16.06.2026 | 04:30
ESG trifft ERP: Hier lauern die 100 % Kandidaten! SAP, Oracle, ServiceNow und RE Royalties
Was auf den ersten Blick wie zwei völlig unterschiedliche Welten wirkt, folgt in Wahrheit derselben Logik: Skalierbare Plattformmodelle, welche planbare, wiederkehrende Cashflows generieren. Während SAP, Oracle und ServiceNow die digitale Infrastruktur globaler Unternehmen dominieren, baut RE Royalties eine intelligente finanzielle Infrastruktur für den Ausbau erneuerbarer Energien auf. Im Kern geht es bei allen vier Akteuren um Standardisierung, Datenhoheit und die Fähigkeit, komplexe Prozesse effizient zu monetarisieren. ERP-Systeme ermöglichen transparente Steuerbarkeit und erleichtern das Reporting, das sind exakt jene Faktoren, die auch im ESG-Finanzierungsmarkt über Kapitalkosten und Wachstum entscheiden. RE Royalties überträgt dieses Prinzip geschickt auf reale Assets, indem es langfristige Lizenzströme aus erneuerbaren Projekten bündelt und kapitalmarktfähig macht. Damit entsteht ein hybrides Modell aus Infrastruktur-Investment und Software-ähnlicher Planbarkeit, ein eher seltenes Profil im ESG-Segment. Für Investoren eröffnet sich eine spannende Welt zwischen Digitalisierung und Dekarbonisierung. Die Aktien unserer Peergroup verkörpern nach der ausgiebigen Korrektur dreistellige Potenziale, die Neubewertungs-Rally hat schon begonnen.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , SAP SE O.N. | DE0007164600 , SERVICENOW INC. DL-_001 | US81762P1021 , ORACLE CORP. DL-_01 | US68389X1054
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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RE Royalties – Kapitalarchitekturen für die Energiewende
Die geflügelte Abkürzung ESG ist weit strapaziert. Sie steht für Environmental, Social and Governance und symbolisiert einen Schulterschluss der Themenkomplexe Umwelt, Soziales und Führung. Unternehmen haben die Grundprinzipien dieser Philosophie in ihre Statuten übernommen, allerdings werden sie in unterschiedlichem Maße für die nachhaltige Förderung der Ziele verankert. RE Royalties agiert als spezialisierter Kapitalgeber innerhalb der Energiewende, der Projektentwicklern für Wind-, Solar-, Wasser- und Speicherprojekte Wachstumskapital bereitstellt und im Gegenzug langfristig umsatzabhängige Lizenzströme generiert. Dieses Modell unterscheidet sich fundamental von klassischen Infrastrukturinvestoren, da es kein operatives Anlagenrisiko trägt, sondern auf vertraglich fixierte Cashflows aus der realwirtschaftlichen Energieproduktion setzt. Für Unternehmen ist der Zugang über RE eine willkommene Alternative oder Ergänzung zur Bankfinanzierung.
Ein wichtiger Impuls für den Gesamtsektor war zuletzt die Canadian Climate Investor Conference (CCIC) Anfang Juni 2026 in Toronto, die den wachsenden Kapitalstrom in Richtung Clean-Tech-Investments vor Ort sichtbar machte. Für RE Royalties ist dieses Umfeld besonders relevant, da derartige Konferenzen den Zugang zu neuen Projektpipelines und institutionellen Investorenkanälen strukturell erleichtern. In der EU gleicht die Politik eher einem Füllhorn-Prinzip, da angesichts der angestrebten Mobilisierung von rund einer Billion Euro für die nachhaltige Transformation praktisch alle Unternehmen im Sektor GreenTech in den Genuss von Förderungen kommen können. Brüssel fungiert dabei als indirekter Nachfrageverstärker für alle denkbaren Finanzierungsmodelle.
COO Peter Leighton erläutert auf dem 19. International Investment Forum seine Strategie für das laufende Jahr. Hier geht´s zum Video.
In Nordamerika geschehen Investitionen eher selektiv und punktuell, das Gro ist privatwirtschaftlich organisiert. Im Ergebnis steigt der Bedarf an skalierbaren, nicht-verwässernden Kapitalformen für Projektentwickler, was RE Royalties strukturell in eine vorteilhafte Position bringt. Das Unternehmen verfügt so inzwischen über mehr als 120 Beteiligungen und rund 130 Einzelprojekte, welche kumuliert ein breit diversifiziertes Ertragsnetzwerk über verschiedene Technologien hinweg bilden. Seit Gründung wurden rund 80 Mio. CAD investiert, wobei die interne Rendite des Portfolios im Bereich von etwa 19 % liegt und damit eine attraktive Risikoprämie im Infrastruktursegment darstellt. Aktuell wächst die Pipeline dynamisch, mit kurzfristig möglichen Transaktionen im zweistelligen Millionenbereich und einem Gesamtvolumen potenzieller Projekte von rund 200 Mio. CAD. Gerade der US-Markt entwickelt sich durch steuerliche Anreize aus dem Inflation Reduction Act zu einem zentralen Expansionsmotor für erneuerbare Projektfinanzierungen. Für RE Royalties ein guter Nährboden, denn während die meisten Unternehmen der Energiewende noch hohe Investitionen schultern und auf künftige Gewinne hoffen, generieren die Kanadier bereits heute vertraglich abgesicherte Einnahmen. Die niedrige Marktbewertung von etwa 17,5 Mio. CAD erscheint im Verhältnis zur operativen Skalierung sehr überschaubar. Zugreifen!

SAP und ServiceNow – Voll unter die Räder gekommen
Trotz aller Unkenrufe: Anleger sollten die abgestraften Software-Riesen SAP und ServiceNow nicht aus den Augen verlieren. Denn SAP bleibt das Rückgrat vieler globaler Unternehmensprozesse, insbesondere in ERP-Kernbereichen, die nun von KI-Agenten unterstützt werden, um die Datengewinnung zu beschleunigen. Der Markt hat das Unternehmen in nur einem Jahr mit rund 50 % Abwertung bestraft, doch nun befindet sich der Titel in einer Art Übergangsparadox: Stabile Cashflows aus dem Legacy-Geschäft einerseits, aber Unsicherheit über die Margenentwicklung im Cloud-Umbau andererseits. Der zentrale Abwertungsfaktor war dabei weniger das Produkt selbst als vielmehr die Frage: Kann SAP seine dominante Basis schnell genug in hochmargige Cloud-Subscriptions migrieren? Jede Verzögerung wurde von Quartal zu Quartal mit Multipel-Abschlägen bestraft. Doch der Abwärtstrend scheint gebrochen, auch das LSEG Analysten 12-Monats-Kursziel ist wieder auf 218 EUR angestiegen, das ist rund 50 % über dem letzten Kurs bei ca. 143,50 EUR.
Ähnliches Phänomen beim US-Softwarehaus ServiceNow. Das Unternehmen bewegt sich konzeptionell eine Ebene unter klassischen ERP-Systemen: Nicht Datenhaltung, sondern Workflow-Orchestrierung und Automatisierung operativer Prozesse. Diese Position macht das Unternehmen im KI-Zeitalter strategisch besonders interessant, denn der Effekt gleicht dem Zentrum eines Spinnen-Netzes. Je stärker die Plattform IT, HR, Customer Service, Procurement und Compliance integriert, desto höher wird die Bindung und die Abhängigkeit vom Software-Provider. Dieses Modell erzeugt hohe Netto-Retention-Raten und damit planbare, skalierende Cashflows. Die Aktie wurde im Zuge des Tech-Sell-Offs vor einigen Wochen bis auf rund 82 USD abverkauft, erfährt aber jetzt die Rückkehr der alten Bewertungslogik in Verbindung mit KI-getriebenem Optimismus. Denn durch die Integration generativer KI wird die Plattform zunehmend zu einem operativen Entscheidungs- und Automatisierungssystem, das nicht nur Prozesse abbildet, sondern sie aktiv steuert. Mit der Erholung auf 106 USD befindet sich die Rückkehr in Richtung LSEG Kursziel 144 USD bereits gut auf dem Weg. Beide Titel sind wegen der starken Abweichung zum analytischen 12-Monats-Ziel hochinteressant.
Oracle – Schnelle Aufwertung, aber es bleiben Risiken
Auch Oracle hat hohe Finanzierungs-Einsätze auf den Weg gebracht. Hier spielt ESG noch keine entscheidende Rolle, denn es geht um stromintensive Rechenzentren, die die Cloud- und KI-Fazilitäten mit Kalkulationspower versorgen. Trotz aller Investitionen geriet das Unternehmen von CEO Larry Ellison nach starken Quartalszahlen erneut unter Druck, obwohl der Umsatz um 21 % auf 19,2 Mrd. USD emporschnellte und auch der Gewinn je Aktie mit 2,11 USD über den Erwartungen lag. Der Markt fokussierte sich stattdessen auf den hohen Investitionsbedarf, denn für 2027 werden netto rund 70 Mrd. USD Capex erwartet. Analysten auf der Plattform LSEG Refinitiv äußern sich daher gemischt zu den Aussichten auf 12 Monate, denn eine wirkliche Rentabilität wird es auch erst mit Blick auf die nächsten Jahre geben. Immerhin 34 von 42 Experten halten den Daumen nach oben und setzen im Schnitt 257 USD als Target. Gute 30 % Potenzial – für einen der ältesten Tech-Stocks der NASDAQ.
Die Tech-Rally ist mit SpaceX neu eröffnet. Hat es in den letzten Wochen viele Zweifler zu Elon Musks Monster-IPO gegeben, so sind diese Stimmen abrupt verstummt. Mit 2,3 Billionen USD Börsenwert hat der Neuling sogar adhoc den Sprung in die Eliteriege „MAG7“ geschafft. Ein gutes Zeichen für Tech-Titel wie SAP, ServiceNow und Oracle. RE Royalties ist freilich noch klein, doch das Potenzial errechnet sich in Renditezahlen, nicht in Marktkapitalisierung. Einsteigen!
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