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05.06.2026 | 04:15

KI- und Quanten-Wunder gibt es immer wieder! TeamViewer, SAP und Aspermont im Steigflug, Palantir im Abseits

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Bildquelle: Pixabay

Die Quantentechnologie gilt als eine der bedeutendsten Innovationswellen des 21. Jahrhunderts und könnte ganze Industriezweige auf den Kopf stellen. Gleichzeitig birgt derselbe technologische Fortschritt erhebliche Risiken für die digitale Sicherheit, da leistungsfähige Quantencomputer eines Tages etablierte Verschlüsselungsverfahren überwinden könnten. Software und Hardware-Unternehmen sind gleichermaßen gefordert. Doch während sich die Tech-Titanen aus dem Silicon Valley die physische und digitale Basis der KI-Ökonomie sichern, geraten Bewertungsfantasien einzelner Highflyer wie Palantir nach einer scharfen Korrektur zunehmend unter Realitätsdruck. Immerhin stabilisieren sich etablierte Softwarehäuser wie SAP und TeamViewer in ihrer neuen Rolle als KI-Integrations- und Automatisierungsplayer für Unternehmen. Abseits des Mainstreams entsteht mit Aspermont ein radikal anderer Ansatz: Daten werden dort nicht nur verarbeitet, sondern in einem rohstoffgetriebenen Marktumfeld zur eigentlichen Handelsware transformiert. Wer den Zugang zu relevanter Information kontrolliert, entscheidet künftig nicht mehr nur über Wettbewerbsvorteile – sondern über Marktpositionen selbst.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ASPERMONT LTD. | AU000000ASP3 | ASX: ASP , SAP SE O.N. | DE0007164600 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088

Inhaltsverzeichnis:


    SAP und TeamViewer – Das Sentiment verbessert sich

    Die gegenwärtige Neuordnung im Software- und ERP-Segment wird maßgeblich von zwei überlagernden Technologie-Treibern geprägt: Zum einen der tiefen Integration Künstlicher Intelligenz in Unternehmensprozesse sowie zum andern den ersten Vorboten quantenbasierter Rechenarchitekturen. Der DAX-Wert SAP steht dabei im Fokus dieser strukturellen Verschiebung, da der Konzern seine langjährig etablierte ERP-Basis zunehmend zu einer KI-gestützten Prozessplattform weiterentwickelt. Durch die direkte Einbettung von KI-Funktionalitäten in zentrale Geschäftsabläufe sollen Effizienzgewinne realisiert und Entscheidungsprozesse in Echtzeit optimiert werden. Großangelegte Cloud-Transformationen unterstützen die Plattformlogik des Geschäftsmodells und schaffen die nötige Transparenz sowie Planbarkeit zukünftiger Erlösströme. Nach einer ausgeprägten Korrekturphase im Mai, in der die Aktie bis in den Bereich um 135 EUR zurückfiel, setzte zuletzt eine deutliche technische Gegenbewegung bis etwa 173 EUR ein, während der Analystenkonsens auf LSEG Refinitiv im 12-Monats-Horizont Kursziele nahe 218 EUR impliziert – ein Aufwärtspotenzial von rund 40 % gegenüber dem aktuellen Niveau.

    Im operativen Aufwärtsmodus befindet sich auch TeamViewer. Die Aktie erreichte im April mit 4,11 EUR ihr Ausverkaufs-Tief und konnte sich bis Ende Mai wieder dynamisch um fast 70 % auf 6,70 EUR emporschwingen. Fundamental bleibt TeamViewer ein Unternehmen im Umbau. Das Enterprise-Geschäft wächst weiter stark, während kleinere und mittlere Kunden zuletzt kaum Dynamik zeigten. Auch rund um den Zukauf 1E bleibt noch viel Arbeit zu tun. Auf der Plattform LSEG sind die Experten aber gut gelaunt, denn 11 von 20 Studien halten den Daumen in den Wind mit durchschnittlichen 12-Monats-Kurszielen von 10,87 EUR. Da bleibt noch einiges an Potenzial. Mitte Juli werden die Q2-Zahlen erwartet. Na denn!

    Aspermont – Datenmaschine für die globale Bergbauindustrie

    Wer heute über künstliche Intelligenz, kritische Rohstoffe und die Versorgung der Industrie mit Kupfer, Lithium oder Seltenen Erden spricht, kommt an einer zentralen Ressource nicht vorbei: Daten. Hier hat das australische Big Data-Unternehmen Aspermont seine Stärken. Aus einem traditionsreichen Fachverlag mit Wurzeln bis ins Jahr 1835 entstand Schritt für Schritt ein spezialisierter Anbieter von digitalen Informationen, Datenprodukten und Intelligence-Lösungen für die internationale Rohstoff- und Bergbauindustrie. Der strategische Umbau verlief dabei nicht spektakulär, sondern konsequent und mit hoher Kapitaldisziplin. Heute basiert das Geschäftsmodell auf wiederkehrenden Erlösen, proprietären Datenbeständen und einem Netzwerk aus Branchenkontakten, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Rund zwei Drittel der Umsätze stammen inzwischen aus abonnementbasierten Geschäftsmodellen, wodurch eine hohe Planbarkeit der Einnahmen erreicht wird. Mit mehr als 4.000 Unternehmenskunden, einer Kundenbindungsrate von 100 % und einem jährlich wiederkehrenden Umsatz von über 11 Mio. AUD verfügt Aspermont über ein stabiles Fundament, auf dem die nächste Wachstumsphase aufgebaut werden soll.

    Die neue KI-Plattform Mining IQ entwickelt sich zunehmend zum strategischen Herzstück des Unternehmens. Denn die Kombination aus historischen Datenbeständen, digitalisierten Archiven und KI-gestützten Analysewerkzeugen soll künftig einen erheblichen Mehrwert für Bergbauunternehmen, Investoren und Rohstoffexperten schaffen. Gleichzeitig eröffnen Veranstaltungen, Marketingservices und datenbasierte Unternehmenslösungen zusätzliche Erlösquellen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Rohstoffsektors. Das Besondere dabei: Das Geschäftsmodell besitzt erhebliche Skalierungseffekte. Die jüngsten Halbjahreszahlen zeigen wovon die Rede ist. So stieg der Umsatz um 11,3 % auf 7,48 Mio. AUD nach 6,72 Mio. AUD im Vorjahreszeitraum. Besonders erfreulich entwickelte sich das Geschäft außerhalb der klassischen Abonnements, während die wiederkehrenden Erlöse weiterhin stabil blieben. Der ausgewiesene Nettogewinn erreichte 0,60 Mio. AUD, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 1,28 Mio. AUD verbucht worden war. Zwar wurde dieses Ergebnis durch Bewertungsgewinne bei der Beteiligung an Taiko Critical Minerals positiv beeinflusst, dennoch zeigen auch die operativen Kennzahlen eine deutliche Verbesserung. So reduzierte sich das normalisierte EBITDA-Defizit im zweiten Quartal auf lediglich rund 0,20 Mio. AUD, nachdem im ersten Quartal noch ein Minus von etwa 0,80 Mio. AUD angefallen war.

    Die Analysten des Researchhauses GBC sehen den Investment Case weiterhin bestätigt. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten sie einen Umsatz von 16,9 Mio. AUD sowie ein EBITDA von 0,15 Mio. AUD. Bis 2028 sollen die Erlöse auf 21,3 Mio. AUD steigen, während sich das EBITDA auf rund 2,93 Mio. AUD vervielfachen könnte. Nach einer Übergangsphase mit noch leicht negativen bereinigten Ergebnissen rechnen die Analysten bereits 2027 wieder mit nachhaltiger Profitabilität. Besonders bemerkenswert erscheint dabei das aktuelle Bewertungsniveau. Trotz der Aussicht auf deutlich steigende Cashflows liegt die Börsenbewertung weiterhin unter dem Niveau vieler vergleichbarer Daten- und Softwareunternehmen. Entsprechend bestätigte GBC seine Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel auf 5,45 AUD oder 3,30 EUR je Aktie. Aktuell ist der Titel zu 1,25 EUR zu haben. Höchst spannend!

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk hat den Unternehmensgründer und CEO Alex Kent zu den Zukunftsperspektiven befragt.

    https://youtu.be/w98Z4lf1dJ0

    Palantir – Ist eine neue Rally zu erwarten oder war´s das?

    Nicht immer sind Aktien unterbewertet. Bei der „US-Datenkrake“ Palantir bleibt die Bewertung trotz aller operativen Erfolge zentrales Dauerthema der Marktteilnehmer. Mit einem erwarteten KGV 2026e von knapp 100 und einem Unternehmenswert von rund dem 45-fachen des Jahresumsatzes gehören die Experten aus Denver weiterhin zu den teuersten Softwareunternehmen weltweit. Die jüngste Korrektur im Technologiesektor hat diese Bewertung zwar etwas normalisiert, von einem Schnäppchen kann jedoch keine Rede sein. Hinzu kommen Risiken durch zunehmenden Wettbewerb von KI-Spezialisten wie OpenAI, Anthropic oder Meta sowie potenzielle Verzögerungen bei staatlichen Budgets und Vergabeprozessen.

    Dennoch spricht vieles dafür, dass Palantir weiterhin eine Sonderstellung innerhalb des KI-Sektors einnimmt. Nur wenige Unternehmen schaffen es, ein Umsatzwachstum von 85 % und operative Margen von 60 % sowie eine hohe Kundenbindung erfolgreich zu kombinieren. Das liegt wohl an der außerordentlich exponierten Stellung im Bereich öffentlich-regierungsnaher Auftraggeber. Die aktuelle Kurskorrektur von 40 % seit den Höchstmarken im November wurde vom Short-Spekulanten Michael Burry gut antizipiert und stellt die Beteuerungsversuche des CEO Alex Karp ins Abseits. So ist das Unternehmen zwar fundamental stark, eine dauerhafte Überbewertung aber eher unwahrscheinlich. Am 10. August veröffentlicht Palantir seine Q2-Zahlen. Spannend!

    Der vorliegende Chartvergleich zeigt einen stabilen Verlauf der Aspermont-Aktie im Vergleich zu volatilen Beispielen wie TeamViewer, SAP und Alibaba. Zur gezeigten Kontinuität könnte sich nun eine neue Wachstumsdynamik gesellen. Quelle: LSEG vom 02.06.2026

    Die internationalen Aktienmärkte befinden sich in Feierlaune. Das gilt insbesondere für Technologie- und Softwaretitel aus dem Spektrum KI und Quanten-Computing. Das Szenario könnte sich verändern, denn in wenigen Tagen SpaceX auf den Markt. 80 Mrd. USD IPO-Volumen und ein neuer MAG7-Wert. Eine Kapitalrotation wird einsetzen, sagen Experten. Spannend ist, wo die Umschichtungen aufschlagen werden. Unsere Auswahltitel SAP, TeamViewer und Aspermont sind aktuell eher am unteren Band der Bewertung anzutreffen, das verleiht gute mittelfristige Chancen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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