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05.02.2026 | 05:15

SAP im Sturzflug! RE Royalties im Höhenflug und wie läuft der Bayer Turnaround?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Börse zeigt sich gespalten. Etablierte Werte stürzen ab, während Nischenplayer boomen. Der Software-Riese SAP steckt nach enttäuschenden Prognosen in einer Vertrauenskrise. Sein Kurssturz offenbart die Unerbittlichkeit der Märkte gegenüber stagnierendem Wachstum. Gleichzeitig zieht ein kleinerer Name die Aufmerksamkeit auf sich. RE Royalties profitiert mit seinem Geschäftsmodell für erneuerbare Energien vom explodierenden Strombedarf der KI und lockt mit üppiger Dividende. Dazwischen kämpft der Pharmariese Bayer mit den Altlasten einer langen Talfahrt und zeigt, dass der Turnaround immer besser läuft. Wir sehen uns die aktuelle Situation an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SAP SE O.N. | DE0007164600 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

Inhaltsverzeichnis:


    SAP - warum der Markt trotz starker Zahlen zweifelt

    Die SAP-Aktie erlebte Ende Januar einen ihrer schwersten Tagesstürze seit Jahren. Auslöser waren die Zahlen zum 4. Quartal, die zwar solides Wachstum zeigten, aber die hochgesteckten Erwartungen der Investoren verfehlten. Insbesondere die Wachstumsrate des Cloud-Backlogs, eine Schlüsselkennzahl für künftige Umsätze, blieb leicht hinter den Prognosen zurück. Dieser Moment verdeutlicht die aktuelle Marktstimmung. Selbst robuste operative Leistung wird abgestraft, wenn sie nicht in allen Bereichen performt.

    Trotz der kurzfristigen Enttäuschung treibt SAP seine strategische Transformation konsequent voran. Das Geschäftsmodell wandelt sich vom Verkauf lokaler Lizenzen hin zu cloud-basierten Abonnements. Initiativen wie „RISE with SAP“ zielen darauf ab, Kunden vom veralteten ECC-System in die moderne S/4HANA Cloud zu führen. Ein klares Deadline-Ende für den ECC-Support bis 2027 sorgt für Dringlichkeit. Gleichzeitig wird KI, etwa durch den Copilot Joule, fest in die Produkte integriert und ist bereits in einem Großteil der Neuverträge enthalten.

    Für 2026 prognostiziert SAP weiterhin ein kräftiges Cloud-Wachstum von 23-25 % und einen steigenden Betriebsertrag. Die operative Stärke zeigt sich im explodierenden Free Cashflow, der ein neues Aktienrückkaufprogramm über 10 Mrd. EUR ermöglicht. Für dividendenorientierte Anleger bleibt die konservative Ausschüttungspolitik mit einer Ausschüttungsquote von mindestens 40 % des Ergebnisses attraktiv. Der weitere Kurs wird davon abhängen, ob es SAP gelingt, die anspruchsvolle Cloud-Umsatzprognose zu erfüllen und die Migrationsthematik erfolgreich in Aufträge umzumünzen. Derzeit ist die Aktie für 162,64 EUR zu haben.

    RE Royalties - ein spannender Player im Energiewandel

    Während sich die Börse um KI und volatile Rohstoffwerte dreht wächst in einer Nische der Erneuerbaren Energien ein Geschäftsmodell mit bemerkenswerter Stabilität. RE Royalties hat das aus dem Bergbau bekannte Royalty-Prinzip auf Solar-, Wind- und Speicherprojekte übertragen. Statt teure Anlagen zu bauen, finanziert es Entwickler und erhält im Gegenzug einen prozentualen Anteil an den langfristigen Stromerlösen. Dieser Ansatz schafft einen von Börsenstimmungen weitgehend entkoppelten Einnahmestrom. Die Risiken sind klar begrenzt, da die Finanzierungen oft durch die physischen Anlagen gesichert sind und das Modell auf bereits operative Projekte setzt. Für Investoren, die berechenbare Cashflows abseits des Hype-Zyklus suchen, ist diese Nische ein überzeugender Ansatz.

    Der aktuelle Fokus liegt auf der dezentralen Erzeugung wie kleine Solar- und Speicherprojekte für Gewerbe und Industrie. Ein aktuelles Beispiel ist eine Finanzierung von bis zu 9 Mio. USD für ein Portfolio von 24 solcher Anlagen in den USA. Diese Projekte punkten mit geringerem regulatorischem Risiko und schnellerer Umsetzung als Großanlagen. Das Unternehmen diversifiziert dabei bewusst über verschiedene Technologien und Regionen, von Nordamerika bis zu Inselstaaten. Parallel macht der reine Batteriespeichermarkt, angetrieben durch Netzstabilitätsbedarf und den boomenden Strombedarf von Rechenzentren, bereits die Hälfte des Portfolios aus. Beide Segmente profitieren von der wirtschaftlichen Rationalität, Stromkosten zu senken und Versorgungssicherheit zu erhöhen.

    Die strategische Aufgabe ist nun die Skalierung. Die Herausforderung bleibt die Kapitalbeschaffung in einem Marktumfeld, das nicht als „sexy“ gilt. Dennoch ist die Projektpipeline mit Vorhaben im Volumen von rund 50 Mio. CAD gefüllt. Ein operativer Vorteil ist die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. Mit einem kleinen Team können wachsende Portfolioerträge verwaltet werden, was die Margenstruktur intakt hält. Die Dividendenpolitik wurde kürzlich von quartalsweise auf eine jährliche Ausschüttung umgestellt, um mehr Flexibilität für Wachstumsinvestitionen zu schaffen. Diese werden primär durch das Recycling zurückgezahlter Darlehen finanziert, was einen sich selbst verstärkenden Kreislauf schafft. Die Dividendenrendite liegt bei einem aktuellen Aktienkurs von 0,315 CAD bei über 12 %, sofern die bisherige Ausschüttungspolitik beibehalten wird.

    Bayer - der Turnaround gewinnt an Fahrt

    Die ersten Wochen des Jahres 2026 zeigen, dass der lang erhoffte Kurswechsel bei Bayer konkrete Formen annimmt. Der Antrieb kommt eindeutig aus der Pharmasparte. Auf der J.P. Morgan Konferenz Ende Januar präsentierte das Unternehmen eine robuste Pipeline. Trotz des Patentverlusts von Xarelto sorgen Wachstumstreiber wie das Prostatakrebsmittel Nubeqa und das Herz-Nieren-Medikament Kerendia für Schwung. Die dritte Zulassung für Nubeqa in China unterstreicht dieses Momentum. Die aktuelle Aktienperformance reflektiert diese wachsende Zuversicht.

    Dennoch lasten die Altlasten aus der Monsanto-Ära weiter auf dem Konzern. Die Glyphosat-Klagen bleiben ein erhebliches finanzielles Risiko. Ein potenzieller Wendepunkt zeichnet sich jedoch ab. Der US Supreme Court wird einen Schlüsselfall prüfen. Eine Entscheidung zu Gunsten des Unternehmens, die für Juni erwartet wird, könnte tausende weiterer Klagen blockieren und endlich Rechtssicherheit schaffen. Parallel dazu zeigt die jüngste CHMP-Empfehlung für Kerendia bei Herzinsuffizienz, dass die Pipeline weiterhin wichtige Meilensteine liefert.

    Der Fokus bleibt klar auf der finanziellen Konsolidierung. Die Dividende wurde daher auf ein symbolisches Minimum reduziert, um Schulden abzubauen und in das Wachstum zu investieren. Für 2026 ist keine Erhöhung zu erwarten. Der strategische Plan ist klar. Ab 2027 soll das Pharmageschäft mit mittleren einstelligen Wachstumsraten durchstarten und die operativen Margen bis 2030 deutlich steigen. Ob dieser ehrgeizige Fahrplan aufgeht, hängt maßgeblich vom weiteren Erfolg der neuen Medikamente und einer Entschärfung der Rechtsrisiken ab. Für Investoren, die bereit sind diese Übergangsphase zu begleiten, könnte sich die Geduld langfristig auszahlen. Momentan kostet eine Aktie 45,71 EUR.


    Die aktuelle Börse zeigt eine gespaltene Dynamik. Während SAP trotz operativer Stärke an der gnadenlosen Bewertung für unzureichend hohe Cloud-Wachstumsprognosen scheitert, demonstriert RE Royalties mit seinem stabilen Royalty-Modell für Erneuerbare Energien, wie sich abseits des Hypes berechenbare Cashflows generieren lassen. Bayer wiederum zeigt endlich konkrete Ansätze für einen Turnaround in der Pharma-Pipeline, bleibt aber durch die glyphosatbedingten Altlasten in seiner Entfaltung gehemmt.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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