09.03.2026 | 05:30
Die Top-Dividendenaktien: Mit Novo Nordisk, RE Royalties und SAP ernten Sie, wo andere nur Risiko sehen
Die Märkte schwanken zwischen Kriegsangst und Zinshoffnung – doch während Geopolitik und Konjunkturdaten für Verunsicherung sorgen, richten sich die Blicke der Anleger auf ein altbewährtes Prinzip: verlässliche Dividenden. Der März 2026 führt uns vor Augen, wie fragil das globale Wachstum ist, wenn die Straße von Hormus zum Pulverfass wird und selbst der IWF vor neuen Schocks warnt. In diesem Spannungsfeld zwischen akuter Krise und der Suche nach beständigen Erträgen gewinnen Unternehmen an Bedeutung, deren Ausschüttungspolitik auch in turbulenten Zeiten Bestand hat. Wir sehen uns daher Novo Nordisk an, dessen Dividendenkontinuität sich im umkämpften Pharmamarkt bewähren muss, RE Royalties, mit einer bemerkenswert hohen Rendite und SAP, die mit einer Dividendenerhöhung überrascht.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
NOVO NORDISK A/S | DK0062498333 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 , SAP SE O.N. | DE0007164600
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Novo Nordisk - zwischen Gegenwind und strategischer Neuaufstellung
Die aktuellen Geschäftszahlen von Novo Nordisk zeichnen ein Bild der Zweiteilung. Einerseits bescherte das 4. Quartal 2025 mit einem Umsatz von umgerechnet rund 12,5 Mrd. USD und einem Gewinn je Aktie von 1,02 USD einen soliden Jahresabschluss. Andererseits lasten die Aussichten für 2026 schwer auf der Stimmung. Der Konzern rechnet mit einem Umsatzrückgang von bis zu 13 % und einem operativen Gewinneinbruch in ähnlicher Größenordnung. Haupttreiber sind sinkende Nettopreise in den USA durch das "Most-Favoured-Nations"-Abkommen sowie der beginnende Patentverlust für Semaglutid in Schlüsselmärkten außerhalb Amerikas. Hinzu kommt der zunehmende Wettbewerbsdruck, insbesondere durch Eli Lilly.
Dennoch unternimmt das Management klare Schritte, um die Position zu halten und auszubauen. Die Einführung der oralen Version von Wegovy in den USA zeigt eine starke Nachfrage und verschafft dem Unternehmen einen zeitlichen Vorsprung im Segment der Pillen. Parallel wird die Pipeline weiterentwickelt. Der Nachfolgekandidat CagriSema erzielte in Studien zwar gute Gewichtsverlustraten, blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Das Unternehmen reagiert mit Investitionen in die Produktion, wie einer 400 Mio. EUR Erweiterung in Irland, und strategischen Partnerschaften, etwa mit der Telemedizin-Plattform Hims & Hers, um Vertriebswege zu verbreitern.
Trotz der operativen Delle zeigt sich das Unternehmen aktionärsfreundlich. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung am 26. März eine Gesamtdividende von 11,70 DKK (etwa 1,57 EUR) pro Aktie vor. Damit würde sich eine Dividendenrendite im Bereich von knapp 5 % ergeben, was ein Investment attraktiv erscheinen lässt. Darüber hinaus ergibt sich Kurspotenzial aus dem Bewertungsabschlag. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 11 erscheint die Aktie im Vergleich zu Wettbewerbern und zur eigenen Historie moderat bewertet. Gelingt es Novo Nordisk mit Volumenwachstum und den nächsten Pipeline-Kandidaten die Margen zu stabilisieren, könnte der Markt dies mit einer deutlichen Neubewertung honorieren. Derzeit ist die Aktie für 33,17 EUR zu haben.
RE Royalties - wie ein Finanzierer die Energiewende für sich nutzt
Das Geschäftsmodell klingt simpel, ist in der Branche aber noch die Ausnahme. RE Royalties aus Vancouver kauft Umsatzbeteiligungen an Wind- und Solarparks oder Batteriespeichern. Projektentwickler bekommen damit Kapital, ohne Firmenanteile abgeben zu müssen. Der Finanzierer erhält im Gegenzug über 20 bis 25 Jahre einen festen Prozentsatz vom Bruttoumsatz der Anlagen. Das Modell ist aus dem Rohstoffsektor bekannt, im Bereich erneuerbarer Energien aber noch ungewöhnlich. Das Interessante daran ist, dass Kostensteigerungen auf Betreiberebene für RE Royalties weitgehend folgenlos bleiben, weil die Einnahmen an den Umsatz und nicht an den Gewinn gekoppelt sind. Das sichert langfristig planbare Einnahmen.
Die Kanadier forcieren derzeit ihre Expansion in den USA mit einem Investitionsvolumen von bis zu 9 Mio. USD. Konkret flossen im Januar zunächst 3 Mio. USD an den Entwickler Solaris Energy, Anfang Februar folgte eine weitere Tranche über 800.000 USD. Das erste Projektpaket umfasst 15 Anlagen in Kalifornien, Maine, Delaware, New Hampshire und Colorado. 9 davon sind bereits im Bau. Die Royalty-Struktur ist auf eine Mindestrendite über 25 Jahre ausgelegt und läuft danach für die Restlebensdauer der Projekte weiter. Ein zweites Portfolio mit 9 weiteren Solarprojekten befindet sich derzeit in der Prüfung.
Bisher zahlte das Unternehmen über Jahre verlässlich vierteljährlich 0,01 CAD je Aktie aus. Seit Dezember stellt der Vorstand die Politik auf eine jährliche Zahlung um. Ein kluger Schachzug, um das Kapital gezielt für neue Projekte einzusetzen. Die letzte quartalsweise Zahlung erfolgte im Januar 2026. Damit bleibt die Ausschüttung unverändert, was in der Wachstumsphase eines Unternehmens für Kontinuität und Vertrauen spricht. Der finanzielle Spielraum, den die Umstellung schafft, ermöglicht es dem Management, die vielversprechende Projektpipeline zügig voranzutreiben. Langfristig profitieren davon am Ende auch die Aktionäre. Bleibt die Dividende stabil, kommt man bei einem aktuellen Aktienpreis von 0,385 CAD auf eine Dividendenrendite von rund 10,4 %.
SAP - zwischen Transformationsfortschritt und Marktskepsis
SAP durchläuft derzeit eine der tiefgreifendsten Veränderungen seiner Unternehmensgeschichte – und der Kapitalmarkt reagiert verunsichert. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen ein Unternehmen, das operativ solide liefert. Das Cloud-Geschäft wuchs um 26 % auf rund 21 Mrd. EUR, der gesamte Cloud-Auftragsbestand erreichte mit 77 Mrd. EUR ein Rekordniveau. Gleichzeitig fiel die Wachstumsrate des kurzfristigen Cloud-Backlogs mit 25 % etwas niedriger aus als erhofft, was die Aktie zeitweise zweistellig einbrechen ließ. Für Anleger stellt sich die Frage, ob hier durch Wachstumsängste überreagiert wurde oder sich eine nachhaltige Verlangsamung abzeichnet.
Die strategische Ausrichtung ist klar. SAP treibt die Migration seiner Bestandskunden von lokalen Installationen in die Cloud voran. Durch das Support-Ende für das alte ECC-System Ende 2027 stehen die Kunden unter zusätzlichem Druck, sich zeitnah zu entscheiden. Wer umsteigt, zahlt im Schnitt das Zwei- bis Dreifache der bisherigen Support-Gebühren. Parallel integriert das Unternehmen KI tief in seine Produkte. In zwei Dritteln aller Cloud-Neuabschlüsse war SAP Business AI bereits enthalten. Der KI-Copilot Joule soll künftig einen Großteil operativer Prozesse automatisieren. Durch die KI soll der Umsatz wachsen.
Der Vorstand will die Dividende anheben. Für das Jahr 2025 sollen 2,50 EUR je Anteilsschein ausgeschüttet werden. Das ist ein sattes Plus von 6,4 %. Bezogen auf den aktuellen Kurs von 173,72 Euro käme man damit auf eine Rendite von gut 1,4 %. Die Ausschüttungsquote liegt mit 40,7 % am unteren Rand der selbstgesetzten Zielmarke von mindestens 40 %, was Spielraum für künftige Erhöhungen lässt. Darüber hinaus signalisiert das neu aufgelegte Aktienrückkaufprogramm über bis zu 10 Mrd. EUR, dass das Management den eigenen Kurs für unterbewertet hält. Für langfristig orientierte Anleger ergibt sich so die Perspektive auf Dividendenwachstum und zusätzliches Kurspotenzial durch die Rückkaufaktivitäten.
Das Jahr 2026 belohnt Anleger, die jenseits der geopolitischen Großwetterlage auf Substanz setzen. Novo Nordisk beweist mit einer unerwartet hohen Dividendenrendite von knapp 5 %, dass selbst ein zyklischer Gewinnrückgang die Aktionärsorientierung des Pharmariesen nicht trübt. RE Royalties zeigt, wie man mit einem cleveren Finanzierungsmodell von der Energiewende profitiert und den Aktionären trotz Wachstumskurs eine verlässliche Ausschüttung bietet. SAP wiederum signalisiert mit einer Dividendenerhöhung und einem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm, dass der Vorstand den jüngsten Kursrutsch für übertrieben hält und das Vertrauen in die KI-getriebene Transformation ungebrochen ist.
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