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01.07.2026 | 04:00

Iran-Konflikt 2.0 – Geht Öl nochmal über 100 USD? Jetzt bei BP, OMV, Zefiro Methane und Repsol positionieren!

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Bildquelle: Pixabay

Es herrscht gefährliche Stille am Golf. Denn zwischen den USA und dem Iran gibt es kein umfassendes Friedensabkommen, sondern ein Mitte Juni unterzeichnetes vorläufiges Rahmenabkommen (MOU). Diese Vereinbarung sieht die Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus sowie einen gegenseitigen Angriffsstopp vor, wird jedoch durch vereinzelte militärische Scharmützel z.B. am vergangenen Wochenende auf eine harte Probe gestellt. Dennoch bemühen sich beide Seiten um Diplomatie, wobei geplante Folgetreffen im Vermittlerstaat Katar die Lage stabilisieren sollen, auch wenn Teheran direkte Verhandlungen mit Washington aktuell dementiert. Die Ölpreise haben infolge der Deeskalation deutlich auf 72 USD nachgegeben, doch gestern leuchtete schon wieder 75 USD in der Sorte Brent auf. Für die deutschen Konsumenten war gestern auch der letzte Tag des Tankrabatts. Und wer würde es anders erwarten? Die Preise sind schon im Vorfeld um genau 17 % angesprungen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, an der Tankstelle wie an der Börse.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , BP PLC DZ/1 DL-_25 | DE0008618737 , REPSOL S.A. INH. EO 1 | ES0173516115 , OMV AG | AT0000743059

Inhaltsverzeichnis:


    BP und OMV – Ist die Rally jetzt vorbei?

    Wenige Assetklassen sind so volatil wie der Öl- und Gasmarkt. Zwar prognostizierten einige Banken während der Blockade im Frühjahr für Öl noch dreistellige Kurse bis 200 USD, doch die schrittweise Normalisierung des Tankerverkehrs im Golf hat die geopolitische Risikoprämie vorerst massiv schrumpfen lassen. Infolge der jüngsten Gespräche und eines faktischen Feuerstillstands haben führende Investmentbanken ihre Ölpreisprognosen für das zweite Halbjahr jetzt wieder drastisch nach unten korrigiert. Die Analysten von Barclays senkten ihre Erwartung für die Nordseesorte Brent auf 96 USD pro Barrel, noch deutlicher reagierte J.P. Morgan mit einem fairen Wert von 86 USD in Q3. Auch die US-Bank Citi geht von einem anhaltenden Abwärtstrend aus und prognostiziert für Q4 sogar einen Rückgang auf 70 USD. Als Hauptgründe für diese revidierten Ausblicke nennen die Ökonomen neben der Geopolitik aber vor allem eine schwächere globale Nachfrage sowie drohende Angebotsüberschüsse am Markt. Was für ein Schweinezyklus!

    Die Energiekonzerne BP und OMV sind bei Investoren beliebt, denn sie bieten große und stabile Dividendenrenditen von 5 bis 9 %. Im Zuge der Irankrise konnten die Kurse der Titel kräftig anziehen. Bei BP und OMV waren es zeitweise 30 bzw. 45 %, diese Aufschläge sind nun aber wieder zu 2/3 abgeschmolzen. Wer dort oben nicht verkauft hat, kann sich auf eine der niedrigsten Bewertungen der letzten Jahre stützen. So beträgt das KGV 2026e für beide Titel nur noch moderate 6,6 – was für ein Zufall – und beim nächsten Quartalsgewinn sollten die hohen Verkaufspreise aus der Golfkrise durchschlagen. Analysten auf der Plattform LSEG Refinitiv sehen für BP ein 12-Monats-Potenzial von im Schnitt 32 %, bei OMV sind es nur 10 %. Hier kommt aber noch ein Zuckerl für 2027 hinzu. Denn die gemeinsam mit ADNOC gehaltene Chemie-Tochter Borouge Group soll ca. 60 Mrd. USD wert sein und in 2027 an die Börse gehen. OMV besitzt 46,84 % an Borouge, was einen Wert von knapp 28 Mrd. USD ausmacht. Die gesamte OMV ist an der Börse aber nur mit 17,6 Mrd. EUR bewertet. Hier lauert wohl ein Schnäppchen!

    Zefiro Methane – Bislang übersehen, jetzt in der Milliarden-Nische

    Und gleich noch ein Highlight aus dem Ölsektor mit äußerst niedriger Bewertung. Es handelt sich um den Öl-Methane-Spezialisten Zefiro Methane. Bislang arbeitete sich das Unternehmen von Auftrag zu Auftrag ruhig nach vorne, doch nun erhöht sich die öffentliche Beachtung dramatisch und auch die Schlagzahl der Deals steigt spürbar. Denn Zefiro hat sich auf das brennende Umweltthema der dauerhaften Stilllegung verwaister Öl- und Gasbohrungen sogenannter „Orphan Wells“ spezialisiert. Dies umfasst die Messung und Reduzierung von Methanemissionen sowie die technische Vorbereitung neuer Energieprojekte. Die Kanadier besetzen damit eine bislang wenig beachtete, aber milliardenschwere Marktnische.

    Rückenwind erhält Zefiro insbesondere durch den explosionsartig steigenden Strombedarf der KI-Wirtschaft, denn US-Energieversorger werden in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich rund 1,4 Bill. USD in den Ausbau und die Modernisierung des amerikanischen Stromnetzes investieren. Hintergrund ist die Prognose, dass KI-Rechenzentren bis 2030 rund 9 % des gesamten US-Stromverbrauchs beanspruchen könnten und deshalb neue Kraftwerke, Leitungen und Energieanlagen in Rekordtempo entstehen sollen. Bevor jedoch neue Infrastruktur errichtet werden kann, müssen häufig alte Öl- und Gasbohrungen identifiziert, gesichert und dauerhaft verschlossen werden. Ein hochspezialisiertes Tätigkeitsfeld, in dem Zefiro inzwischen als gefragter Problemlöser auftritt.

    Bereits Ende 2025 beseitigte das Unternehmen in Indiana County (Pennsylvania) innerhalb eines dreimonatigen Projekts insgesamt neun entdeckte, unverschlossene Gasbohrungen, wodurch der Umbau eines ehemaligen Kohlekraftwerks zu einem modernen Erdgaskraftwerk fortgesetzt werden konnte, die erste Stromproduktion ist für 2028 vorgesehen. Anfang 2026 folgte ein weiteres Infrastrukturprojekt in Lake Charles (Louisiana) mit einem Auftragsvolumen von rund 5 Mio. USD, das drei Wochen vor dem vereinbarten Termin abgeschlossen wurde und gleichzeitig den erfolgreichen Markteintritt des Unternehmens in diesem Bundesstaat markierte. Dort mussten bereits versiegelte Bohrlöcher zusätzlich saniert werden, um den Bau einer privaten Energieanlage zu ermöglichen, deren Inbetriebnahme für 2029 geplant ist. Auffällig ist, dass dieses Projekt bewusst während der Wintermonate umgesetzt wurde und damit die Strategie unterstreicht, Personal und Maschinenpark ganzjährig auszulasten und die operative Effizienz weiter zu steigern. Durch Investitionen in zusätzliche Spezialgeräte und den Ausbau der Mannschaften verfügt Zefiro heute über deutlich größere Kapazitäten, um parallel mehrere Infrastrukturprojekte abzuwickeln und von der dynamischen Entwicklung rund um KI-Rechenzentren zu profitieren.

    Gleichzeitig verschärfen die US-Regulierungsbehörden den Fokus auf den Netzanschluss großer Stromverbraucher, nachdem die Federal Energy Regulatory Commission (FERC) die regionalen Netzbetreiber aufgefordert hat, ihre Tarif- und Anschlussmodelle für Großverbraucher wie Rechenzentren grundlegend zu überprüfen. Damit wächst nicht nur der Druck zum Netzausbau, sondern auch der Bedarf an Unternehmen, welche Altlasten auf künftigen Energie- und Industriestandorten schnell und fachgerecht beseitigen können. Neben diesem neuen Infrastrukturgeschäft bleibt das klassische Plug-and-Abandonment-Geschäft ein struktureller Milliardenmarkt, dessen Entwicklung von langfristigen Investitionsprogrammen und regulatorischen Vorgaben geprägt wird und damit deutlich weniger von Rohstoffpreiszyklen abhängt, als viele Bereiche der Öl- und Gasindustrie. Die nächste Phase der Energiewende entscheidet sich nicht allein beim Bau neuer Kraftwerke oder Rechenzentren, sondern bereits bei der Sanierung bestehender Energieinfrastruktur. Zefiro Methane ist bestens positioniert und wird an der Börse nur mit 50 Mio. CAD bewertet. Zur Erinnerung: Das Auftragsvolumen für nur ein Infrastrukturprojekt liegt bei etwa 5 Mio. USD oder knapp 7 Mio. CAD. Günstiger geht wohl nicht!

    CEO Catherine Flax nimmt zu den aktuellen Entwicklungen im Rahmen des 19. International Investment Forums Stellung. Hier geht´s zum Video…

    https://youtu.be/nNodjcqNJMM

    Repsol – Verdoppelt seit 2025, und jetzt?

    Schon wieder eine Kaufempfehlung für die spanische Repsol. Innerhalb der letzten 12 Monate konnte sich der Titel bereits von 13 auf 25 EUR emporschwingen. Noch nicht genug sagen die Analysten von Alphavalue. Sie haben ihre Einstufung von "Add" auf "Kaufen" angehoben und das Kursziel auf 30,80 EUR festgesetzt. Die Experten begründeten den Schritt mit stärkeren Erträgen im Upstream- und Flüssiggasgeschäft (LNG), welche die schwächeren Margen im Downstream-Bereich mehr als ausgleichen. Investoren schätzen zudem die strategische Neuausrichtung des Unternehmens hin zu margenstärkeren Öl- und Gasprojekten in politisch sicheren Regionen wie den USA und Brasilien. Laut Alphavalue werden sich die temporär höheren Rohstoffpreise in den realisierten Preisen des Upstream-Geschäfts niederschlagen. Wegen eines außerordentlich hohen Volumenwachstums in Brasilien, den Vereinigten Staaten und anderen Schlüsselprojekten soll sich das EBIT in 2026e auf mehr als 6 Mrd. EUR verdoppeln. Das KGV sinkt im laufenden Jahr auf 5,6 und obendrein gibt es noch eine Dividendenausschüttung von 8 %. Auf der Plattform LSEG wird ein Kursziel von 24,50 EUR ausgerufen, es könnte aber auch die Zielmarke von Alphavalue werden, dann wären wieder knapp 50 % im Köcher!

    Im 12-Monatschart kann die Zefiro-Aktie mit einem Plus von 97 % wahrlich überzeugen, nur Repsol zeigt mit einem Zuwachs von 84 % ähnliche Stärke. BP und OMV müssen sich nach einer stärkeren Korrektur mit ca. 30 % Performance abfinden, immer noch ein brauchbarer Wert, wie wir finden. Quelle: LSEG Refinitiv vom 30.06.2026

    Die Kapitalmärkte werden aktuell hin- und hergeworfen. Für die Chipwerte ging es gestern wieder auf neue Höchststände, anders laufen die Öl- und Energietitel. Durch den 30 %-Abschlag bei Öl in nur 3 Wochen, werden in diesem Sektor erstmal kräftig Gewinne mitgenommen. Das bekommen BP, OMV und Repsol zu spüren, für die eh sehr günstige Zefiro Methane ergibt sich ein perfektes Kauffenster!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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