04.06.2026 | 04:00
Kritische Metalle im Nachfragesog der Industrie! NASDAQ auf 30.000 und Almonty macht sich bereit für den Russell 1.000 Index
Ein weiterer Feiertag für CEO Lewis Black von Almonty Industries. Während die Tech-Hausse den NASDAQ 100-Index über 30.000 hievt, wird der Wolfram-Hersteller aufgrund umsatz- und bewertungsrelevanter Größen nach dem Juni-Verfall in den Russell 1000 Index aufgenommen. Verbunden damit ist auch die Mitgliedschaft im etwas breiteren Russell 3000-Index, wie aus der Liste von FTSE Russell hervorgeht. Das hat weitreichende Komplikationen! Indexbasierte ETFs müssen innerhalb einer gewissen Zeit die Gewichtungen ihrer Assets nach den abzubildenden Indices adjustieren. Meint für die bislang nicht vertretene Almonty-Aktie eine zusätzliche Nachfrage von institutioneller Seite. Als wäre der Sturm um den einzig relevanten, börsennotierten Wolfram-Titel nicht schon groß genug. Die Party dürfte also munter weitergehen!
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Rohstofftitel im Russell 1000: Freeport-McMoRan, Newmont und Almonty Industries
Die Aufnahme von Almonty Industries in den Russell 1000 markiert weit mehr als einen rein technischen Indexeffekt. Der Index vereint die 1.000 wertvollsten börsennotierten Unternehmen der USA und repräsentiert rund 90 % der gesamten US-Marktkapitalisierung. Während Technologiegiganten wie Nvidia, Microsoft, Apple und Amazon das Schwergewicht bilden, sind Rohstoffunternehmen dort traditionell selten vertreten und müssen eine erhebliche Marktkapitalisierung sowie institutionelle Relevanz nachweisen. In diesem Sinne besitzt die Aufnahme für Almonty besondere Signalwirkung. Denn das Unternehmen wird von Investoren zunehmend nicht mehr als Minenentwickler, sondern als strategischer Rohstofflieferant für die westliche Industrie wahrgenommen. Bemerkenswert ist dabei die Sonderstellung des Unternehmens. Während Konzerne wie Freeport-McMoRan oder Newmont etablierte Milliardenproduzenten in Kupfer und Gold sind, repräsentiert Almonty einen Rohstoff, der für moderne Verteidigungssysteme, Halbleiterfertigung, Luft- und Raumfahrt sowie Hochleistungswerkstoffe unverzichtbar geworden ist. Die Aufnahme in den Russell 1000 ist deshalb weniger eine Belohnung für vergangene Kursentwicklungen als vielmehr ein Indiz dafür, dass Almonty inzwischen in eine neue Unternehmensdimension vorgestoßen ist.
CEO Lewis Black kommentierte: „Wir fühlen uns geehrt, in die Russell 3000- und 1000-Indizes aufgenommen zu werden. Wir glauben, dass dies die bedeutenden operativen und finanziellen Fortschritte widerspiegelt, die Almonty im vergangenen Jahr erzielt hat, während wir uns fest als Eckpfeiler der westlichen Wolfram-Lieferkette etablieren. Mit der Inbetriebnahme unserer Flaggschiff-Mine Sangdong in Südkorea, der Verlegung unseres Unternehmenssitzes in die Vereinigten Staaten und einer soliden Bilanz, die unser weiteres Wachstum stützt, sind wir überzeugt, dass die Aufnahme in die Russell-Indizes unsere Sichtbarkeit in der institutionellen Anlegergemeinschaft weiter erhöhen und unsere Aktionärsbasis erweitern wird, während wir unsere langfristige strategische Vision umsetzen.“
Der neue Rohstoff-Nationalismus verändert die Spielregeln
Während sich die Kapitalmärkte jahrelang auf Lithium, Kupfer und Seltene Erden konzentrierten, hat sich im Hintergrund ein anderer Rohstoff zum strategischen Nadelöhr entwickelt: Wolfram. Kaum ein Metall vereint so viele kritische Eigenschaften für moderne Industrien. Es hält extremen Temperaturen stand, besitzt eine außergewöhnliche Dichte und ist für zahlreiche Hochleistungsanwendungen praktisch nicht ersetzbar. Gleichzeitig kontrolliert China weiterhin den überwiegenden Teil der globalen Förderung und Verarbeitung. Interessant für Anleger ist aber die Nachfrageseite. Rüstungsprogramme rund um den Globus werden massiv ausgeweitet, während aber gleichzeitig die Halbleiterindustrie mit ihrer KI-Aufrüstung zusätzliche Mengen benötigt. Hinzu kommen Anwendungen in Luftfahrt, Energietechnik und Spezialwerkstoffen. Da die physikalischen Eigenschaften von Wolfram kaum substituierbar sind, reagieren Verbraucher nur sehr begrenzt auf steigende Preise. Das Ergebnis ist ein Markt, in dem bereits kleine Angebotsstörungen erhebliche Auswirkungen auf die Preisbildung haben können.
Sangdong: Aus einem Großprojekt wird ein Produktionsmotor
Mit der offiziellen Inbetriebnahme der Sangdong-Mine in Südkorea wurde Anfang 2026 ein Meilenstein erreicht, der die Unternehmensgeschichte nachhaltig verändern könnte. Sangdong zählt zu den größten und hochgradigsten Wolframlagerstätten weltweit. Für Almonty markiert Sangdong gleichzeitig den Übergang in eine neue Unternehmensphase. Statt zukünftige Potenziale zu bewerten, beginnt der Markt nun, reale Produktionsmengen, Cashflows und Margen einzupreisen. Damit verändert sich auch die Wahrnehmung institutioneller Investoren, die das Unternehmen zunehmend als strategischen Rohstoffproduzenten und weniger als klassischen Minenentwickler betrachten.
Die Zahlen zeigen: Der Hebel beginnt zu wirken
Wie stark sich diese Transformation bereits in den Geschäftszahlen niederschlägt, verdeutlichen die Ergebnisse aus Q1- 2026. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 221 % auf 25,4 Mio. CAD zu. Treiber war vor allem das deutlich höhere Preisniveau für Wolframprodukte sowie die stabile Leistung der portugiesischen Panasqueira-Mine. Das bereinigte EBITDA drehte von einem Verlust von 2,4 Mio. CAD im Vorjahresquartal auf einen Gewinn von 6,1 Mio. CAD. Gleichzeitig erreichte der operative Cashflow mit 9,7 Mio. CAD wieder deutlich positives Terrain. Komfortabel ist die Kapitalausstattung: Mit knapp 260 Mio. CAD an liquiden Mitteln und einem Working Capital von rund 170 Mio. CAD verfügt das Unternehmen über ausreichend finanzielle Flexibilität, um die nächsten Wachstumsschritte aus eigener Kraft voranzutreiben. Der Produktionshochlauf erfolgt damit aus einer Position der Stärke und nicht unter Finanzierungsdruck.
CEO Lewis Black erläuterte seine strategische Positionierung auf dem letzten International Investment Forum. Es lohnt sich zu lauschen! Hier geht´s zum Video…
Montana und das Pentagon: Almonty rückt näher an die Machtzentren
Parallel zum Produktionsstart in Südkorea hat Almonty eine weitere strategische Entscheidung getroffen. Der Unternehmenssitz wurde von Kanada nach Dillon im US-Bundesstaat Montana verlegt. Auf den ersten Blick wirkt dieser Schritt administrativ. Tatsächlich signalisiert er jedoch die zunehmende Ausrichtung auf amerikanische Industrie-, Regierungs- und Verteidigungskunden. Der Zeitpunkt erscheint kaum zufällig. Ab Januar 2027 treten in den USA neue Beschaffungsrichtlinien in Kraft, die den Einsatz von Wolfram aus bestimmten Staaten in militärischen Anwendungen erheblich einschränken sollen. Gleichzeitig wächst das Interesse Washingtons an unabhängigen Lieferketten für kritische Rohstoffe. Für Produzenten außerhalb Chinas eröffnet sich dadurch ein Markt mit enormem strategischem Potenzial. Zusätzliche Bedeutung erhält diese Entwicklung durch das Gentung-Projekt in Montana. Die historische Wolframliegenschaft soll künftig das nordamerikanische Standbein des Konzerns bilden und die Versorgung sicherheitsrelevanter Industrien unterstützen. Zusammen mit Sangdong entsteht damit eine Produktionsplattform, die sowohl asiatische als auch nordamerikanische Lieferketten bedienen kann.
Institutionelles Kapital entdeckt den Wolfram-Spezialisten
Auch an der Börse verändert sich das Bild. Nachdem die Aktie mit Plus 2.500 % seit Mitte 2024 bereits eine außergewöhnliche Kursentwicklung verzeichnete, rückt nun mit der Russel-Aufnahme die nächste Bewertungsstufe in den Fokus. Für zahlreiche Fonds und ETF-Anbieter führt die Indexzugehörigkeit automatisch zu einer höheren Relevanz der Aktie. Gleichzeitig verbessert sich die Liquidität des Handels und die Wahrnehmung im nordamerikanischen Kapitalmarkt.

Cantor Fitzgerald hat in seinem Update von Ende Mai das Kursziel von 36 CAD bestätigt, unterstellt in der Berechnung aber langfristige Wolframpreise von 600 USD pro metrische Tonne (MTU). Dieser Preis liegt aktuell über 3.000 USD. Bleibt Wolfram in diesen Höhen und gleichzeitig der Bedarf ungebrochen, dürfte Almonty schon in Kürze neue Höchststände erklimmen.
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