13.07.2026 | 04:00
Atomenergie 3.0: Rechenpower für KI und Cloud – Liefern können Standard Uranium, AMD, Broadcom und SpaceX
Um das globale KI-Wachstum bis ins Jahr 2030 vollständig zu stemmen, wird laut Prognosen von McKinsey eine massive Rechenzentrums-Kapazität benötigt. In Summe sind Investitionen der HighTech-Industrie in Höhe von rund 5,2 Bio. USD allein für KI-Infrastruktur erforderlich. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert parallel dazu, dass sich der weltweite Strombedarf für die angeforderte Rechenleistung auf 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln wird. In diesem hochgradig kapitalintensiven Umfeld positionieren sich AMD und Broadcom als Herausforderer im Chip-Markt, während SpaceX mit seinen Konnektivitäts-Diensten und Weltraum-Energie-Konzepten für visionäre Aufmerksamkeit sorgt. Etwas vorgelagert, aber eine wichtige Brücke schlagend, steht die Uran-Wirtschaft, ein Rohstoff, der für den Aufbau der nächsten Kraftwerke-Generation in großen Mengen abgefragt wird. Wer kann sich in diesem Markt am besten positionieren?
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF , ADVANCED MIC.DEV. DL-_01 | US0079031078 , BROADCOM INC. DL-_001 | US11135F1012 , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Standard Uranium – Der Uranhunger wächst
Die weltweite Uranförderung wird von wenigen Ländern dominiert. Mit einer Jahresproduktion von rund 22.800 Tonnen liefert Kasachstan knapp 43 % des globalen Angebots und bleibt damit unangefochtener Marktführer. Dahinter folgen Kanada mit etwa 7.400 Tonnen (14 %), Namibia mit rund 6.300 Tonnen (12 %), Australien mit etwa 4.600 Tonnen (9 %) sowie Usbekistan mit rund 3.800 Tonnen (7 %). Zusammen vereinen diese fünf Staaten rund 85 % der globalen Uranproduktion auf sich. Aber die Nachfrage wächst strukturell weiter: Weltweit sind derzeit rund 440 Kernreaktoren in Betrieb, etwa 70 weitere befinden sich im Bau, während zahlreiche Staaten ihre Kernenergiekapazitäten bis 2050 massiv ausbauen wollen. Der steigende Strombedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, Elektromobilität und Industrie erhöht den Druck enorm, gesucht werden jetzt hochwertige Uranprojekte in politisch stabilen Regionen. Wichtig in diesem Zusammenhang: Neue Projekte müssen schnell industrielle Reife erlangen.
Vor diesem Hintergrund positioniert sich Standard Uranium Ltd. mit einem breit diversifizierten Projektportfolio im kanadischen Athabasca Basin, einer Region, die weltweit für besonders hochgradige Uranlagerstätten bekannt ist. Das Unternehmen verfolgt ein Projektgenerator-Modell, bei dem Finanzierungspartner einen erheblichen Teil der Explorationskosten übernehmen. Dadurch kann Standard Uranium mehrere Projekte gleichzeitig entwickeln, ohne die eigene Kapitalbasis übermäßig zu belasten, während Managementgebühren und Earn-in-Vereinbarungen für den Cashflow sorgen.Im Mittelpunkt der aktuellen Arbeiten steht das 30.737 Hektar große Davidson-River-Projekt, das entlang derselben regionalen Strukturtrends liegt wie die Weltklasse-Lagerstätten Arrow und Triple R. Dort begann Anfang Juni das bislang größte Sommerbohrprogramm der Unternehmensgeschichte. Mit zwei gleichzeitig eingesetzten Bohrgeräten sollen bis September rund 8.000 Bohrmeter niedergebracht werden, nachdem bereits mehr als 16.500 Meter aus früheren Kampagnen wertvolle geologische Erkenntnisse geliefert hatten. Die ersten Resultate des laufenden Programms sorgen bereits für Aufmerksamkeit. Im Bohrloch DR-26-040 wurden auf einem Abschnitt von zwei Metern Spitzenwerte von bis zu 1.650 Zählimpulsen pro Sekunde (cps) gemessen – der höchste bislang auf Davidson River registrierte Radioaktivitätswert. Gleichzeitig durchteuften die Bohrungen stark graphitische Grundgebirgsstrukturen mit ausgeprägter hydrothermaler Alteration durch Hämatit- und Tonminerale. Für Geologen gelten genau diese Merkmale als klassische Indikatoren für uranführende Fluidsysteme und bestätigen das zugrunde liegende Explorationsmodell.
Neben dem Flaggschiffprojekt sorgen weitere Explorationsprogramme für zusätzliche Erzpotenziale. Während auf Corvo hochgradige Uranziele untersucht werden, wurde am Rocas-Projekt erstmals überhaupt ein systematisches Bohrprogramm gestartet. Dort finanziert Partner Collective Metals sämtliche Explorationsarbeiten im Rahmen einer Earn-in-Vereinbarung über 4,5 Mio. CAD. Auch auf der Finanzierungsseite wurden zuletzt wichtige Weichen gestellt. Anfang Juli schloss das Unternehmen die erste Tranche einer Privatplatzierung erfolgreich ab und nahm dabei 889.700 CAD brutto ein. Ausgegeben wurden 8,897 Mio. Einheiten zu jeweils 0,10 CAD, wobei jede Einheit neben einer Aktie einen halben Optionsschein mit einem Ausübungspreis von 0,15 CAD und einer Laufzeit von 36 Monaten umfasst. Mit einer Börsenbewertung von lediglich rund 14 Mio. CAD zählt Standard Uranium weiterhin zu den kleineren Explorationsgesellschaften im Athabasca Basin. Das muss aber nicht so bleiben, wenn die vielerwarteten Bohrergebnisse im September geliefert werden. Risikobewusste Anleger sammeln bereits im Vorfeld ein, auch die laufende Platzierung ist durch den langlaufenden Warrant ein Zuckerl.
IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Jon Bey über die Fortschritte des Bohrprogramms im Athabasca Becken. Hier geht´s zum Video…
AMD und Broadcom – Schnelle Chips treiben die Gewinne an
Der weltweite KI-Boom verändert den Halbleitermarkt grundlegend und macht Rechenzentren zum wichtigsten Wachstumstreiber der Branche. Nach einer Analyse von McKinsey könnte die generative Künstliche Intelligenz eine zusätzliche Wirtschaftsleistung von bis zu 4,4 Bio. USD pro Jahr schaffen, während das Institut IDC erwartet, dass sich die weltweiten Ausgaben für KI-Infrastruktur bis 2028 mehr als verdoppeln werden. AMD und Broadcom gehören zu den Unternehmen, die auf unterschiedliche Weise von der massiven Investitionswelle der Hyperscaler profitieren. So positioniert sich AMD mit leistungsstarken CPUs und KI-Beschleunigern als ernstzunehmende Alternative zu Nvidia. Die letzten Quartalszahlen waren so gut, dass die Aktie bei Bekanntgabe um über 20 % gesprungen ist. Zwischenzeitlich erreichte der Kurs 584 USD und katapultierte die Bewertung knapp an die Billionengrenze. Der Umsatz soll in 2026 von rund 35 auf etwa 49 Mrd. USD steigen und schon im nächsten Jahr lautet die Zielmarke 77 Mrd. USD. Ein KGV von 2027e von 41 erscheint somit nicht mal überteuert. Die Analystengemeinde erwartet für die anstehenden Quartalszahlen Anfang August erneut einen deutlichen Gewinnanstieg. Allerdings ist der Wert zuletzt sehr dynamisch über die Konsens-Erwartung von 510 USD hinweggaloppiert. Das schreit nach einer kurzfristigen Korrektur im Aufwärtstrend.
Die mit 1,9 Bio. USD doppelt so hoch bewertete Broadcom verfolgt dagegen einen breiter diversifizierten Ansatz und verbindet ein starkes Halbleitergeschäft mit margenstarken Softwareerlösen aus der VMware-Übernahme. Diese Kombination sorgte zuletzt für einen Rekordumsatz von 15,0 Mrd. USD, einem EBITDA von 10,0 Mrd. USD und eine außergewöhnlich hohe operative Marge von 67 %, während die Erlöse mit KI-Halbleitern um 46 % auf 4,4 Mrd. USD zulegten. Dass die Aktie trotz dieser Ergebnisse zeitweise deutlich unter Druck geriet, lag vor allem an den bereits extrem hohen Erwartungen der Investoren und weniger an operativen Gründen. Langfristig verbindet beide Unternehmen die gleiche strategische Ausgangslage: Der Ausbau von KI-Rechenzentren, die steigende Nachfrage nach Hochleistungs-Netzwerken sowie der wachsende Bedarf an energieeffizienten Prozessoren schaffen einen strukturellen Wachstumsmarkt über viele Jahre hinweg. Während AMD vor allem Marktanteile bei KI-Beschleunigern und Serverprozessoren gewinnen möchte, profitiert Broadcom zusätzlich von seiner starken Position bei Netzwerkchips, kundenspezifischen KI-Beschleunigern und passender Unternehmenssoftware. Auf der Plattform LSEG Refinitiv gibt es 47 von 51 positiv gestimmte Analysten mit einem Konsens-Kursziel von 509 USD – also 26 % höher als die Kurse vom Freitag. Ein Sektor mit Perspektiven!
SpaceX – Wenig Performance nach 20 Handelstagen
Mit viel Tamtam ist die neueste Aktie aus dem Elon Musk-Universum SpaceX in den Handel gestartet. Nach einer mehrfach überzeichneten Emission von 555 Mio. Aktien zu 135 USD erreichte der Titel bereits nach 48 Stunden ein Verlaufshoch von 218 USD, also 60 % Zeichnungsgewinn für die glücklichen Anleger, die eine Zuteilung erhalten hatten. Auch die Analysten auf der Plattform LSEG waren schnell. Von bereits 31 eingereichten Studien, stellen 26 Experten die Aktie zum Kauf mit einem durchschnittlichen 12-Monatskursziel von 249 USD, was einem Börsenwert von 3,2 Bio. USD bedeuten würde. Auch Analyst Edison Yu von der Deutschen Bank erwartet 255 USD und vergibt ein „Buy“-Rating. SpaceX hat seit seiner Gründung im Jahr 2002 kumulierte Nettoverluste in zweistelliger Milliardenhöhe eingefahren. Allein zwischen 2025 und Mitte 2026 beliefen sich die Verluste auf fast 10 Mrd. USD, hauptsächlich bedingt durch massive Investitionen in die KI-Infrastruktur, das Starship-Programm und den ständigen Aufbau neuer Starlink-Satelliten. Wann das Unternehmen nachhaltig profitabel wird, ist jedoch ungewiss. Im Verlauf der Woche ist die Aktie auf 145 USD abgesackt, einige Zeichner wollten wohl doch noch einen kleinen Gewinn erzielen. Ein SpaceX-Kritiker, der auf X die hohe Bewertung ansprach, erntete folgenden Kommentar von Elon Musk: „Sie scheinen nicht zu verstehen, dass SpaceX mehr wert sein wird als der Rest der Welt, wenn wir unsere Ziele erreichen!“ – na dann: Viel Erfolg!

Die Wachstumsmärkte sind nach wie vor im Aufwärtsmodus. Für Chiptitel wie AMD und Broadcom läuft es wie geschmiert, denn deren Produkte finden reißenden Absatz. SpaceX ist ein schillerndes Sonderthema, wir erinnern uns an die erste Zeit von Tesla – keine Gewinne und eine dreistellige Milliardenbewertung. Elon Musk scheint seinen damaligen Erfolg auf höherem Niveau nun zu replizieren. Standard Uranium, ein Vertreter der kritischen Metalle, profitiert von der Großwetterlage angespannter Lieferketten.
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