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15.09.2021 | 04:44

Nel ASA, Enapter, PlugPower, FuelCell Energy – Jetzt geht's aufs Ganze!

  • Wasserstoff
  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Wasserstoff ist nicht nur klimafreundliches Antriebsmittel für Automobile und den Schwerlastverkehr. Großindustrien wie Chemie und Stahl können die Wasserstofftechnologie nutzen und so den Verbrauch von Erdgas verringern. Für die Umstellung auf Wasserstoff fallen Kosten an, die meist nur mit politischer Unterstützung machbar sind. Da passt die nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung gut ins Bild. Aber auch die mittelständische Industrie, besonders die energieintensiven Branchen, könnten mit auf Wasserstoff basierenden Technologien deutlich umweltfreundlicher werden. Welche Aktien sind hier gut positioniert?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ENAPTER AG INH O.N. | DE000A255G02 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , FUELCELL ENERGY DL-_0001 | US35952H6018 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    Nel ASA – Das sieht nicht gut aus

    Nel ASA hat wieder den Abwärtstrend aufgenommen, das Hoch vom Januar bei 3,40 EUR rückt in weite Ferne. Mit einem Kurs von 1,35 EUR trübt sich das Chartbild nun wieder ein und der Abverkauf droht sich fortzusetzen. Nachdem die Papiere von Nel Mitte August ein neues Jahrestief bei 13 NOK markierten, setzte eine leichte Erholung ein und der Kursverlauf bildete eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter (SKS) Formation aus. Diese wurde aber nicht durch einen Ausbruch über die 15,28 NOK oder 1,50 EUR Marke bestätigt. Der Kurs prallte an der Trendlinie nach unten ab.

    Das Orderbuch des norwegischen Wasserstoffkonzerns füllt sich dennoch weiter. Diesmal ist es die Tochtergesellschaft Nel Hydrogen Fueling, die einen Auftrag von Everfuel zur Lieferung einer Wasserstoff-Tankstelle für eine Taxiflotte in Aarhus erhalten hat. Die Expansion in Europa schreitet voran, dennoch ist wohl die aktuelle Schlagzahl für die hohe Bewertung zu gering. Abwarten!

    Enapter AG – Analysten entdecken den Wert

    Grüner Wasserstoff gilt als fehlendes Puzzlestück für die Erreichung der Klimaziele. Aktuell ist der Preis für Produktion und Logistik allerdings noch zu hoch. Die Enapter AG aus Saerbeck in Nordrhein-Westfalen ist in Deutschland einer der wenigen auffälligen Werte im H2-Segment. Das Unternehmen steht für Maßnahmen zur schnellen CO2-Reduktion, der wachsende weltweite Energiebedarf spielt den Wachstumszielen damit klar in die Karten.

    Mit einer Kapitalerhöhung von zuletzt 17,8 Mio. EUR und einer Förderung über 5,6 Mio. EUR ist Enapter für 2021 gut gerüstet, seine Investitionspläne in die Tat umzusetzen. Kürzlich erhielt die Enapter Immobilien GmbH auch noch eine Investitionszulage in Höhe von 7,16 Mio. EUR von der KFW. Der Technologie-Campus könnte mit diesem Zuschuss schneller umgesetzt werden und auch die Banken haben die KfW gerne mit an Bord. Wegen der öffentlichen Aufmerksamkeit für Klimaprojekte dürfte Enapter auch guten Zulauf von Uni-Absolventen für sich ziehen können.

    Die Analysten von Pareto Securities starten die Coverage von Enapter mit positiven Aussichten. Der AEM Elektrolyseur der Gesellschaft wird dabei besonders positiv erwähnt. Er soll technologisch besser und wesentlich kosteneffizienter als die Konkurrenzprodukte sein. Der gesamte Markt ist noch sehr jung, respektive befinden sich die Auftragsvolumina im homöopathischen Bereich. Enapter arbeitet aber schon jetzt an einer klaren Ausweitung der Produktion, ein bedeutendes Wachstum wird deshalb in den kommenden Jahren erwartet. Aufgrund der notwendigen Investitionen werden die Gewinne aber bis mindestens 2023 auf der Strecke bleiben. Die Ersteinstufung von Pareto lautet „Kaufen“ mit Kursziel 34 EUR.

    Der Ausverkauf in der Peegroup ging an Enapter bislang schadlos vorbei. Das ist ein gutes Zeichen für das Zutrauen in die Projekte und mit Dauerbefeuerung der gesamten Branche gibt es derzeit schöne Einstiegskurse!

    PlugPower – Charttechnisch ab in den Keller

    Trotz vieler Kaufempfehlungen amerikanischer Broker kommt der Kurs von PlugPower nicht so recht nach oben. Mit Kursen unter 25 USD wird es nun auch gefährlich, denn ein Durchbruch dieser Linie hatte im Mai schon einen weiteren Rückgang von 20% ausgelöst.

    Natürlich kann PlugPower immer wieder mit guten Meldungen aufwarten. Aktuell gab es eine Verstärkung im Management um die Wachstumsziele fokussierter angehen zu können. Die vier neuen Geschäftsführer sind Ole Hoefelmann, Jose Luis Crespo, Keith Schmid und Sanjay Shrestha. Sie sollen den CEO Andy Marsh unterstützen, um den erwarteten Rekordumsatz von 750 Mio. USD im Jahr 2022 auch wirklich zu erreichen. Ein Verfehlen der Prognosen hat bis jetzt bei jeder Veröffentlichung zu einem starken Abverkauf geführt.

    Mit 13,8 Mrd. USD beträgt das Kurs-Umsatz-Verhältnis immer noch stramme 18,5. Ein messbares KGV wird es den Schätzungen nach auch erst im Jahr 2024 geben. Bleiben sie vorsichtig!

    FuelCell Energy – Analytisch kaum greifbar

    Die Fuelcell Energy-Aktie gehört zu den am meisten abverkauften Titeln innerhalb der Wasserstoff-Peergroup. Ganze 80% hat das Unternehmen nun vom Höchststand bei rund 24 EUR eingebüßt. Sicherlich ist FuelCell Energy in einem überaus zukunftsträchtigen Markt aktiv. Allerdings nimmt der Konkurrenzdruck im Wasserstoffsektor massiv zu, während auch mehr und mehr Großkonzerne in die Branche einsteigen. Mit Spannung werden nun die kommenden Zahlen erwartet.

    Zwar rechnen viele Analysten in den kommenden Jahren mit deutlichen Umsatzanstiegen und einem Rückgang beim Nettoverlust. Allerdings waren viele Experten bereits in der Vergangenheit deutlich zu optimistisch. Sollte eine positive Überraschung anstehen, gibt es bestimmt einen Erleichterungssprung in der Aktie, andernfalls geht es aber weiter bergab, denn die Aktie ist nach wie vor analytisch kaum greifbar. Behalten sie den Wert aber auf der Beobachtungsliste.


    Die überwiegende Zahl der Wasserstofftitel kann derzeit die überzogenen Erwartungen von Jahresanfang nicht erfüllen, die Kurse tendieren allesamt abwärts. Enapter ist hierbei eine rühmliche Ausnahme, denn sowohl die geglückte Kapitalerhöhung als auch die eingeworbenen Fördermaßnahmen belegen die Güte der anstehenden Projekte.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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