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11.10.2021 | 04:44

Standard Lithium, Meta Materials, Varta – Das Rennen ist noch offen!

  • Rohstoffe
  • E-Mobilität
  • Lithium
Bildquelle: pixabay.com

Schneller als erwartet vollzieht sich unter den Autofahrern der Wandel hin zum Elektroantrieb. Der politische Druck und die öffentliche Meinung bringen einige Autokäufer trotz vieler technischer Hürden an den Ladentisch für alternative Antriebe. Das sorgt bei vielen wichtigen Rohstoffen für erhöhte Nachfrage, die aktuell nur schwer bedient werden kann. Die Folge: Die Preise für Metalle und Batteriestoffe gehen nun seit einigen Monaten schon durch die Decke, eine regelrechte Rohstoff-Inflation macht sich breit. Wir blicken auf interessante Investitionsmöglichkeiten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Meta Materials Inc. | US59134N1046 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    Standard Lithium – Riesige Lithiumvorkommen in Arkansas

    Die neuen Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamts sprechen eine deutliche Sprache: Auch im September zeigten alternative Antriebe einen kräftigen Zuwachs. Während die Neuzulassungen bei den Benzinern gegenüber dem Vorjahr um 41,4% zurückgingen, wurden bei reinen Elektro-Pkw 58,8% mehr Neuanmeldungen registriert. Insgesamt 33.655 Elektro-Neuwagen wurden im vergangenen Monat zugelassen, die Plug-in-Hybride wuchsen hingegen nur um 13,5 % auf 22.842 Einheiten. Parallel zum rot-grünen Wahlerfolg gesellt sich nun eine spürbare Wende im Konsumentenverhalten.

    Lithium ist einer der unverzichtbaren Rohstoffe für die E-Mobilität. Auf dem Planeten gibt es zwar genug Lagerstätten für das weiße Metall, dennoch können die Lieferanten des Rohstoffs die aktuell hohe Nachfrage aus der Autoindustrie nicht ausreichend bedienen. Die Folge: Der Lithium-Preis steigt stark an und erreicht mit 165.000 CNY pro Tonne Lithium Carbonate ein neues Fünfjahreshoch.

    Die Gewinnung von Lithium aus Hard-Rock-Projekten scheitert nicht nur an vielen technischen Hindernissen, sondern auch an den fehlenden Raffineriekapazitäten. Der Neubau eines Smelters kostet zwischen 300-500 Mio. USD und ist für die meisten kleineren Vorkommen nicht rentabel. Standard Lithium aus Arkansas sitzt hingegen auf einem Soleproduktionsgebiet. Das Unternehmen konzentriert sich derzeit auf die unmittelbare Erschließung seines Flaggschiffs, des mit 3,14 Mio. Tonnen LCE-Ressourcen indizierten Joint-Venture-Projekts zusammen mit Lanxess. Die betreffende Region beherbergt Nordamerikas größtes Gebiet mit mehr als 50 Jahren kommerzieller Produktion, einer bedeutenden Infrastruktur, reichlich kostengünstiger Elektrizität und Zugang zu Wasser. Das Projekt ist bereits für umfangreiche Soleförderungs- und Verarbeitungsaktivitäten zugelassen.

    Die Standard Lithium-Aktie spürt diesen Nachfragesog im Aktienpreis. Dieser hat sich in den letzten 15 Monaten in der Spitze verzehnfacht, auf Jahressicht notiert die Aktie herausragende 380% im Plus. Bewertungstechnisch ist die Aktie von Standard Lithium mit einer Marktkapitalisierung von knapp 1,4 Mrd. CAD sicherlich kein Schnäppchen mehr. Spekulative Anleger haben in der volatilen Aktie aber sicherlich ihren Spaß.

    Meta Materials – Auf die Oberfläche kommt es an

    Ein weiterer interessanter Player im Bereich Hightech-Materialen ist das Unternehmen Meta Materials Inc (META®) aus Nova Scotia. Der Spezialist für Nanobeschichtungen produziert eine Reihe von hochfunktionalen Materialien für modernste, industrielle Anwendungen. Die unternehmenseigene Technologieplattform umfasst die drei Kernkompetenzen Holografie, Lithografie und drahtlose Sensorik mit starker IT-Vernetzung und Einbettung von künstlicher Intelligenz (KI).

    Meta Materials fokussiert sich auf äußerst dünne Beschichtungen im Nanobereich, welche neue optische, physikalische oder magnetische Eigenschaften haben. Da diese sind in der Natur nicht anzutreffen sind, begibt man sich mit diesen Technologien in völlig neue Sphären. Beispielsweise lässt sich mit Spezialbeschichtungen das Licht um bestimmte Objekte herumlenken, so dass man den Brechungsindex ins Negative verändern kann. So lassen sich etwa militärische Fahrzeuge tarnen oder optische Wahrnehmungen verändern.

    Da Meta Materials mit seiner zukunftsorientierten Aufstellung sehr gut in modernste Hightech-Anwendung passt, gab es um die Aktie zur Jahresmitte einen regelrechten Hype bis zu einer Marktkapitalisierung von mehr als 6 Mrd. USD. Die operativen Zahlen haben indes noch wenig Aussagekraft. Im zweiten Quartal erreichte der Nettoverlust eine Größenordnung von 5,18 Mio. USD bei einem Umsatz von 624.320 USD. Dies ist nicht ungewöhnlich, denn jeder freie Dollar fließt aktuell in neue Ideen und Patentierungen. Diese müssen entsprechend vorfinanziert werden, bis letztendlich marktreife Produkte auf den Markt gebracht werden können. META® verfügt so seit seiner Gründung über ein breites und wachsendes Portfolio an geistigem Eigentum, Patenten und Marken.

    Die META®-Aktie ist unter dem Symbol MMAT an der Nasdaq und an deutschen Börsen notiert. Sie ist sehr volatil und handelt mit gutem Volumen. An der Nasdaq liegt der Tagesumsatz in der Regel bei mehr als 5 Mio. Stück. Spannend könnte auch der Auftritt von CEO George Palikaras am 14. Oktober bei der Investorenkonferenz "International Investment Forum" werden. Die Aktie jedenfalls ist seit Einführung einer der Tech-Shooting-Stars des Jahres 2021.

    Varta – Das große Warten auf V4Drive

    Bei Varta geht die Spannung noch ein bisschen weiter. Wann wird die neue Batterie am Markt vorgestellt und hält sie überhaupt, was sie verspricht? Mit seinen kleinen Lithium-Ionen-Rundzellen namens CoinPower verdient Varta als Marktführer bereits viel Geld. Nun will der Batteriehersteller den nächsten Wachstumsmarkt ansteuern und laut Vorstand Herbert Schein viel Performance in die E-Mobilität bringen. Dazu greift der Konzern auf ein bereits erfolgreich praktiziertes Prinzip zurück: Das Einbringen von wirklichen Innovationen in bestehende industrielle Fertigungs-Designs.

    Intelligente Batterielösungen sind heute der Schlüssel zum Erfolg in der Elektromobilität. Gefragt sind eine hohe Energiedichte, eine ultraschnelle Ladefähigkeit sowie maximale Flexibilität in der Bauweise. Mit der V4Drive-Hochleistungsbatterie hat Varta das Produkt bereits auf dem Reißbrett. Nach Angaben des Managements dürften die ersten Auslieferungen aber nicht vor 2024 vom Band laufen.

    Die Aktie von Varta hatten wir zuletzt im Tief bei 111 EUR gesehen, dann sprang das Sentiment wieder auf Kauf und schon zwei Tage später stand die Aktie wieder über 10% höher. Wir empfahlen zuletzt erfolgreich die Zone 100 bis 115 EUR als Einstiegszone, das hat gut geklappt. Mit dem aktuellen Schwankungsverhalten sind wir aus Tradingsicht äußerst zufrieden, verkaufen sie aber auch beherzt über 130 EUR. Denn solange die V4Drive nicht kommt, werden wir fundamental nicht viel verpassen.


    Das Anlagethema HighTech-Materialien im großen Kontext erneuerbarer Energien und der E-Mobilität ist für risikofreudige Anleger zum Dauerbrenner geworden. Teilweise sind die Bewertungen aber bereits ordentlich fortgeschritten. Standard Lithium, Varta und Meta Materials sind analytisch hoch bewertet, stehen aber in zyklischen Aufwärtsbewegungen immer auf der Kaufliste.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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