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27.10.2022 | 04:44

Nächster Schub in der E-Mobilität: Porsche, Kodiak Copper, Nio, BYD im Fokus der Anleger!

  • E-Mobilität
  • Rohstoffe
  • Kupfer
Bildquelle: pixabay.com

Es wäre nicht korrekt, den wichtigen Rohstoff Kupfer rein auf die E-Mobilität zu projizieren. Denn natürlich steigt die weltweite Kupfernachfrage aufgrund vieler elektro-technischer Applikationen. Sie fällt aber auch im Zuge eines sich abflachenden Baubooms. Werden weltweit weniger Häuser gebaut, so sinkt hier der Bedarf an Kupfer stärker als mehrfach prognostiziert. Grundsätzlich zeigt der Trend aber für die Jahre 2024 und folgende stark nach oben, denn die Mobilität wird einen großen Move in Richtung E-Mobilität umsetzen müssen, wenn die Klimaziele der aktuell regierenden Politiker umgesetzt werden sollen. Raus aus den Verbrennern, rein in die E-Mobile. Das bedeutet mittelfristig dreimal so viel Kupfer wie im Jahr 2015. Welche Aktien geraten in den Fokus?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: KODIAK COPPER CORP. | CA50012K1066 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , PORSCHE AG | DE000PAG9113 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061

Inhaltsverzeichnis:


    Kupfer – Das rote Metall folgt dem Konjunkturtrend

    Immer neue und höhere Absatzzahlen der E-Mobilhersteller füllen die Gazetten. Das ist schön, denn die Luftverschmutzung durch schädliche Treibhausgase vermindert sich dadurch. Noch ist der Anteil der E-Mobile unter allen Fahrzeugen weltweit im einstelligen Prozentbereich, aber die Wachstumstrends sprechen eine eindeutige Sprache: Die Welt wird sich in der Mobilität elektrifizieren! Wer den Kupferpreis verfolgt, sollte aber einen wichtigen Punkt beachten. Kupfer ist ein wichtiges Industriemetall, das nicht nur in Autos verbaut wird. Nein, der größte Abnehmer ist die Bau- und Infrastrukturindustrie. Und diese Sektoren leiden unter der extremen Inflation, den hohen Zinsen und der dadurch ökonomisch sinkenden Nachfrage. Heißt für den Kupferpreis aktuell natürlich auch keine überbordende Knappheit und somit sinkende Preise von rund 10.000 auf etwa 7.500 USD. Wie bei allen Rohstoffen ist also das Timing im Konjunkturverlauf die entscheidende Determinante für den Anlageerfolg.

    Kodiak Copper – Hier zählt der langfristige Gedanke

    Für den kanadischen Kupfer-Explorer Kodiak Copper (KDK) ist der aktuelle Kupferpreis nicht kriegsentscheidend. Denn die Gesellschaft ist für ihr laufendes Bohrprogramm in British Columbia durchfinanziert und muss noch kein eigenes Kupfer an den Rohstoffmärkten feilbieten. Allerdings sind die finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Moment auch nicht die besten, was die Aktien der sogenannten Juniors stark unter Druck setzt. Innerhalb eines widrigen Börsenklimas und belasteter Branchentrends geriet somit auch die Kodiak Copper-Aktie in den Abwärtsstrudel. Seit einigen Tagen läuft aber eine signifikante Gegenbewegung, die das Ausverkaufsniveau bei 0,50 CAD wieder deutlich hinter sich lässt.

    Investoren sollten über die kommende Konjunkturdelle beherzt hinausblicken, denn die langfristigen Perspektiven für das Kupfer sind ausgezeichnet. Die anstehenden Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung, Energiewende und die zunehmende Zahl von Elektrofahrzeugen wird die Kupfernachfrage antreiben. Man denkt hierbei auch an den riesigen Wiederaufbau der Zerstörungen in den aktuellen Kriegsgebieten. Derzeit fördernde Minen haben ihre Produktion wegen sinkender Überschüsse sogar leicht nach unten angepasst, weil die Rahmenbedingungen dies kaufmännisch als sinnvoll erscheinen lassen. Da es aber schon seit langem zu wenige förderfähige Minen gibt, um die kommende Nachfrage ab 2024/25 zu befriedigen, richtet der Markt seine Aufmerksamkeit auf interessante Liegenschaften, welche in den nächsten Jahren in Produktion gehen können. Kodiak Copper ist im Besitz des MPD Kupfer-Gold Projekts im ertragreichen Quesnel Trough im südlichen Zentrum der kanadischen Provinz British Columbia. Ein Projekt, das sich Schritt für Schritt sehr gut nach vorne entwickelt und vom Great Bear Gründer Chris Taylor ins Leben gerufen wurde. Der strategische Fokus von Kodiak liegt auf der Kupferporphyr-Exploration in Nordamerika, das schließt auch das Kupfer-Molybdän-Silber-Porphyr-Projekt Mohave in Arizona mit ein.

    Im September dieses Jahres gab es die Ergebnisse von fünf Bohrlöchern aus dem 25.000m Bohrprogramm 2022 auf dem Projekt MPD im Süden von British Columbia. Die ersten Arbeiten des Unternehmens konzentrierten sich auf zusätzliche Bohrungen in der Gate-Zone und auf die Erprobung ähnlicher geophysikalischer Ziele in der Nähe. Die hier gemeldeten neuen hochgradigen Kupfer-Gold-Silber-Abschnitte füllen eine 170m lange Lücke am südlichen Ende von Gate. Darüber hinaus haben Bohrungen nordöstlich von Gate, einen 400m langen, parallel verlaufenden mineralisierten Trend in der nahe gelegenen Zone Prime identifiziert.

    CEO Claudia Tornquist erklärt: "Wir haben damit begonnen, geophysikalische Ziele mit übereinstimmenden Kupfer-Boden-Signaturen im weiteren Umfeld der Gate-Zone zu erproben und freuen uns, dass wir einen parallelen, mineralisierten Trend in der Prime-Zone abgrenzen konnten.“ Das sind hervorragende Nachrichten für die Kodiak-Aktie. Sie machte auf dem Absatz kehrt und erreichte wieder Level um 0,68 CAD. Damit werden die Projekte mit niedrigen 37,8 Mio. CAD bewertet. Die Musik spielt hier langfristig und bläst hörbar zum Einstieg.

    Porsche, Nio oder BYD – Wer macht das E-Rennen in Europa?

    Wie steht´s eigentlich um die Perspektiven der Fahrzeughersteller in Europa? Mit dem Pariser Autosalon kommt BYD (Build Your Dreams) mit drei komplett neuen, rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen nach Europa. BYD ist der weltweit führende Hersteller von Fahrzeugen mit alternativen Antriebskonzepten und Leistungsbatterien, seine innovative und technologisch fortschrittliche Elektroauto-Palette spricht für sich und sie sind preislich für europäische Kunden sehr attraktiv. Dazu gehören der BYD ATTO 3, ein SUV im C-Segment, der speziell für europäische Kunden entwickelt wurde, der BYD TANG, ein 7-Sitzer mit variablem Allradantrieb und die elegante und sportliche Limousine BYD HAN. Alle Preise unterbieten die europäischen Referenzmodelle teils deutlich.

    Der chinesische Konkurrent Nio hat ein besonderes Konzept und bringt zunächst drei E-Autos nach Europa. Neben Batteriewechsel-Stationen will man auch eine eigene Ladeinfrastruktur aufbauen. Anders als die deutschen Autobauer geht Nio dabei einen besonderen Weg und entwickelte eine eigene Ladesäule, deren Leistung im Vergleich zu herkömmlichen Systemen gewaltig ist. 500 kW bei 650 Ampère soll sie leisten und stellt damit quasi alles in den Schatten, was bisher auf dem Ladesäulenmarkt zu sehen war. Denn aktuell kommen die meisten DC-Schnellladesäulen hierzulande nur auf maximal 360 kW Ladeleistung. Das wäre ein echter Wettbewerbsvorteil, fragt sich allerdings nur, wo gerade im stromarmen Deutschland die notwendige Energie für solche Projekte herkommen soll. Man darf gespannt sein, wie Nio diese Pläne umsetzen wird.

    Auch Porsche möchte nach dem geglückten Börsengang im E-Markt vorne mitspielen. Erst kürzlich schickten die Zuffenhausener einen 1000 PS E-Taycan auf die Rennpiste. Zumindest wurde ein entsprechender Bolide von Autojournalisten gesichtet. Konkurrenz soll er dem Tesla Model S Plaid machen, welcher immerhin 1.020 Pferdestärken auf die Straße zwingt. Aber auch der noch zu den Exoten zählenden Lucid Air in der Sapphire Edition mit knapp 1.220 Pferdchen spielt in diesem Segment mit. Die deutschen Hersteller taten sich bislang mit solchem PS-Geprotze im E-Markt schwer, wollen sie doch weiterhin ihre getunten Verbrenner verkaufen. Die neuen E-Sprinter werden das Angebot daher sicher nur nach oben abrunden und spielen in der normalen Elektrifizierung des Verkehrs nur eine untergeordnete Rolle. Es zeigt aber auch, dass betuchte Käuferschichten der Umwelt Willen nicht auf Fahrspaß verzichten wollen. Die BYD-Aktie befindet sich noch im Korrekturmodus bei ca. 24 EUR und Nio hat sich seit Mitte September glatt auf 10 EUR halbiert. Gewinner im Sektor ist die Porsche-Aktie, denn sie legte nach dem Börsengang erstmal knapp 20% zu.


    Das Rennen um die Gunst der Konsumenten hat gerade erst begonnen, bremsend könnte nur die Konjunkturentwicklung sein, welche geplante Autokäufe für viele Menschen erstmal in die Zukunft verschiebt. Damit leicht gebremst, wird die E-Mobilität ihren vorgezeichneten Weg dennoch gehen. Kodiak Copper besitzt auf dem ermäßigten Niveau ein riesiges Potenzial für geduldige Anleger.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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