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06.08.2026 | 05:20

BHP Group, Strategic Resources und Freeport McMoRan: KI und Robotik lösen einen Rohstoff-Superzyklus aus

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Bildquelle: Pixabay

Die Rohstoffmärkte stehen vor einem Superzyklus. Der schnelle Ausbau von digitaler Infrastruktur, von KI-Rechenzentren bis hin zur Robotik treibt den Bedarf von verschiedensten Rohstoffen auf ein neues Niveau. Sobald effizienter produziert werden kann braucht es ausreichend Material. Kupfer, das Rückgrat der Elektrifizierung, steht exemplarisch für die drohende Angebotsverknappung. Insgesamt ist die Gemengelage aus wachsendem Bedarf und nur zögerlichem Minenausbau der perfekte Nährboden für einen langanhaltenden Preisanstieg bei Rohstoffen. Dieser Preisaufschwung wird sich am Ende bei den Rohstoffunternehmen positiv in den Bilanzen niederschlagen. Drei Unternehmen, die von dieser Entwicklung profitieren können, sind die BHP Group, Strategic Resources und Freeport McMoRan.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BHP GROUP LTD. DL -_50 | AU000000BHP4 , STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , FREEPORT-MCMORAN INC. | US35671D8570

Inhaltsverzeichnis:


    BHP Group – auf dem Weg zum Kupferproduzenten

    Die neuesten Geschäftszahlen der BHP Group zeigen eine deutliche Verschiebung innerhalb des Unternehmens. Im ersten Halbjahr 2025/2026, sprich von Juli bis Dezember 2025, erwirtschaftete das Kupfergeschäft inklusive der Goldnebenproduktion einen operativen Gewinn von rund 8 Mrd. USD und übertraf damit erstmals den Eisenerzbeitrag. Somit entfielen 51 % des Gesamtergebnisses auf das rote Metall. Der neue CEO Brandon Craig, der seit Juli 2026 die Geschicke lenkt, wird den Kurs weiterverfolgen. So löst sich das Unternehmen langsam aber sicher von der chinesischen Abhängigkeit im Stahlmarkt und positioniert sich für den Megatrend der Elektrifizierung.

    Die Eisenerzproduktion erreichte einen neuen Höchstwert mit 264,7 Mio. t, ein Plus von 1 %. Die WAIO-Betriebe in Westaustralien förderten sogar 291,2 Mio. t, allerdings hält BHP hier nicht alle Anteile. Gleichzeitig sank die Kupferproduktion dort um 3 % auf 1.953 Kilotonnen, bedingt durch niedrigere Erzgehalte in der weltweit größten Kupfermine Escondida. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet BHP einen deutlichen Produktionsrückgang auf 1.650 bis 1.800 Kilotonnen, während die Eisenerzförderung stabil bleiben soll.

    Trotz dieser temporären Produktionsrückgänge investiert der Konzern weiterhin massiv in die Erweiterung der Kupferkapazitäten. Das Vicuña-Projekt in Argentinien erhielt die RIGI-Genehmigung, die den steuerlichen Rahmen für die kommenden 40 Jahre festlegt. Die Wiederinbetriebnahme von Cerro Colorado und die Beteiligung an Faraday Copper zeigen, wie ernst es dem Unternehmen ist, die Kupferproduktion zu erhöhen. Das Jansen-Projekt in Kanada eröffnet zudem ein neues Standbein im Bereich der Kaliproduktion. Hier kommt es aber zunächst zu einer Wertberichtigung von 2,3 Mrd. USD, was kurzfristig die Bilanz belastet. Die bevorstehenden Jahresergebnisse werden am 18. August veröffentlicht und werden die weitere Richtung verdeutlichen.

    Strategic Resources – unterstützt grüne Stahlproduktion

    Die Stahlindustrie befindet sich im Wandel und geht hin zu wasserstoffbasierten Direktreduktionsverfahren. Strategic Resources hat sich genau in dieser Lücke positioniert. Es entwickelt eine integrierte Wertschöpfungskette für hochreines Eisen, Vanadium und Titan. Das sind die Rohstoffe, die für die Industrie von morgen unverzichtbar sind. Das Herzstück ist das vollständig genehmigte BlackRock-Projekt in Quebec. Die Machbarkeitsstudie weist einen Nettobarwert von 1,9 Mrd. CAD aus, bei einer internen Rendite von 18,2 %. Die Minenlebensdauer wird mit 39 Jahren allein für die erste Lagerstätte angegeben. Die Reserven liegen bei 127,8 Mio. t Erz mit bedeutenden Gehalten an Vanadium, Eisen und Titan. Die Jahresproduktion von 562.000 metrischen Tonnen hochreinem Roheisen, 4.400 metrischen Tonnen Ferrovanadium und 118.000 metrischen Tonnen Titanschlacke adressiert genau jene Märkte, die im Zuge der Energiewende stark wachsen werden. Die Infrastruktur inklusive günstiger Energie ist vorhanden. So generiert man Kostenvorteile gegenüber den bestehenden Pelletanlagen. Mit einer 400 km langen Bahnstrecke ist die Mine mit dem geplanten metallurgischen Komplex am Tiefwasserhafen Port Saguenay verbunden.

    Neben dem kanadischen Flaggschiff besitzt Strategic Resources das Mustavaara-Projekt in Finnland. Im Juni 2026 wurde das Unternehmen als Partner in das 17 Mio. EUR schwere FutSteel-Forschungsprojekt aufgenommen, das in Kooperation mit der Universität Oulu und SSAB die wasserstoffbasierte Stahlproduktion entwickelt. Die Partnerschaften des Unternehmens sind breit gefächert. Im April 2026 unterzeichnete Strategic Resources eine Absichtserklärung mit Tyfast Energy, um eine kanadische Vanadium-zu-Batterie-Wertschöpfungskette für Schwerlastfahrzeuge aufzubauen. Der wachsende Markt für Vanadiumbatterien bietet zusätzliches Potenzial.

    Die Rahmenbedingungen sind ausgesprochen gut. Die geopolitischen Spannungen zeigen die Notwendigkeit, die Lieferketten zwischen Nordamerika und Europa aufzubauen. Die kanadische Regierung hat den Hafen Port Saguenay mit 111 Mio. CAD gefördert und die Provinz Quebec ist selbst Aktionär von Strategic Resources. Im Mai 2026 wurden die letzten Antworten an das Umweltministerium eingereicht, um die Genehmigung der Pelletanlage von 1,5 Mio. t auf 4 Mio. t aufzustocken. Mit dem Managementteam Sean Cleary und Dan Nir ist das Unternehmen gut positioniert, um sich im Bereich des grünen Stahls und der Vanadiumproduktion beziehungsweise -verwertung zu behaupten.

    Freeport McMoRan – zwischen Chancen und Kostendruck

    Freeport-McMoRan hat im 2. Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 0,74 USD und damit deutlich über den Erwartungen von 0,59 USD. Auch der Umsatz lag mit 7,03 Mrd. USD über den Prognosen und konnte sie um knapp 5 % schlagen. Trotzdem reagierte der Markt verhalten und die Aktie gab nach den Zahlen nach. Dabei ist die operative Basis solide. Die höheren Kupferpreise von durchschnittlich 6,17 USD pro Pfund stützten die Erlöse, während die Nettobarkosten mit 1,97 USD pro Pfund sogar unter der eigenen Prognose blieben. Allerdings belasten steigende Investitionsausgaben die Zahlen, allen voran für das Bagdad-Projekt in Arizona. Der geschätzte Kapitalbedarf liegt nun bei rund 4,5 Mrd. USD und damit 30 % über der ursprünglichen Schätzung.

    In Indonesien zeigt die operative Entwicklung Fortschritte. Die Förderrate im Grasberg-Blockcave verdoppelte sich im Quartalsverlauf von 34.000 auf 69.000 t pro Tag. Für die zweite Jahreshälfte soll die Auslastung laut Management bei etwa 65 % liegen. Mitte 2027 sollen die 80 % erreicht sein. Die volle Kapazität ist für Ende 2027 geplant. Das Unternehmen rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit einem Anstieg der Kupferverkäufe um rund 20 % gegenüber dem ersten Halbjahr, bei Gold ist sogar ein Plus von 65 % vorgesehen. Die Jahresprognose hat das Management mit 3,1 Mrd. Pfund Kupferverkäufen bestätigt, auch wenn der Ausblick für das 3. Quartal etwas gedämpfter ausfiel.

    Die Analysten bewerten die Aktie überwiegend positiv. Das durchschnittliche Kursziel von rund 72 USD impliziert ein Aufwärtspotenzial. Goldman Sachs und BMO Capital bestätigten nach den Quartalszahlen ihre Kaufempfehlung. Langfristig dürfte das Unternehmen ein Gewinner der globalen Elektrifizierung werden. Über 65 % des geförderten Kupfers fließen in Anwendungen wie Stromnetze, Elektrofahrzeuge und Rechenzentren. Für 2027 und 2028 prognostiziert der Konzern ein jährliches EBITDA zwischen 13 und 20 Mrd. USD, abhängig vom Kupferpreis. Die Kapitalrückführung an die Aktionäre läuft. Im ersten Halbjahr wurden 600 Mio. USD an die Aktionäre ausgeschüttet. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen seinen Anteil an der Cerro Verde Mine in Peru auf 55,66 %.


    Der Rohstoff-Superzyklus wird kommen, denn ohne Material lässt sich nichts produzieren. Die BHP Group vollzieht den strategischen Wandel vom Eisenerz- zum Kupferriesen und stellt sich neu auf. Strategic Resources besetzt mit Vanadium und grünem Stahl eine profitable Nische der Zukunft. Freeport McMoRan liefert solide Zahlen und profitiert langfristig von der Elektrifizierung.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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