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26.06.2026 | 04:40

Drei Tech-Aktien im Fokus: Micron Technology, Volatus Aerospace und First Solar!

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  • KI-Rechenzentren
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Bildquelle: AI

Kommt es zu Zinserhöhungen, die den Tech-Boom abwürgen? Vielleicht! Aber Fakt ist: Die Branche mit Fokus auf Künstliche Intelligenz wächst dramatisch. Nachdem die KI-Hyperscaler ihre Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt hatten, erhöhten die Analysten die Schätzung für den Capex der Branche allein für dieses Jahr auf mehr als 700 Mrd. USD: Google, Meta, Amazon, Microsoft und Co. setzen massiv auf den Durchbruch und glauben, dass hier die Gewinne und die Monopole der Zukunft liegen. Profiteure dieser Entwicklungen sind aber auch die vielen Lieferanten, denn Rechenzentren brauchen Chips, Speicher oder auch Energie. Eine wichtige Rolle spielt die KI-Entwicklung aber auch bei Drohnen. Egal ob zivil oder militärisch: Die unbemannten Fluggeräte haben bereits heute ihren festen Platz in der Welt und dürften an Bedeutung gewinnen. Daher blicken wir heute auf die Aktien von Micron Technology, Volatus Aerospace und First Solar.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , FIRST SOLAR INC. D -_001 | US3364331070 , MICRON TECHN. INC. DL-_10 | US5951121038

Inhaltsverzeichnis:


    Micron Technology wie im Rausch: Gewinne explodieren!

    Wenn sich Gewinne und Umsätze vervielfachen, muss es sich um einen absoluten Boom handeln. Und in diesem befindet sich Micron Technology, wie die am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen zeigen. Der US-Technologiekonzern hat selbst die optimistischen Prognosen von Analysten geradezu pulverisiert. Nachbörslich legte der Wert zeitweise prozentual zweistellig zu und dürfte in den kommenden Tagen das Geschehen an der Wall Street mitbestimmen. So wurde der Umsatz im dritten Geschäftsquartal auf 41,46 Mrd. USD fast verfünffacht. Und die Gewinne sprudeln wie nie zuvor und auch sie lagen deutlich über dem Marktkonsens. So erreichte der bereinigte Gewinn je Aktie satte 25,11 USD. Analysten hatten durchschnittlich lediglich mit 20,78 USD gerechnet. Der Anstieg nachbörslich dürfte aber vor allem mit dem Ausblick zu tun haben. Hier enttäuschte Micron keineswegs. Das Unternehmen rechnet für das vierte Quartal mit einem Umsatz von 50 Mrd. USD und einem Gewinn je Aktie von 31 USD. Die Bruttomarge soll auf phänomenale 85 % steigen.
    Micron Technology profitiert damit wie kaum ein zweites Unternehmen von den Investitionen in KI-Rechenzentren. Die Speicherchips des bereits 1978 in Boise (Idaho) gegründeten Konzerns sind ein wichtiger Bestandteil der Prozessoren von Nvidia und Google sowie Teil großer Server-Farmen, dem Rückgrat der Künstlichen Intelligenz. Die enorme Nachfrage hat zu einem Anstieg der Speicherpreise in nie gekannte Höhen geführt. In der Folge steigen auch die Preise für Smartphones und Laptops massiv. Interessant ist, dass das Management bestätigte, dass man bis Ende 2027 praktisch ausverkauft ist.
    Die Aktien von Micron Technology hatten an der Nasdaq bereits die 1.000 USD-Marke deutlich geknackt. Ja, das ist ein Hype. Aber einer, der mit Gewinnen unterlegt ist. Wer hier nach dem steilen Anstieg – eine Versechsfachung in 12 Monaten – mitspielen will, muss gute Nerven haben.

    Volatus Aerospace: Drohnen für Zivilgesellschaft und Militär

    Drohnen werden immer wichtiger in militärischen Konflikten. Am Persischen Golf haben sie die Vereinigten Staaten wohl Milliarden an teurem Equipment gekostet. Und auch Russland spürt gerade, wie die kleine Ukraine im Krieg punktet. Für viele Militärbeobachter ist klar, dass die unbemannten Flugobjekte in den kommenden Jahren immer wichtiger für die Verteidigung eines Landes werden und zum festen Arsenal einer jeden Militärmacht gehören werden. Panzer oder große Kriegsschiffe dürften dagegen an Bedeutung verlieren.
    Auf dem Kurszettel bietet sich Anlegern mit Volatus Aerospace eine Aktie an, die genau diesen Markt abbildet. Das kanadische Unternehmen hat diverse, für bestimmte Einsätze vorgesehene Drohnen in seinem Produktportfolio. Sie können Munition an die Front bringen, aber ebenso Medikamente in ein abseits der modernen Zivilisation gelegenes Dorf liefern. Das spart Kosten und Zeit, und schont im Zweifel Menschenleben. Darüber hinaus bietet Volatus Aerospace auch ein breites Angebot an Dienstleistungen an: von der Datenanalyse über die Fortbildung bis zu Wartungsservices.
    Volatus-CFO Abhinav Singhvi erklärte die Strategie des Unternehmens und erläuterte die 500 Mio. CAD schwere Pipeline des Unternehmens.
    https://www.youtube.com/watch?v=fURtUtX51IY
    Der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht. So übersteigt die Vertriebspipeline von rund 500 Mio. CAD den Börsenwert von Volatus, der aktuell bei rund 420 Mio. CAD liegt. Die Order-Pipeline von Volatus Aerospace stammt vorwiegend aus Verträgen mit NATO-Staaten. Als kanadisches Unternehmen profitiert man sicherlich auch davon, dass nicht mehr jede europäische Armee unbedingt US-Militärgüter kaufen möchte. Dazu kommt ein bevorstehender Boom im Heimatland. Kanadas Regierung hat beschlossen, dass man langfristig den Anteil kanadischer Lieferanten für die nationale Verteidigung auf 70 % des Budgets steigern will. Auch hier geht es darum, Abhängigkeiten vom Nachbarland USA zu reduzieren.
    Volatus Aerospace hat zudem einen wichtigen Meilenstein erreicht, um das bevorstehende Wachstum auch bewältigen zu können. So hat man in diesem Monat die rund 4.900 m² große Fertigungs- und Systemintegrationsanlage am internationalen Flughafen Montreal-Mirabel in Betrieb genommen. Damit wird die Grundlage für eigene Produktionskapazitäten geschaffen. Das Werk befindet sich in einem der etabliertesten Luftfahrt-Hubs Nordamerikas und ist Teil des YMX Innovation Centre. Die Produktion selbst ist bereits angelaufen: Die ersten Drohnen-Dockingstationen laufen vom Band und werden an gewerbliche Kunden ausgeliefert. Die Fertigung der V-Series-Flugzeuge von Volatus wird voraussichtlich in Kürze beginnen.
    Finanziell ist man für die kommenden Schritte gut aufgestellt. Vor wenigen Wochen sammelte man 34,5 Mio. CAD bei Investoren per Kapitalerhöhung ein. Die Aktie von Volatus Aerospace hat sich seit Juni 2025 in etwa verdreifacht. Nach dem Jahreshoch 2026 im März folgte aber in einem turbulenten Marktumfeld eine scharfe Korrektur. Gelingt die Bodenbildung, sollten Anleger den Einstieg suchen.

    First Solar: Boom dank Rechenzentren

    Solarenergie wird sukzessive billiger, weil die Komponenten immer günstiger in immer größeren Stückzahlen hergestellt werden. China ist hier der absolute Vorreiter, der die Kapazitäten im weltweiten Vergleich am schnellsten ausbaut. Doch die KI-Revolution in den USA macht diese dezentrale Technologie plötzlich auch dort attraktiv. Wer Rechenzentren baut, braucht Energie für den Betrieb. Doch das US-Stromnetz kann den gigantischen Bedarf kaum decken, zumal es hier und da schon in die Jahre gekommen ist. Solarparks lassen sich in den riesigen Weiten der Vereinigten Staaten ideal als Versorger für KI-Rechenzentren nutzen. Zumal ergänzende Batteriespeicherlösungen dafür sorgen, dass auch die Versorgung über Nacht gewährleistet wird. Dabei ist die Sonnenenergie oft ein Teil des Energie-Mix.
    Ein Profiteur dieser sprunghaft gestiegenen Nachfrage ist First Solar. Der Platzhirsch im US-Sonnenenergiesektor profitiert stark vom Ausbau von KI-Rechenzentren. Der Konzern aus Tempe in Arizona ist der größte Anbieter auf dem heimischen Markt. Ein gutes Beispiel ist die Energieversorgung eines Rechenzentrums von Microsoft in Arizona. Der Konzern möchte seinen CO₂-Fußabdruck ohnehin reduzieren, stößt aber durch den Energiehunger der Rechenzentren an Grenzen. Die von First Solar in den USA hergestellten Series 6 und Series 7 Module weisen laut Lebenszyklusanalysen einen bis zu sechsmal geringeren CO₂-Fußabdruck auf als herkömmliche, in Asien produzierte Silizium-Solarmodule. Zudem gelten die Dünnschichtmodule als sehr leistungsfähig bei hohen Temperaturen. Sie verlieren deutlich weniger an Effizienz als klassische Silizium-Paneele und gewährleisten somit auch eine konstantere Stromlieferung für die Serverkühlung und den IT-Betrieb.
    First Solar wird an der Börse inzwischen mit rund 27 Mrd. USD bewertet. Im ersten Quartal präsentierte das Unternehmen ein Umsatzwachstum von rund 45 %. Der Gewinn konnte sogar überproportional auf 3,22 USD je Aktie gesteigert werden. Zuletzt kam es aber auch hier nach einer Kursrallye zu Gewinnmitnahmen. Der solide Auftragsbestand im Volumen von 47,9 Gigawatt (GW) mit einem monetären Wert von rund 14,4 Mrd. USD zeigt die Planbarkeit des Geschäfts. Aktuelle Risiken sind vor allem Verzögerungen bei den Genehmigungen.


    Fazit: Mit First Solar setzen Anleger auf den Energiehunger von KI-Rechenzentren. Die jüngste Korrektur könnte ein Einstiegspunkt sein. Volatus Aerospace ist einer der wenigen Drohnen-Anbieter, der breit aufgestellt sowohl im zivilen wie militärischen Bereich aktiv ist. Micron Technology profitiert extrem vom Speicherbedarf in Rechenzentren. Diese Aktie ist allerdings ganz schön heißgelaufen. Aktuell eignet sie sich trotz niedriger Bewertung nur für Hartgesottene!


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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