10.07.2026 | 05:10
Almonty Industries, Droneshield, Thales - Drei Profiteure des globalen Aufrüstungsbooms
Die weltweiten Verteidigungsausgaben steigen auf Rekordniveau und sorgen für einen langfristigen Investitionsboom. Davon profitieren längst nicht mehr nur klassische Rüstungskonzerne. Gleichzeitig entwickelt sich die Versorgung mit strategischen Rohstoffen zum entscheidenden Engpass. Besonders Metalle, die für Präzisionswaffen, Halbleiter, Luft- und Raumfahrt sowie moderne Verteidigungssysteme unverzichtbar sind, gewinnen massiv an Bedeutung. Wer künftig die westlichen Lieferketten sichern kann oder über Schlüsseltechnologien verfügt, besitzt das Potenzial, zu den größten Gewinnern dieser geopolitischen Zeitenwende zu zählen.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , THALES S.A. EO 3 | FR0000121329 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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Almonty Industries – Herausragende Positionierung
Aktuell dominieren in den Gazetten Rohstoffe wie Öl, Gold oder Seltene Erden die Schlagzeilen, das elementare Industriemetall Wolfram bleibt noch im Hintergrund. Doch die Dynamik des Marktes ist aufgrund der explodierenden Nachfrage in diversen Branchen enorm. Chinesische Exportbeschränkungen, die weltweite Aufrüstung sowie der boomende Halbleitersektor haben den Preis für Ammoniumparawolframat (APT) zeitweise um rund 200 % steigen lassen. Da China rund 80 % der globalen Produktion kontrolliert, rücken westliche Produzenten zunehmend in den Fokus.
Doch nicht jeder Anbieter dürfte gleichermaßen profitieren. Unternehmen wie Tungsten West oder EQ Resources sind zwar wichtige Akteure außerhalb Chinas, verfügen jedoch über kleinere Produktionskapazitäten oder befinden sich noch im Ausbau. Almonty Industries besitzt dagegen eine außergewöhnliche Ausgangsposition.
Mit der Sangdong-Mine in Südkorea entwickelt das Unternehmen eines der größten und hochgradigsten Wolframprojekte der Welt. Nach Erreichen der Vollproduktion könnte Sangdong bis zu 40 % der Wolframförderung außerhalb Chinas liefern und damit zu einem zentralen Baustein der westlichen Versorgung werden.
Hinzu kommt eine hohe Planungssicherheit. Für den Großteil der Produktion aus der ersten Ausbaustufe besteht bereits ein 15-jähriger Abnahmevertrag mit der österreichischen Plansee Group. Weitere Liefervereinbarungen mit Kunden aus den USA, Europa und Japan stärken die langfristige Absatzbasis zusätzlich.
Parallel baut Almonty seine Präsenz in Nordamerika konsequent aus. Mit der geplanten Sitzverlegung in die USA, dem Gentung-Projekt in Montana und einer eigenen Wolframoxid-Verarbeitung verfolgt das Unternehmen das Ziel, eine vollständig westliche Lieferkette aufzubauen. Unterstützt wird diese Strategie durch eine starke Kapitalausstattung von mehr als 900 Mio. USD. Damit sind nicht nur die laufenden Projekte finanziert, auch strategische Übernahmen weiterer Minen oder Verarbeitungsanlagen erscheinen möglich.
Trotz der herausragenden Ausgangslage verlor der Almonty-Kurs nach einer Rallye im vergangenen Jahr, ausgehend vom Höchststand, knapp 40 % an Wert und liegt mit aktuell 14,95 USD auf einer breiten Unterstützungszone.
Droneshield – weiterer Absturz
Das australische Rüstungstechnologie-Unternehmen DroneShield hat ein umfassendes Software-Update für das dritte Quartal 2026 eingeführt. Die technischen Anpassungen umfassen die Funk-Sensorik sowie die hauseigene Kommandosoftware „DroneSentry-C2“. Durch die Systemaktualisierung verringert sich die Zeit für die Zielerfassung um 58%. Gleichzeitig wurde die Ortungspräzision um 15 % erhöht. Speziell für sicherheitskritische Einsatzgebiete bietet das System nun zudem eine Offline-Funktion.
Diese ermöglicht es, die Software über physische Datenträger zu aktualisieren. Zudem wurden neue Radarschnittstellen und lokal speicherbare Kartensysteme vorgestellt. Mit diesen Modifikationen stellt sich DroneShield vom reinen Hardware-Produzenten zu einem Software-Dienstleister um, um künftig wiederkehrende Lizenzeinnahmen zu generieren.
Parallel zu den technologischen Entwicklungen verzeichnet das Unternehmen eine Veränderung in der Führungsebene. Der pensionierte Konteradmiral Lee Goddard ist seit Anfang Juli 2026 als unabhängiger Direktor Teil des Vorstands. Goddard bringt mehr als drei Jahrzehnte Berufserfahrung aus der australischen Marine, dem nationalen Sicherheitsapparat und verschiedenen Regierungsämtern mit. In seiner bisherigen Laufbahn leitete er unter anderem komplexe Grenzschutzoperationen.
Das Unternehmen plant, Goddards Kenntnisse über staatliche Beschaffungsprozesse und sein regulatorisches Netzwerk zu nutzen, um die internationale Geschäftsentwicklung voranzutreiben. Der Fokus liegt dabei auf der Beschaffung neuer Regierungsaufträge im Heimatmarkt Australien sowie in den Vereinigten Staaten.
Trotz der operativen und personellen Fortschritte weist die DroneShield-Aktie aktuell deutliche Kursverluste auf. Innerhalb der vergangenen vier Wochen hat das Wertpapier mehr als 20 % an Wert verloren.
Thales - Übernahme sorgt für Aufsehen
Thales, ein weiterer führender Player in der Rüstungsindustrie, konnte sich gemeinsam mit dem italienischen Partner Leonardo einen Großauftrag der NATO sichern. Die beiden Konzerne werden schon bald Spezialeinsatzkräfte mit einer neuen Kommunikationsinfrastruktur ausstatten. Konkret beinhaltet die Vereinbarung die Herstellung sowie die Auslieferung von sechs mobilen Hauptquartieren. Darüber hinaus ist die entsprechende Schulung der Einsatzkräfte ein im Vertrag enthalten. Ein zentrales technisches Merkmal des Projekts ist die hohe Redundanz und Ausfallsicherheit. Die Anlagen kombinieren zivile und militärische Satellitenverbindungen mit 5G- und Funknetzen, um die ständige Datenübertragung auch bei möglichen Ausfällen oder unter schwierigen Umgebungsbedingungen zu gewährleisten.
Zudem erweitert Thales sein Portfolio durch die Übernahme von Exail Technologies. Bei dieser Transaktion wird das auf maritime Robotik spezialisierte Unternehmen mit einem Gesamtwert von 3,9 Mrd. EUR veranschlagt. Im ersten Schritt erwirbt Thales den Anteil der Gründerfamilie in Höhe von 35,51 %. Der vereinbarte Kaufpreis von 134 EUR je Aktie beinhaltet eine Prämie von 44 %, bezogen auf den Börsenkurs vor den ersten Verkaufsgerüchten. Im Anschluss ist ein reguläres Übernahmeangebot für die verbleibenden Aktien vorgesehen. Zuvor waren Verhandlungen zwischen Exail und dem Mitbewerber Safran ohne Einigung beendet worden.
Mit diesem Zukauf integriert Thales Technologien aus den Bereichen der maritimen Minenabwehr und der Trägheitsnavigation in seinen Konzern. Das Management rechnet durch den Zusammenschluss mit messbaren finanziellen Effekten. Bis zum Jahr 2032 sollen jährliche Kosteneinsparungen beim operativen Ergebnis in Höhe von mehr als 90 Mio. EUR erreicht werden. Zusätzlich erwartet das Unternehmen über einen Zeitraum von zehn Jahren Mehreinnahmen von 500 Mio. EUR durch die gemeinsame Marktbearbeitung. Der Abschluss der anfänglichen Anteilsübernahme wird für das dritte Quartal 2027 erwartet.
Almonty Industries überzeugt mit seiner Schlüsselrolle im westlichen Wolframmarkt und könnte von der geopolitischen Neuordnung überdurchschnittlich profitieren. Thales stärkt seine Marktposition durch neue NATO-Aufträge und den Ausbau seines Marinegeschäfts. DroneShield setzt zwar auf den Wandel zum Softwareanbieter und neue Regierungsaufträge, kämpft nach der starken Rallye jedoch mit deutlichen Kursverlusten.
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