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09.07.2026 | 05:20

Iran-Krieg, Ölpreis-Schock & Inflation: Lohnt sich jetzt der Einstieg bei Newmont, DRC Gold und Agnico Eagle?

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Bildquelle: pixabay.com

Eine neuerliche Verschärfung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat die geopolitischen Konflikte angefacht und den Goldmarkt erneut in den Fokus gerückt. Da die Ölpreise steigen und dadurch die Inflationserwartungen zunehmen, wird Gold als „sicherer Hafen“ für Investoren wieder interessant. Die Investoren stellen sich vor allem die Frage, ob die im Januar verzeichneten historischen Höchststände wieder erreicht werden können und welche Akteure in dieser volatilen Situation die größten Vorteile haben. Eine genauere Analyse der strategischen Positionierung von Newmont, DRC Gold und Agnico Eagle könnte Antworten liefern.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , DRC GOLD CORP. | CA23347H1064 | CSE: DRC , AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085

Inhaltsverzeichnis:


    Newmont - im Umbruch

    Newmont läutet mit der aktuellen Umstrukturierung des Management-Teams eine neue strategische Phase ein. In den Schlüsselpositionen übernehmen erfahrene Branchenkenner die Verantwortung. Brian Tabolt als CFO, Mark Rodgers als COO und David Thornton als CTO. Tabolt hat mehr als 20 Jahre Erfahrung im Finanzbereich, während Rodgers über 30 Jahre operative Erfahrung im Bergbau verfügt. Mit dieser personellen Umstrukturierung soll die Projektentwicklung beschleunigt und die betriebliche Effizienz gesteigert werden. Anleger können daraus einen eindeutigen Fokus auf diszipliniertes Wachstum und verbesserte Kapitalallokation in einer Phase erhöhter Marktvolatilität ableiten.

    Zur selben Zeit, als der Wechsel in der Unternehmensführung bekanntgegeben wurde, gab Newmont substanzielle Fortschritte beim Red Chris Block Cave-Projekt in British Columbia bekannt. Die erteilten Genehmigungen verlängern die Lebensdauer der Minen bis in die 2040er Jahre und sollen die Kupferproduktion in Kanada um 15 % steigern. Die kanadische Regierung fördert das Projekt mit einem Betrag von 500 Mio. CAD. Bei den Cadia-Operationen in Australien trat ein seismisches Ereignis auf, das ohne Verletzungen oder wesentliche Schäden bewältigt wurde, und die Produktion konnte schnell wieder aufgenommen werden. Die Qualität des operativen Managements wird durch diese Krisen-Resilienz hervorgehoben.

    Die makroökonomischen Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll. Der Goldpreis fiel nach einem Rekordhoch zwischenzeitlich unter 4.000 USD. Trotz eines Anstiegs der All-in Sustaining Costs auf 1.680 USD bleibt Newmont bei seiner Produktionsprognose von 5,3 Mio. Unzen für 2026. Die Bilanz, die rund 8,8 Mrd. USD an liquiden Mitteln und einen langfristigen Schuldenstand von 5,1 Mrd. USD ausweist, ist robust und bietet einen soliden Puffer. Die Bestätigung der Dividende in Höhe von 0,26 USD je Aktie und das auf 6 Mrd. USD ausgeweitete Aktienrückkaufprogramm kommt Aktionären entgegen. Derzeit ist die Aktie für 95,06 USD zu haben.

    DRC Gold – zwei Goldprojekte im Zentrum Afrikas

    DRC Gold hat eine strategische Positionierung vorgenommen. Das Unternehmen sicherte sich zunächst den Zugang zu bis zu 65 % am Giro-Goldprojekt und am Nizi-Goldprojekt durch eine Option, die im Februar 2026 abgeschlossen wurde. Die Transaktion ist geschickt strukturiert. Nach der Übernahme der ersten 65 % gibt es eine zusätzliche Option auf jeweils weitere 10 %. DRC Gold könnte am Ende 75 % an beiden Projekten halten. Die bisherigen Eigentümer behalten die restlichen Anteile, was eine breitere Streuung des Risikos ermöglicht. Die Struktur macht deutlich, dass das Management in Etappen und nicht im Sprint denkt. Dadurch wird das Unternehmen bei der Finanzierung flexibler und es entsteht Platz für geologische Bewertungen.

    Die Geschichte wird besonders spannend durch die Person, die an der Spitze steht. CEO Klaus Eckhoff ist eine bekannte Persönlichkeit im kongolesischen Goldgeschäft. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Definition der Kibali-Lagerstätte, die über 20 Mio. Unzen umfasst. Nun sitzt er mit DRC Gold praktisch nebenan, am Giro-Projekt, das geologisch starke Ähnlichkeiten mit Kibali aufweist. Das Nizi-Projekt umfasst eine historische Mine aus den 1930er Jahren, die nie systematisch untersucht wurde. Offenbar hat Eckhoffs Team hier eine Wette auf unentdecktes Potenzial gesetzt. Die bisherigen Arbeiten weisen auf hochgradige Strukturen hin, genau das, wonach Explorer suchen. Ob das historische Material den modernen Standards gerecht wird muss nun final geklärt werden.

    Die Strategie sieht vor, zuerst die Projekte technisch zu optimieren und dann die Finanzierung abzusichern. David Wargo, der seit Februar im Board of Directors sitzt, hat hervorragende Verbindungen zu institutionellen Anlegern. Das ist ein entscheidender Aspekt für die nächste Finanzierungsrunde. In den kommenden Wochen wird sich herausstellen, ob das angekündigte 43-101-konforme Gutachten die historischen Ressourcenschätzungen für Giro von rund 2,5 Mio. Unzen bestätigt. Wenn dies gelingt, hat DRC Gold eine stabile Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen. Die Voraussetzungen sind gut mit einem Goldpreis von etwa 4.000 USD und geringeren Kosten im Kongo. Anleger, die auf erfahrene Teams in ressourcenreichen Regionen setzen, sollten DRC Gold im Auge behalten. Aktuell notiert die Aktie bei 0,23 CAD.

    Agnico Eagle – Korrektur als Möglichkeit für den Einstieg?

    Der Goldsektor erfährt derzeit eine turbulente Phase: Im Januar, nachdem der Goldpreis einen Rekordwert erreicht hatte, fiel er aufgrund der wachsenden Zinserwartungen und eines stärkeren US-Dollars. Agnico Eagle Mines büßte dabei mehr als 30 % seines Wertes ein. Am 6. Juli kam das Upgrade von Jefferies von „Halten“ auf „Kaufen“ mit einem Kursziel von 200 USD in dieses Umfeld hinein. Zuvor hatte Barclays den Titel bereits mit „Übergewichten“ eingestuft. Der kanadische Produzent wird aus der Perspektive von Analysten bei einem aktuellen Preis von etwa 150,33 USD als deutlich unterbewertet angesehen.

    In der Firma gab es zuletzt eine Störung. Eine Felsbewegung im Barnat-Tagebau des Malartic-Komplexes bewirkte, dass die Förderung vorübergehend eingestellt wurde. Im 2. Quartal blieb die Produktion mit den erwarteten 845.000 Unzen unverändert, aber das Management erwartet für die zweite Jahreshälfte einen Rückgang der Produktion an diesem Standort um bis zu 80.000 Unzen. Die Gesamtproduktion im Jahr 2026 wird nun am unteren Ende der Bandbreite von 3,3 - 3,5 Mio. Unzen erwartet. Die langfristigen Ziele für die Odyssey-Mine bleiben jedoch unverändert.

    Die Wachstumspipeline ist überzeugend. Hope Bay in Nunavut verspricht eine jährliche Produktion von bis zu 435.000 Unzen, während die Konsolidierung in Finnland die regionale Position stärkt. Die Finanzkennzahlen des 1. Quartals belegen die Stärke. Agnico erreichte bei Produktionskosten von 1.158 USD und einem realisierten Goldpreis von 4.861 USD einen Nettogewinn von 1,7 Mrd. USD. Die liquiden Mittel belaufen sich auf 3,1 Mrd. USD, während die Verschuldung lediglich 197 Mio. USD beträgt. Fitch Ratings erhöhte das Rating auf A. Der Rücksetzer stellt für langfristige Anleger eine Gelegenheit dar, da am 29. Juli die Quartalszahlen veröffentlicht werden.


    Die geopolitischen Spannungen und Inflationssorgen stützen den Goldsektor, doch die jüngste Korrektur zwingt zu selektivem Vorgehen. Newmont überzeugt mit operativer Stärke und Kapitalrückgaben, kämpft aber mit steigenden Kosten. DRC Gold setzt auf ein erfahrenes Team und vielversprechende Projekte in einer ressourcenreichen Region. Agnico Eagle bietet aufgrund der deutlichen Kurskorrektur und starker Fundamentaldaten das attraktivste Chance-Risiko-Profil für langfristige Anleger. Wer jetzt einsteigt, sollte die Volatilität als Gelegenheit begreifen, jedoch die makroökonomischen Risiken im Blick behalten.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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