27.08.2026 | 07:00
KI-Infrastruktur und Batterien im Fokus – Wer hat die Nase vorn? BASF, Heidelberger Druck, HPQ Silicon und VW im Rampenlicht
Nach knapp 3 Jahren im Einsatz nicht mehr wegzudenken: Künstliche Intelligenz. Der unaufhaltsame Siegeszug der neuen Wissenswelt krempelt nicht nur die Softwarewelt um, sondern entfacht im Hintergrund einen beispiellosen Boom bei stationären Speichern und modernen Batteriesystemen. Gigantische KI-Rechenzentren verschlingen enorme Mengen an Energie und treiben die Nachfrage nach hochleistungsfähigen Netzinfrastrukturen sowie krisensicheren Speichertechnologien massiv in die Höhe. Am Ende dieses rasanten Wettlaufs wird deutlich, dass die Technologieführerschaft der Zukunft untrennbar mit einer lückenlosen Versorgungskette im Hardwarebereich verknüpft ist. Nur wer die Symbiose aus effizientem Rohstoffdesign, lokaler Produktion und intelligenter Netzintegration perfekt beherrscht, wird diesen transformativen Superzyklus anführen. Anleger sollten den Fokus daher auf jene Akteure richten, die an dieser kritischen Schnittstelle von Energie- und Digitalinfrastruktur die Fäden in der Hand halten. Wir helfen dabei.
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , HEIDELBERG.DRUCKMA.O.N. | DE0007314007 , VOLKSWAGEN AG ST O.N. | DE0007664005 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Heidelberger Druckmaschinen – Eine leistungsfähige Drohnen-Batterie im Blickfeld
Wer heute an der Börse Aufmerksamkeit generieren will, muss Themen auf Höhe der Zeit ins Repertoire aufnehmen. In einem spannenden Feld gibt es wieder Nachrichten von der Heidelberger Druckmaschinen AG. Der Mittelständler verlagert seinen Fokus geschickt in Richtung zukunftsweisender Spitzentechnologien, um sich neue Wachstumsmärkte jenseits des klassischen Printgeschäfts zu erschließen. Das gelingt mit seiner ausgeprägten Expertise in der industriellen Präzisionsfertigung, denn sie erlaubt die Entwicklung leistungsfähiger Batterien, die in modernen Drohnen Verwendung finden können. Diese technologische Initiative verspricht nicht nur eine signifikante Effizienzsteigerung für die boomende Logistik- und Überwachungsbranche, sondern liefert auch der Aktie einen spritzigen Impuls. Anleger und Marktbeobachter reagieren fasziniert auf das enorme Potenzial, das in der hauseigenen Batterietechnologie für unbemannte Flugobjekte schlummert. Durch diese progressive Diversifikation demonstriert der Konzern eine bemerkenswerte Wandlungsfähigkeit und Innovationskraft im dynamischen Hightech-Sektor. Der Aktienkurs hat davon noch nicht viel profitiert, mithin liegt die Kurs-Umsatz-Bewertung 2027e laut der Plattform LSEG Refinitiv aktuell bei sehr niedrigen 0,2 und auch ein KGV von 11,6 ist nicht zu teuer. Spannend!
HPQ Silicon – Vom Batterietest zum ersten Auftrag für Europas Verteidigung
Und auch die Kanadier spielen kräftig mit! Das innovative Technologie-Unternehmen HPQ Silicon kommt bei der Transformation vom Technologieentwickler zum kommerziellen Anbieter einen entscheidenden Schritt voran, denn erstmals hat ein Kunde Batterien mit Novaciums Siliziumanodentechnologie für einen konkreten Verteidigungseinsatz bestellt. Im Mittelpunkt steht ein Auftrag von LN Innov über Gen3-6S1P-Batteriepacks mit 6.000 mAh, die in FPV-Drohnen für ein Regiment der französischen Armee integriert werden sollen. Die wirtschaftliche Größenordnung des Erstauftrags ist zwar noch überschaubar, seine strategische Aussagekraft jedoch erheblich, weil die Technologie damit die entscheidende Schwelle von der Qualifikation zur realen Anwendung überschreitet.
Vorausgegangen waren seit dem zweiten Quartal umfangreiche Tests beim Endkunden, deren Ergebnisse bei Leistung und Zuverlässigkeit die Anforderungen erfüllten und schließlich den Weg für die Bestellung ebneten. Damit erhält HPQ erstmals eine belastbare Referenz aus dem europäischen Verteidigungssektor. Und genau solche Referenzen können bei der Akquisition weiterer Kunden weit mehr wert sein als ein einzelner Auftrag. Der Zeitpunkt ist günstig, denn der militärische Drohnenmarkt soll nach den von HPQ zitierten Marktdaten von rund 35 Mrd. USD im Jahr 2026 auf über 109 Mrd. USD bis 2031 wachsen, während die Nachfrage nach leistungsfähigeren und leichteren Energiespeichern parallel zunimmt.
Technologisch besitzt die Strategie zusätzlichen Hebel, weil HPQ über seine 36,8 %-Beteiligung an Novacium und exklusive nordamerikanische Vermarktungsrechte am weiteren Ausbau der Siliziumbatterien partizipiert. Die inzwischen zertifizierte Gen4-21700-Zelle erreicht 6.500 mAh und damit 8,3 % mehr Kapazität als die Gen3-Version, während die UL-1642- und UN-38.3-Zertifizierungen wichtige Sicherheits- und Transportbarrieren beseitigt haben. Noch interessanter könnte die Kombination aus Batterie und Antrieb werden, denn HPQ, Novacium und LN Innov prüfen parallel eine kanadische Plattform, die Batterien, Elektromotoren und elektrische Antriebssysteme für den nordamerikanischen Drohnen- und Verteidigungsmarkt zusammenführt. Aus einem einzelnen Batteriebaustein könnte damit perspektivisch ein integriertes Technologieangebot entstehen – ein deutlich attraktiveres Geschäftsmodell, weil damit mehr Wertschöpfung je System adressiert wird. Gleichzeitig öffnet die erste französische Militärreferenz die Tür für weitere Qualifikationsprogramme im Netzwerk von LN Innov, wobei zusätzliche Projekte bereits diskutiert werden.
HPQ baut daneben mit HyDRAS™ eine zweite Zukunftssäule auf, bei der Novacium Aluminiumindustrie-Abfälle wie Black Dross und Bauxitrückstände zur Wasserstoffgewinnung nutzen will. Tests zeigten, dass Bauxitrückstände die Wasserstoffausbeute mehr als verdoppeln und zugleich ein bislang schwer verwertbares Abfallproblem adressieren können. Weltweit fallen laut der von HPQ zitierten Studie jährlich rund 175 Mio. Tonnen Bauxitrückstände an, womit aus einem Nischenverfahren langfristig ein interessanter Baustein einer zirkulären Wasserstoffwirtschaft werden könnte. HPQ bleibt vorerst noch ein spekulatives Technologieinvestment, doch die jüngste Entwicklung verändert die Qualität der Story: Aus technischen Versprechen werden erste Kundenreferenzen, aus Zertifizierungen entstehen Qualifikationen und aus einzelnen Technologien formiert sich zunehmend eine Plattform für Batterien, Drohnen, Wasserstoff und industrielle Kreislaufwirtschaft. Die Gesamtbewertung von rund 68 Mio. CAD erscheint für die gezeigte Ideenvielfalt sehr überschaubar.
President, Chairman und CEO Bernard Tourillon erklärte seine Strategie auf dem 19. International Investment Forum. Hier geht´s zum Video…
VW – Stromaggregate gibt es bald mit chinesischer Hilfe aus Valencia
Im deutschen Automobil-Sektor rumort es! Denn bei den intensiv geführten Aufsichtsratssitzungen von Volkswagen stehen angesichts des enormen Kostendrucks im Konzern vor allem weitreichende Sparpläne und die strategische Neuausrichtung des globalen Produktionsnetzwerks im Fokus der Debatten. Ein zentraler, viel diskutierter Baustein dieser langfristigen E-Mobilitätsstrategie bleibt die neue Gigafactory der konzerneigenen Batterietochter PowerCo im spanischen Sagunt nahe Valencia. Ursprünglich für das Jahr 2026 avisiert, deuten fortgeschrittene Planungen darauf hin, dass die hochmoderne Zellfabrik nach der Installation der Produktionsanlagen schrittweise auf die Eröffnung und den offiziellen Serienstart vorbereitet wird. Dieses Werk gilt als strategisch unverzichtbar, da es künftig die spanischen Fahrzeugwerke in Martorell und Pamplona mit der standardisierten Einheitszelle für kommende Elektro-Kleinwagen beliefern soll. Angesichts der aktuellen Milliardeninvestitionen prüft Volkswagen laut Branchenberichten parallel sehr intensiv den strategischen Einstieg des chinesischen Batterie-Giganten Gotion High-Tech über ein mögliches Joint Venture direkt am Standort Valencia. Ein solcher Schritt könnte dem angeschlagenen Autobauer frisches Kapital sowie wertvolles technologisches Know-how sichern, während die Kernkontrolle über das strategische Projekt offiziell bei der PowerCo verbleiben soll. Die Aktie geriet mit der endgültigen Festlegung des Arbeitsplatzabbaus in Höhe von 50.000 Stellen eher wieder unter Druck.
BASF – Die gesamte Wertschöpfungskette im Griff
Auch BASF treibt seine strategische Neuausrichtung im Bereich der E-Mobilität mit Hochdruck voran und fokussiert sich künftig massiv auf hochentwickelte Kathodenmaterialien. Das Herzstück dieser ambitionierten Wachstumsstrategie bildet die Großproduktionsanlage im brandenburgischen Schwarzheide, die als erste vollautomatische Anlage ihrer Art in Europa gilt. Um die Marktposition nachhaltig zu festigen, hat der Chemiekonzern eine wegweisende globale Rahmenvereinbarung mit dem chinesischen Batteriegiganten CATL geschlossen, um dessen weltweite Zellfertigung direkt zu beliefern. Gleichzeitig setzt der Konzern auf technologische Pionierarbeit und liefert über ein Joint Venture bereits erste Chargen innovativer Kathodenmaterialien für zukunftsweisende halbfeste Festkörperbatterien aus. Flankiert wird diese Materialoffensive durch eine groß angelegte Kreislaufwirtschaft direkt vor Ort: Eine neu eingeweihte Recyclinganlage in Schwarzheide verarbeitet Tonnen von Altbatterien zu wertvoller Schwarzmasse, um kritische Rohstoffe wie Nickel und Kobalt direkt wieder in den Produktionskreislauf zurückzuführen. Mit dieser geschlossenen Wertschöpfungskette etabliert sich BASF zunehmend als unverzichtbarer, strategischer Schlüsselpartner für die europäische und globale Automobilindustrie. Die BASF-Aktie macht wieder Spaß: Nach einer dreijährigen Konsolidierung konnte die 50 EUR-Marke wieder überwunden werden.

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