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14.08.2026 | 05:00

Nachhaltige Dividendenkönige: Schneider Electric, Münchener Rück und RE Royalties

  • Erneuerbare Energien
  • Royalties
  • Nachhaltigkeit
  • ESG
  • Versicherung
Bildquelle: Nano Banana KI

Kriege, Inflation und eine stotternde Industrie – viele Anleger werden sich angesichts der jüngsten Rekord-Jagd des DAX verwundert die Augen gerieben haben. Doch statt alle Chips vom Tisch zu nehmen und Aktien zu verkaufen, könnte es sich in unsicheren Zeiten anbieten, defensiver zu investieren. In der Regel bieten bereits Dividenden einen Sicherheitspuffer im Falle von Kursschwankungen. Kommt bei Unternehmen ein geschärftes ESG-Profil hinzu, können Investoren oft noch ruhiger schlafen. Wir stellen drei Unternehmen vor und beleuchten Chancen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: SCHNEIDER ELEC. INH. EO 4 | FR0000121972 , MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N. | DE0008430026 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF

Inhaltsverzeichnis:


    Schneider Electric setzt auf Effizienz und stetiges Wachstum

    Beim französischen Automatisierungsspezialisten Schneider Electric läuft die Transformation der Industrie auf Hochtouren. Der Konzern bedient Schlüsselmärkte wie Rechenzentren, Industrieanlagen und Stromnetze mit Systemen zur digitalen Effizienzsteigerung. Für das Geschäftsjahr 2025 bezifferte Schneider Electric den Gesamterlös auf 40,15 Mrd. EUR bei einem Nettogewinn von 4,16 Mrd. EUR und einer operativen Marge laut Hargreaves Lansdown von 15,71 %. Das Ergebnis je Aktie soll laut Konsens-Prognosen (Hargreaves Lansdown) von 8,02 EUR im Jahr 2024 über 8,27 EUR im Jahr 2025 auf 10,51 EUR im laufenden Jahr 2026 klettern. Auch die Dividendenpolitik überzeugt – Schneider schüttet immer rund 48 bis 50 % an Aktionäre aus, was angesichts des besseren Geschäfts eine Anhebung der Dividende für 2025/26 auf 4,20 EUR je Aktie erlaubt. Neben guten Zahlen sorgt das Nachhaltigkeitsprogramm Schneider Sustainability Impact auch für ein gutes Gewissen: Durch die bereitgestellten Technologien sparten Kunden von Schneider seit 2021 kumuliert 862 Mio. t CO2-Emissionen ein, während die 1.000 wichtigsten Zulieferer ihre operativen Emissionen um 56 % senkten. Ratingagenturen honorieren das: Sustainalytics ordnet das ESG-Risiko von Schneider Electric mit 7,1 Punkten in die bestmögliche Kategorie ein.

    Münchener Rück spielt ihre Stärken voll aus

    Eine vergleichbar robuste operative Entwicklung zeigt die Münchener Rück. Das Geschäftsmodell verknüpft Rückversicherungsaktivitäten mit den Erstversicherungssparten der ERGO-Gruppe und basiert auf der smarten Bepreisung komplexer Risiken. Nach einem Rekordnettoergebnis von 6,1 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete die Münchener Rück im ersten Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 3,9 Mrd. EUR bei einer Eigenkapitalrendite von 23 %. Mit Solvency-II-Quoten von 298 % Ende 2025 und 304 % im zweiten Quartal 2026 liegt das Kapitalpolster der Münchener weit oberhalb der regulatorischen Vorgaben. Die Hauptversammlung beschloss eine Anhebung der Dividende für das Geschäftsjahr 2025 von 20,00 EUR auf 24,00 EUR je Aktie, wobei das Management im Rahmen des Programms „Ambition 2030“ eine Gesamtausschüttungsquote von über 80 % anstrebt. Die Münchener Rück gilt auch deswegen als robust, weil das Unternehmen Klimarisiken realistisch einschätzt. Die Bayern setzen auf proprietäre Klimamodelle, um veränderte Schadenfrequenzen aus Extremwetterereignissen frühzeitig in die Prämienkalkulation einzupreisen. Zudem fließt ESG auch in die Asset-Allokation ein, was dem Unternehmen immer wieder hohe Platzierungen in ESG-Ratings einbringt.

    RE Royalties: Experte für nachhaltige Energie schüttet großzügig aus

    Einen besonderen Weg beschreitet der kanadische Finanzierungsspezialist RE Royalties im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Gesellschaft stellt Entwicklern von Solar-, Wind-, Wasserkraft-, Energiespeicher- und Biogasanlagen Kapital bereit und sichert sich im Gegenzug umsatzbasierte Lizenzgebühren in Form von Royalties. Das Portfolio von RE Royalties umfasst über 100 Lizenzrechte, die über vertraglich fixierte Bruttoeinnahmen aus Stromabnahmeverträgen direkte Bau- und Betriebsrisiken umgehen sollen. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 15 Mio. CAD muss RE Royalties als kleineres Unternehmen gelten. Anders als etwa die Münchener Rück kann RE Royalties operative Schwierigkeiten weit weniger gut verkraften. Wohl auch aus diesem Grund hat das Unternehmen in den vergangenen Quartalen einige Anpassungen vorgenommen.

    Es geht voran bei der Aktie von RE Royalties.

    Um resilienter zu werden und bei operativen Chancen flexibler zu sein, passte das Management die eigene Dividendenpolitik an. Über Jahre hinweg hielt RE Royalties an einer Quartalsdividende von 0,01 CAD je Aktie fest, was bei sinkenden Kursen zu Dividendenrenditen von zeitweise über 10 % führte. Da diese Ausschüttungen nicht immer von freiem Cashflow gedeckt waren, entschied man sich für eine Anpassung: RE Royalties stellte die Ausschüttungspolitik von vierteljährlichen Zahlungen auf eine jährliche Ausschüttung um und priorisierte Reinvestitionen in neue Projekte ausdrücklich. Diese Neuausrichtung ist für Dividendenjäger zwar eine kleine Einschränkung, dürfte dem Unternehmen langfristig jedoch Stabilität und Handlungsfähigkeit bringen.

    RE Royalties: Was kann die Aktie?

    Dass RE Royalties über ein ausgewiesenes Know-how bei regenerativen Projekten in verschiedenen Regionen der Welt verfügt, ist bekannt. Trotz der Vielzahl an erfolgreichen Projekten gelang es dem Unternehmen bislang aber nicht, stark zu wachsen und auch an der Börse eine hohe Marktkapitalisierung zu erreichen. Auch aus diesem Grund beauftragte man bereits vor einiger Zeit PricewaterhouseCoopers Corporate Finance mit der Aufgabe, Potenziale im an sich erfolgreichen Geschäftsmodell zu heben – selbst einen Verkauf wollte das Management nicht ausschließen. Da sich viele Banken bei kleineren Projekten für regenerative Energie bewusst nicht engagieren, sollte für RE Royalties ein Markt vorhanden sein. Das gilt umso mehr angesichts des Track Records von mehr als 100 Royalties. Die Aktie von RE Royalties bleibt trotz der neuen Dividendenpolitik spannend – hier liegt ein Befreiungsschlag in der Luft.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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