzten Bleistift. Bis 2030 will der Konzern 50.000 Stellen in Deutschland abbauen. 15.000 mehr als noch Ende 2024 vereinbart. Das Gros entfällt auf die Kernmarke, doch auch Töchter wie Audi, Porsche und die Softwaretochter Cariad müssen Federn lassen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis dahin ausgeschlossen, der Abbau läuft über Altersteilzeit und Abfindungen. Die Rechnung dahinter sieht Kostensenkung um 20 % über alle Marken hinweg vor. Insgesamt sollen rund 60 Mrd. EUR bis 2028 eingespart werden. Für 2026 erwartet der Konzern eine operative Rendite von 4,0-5,5 % und Umsatzwachstum von bis zu 3 %. Die Dividende sinkt auf 5,26 EUR je Vorzugsaktie, ein Minus von rund 17 %. Momentan kostet eine Aktie 90,52 EUR.
Die elektrische Zukunft wird nicht nur gebaut, sondern auf dem Rohstoffmarkt und am Fließband erbittert erkämpft. BYD überwindet die China-Flaute mit einer technologischen Revolution in der Batteriezelle und forciert mutig die Expansion nach Übersee. Power Metallic Mines wiederum lockt mit spektakulären Ausbeuten in Quebec die ganz schweren Jungs der Branche an, die auf das nächste große polymetallische Vorkommen setzen. Volkswagen dagegen kämpft sich mit einem beispiellosen Sparkurs und Stellenabbau durch das Tal der Tränen, während die Rendite der Nobeltochter Porsche wegschmilzt.
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