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03.12.2025 | 05:00

Pause im Handelskrieg: Wie Antimony Resources die Lücke für Rheinmetall und BASF schließen kann

  • Rohstoffversorgung
  • Kritische Rohstoffe
  • Antimon
  • Industrie
Bildquelle: pixabay.com

Politik ist oft das Kunststück, Probleme zu vertagen, statt sie zu lösen. Genau dieses Schauspiel erlebten Investoren kürzlich: Zwar haben sich Washington und Peking im November dieses Jahres auf eine diplomatische Atempause verständigt, in deren Folge China seine strikten Exportkontrollen für das kritische Halbmetall Antimon vorläufig für 12 Monate ausgesetzt hat, doch ist die Maßnahme nur vorübergehend. Rohstoff-Strategen werten den Schritt Pekings als ein letztes, knapp bemessenes Ultimatum: Der westlichen Industrie bleibt exakt ein Jahr Zeit, um eine unabhängige Lieferkette für den militärisch und industriell unverzichtbaren Rohstoff aufzubauen. In diesem Wettlauf gegen die Zeit rücken nicht nur Verbraucher wie Rheinmetall und BASF in den Fokus, sondern auch ein kleiner kanadischer Player, der der Schlüssel zur Unabhängigkeit von Antimon aus China sein könnte.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall stößt trotz Rekordaufträgen an Grenzen

    Um die Brisanz der Lage zu verstehen, muss man den Blick nach Düsseldorf richten. Rheinmetall ist längst nicht mehr nur ein deutscher Rüstungskonzern, sondern zentral für die Sicherheit Europas. Doch diese neue Rolle bringt operative Herausforderungen mit sich, die weit über das Finanzielle hinausgehen. CEO Armin Papperger treibt das Geschäft in einer Geschwindigkeit voran, die die vorhandenen Kapazitäten voll ausreizt. Das gilt auch für die Lieferketten und das Element Antimon, das zwingend für die Härtung von Blei in Projektilen, für Zünder und Leuchtspurmunition benötigt wird.

    Ein Blick in die Bücher des dritten Quartals 2025 offenbart die Fallhöhe. Rheinmetall steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten um beeindruckende 20 % auf 7,5 Mrd. EUR. Für die Rohstofffrage noch relevanter ist der Auftragsbestand, der mit rund 64 Mrd. EUR ein Allzeithoch erreichte. Dieses Auftragsbuch muss erst einmal abgearbeitet werden - ohne Rohstoffe ist das nur schwer möglich. Besonders die neuen strategischen Weichenstellungen verschärfen den Rohstoffhunger: Rheinmetall hat erst kürzlich die Produktion im neuen Joint Venture in der Ukraine hochgefahren und plant, bis 2026/27 eine Kapazität von bis zu 700.000 Artilleriegranaten pro Jahr zu erreichen. Hinzu kommen die neuen Fertigungsstätten für den Schützenpanzer Lynx in Ungarn und Pläne für eine Munitionsfabrik in Litauen. Zwar feiern Analysten die Expansion, doch legen auch sie zunehmend einen Schwerpunkt auf die Resilienz der Lieferketten. Rheinmetall ist daher faktisch gezwungen, entlang der Wertschöpfungskette zu investieren oder langfristige Abnahmeverträge mit nicht-chinesischen Minen zu schließen, um seine ambitionierten Ziele nicht zu gefährden.

    BASF: Hoffnungssparte braucht Antimon

    Weit weniger offensichtlich, aber ebenso kritisch ist die Lage bei BASF in Ludwigshafen. Der Chemie-Riese befindet sich in der wohl größten Transformation seiner Geschichte, getrieben vom neuen CEO, der den Konzern schlanker, grüner und profitabler machen will. In diesem Umbau spielt Antimon eine unterschätzte Schlüsselrolle. Antimon-Trioxid ist der wichtigste Synergist für halogenierte Flammschutzmittel, die in Kunststoffen und Textilien eingesetzt werden. Ohne diesen Zusatz erhalten moderne Hochleistungskunststoffe keine Brandschutzzertifizierung - und sind damit wertlos für die Automobilindustrie oder den Bausektor.

    Besonders brisant ist die Verbindung zur neuen Ausrichtung auf Batteriematerialien. BASF hat Milliarden in den Standort Schwarzheide investiert, um Kathodenmaterialien für Elektroautos zu produzieren. Was viele übersehen: Auch die Gehäuse dieser Batterien und die Verkabelung im E-Auto müssen extremen Brandschutzanforderungen genügen - hier schließt sich der Kreis zu Antimon. Während BASF auch im 3. Quartal eher durchwachsene Zahlen vorgelegt hat, muss der Chemie-Riese auch seine Lieferketten robuster aufstellen. Eine der wenigen westlichen Alternativen bei Antimon ist das kanadische Unternehmen Antimony Resources.

    Antimony Resources: Der „Pure Play" fürs Depot

    Während große Bergbaukonzerne wie Glencore oder Teck Resources Antimon meist nur als vernachlässigbares Beiprodukt führen, legt das kanadische Unternehmen Antimony Resources darauf seinen Fokus. Das Flaggschiff-Projekt Bald Hill im kanadischen Distrikt New Brunswick liegt in einer der sichersten Bergbau-Jurisdiktionen der Welt, was ein entscheidender Vorteil gegenüber Konkurrenten mit Projekten in politisch instabilen Regionen wie Tadschikistan oder Russland ist.

    Historische Daten deuten darauf hin, dass Bald Hill das Potenzial für hohe Grade zwischen 3 und 4 % Sb besitzt, was die Abbaukosten niedrig halten würde. Doch Geologie allein reicht an der Börse nicht - es braucht auch Kapital und das Vertrauen von Investoren. Hier sorgte Antimony Resources Ende November für Fakten: Das Unternehmen kündigte eine Finanzierungsrunde von bis zu 10 Mio. CAD an. Geplant ist unter anderem die Ausgabe von Einheiten zu je 0,45 CAD. Dieses Finanzierungsniveau ist angesichts des Kursanstiegs der Aktie beeindruckend. Die Marktkapitalisierung liegt noch immer unter der Marke von 50 Mio. CAD.

    Tanker und Schnellboote: Wo die Chancen liegen

    Dass institutionelle Investoren bereit sind, zu diesen Konditionen in ein Explorationsunternehmen zu investieren, ist ein Vertrauensbeweis und zeigt, dass die Due Diligence der Profis positiv ausgefallen sein dürfte. Noch ist die Finanzierungsrunde zwar nicht geschlossen, doch soll Antimony mit dem frischen Kapital auch für die kommende Bohrsaison finanziert sein. Folgt das Closing der Finanzierung in den kommenden Wochen, wäre das für das Unternehmen ein Ritterschlag. Während mit Rheinmetall und BASF zwei absolute Bluechips dringend auf Antimon angewiesen sind, hat Antimony das im Boden, was viele Industriegiganten dringend brauchen.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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