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23.06.2026 | 05:10

Aurubis, Power Metallic Mines, Vale - Eric Sprott setzt auf den nächsten Kupfergewinner

  • Rohstoffe
  • Kupfer
Bildquelle: Chat GPT

Der Kupfermarkt steuert auf einen historischen Angebotsengpass zu. Während KI-Rechenzentren, Elektromobilität und der weltweite Netzausbau die Nachfrage auf Rekordniveau treiben, fehlen neue Großprojekte, um den Bedarf zu decken. Experten erwarten deshalb ein strukturelles Defizit über Jahre hinweg. Für Unternehmen mit hochgradigen Lagerstätten in sicheren Bergbauregionen eröffnet sich damit eine außergewöhnliche Chance. Wer die richtigen Vorkommen kontrolliert, könnte zu den großen Gewinnern des kommenden Rohstoffzyklus zählen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , AURUBIS AG | DE0006766504 , VALE S.A. ADR 1 | US91912E1055

Inhaltsverzeichnis:


    Power Metallic Mines mit Ausrufezeichen

    Eric Sprotts Einstieg bei Power Metallic Mines dürfte in der Rohstoffbranche als echter Ritterschlag gewertet werden. Wenn einer der erfolgreichsten Rohstoffinvestoren der vergangenen Jahrzehnte frisches Kapital investiert, schauen institutionelle Anleger genau hin. Für Power Metallic kommt dieses Vertrauenssignal zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Rahmenbedingungen für Kupferprojekte kaum besser darstellen könnten. Der Ausbau von Stromnetzen, Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und die weltweite Elektrifizierung sorgen für eine strukturell steigende Nachfrage nach dem Industriemetall, während neue Großminen rar bleiben.

    Power Metallic Mines sitzt in Québec auf einem Schatz, der in den nächsten Monaten mehr und mehr an die Oberfläche gelangen dürfte. Das rund 313 qkm große polymetallische Nisk-Projekt gilt als geologische Besonderheit und vereint Kupfer, Nickel sowie wertvolle Platingruppenmetalle. Besonders die Lion-Zone sorgt für Aufmerksamkeit. Mehrere Bohrungen lieferten außergewöhnlich hochgradige Abschnitte, darunter 22 m mit 11,5 % sowie 39 m mit 5,7 % Kupferäquivalent. Diese Werte liegen um ein Vielfaches über den Gehalten vieler produzierender Kupferminen weltweit.

    Zusätzlichen Rückenwind liefert die hohe metallurgische Qualität der Lagerstätte. Studien weisen Kupferrückgewinnungsraten von rund 95 % aus und damit deutlich bessere Werte als ursprünglich prognostiziert. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Exploration mit Hochdruck voran. Moderne Technologien wie Quantenmagnetometer und seismische Tomographie sollen das Potenzial der Lagerstätte noch präziser erfassen und zusätzliche Entdeckungen ermöglichen.

    Auch auf der Unternehmensseite verdichten sich die positiven Katalysatoren. Die jüngst abgeschlossene Finanzierung über 28,2 Mio. CAD stärkt die Bilanz erheblich. Mit Eric Sprott beteiligte sich einer der bekanntesten Investoren des Sektors und investierte rund 2 Mio. CAD. Die Mittel fließen in die Weiterentwicklung von Nisk sowie weitere Explorationsaktivitäten. Bereits im Sommer wird die erste Ressourcenschätzung erwartet, gefolgt von einer vorläufigen Wirtschaftlichkeitsstudie zum Ende des Geschäftsjahres. Hinzu kommt das geplante Nasdaq-Listing, das die internationale Sichtbarkeit deutlich erhöhen könnte.

    Vor dem Hintergrund einer Marktkapitalisierung von rund 286 Mio. CAD erscheint das Chance-Risiko-Verhältnis für viele Investoren attraktiv. Sollten die kommenden Studien das Potenzial der Lagerstätte bestätigen, könnte Power Metallic Mines zu den spannendsten Kupfer-Storys Nordamerikas aufsteigen. Das Kursziel der Analysten von GBC von 3 CAD verdeutlicht, welches Aufwärtspotenzial dem Unternehmen aktuell zugetraut wird. Aktuell erhalten Anleger einen Anteilsschein für 1,10 CAD.

    Aurubis - grüne Millioneninvestition

    Die Relevanz von Kupfer, getrieben durch neue Technologien nimmt deutlich zu. Vor allem die Wiederverarbeitung des Materials ist essenziell. Ein führendes Unternehmen dieser Branche ist Aurubis, welche kürzlich die Zwischenbilanz für das zweite Jahresviertel präsentierte und am Kapitalmarkt zunächst für Ernüchterung sorgte. Statt der von der Fachwelt prognostizierten Erlöse von 6,51 Mrd. EUR verzeichnete der Konzern lediglich 6,04 Mrd. EUR. Auch der Gewinn pro Aktie verfehlte mit 2,15 EUR die anvisierten 2,32 EUR, woraufhin der Börsenkurs um 4 % einknickte.

    Dennoch offenbart ein Blick auf die operativen Details eine starke Widerstandsfähigkeit. Das operative Vorsteuerergebnis kletterte im Vergleich zur Vorperiode um 15 % auf 121 Mio. EUR. Diese Entwicklung stützt sich maßgeblich auf ein florierendes Geschäft mit wiederverwertbaren Ressourcen. Entsprechend zuversichtlich blickt die Chefetage auf das restliche Halbjahr und kalkuliert mit anziehenden Erträgen.

    Parallel zu den finanziellen Aspekten forciert der Rohstoffverarbeiter seine ökologische Transformation. Am hanseatischen Stammsitz ging unlängst eine hochmoderne Filtertechnologie in den Regelbetrieb über. Diese in der globalen Branche beispiellose Konstruktion dämmt schwer fassbare Schadstoffaustritte ein. Neben der Luftreinhaltung bedient das Millionenprojekt gleichzeitig ökonomische Interessen. Herausgefilterte Metallpartikel fließen direkt in den internen Wertschöpfungskreislauf zurück, wodurch Ressourcen geschont und zusätzliche Gewinne generiert werden können.

    Marktbeobachter beurteilen die Gesamtlage des Unternehmens unterschiedlich. Die Experten von Warburg Research positionieren sich bullisch und hoben ihren fairen Zielwert für die Papiere von 176 auf 209 EUR an. Als Treiber identifizieren sie unter anderem hohe Marktpreise für das lukrative Nebenprodukt Schwefelsäure sowie strukturelle Investitionszyklen im Energie- oder Rüstungssektor. Die Analysten der UBS dagegen stufen die Aktie auf „Neutral“ ein. Sie bestätigen zwar ein solides Quartal und sehen ebenfalls starken Rückenwind durch knappe Säurebestände auf dem Weltmarkt, halten aber bis auf Weiteres an ihrer neutralen Einstufung fest.

    Vale – Transformation im Bergbau

    Der KI-Hunger ist längst über den Pazifik geschwappt. So hat der Bergbaukonzern Vale an seinem brasilianischen Standort Itabira eine weitreichend digitalisierte Betriebsstätte in Betrieb genommen. Dort erfassen tausende Sensoren kontinuierlich Betriebsdaten. Diese Informationen werden von Systemen der künstlichen Intelligenz verarbeitet, um hunderte Parameter der Eisenerzproduktion unmittelbar zu regulieren. Erste Auswertungen belegen eine Steigerung der Leistungsfähigkeit um ein Viertel, während der Anteil an ungenutztem Eisen im Restmaterial deutlich gesenkt werden konnte. Neben einer hohen Ressourceneffizienz, wodurch fast das gesamte Brauchwasser wiederaufbereitet wird, profitiert das Personal durch die räumliche Auslagerung der Anlagensteuerung aus den Abbaugebieten von höheren Sicherheitsstandards.

    Ein weiterer technologischer und strategischer Schwerpunkt liegt auf der Verringerung von klimaschädlichen Emissionen. Hierfür stellt der Konzern Mittel in Höhe von umgerechnet gut 2,5 Mrd. USD bereit. Der größte Anteil dieses Budgets fließt in den Aufbau neuer Verarbeitungszentren, welche emissionsärmere Verfahren wie die Herstellung von Eisenerzbriketts nutzen. Die verbleibenden Gelder sind für die Umrüstung bestehender Standorte und für Forschungszwecke eingeplant. Ohne entsprechende technische Anpassungen erwartet das Management ab dem kommenden Jahrzehnt erhebliche Mehrkosten durch gesetzliche CO2-Abgaben, welche die aktuellen Aufwendungen weitaus übersteigen könnten.

    Die Analysten von RBC Capital bewerten die Aktie des Unternehmens derzeit mit „Sector-Perform“ und beziffern den Zielwert pro Aktie auf 15 USD. Positiv hervorgehoben wird insbesondere der Geschäftsbereich der Basismetalle. Nach der Prüfung nordamerikanischer Förderstätten gehen die Fachleute davon aus, dass dieser Sektor bis zum Jahr 2030 fast ein Drittel zum operativen Konzernergebnis beitragen wird.


    Für Anleger bleibt Kupfer einer der spannendsten Rohstoffmärkte der kommenden Jahre. Während Power Metallic Mines mit hochgradigen Funden, einem prominenten Ankerinvestor und mehreren nahen Kurstreibern aufwartet, profitiert Aurubis von der wachsenden Bedeutung des Kupferrecyclings und steigender operativer Effizienz. Vale wiederum zeigt, wie Digitalisierung und Dekarbonisierung die Profitabilität eines Rohstoffriesen nachhaltig stärken können. Alle drei Unternehmen sind auf unterschiedliche Weise gut positioniert, um von den strukturellen Trends rund um Elektrifizierung, KI und Infrastrukturinvestitionen zu profitieren.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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