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25.05.2026 | 04:05

Gold: Schieben die Friedenstauben den Preis an? Agnico Eagle, Desert Gold und B2Gold im Fokus!

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Bildquelle: Pixabay

Offenbar neigen sich die Kampfhandlungen am Golf tatsächlich dem Ende zu. Die USA und der Iran verhandeln ernsthaft einen Friedensvertrag, heißt es übereinstimmend in US-Medien. Für den Goldpreis könnte damit bald eine Phase der Konsolidierung enden. Während des Kriegs pendelte die Notiz in einer breiten Spanne, da die Sorgen vor steigenden Zinsen den Preis belasteten. Nun bietet sich die Chance für Anleger, auf niedrigem Niveau in Goldaktien einzusteigen. Wir blicken deshalb auf die Papiere von Agnico Eagle, Desert Gold und B2Gold.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085 , B2GOLD CORP. | CA11777Q2099 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF

Inhaltsverzeichnis:


    Agnico Eagle: Appetit auf noch mehr Wachstum

    Erst jüngst hatte Agnico Eagle mit gleich drei Übernahmen in Finnland seine Finanzpower gezeigt. Man investierte rund 2,7 Mrd. USD und bezahlte zum großen Teil in eigenen Aktien. Damit wird Finnland wohl nach Québec in Kanada die zweite Heimat des Konzerns mit Hauptsitz in Toronto. Doch noch scheint der zweitgrößte Goldproduzent der Welt nicht genug zu haben. Das ist auch kein Wunder: Im vergangenen Jahr fuhr das praktisch schuldenfreie Unternehmen einen Free Cashflow von 3 Mrd. USD ein.
    Die Investments gehen nun weiter. Zum einen hat der Board of Directors grünes Licht für ein rund 2,4 Mrd. USD schweres Investment in seine Hope Bay-Mine in der kanadischen Arktis gegeben. Agnico hatte die Goldmine im Jahr 2021 durch die Übernahme von TMAC Resources erworben, die Produktion dann aber eingestellt, um sich vollständig auf ein aggressives Explorations- und Bohrprogramm zu konzentrieren. Das wahre Ausmaß der Goldlagerstätte war damals nicht bekannt. Nun wird das Projekt also offiziell wieder hochgefahren. Die Pläne sehen den Bau eines untertägigen Bergwerks sowie einer hochmodernen Verarbeitungsanlage vor. Die vorläufige wirtschaftliche Bewertung (Preliminary Economic Assessment) von Agnico Eagle sieht eine jährliche Produktion von 400.000 bis 435.000 Unzen in den ersten elf Jahren vor. Die Cash-Kosten je Unze sollen unter 1.000 USD liegen. Aufgrund des hohen Goldpreises rechnet Agnico Eagle in der Anfangsphase mit einer internen Rendite (IRR) nach Steuern von rund 26 %. Das Besondere am Bau: Um die Logistikkosten in der Arktis möglichst niedrig zu halten, soll der Transport von Baumaterialien und Ausrüstung per Frachtschiff während der eisfreien Sommermonate erfolgen.

    Einstieg bei Wallbridge Mining

    Daneben verfolgt Agnico Eagle weiterhin die Strategie, seine Assets in seinem Kerngebiet auszubauen. Nun meldete man eine Verdopplung seines Anteils an Wallbridge Mining auf 19,9 %. Agnico investiert dazu 22,44 Mio. CAD. Nach Bekanntgabe des Deals stiegen die Aktien von Wallbridge kräftig und stehen nun bei rund 0,10 CAD. Mit den frischen Mitteln, insgesamt sammelte Wallbridge 56 Mio. CAD ein, will das Unternehmen die Exploration sowie die Vormachbarkeitsstudie ((PFS; pre-feasibility study) für sein Flaggschiff-Projekt Fenelon finanzieren. Zufällig liegt es auf demselben Trend wie die 2013 eröffnete Agnico-Mine Detour Lake. Dementsprechend wird spekuliert, dass Wallbridge mittelfristig geschluckt werden könnte. Auf der anderen Seite ist die Ressource mit insgesamt rund 3,4 Mio. Unzen Gold aktuell noch etwas zu klein für Agnico.
    Agnico Eagle sichert mit diesen Investments das zukünftige Wachstum. Die Aktie ist im Zuge des Kriegs am Persischen Golf und dieser ganzen Reihe von Übernahmen und Investments deutlich zurückgekommen. Seit Ende Februar ging es an der NYSE um etwa 30 % bergab. Für langfristig orientierte Investoren, die an hohe oder höhere Goldpreise glauben, bietet sich somit die Chance, eine Qualitätsaktie auf niedrigem Niveau einzusammeln.

    Desert Gold: Der Countdown zum Produktionsstart läuft

    Mit Desert Gold Ventures steht die nächste Rohstofffirma in den Startlöchern zum Hochfahren seiner Goldproduktion. Das kanadische Unternehmen entwickelt im Senegal-Mali-Scherzonen-Gürtel das riesige SMSZ-Projekt, dass eine Fläche von 440 km² umfasst. Desert Gold befindet sich derzeit im Übergang vom Explorer zum Produzenten und will bereits in diesem Sommer die Goldförderung aufnehmen. Dahinter steckt eine kapitalschonende wie pragmatische Strategie. Anstatt jahrelang auf eine riesige, teure Anlage hinzuarbeiten, schaltet das Unternehmen nun zügig in den Status eines Goldproduzenten um – und zwar über einen gestuften Produktionsstart.

    Die Anlage wurde verschifft

    Im Fokus steht dabei das Teilprojekt Barani East. Hier plant Desert Gold zunächst den Bau einer einfachen, modularen Schwerkraft-Verarbeitungsanlage. Die Anlage startet mit einer Kapazität von rund 200 bis 240 Tonnen pro Tag (tpd). In einem zweiten Schritt soll die Anlage dann bis Jahresende auf 1.200 Tonnen pro Tag hochgefahren werden. Die Anlage befindet sich bereits auf dem Seeweg nach Afrika. Die technische Abnahme der modularen Anlage, die aus sechs Containern inklusive eines 650 kVA Generators und Ersatzteilen besteht, hat in China bereits geklappt. Ende April wurde sie verschifft. Mitte Juni wird mit der Ankunft im Hafen von Dakar (Senegal) gerechnet, so dass Mitte/Ende Juli wahrscheinlich die Inbetriebnahme erfolgen kann. Die vorbereitenden Arbeiten sind zudem bereits erfolgt. In Barani East wurden rund 52.000 Quadratmeter Fläche für die Anlage, die Werkstätten und Lagerzonen planiert. Die Fundamente werden ausgehoben, zudem erfolgen Wasserbohrungen für die Versorgung der Anlage.

    Analysten sehen Chance auf Vervielfacher!

    Die Aktie von Desert Gold befindet sich seit dem Tief zum Jahresende 2025 inzwischen im Aufwärtstrend. Der Kurs hat sich seither nahezu verdoppelt. Allerdings ist der Börsenwert mit rund 50 Mio. CAD überschaubar. Die Analysten von GBC Research haben ein Kursziel von 0,93 CAD für die Papiere ausgegeben. Das entspräche einem Vervielfacher gegenüber dem aktuellen Kurs von 0,14 CAD. Die Analysten sehen kurzfristiges Potenzial durch die operative Umsetzung des Produktionsstarts. Längerfristig sollte die weitere Exploration des Projekts dem Unternehmen helfen. GBC sieht hier die Chance auf eine „fundamentale Neubewertung“ des Unternehmens an der Börse. Für Anleger bietet sich die Chance, auf einem noch niedrigen Bewertungsniveau einzusteigen.

    B2Gold: Aktie sieht technisch stark aus!

    B2Gold dürfte einer der günstigsten Goldminer auf dem internationalen Kurszettel sein. Die Aktie der Kanadier wird je nach Analystenschätzung mit einem aktuellen KGV von 5 bis 10 bewertet. Die Schwankungsbreite unter den Beobachtern ist überraschend groß, allerdings unterstellt jede Bank auch einen anderen Goldpreis. Dabei gilt B2Gold traditionell als ein finanziell diszipliniertes Unternehmen.
    In diesem Jahr will der Konzern laut Prognose 820.000 bis 970.000 Unzen Gold fördern. Das ist zwar ein leichter Rückgang gegenüber 2025, allerdings läuft in Namibia eine Tagebaumine planmäßig aus und bei Fekola in Mali stehen Abraumarbeiten an. Der Start ins Jahr kann dennoch als „gelungen“ bezeichnet werden. B2Gold meldete ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,19 USD und schlug damit die Konsensschätzungen von 0,11 USD deutlich. Abgebaut wurden 237.763 Unzen Gold (über Plan) zu All-In Sustaining Costs (AISC) von 1.964 USD pro Unze.

    B2Gold-Aktie mit starker Charttechnik!

    Technisch sieht die Aktie von B2Gold derzeit sehr stark aus. Nachdem 2025 ein Boden ausgebildet wurde, konnte sich das Papier quasi verdoppeln und kostete zeitweise deutlich mehr als 8 CAD. Dann aber gab es im Oktober und Ende Februar (mit dem Markt) einen starken Einbruch. Aktuell konsolidiert der Wert, bildete zuletzt aber höhere Tiefs aus und scheint sich wieder gen Norden bewegen zu wollen. Diese Bewegung könnte durch mehrere Ereignisse gestützt werden. Zum einen endeten im Q1 vertraglich festgelegte Forward-Verkäufe des Unternehmens zu deutlich niedrigeren Goldpreisen. Diese werden das Zahlenwerk im Q2 nicht mehr belasten. Finanziell sieht es zudem sehr gut aus. Nachdem man seinen 70 %-Anteil an Fingold Ventures in Finnland für 325 Millionen USD in bar an Agnico Eagle verkauft hat, kann mit dem zusätzlichen Cash das eigene Portfolio weiterentwickelt werden. Nicht zuletzt steht in Mali bei der Fekola-Mine noch die Vergabe der Ausbeutungs-Lizenz (Exploitation Permit) für das Teilgebiet Fekola Regional aus. Grünes Licht von der Regierung könnte den Kurs deutlich puschen. Und auch beim kolumbianischen Projekt Gramalote werden im Laufe des Jahres wichtige Genehmigungen erwartet.


    Fazit: Derzeit befindet sich Agnico Eagle auf Akquisitionskurs. Dabei geht der Konzern strategisch klug vor und setzt auf sichere Jurisdiktionen und eigene Projekte. Mega-Übernahmen werden vermieden. Die Aktie ist nach einem Rücksetzer von rund 30 % wieder deutlich niedriger bewertet. Desert Gold steht vor dem Sprung zum Goldproduzenten und muss nun abliefern. Gelingt bis Jahresende der erfolgreiche Aufbau der Produktion in Mali, könnte die Aktie neu bewertet werden. GBC Research sieht nun ein Vervielfacher-Potenzial. B2Gold hat einen Top-Start ins Jahr hingelegt. Nun könnten gute Nachrichten aus Mali und Kolumbien die Aktie anschieben.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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