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21.07.2026 | 04:00

Ukraine – Iran - Nato: Der Kampf in der Luft beflügelt RTX und Lockheed, Rheinmetall und Volatus Aerospace im Aufwind!

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Bildquelle: Pixabay

Solange die geopolitischen Konflikte nicht abebben, haben Aktien aus dem Defense-Universum ein leichtes Spiel. Denn sie geraten automatisch in den Fokus, wenn neue Staatsprogramme gestartet werden, um die Verteidigungsfähigkeit zu steigern. Im Juli war es die NATO-Konferenz in Ankara. Die anwesenden Regierungsvertreter umringten Donald Trump, denn in Sachen Flugabwehr ist die USA führend und genau hier leckt es sowohl auf NATO-Seite als auch in der Ukraine. In Sachen Drohnen ist der ehemalige Sowjetstaat allerdings große Schritte vorangekommen. In Windeseile wurde eine ganze Drohnen-Industrie aus dem Boden gestampft. Und seit einigen Wochen durchstoßen sie den russischen Abwehrgürtel und dringen tief bis zu den Energieverarbeitungsanlagen vor. Schon heute hat die Ukraine ein Viertel der russischen Ölaufbereitung ausgeschaltet. Der Westen sieht in den Fortschritten eine willkommene Entspannung, legt allerdings in den Investitionen nochmal nach. So ordert Kanzler Merz die allseits begehrten Tomahawk-Raketen aus den USA und beteiligt sich sogar an der jüngsten französischen Nuklearübung. Wie die Politik, so sollten auch Investoren in den Startblöcken stehen, um die neue Investitionswelle zu reiten.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , LOCKHEED MARTIN DL 1 | US5398301094 , RTX CORPORATION | US75513E1010

Inhaltsverzeichnis:


    RTX und Lockheed – Die europäische Investitionswelle rollt

    Alle Augen richten sich wieder auf den Rüstungs-Sektor! Denn die allgemeine Bedrohungslage in Europa veranlasst die Regierungen zu großen Schritten. Gerade die hohen Bestellungen in die EU-Luftverteidigung beschert den US-Rüstungsriesen RTX Corporation und Lockheed Martin eine beispiellose Welle von Großaufträgen. Zahlreiche NATO-Staaten runderneuern ihre militärische Infrastruktur in Rekordzeit. Der US-Konzern RTX, besser bekannt unter seiner Tochtergesellschaft Raytheon, profitiert dabei massiv von der enormen Nachfrage nach dem Patriot-Luftabwehrsystem, das das Rückgrat der europäischen Raketenabwehr bildet. Auch Lockheed Martin berichtet von vollen Auftragsbüchern durch die EU-weite Beschaffung von F-35-Tarnkappenjets, die als nukleare und konventionelle Abschreckungswaffen dienen.

    Hinzu kommen die als ausverkauft geltenden Bestellungen von Tomahawk-Marschflugkörpern, zur Stärkung der weitreichenden Präzisionsschlagkraft. Da RTX diese hochentwickelten Marschflugkörper produziert, sichert sich der Konzern langfristige Einnahmen durch Fertigung und Wartung. Wegen der hohen Nachfrage soll die Produktion auf jährlich 1.000 Stück hochgefahren werden. Lockheed Martin profitiert indirekt durch die Integration dieser Waffensysteme in gemeinsame Verteidigungsnetzwerke und Trägerplattformen. Die jahrzehntelangen Service- und Modernisierungsverträge garantieren beiden Unternehmen überdies stabile, kalkulierbare Cashflows für die nächsten Generationen. Diese neuartige Rüstungskooperation zwischen der EU und den USA besiegelt allerdings auch die technologische Abhängigkeit Europas von der amerikanischen Verteidigungsindustrie, was bei aller Euphorie nicht zu vernachlässigen ist.

    Die Schätzungen für die beiden Rüstungskonzerne auf der Plattform LSEG sind goldgerändert. RTX konnte seit 2023 seinen Umsatz bereits um 25 % auf ca. 88 Mrd. USD steigern, bis Ende 2027e soll er auf 101 Mrd. USD steigen. Unter dem Strich bleiben dann rund 10,5 Mrd. USD Gewinn, macht bei einem Kurs von 197 USD ein KGV von 25,3. Nach einer Konsolidierung im April bis auf 145 USD steht die Aktie jetzt wieder bei 191 USD nur 5 % unter dem Allzeithoch. Bei Lockheed geht es etwas moderater zu: Nach 75 Mrd. USD Umsatz in 2025 soll es bis 2027e auf 83 Mrd. USD gehen. Die Aktie ist mit einem KGV 2027e von 15,9 zu haben. Mit einer Umsatzbewertung (KUV) 2026e zwischen 1,5 und 2,5 sind die Titel nicht überbewertet, denn bei fortgesetzten Kriegen könnte sich auch noch mehr Wachstum einstellen.

    Volatus Aerospace – Die Infrastruktur moderner Sicherheitsarchitekturen

    Die weltweite Sicherheitslage verändert nicht nur Verteidigungsstrategien, sondern auch die Kapitalströme. Mit steigenden Investitionen in Drohnen, Künstliche Intelligenz und autonome Systeme entwickelt sich ein milliardenschwerer Zukunftsmarkt. Laut Fortune Business Insights dürfte der globale Markt für unbemannte Luftfahrtsysteme von rund 47 Mrd. USD im Jahr 2026 auf etwa 160 Mrd. USD bis 2034 wachsen, ein jährliches Wachstum von 16,4 %. Neben militärischen Anwendungen steigt auch der Bedarf in kritischen Infrastrukturen wie Energieversorgung, Datenzentren, Pipelines, Häfen und Flughäfen. Hier macht Volatus Aerospace als integrierter Anbieter für autonome Systeme, Luftaufklärung und KI-basierte Software besonders auf sich aufmerksam. Das Unternehmen vereint Drohnentechnologie, Sensorik, Trainingslösungen und Software zu einer skalierbaren Plattform. Im Zentrum stehen die modulare Autonomiearchitektur V-Cortex für Luft-, Boden- und Wasserfahrzeuge sowie die cloudbasierte Counter-UAS-Plattform SKYDRA, die den Übergang zu margenstärkeren Software- und Serviceerlösen unterstützt.

    Richtig spürbar wächst die industrielle Basis. Im kanadischen Mirabel nahm Volatus ein rund 5.000 Quadratmeter großes Produktions- und Integrationszentrum in Betrieb, das bei voller Auslastung Umsätze von bis zu 250 Mio. CAD ermöglichen könnte. Der Standort gewinnt an strategischer Bedeutung, nachdem die kanadische Regierung dort einen neuen Uncrewed Systems Defence Innovation Secure Hub errichtet und zunächst einmal 29 Mio. CAD investiert. Ziel ist es, autonome Verteidigungssysteme schneller zu entwickeln und unter realistischen Bedingungen zu testen, ein investives Umfeld, von dem Volatus unmittelbar profitieren dürfte. Auch regulatorisch tut sich einiges. Mit der geplanten "Maple List" will Kanada eine nationale Zulassungsplattform für Drohnen nach dem Vorbild der amerikanischen Blue List schaffen und heimischen Herstellern den Zugang zu militärischen Beschaffungsprogrammen erleichtern. Vom 20. bis 24. Juli präsentiert sich Volatus auf der Farnborough International Airshow in UK, einer der weltweit wichtigsten Luftfahrt- und Verteidigungsmessen. Damit verbessert das im Branchenvergleich noch kleine Unternehmen seine internationale Sichtbarkeit bei Behörden, NATO-Partnern und Industriekunden.

    Operativ entwickelt sich das Verteidigungsgeschäft nun zum wichtigsten Wachstumstreiber. Die Qualifikation für die zweite Phase des US Drone Dominance Program mit einem Gesamtvolumen von rund 1,1 Mrd. USD sowie die Kooperation mit dem UCan Brave Tech Centre zur Überführung kampferprobter ukrainischer Technologien in westliche Verteidigungssysteme unterstreichen die strategische Positionierung des Unternehmens. Nach der Kapitalerhöhung über 34,5 Mio. CAD verfügt Volatus über frische finanzielle Mittel, um nötige Produktions- und Technologieplattformen auszubauen. Gleichzeitig beziffert das Management die Projektpipeline auf rund 500 Mio. CAD. Mit einer aktuellen Börsenbewertung von lediglich 370 Mio. CAD, sehen Analysten den fairen Wert der bei 0,51 CAD notierenden Aktie im Durchschnitt bei 1,07 CAD, die höchsten Kursziele liegen bei 1,25 CAD. Gelingt es, die umfangreiche Pipeline in Aufträge zu überführen und von den steigenden Verteidigungsausgaben Nordamerikas zu profitieren, besitzt Volatus Aerospace aus analytischer Sicht weiterhin erhebliches Neubewertungspotenzial.

    **CFO Abhinav Singhvi erklärte die Strategie und die 500 Mio. CAD Pipeline des Unternehmens auf dem letzten 19. International Investment Forum. Hier geht´s zum Video.

    https://youtu.be/fURtUtX51IY

    Rheinmetall – Die Korrektur der Korrektur läuft

    Die Zeit für eine Neufestlegung der Trading-Range läuft! Nach all der negativen Presse seit März, bleibt Rheinmetall trotz des jüngst verlorenen Marineauftrags an TKMS strukturell gut positioniert, denn die zentrale Wachstumsstory ist klar im Bereich landgestützter Systeme, Munition und Digitalisierung verankert und nicht primär auf dem Wasser. Der nun gemeldete 100‑Mio.-Abruf im Rahmen des D‑LBO‑Programms ist lediglich ein kleiner Baustein innerhalb einer deutlich größeren, langfristigen Rahmenvereinbarung, aus der Rheinmetall über IT‑Systemintegration und Fahrzeugintegration insgesamt auf mehr als 1,4 Mrd. EUR kommt. Damit sichert sich der Konzern über Jahre hinweg ein wiederkehrendes Geschäft mit Hardware, Software, Integration und Services rund um die digitale Vernetzung der Bundeswehrfahrzeuge und Gefechtsstände.

    Der Fregatten‑Wechsel hin zu TKMS ist strategisch vor allem deshalb schmerzhaft, weil damit eine wichtige Option zur starken Positionierung im Marinesegment wegfällt und die zuvor eingepreisten Erwartungen an das NVL‑Engagement korrigiert werden mussten. Kursseitig führte dieser Schritt zu einem deutlichen Rückschlag auf etwa 900 EUR und erhöhter Volatilität, spiegelt aber eher eine Neubewertung des Marine‑Potenzials als eine Schwächung des Kerngeschäfts wider. Denn politisch und militärisch liegt der Schwerpunkt der aktuellen Aufrüstung weiter auf Heeresplattformen, Munition und vernetzten Führungsfähigkeiten, wo Rheinmetall die Schlüsselrolle behält. 21 von 24 Analysten auf der Plattform LSEG haben ihre Kursziele zwar nach unten korrigiert, sie bleiben aber bei einem Kaufvotum. Wesentlich realistischer ist jetzt das gemittelte 12-Monatskursziel von 1.695 EUR nach 2.225 EUR im Februar.

    Rückblickend bis Anfang 2025 kann Volatus Aerospace mit über 160 % Kursanstieg seine Peergroup klar outperformen. Auf den Fersen befinden sich Rheinmetall und RTX Corporation, die sich wie Lockheed Martin mit nur 14 % Zuwachs in einer Konsolidierung befinden. Quelle: LSEG vom 20.07.2026

    Das Umfeld für Dividendentitel entwickelt sich zunehmend selektiv. Während Hightech– und Chipaktien derzeit etwas Dampf ablassen, führen erneute Angriffe des Irans auf die Verbündeten des Westens zu weiteren Kursschüben bei den Defense-Aktien. Während Rheinmetall und RTX ihre Konsolidierung dennoch weiter fortführen, können Volatus Aerospace und Lockheed Martin auf ihren letzten Korrekturniveaus wieder neue Anlegerschichten begeistern.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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