18.11.2025 | 05:10
Tencent, UMT AG und AMD setzen deutliche Ausrufezeichen
KI-Aktien geraten derzeit weltweit unter Druck. Viele Highflyer der vergangenen Monate wie Palantir oder Nvidia stecken in einer spürbaren Korrektur. Doch hinter den kurzfristigen Schwankungen bleibt der strukturelle Aufwärtstrend ungebrochen. Die Investitionen in Künstliche Intelligenz steigen weiter rasant. Langfristig dürfte die Technologie zu den größten Wachstumstreibern der kommenden Dekade gehören, und entsprechend auch die Unternehmen, die sie vorantreiben.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
TENCENT HLDGS HD-_00002 | KYG875721634 , UMT UNITED MOBILITY TECHNOLOGY AG | DE000A40ZVU2 , ADVANCED MIC.DEV. DL-_01 | US0079031078
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.
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Tencent – Prognosen pulverisiert
Nicht nur bei kritischen Rohstoffen schwelgt ein Handelskrieg zwischen den beiden Volkswirtschaften. Auch beim Rennen um die KI-Krone duellieren sich die USA und China mehr denn je. Einer der Giganten aus dem Reich der Mitte legte in der vergangenen Woche beeindruckende Zahlen auf den Tisch, die die Prognosen der Analysten deutlich überbieten konnten.
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 15 % auf 192,9 Mrd. CNY, klar über den Erwartungen der Analysten. Auch operativ liefert Tencent ab und übertraf mit 63,6 Mrd. CNY die Prognosen deutlich. Vor allem der Einsatz von KI in der Werbezielgruppenanalyse sowie in der Spieleentwicklung hat das Ergebnis sichtbar angeschoben.
Im Gaming-Segment zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Während der Inlandsumsatz um 15 %, getragen von Hits wie Delta Force und dem äußerst erfolgreichen Release von VALORANT MOBILE zulegte, wächst das internationale Geschäft sogar um 43 % auf 20,8 Mrd. CNY. Erfolgsfaktoren waren die starke Performance von Clash Royale, Dying Light: The Beast sowie höheren Einnahmen der Supercell-Titel.
Auch abseits des Gaming-Bereichs treibt Tencent seine KI-Strategie voran. Der Konzern investiert massiv in Cloud-Infrastruktur und KI-Services und nimmt damit die Branchengrößen AWS, Google Cloud und Microsoft Azure ins Visier. Die Cloud-Umsätze steigen dank wachsender Nachfrage nach KI-basierten Tools ebenfalls.
Mit der Aktualisierung seines KI-Grundmodells HunYuan verbessert Tencent zudem Fähigkeiten in Programmierung, Mathematik und Naturwissenschaften. Gleichzeitig nutzt das Unternehmen in einigen Anwendungen auch DeepSeek. An der Börse zahlt sich die Strategie bislang aus: Die Tencent-Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 54 % im Plus.
UMT United Mobility Technology AG – SmallCap mit großem Skalierungspotenzial
Die Münchener UMT United Mobility Technology AG hat sich in den vergangenen zwei Jahren radikal neu erfunden. Nach der vollständigen Bereinigung früherer Risiken und dem Ausstieg aus dem Payment-Geschäft präsentiert sich das Unternehmen heute als fokussierter Anbieter für KI-gestützte Prozessautomatisierung und trifft damit auf einen globalen Wachstumsmarkt.
Kern des neuen Geschäftsmodells ist „UMS Vision AI“, eine modulare Plattform, die ohne langwieriges Training sofort verwertbare Ergebnisse liefert. UMT kombiniert hier moderne Large-Model-Frameworks mit eigens entwickelten Tools, um Dokumente auszuwerten, Prozesse zu automatisieren und Entscheidungen vorzubereiten. Das Produkt fungiert als „KI-Kollege“, der Aufgaben übernimmt, die bisher manuell von mehreren Mitarbeitern erledigt wurden, ein zentraler Vorteil im Mittelstand, in dem Fachkräfte oft knapp sind.
Besonders stark wächst UMT in der Logistikbranche, in der Zollprozesse, Auftragserfassung oder Dispatching bislang arbeitsintensiv waren. Kunden sparen laut Unternehmen jährlich 400 bis 1.500 Arbeitsstunden ein. Das ARR-basierte B2B-SaaS-Modell sorgt für planbare Erträge, hohe Margen und langfristige Bindung, da UMT tief in operative Workflows integriert ist.
International zeigt sich insbesondere das Vereinigte Königreich als Wachstumsmotor. Nach dem Brexit kämpfen viele Firmen mit komplexen Zollanforderungen, die sich durch KI-Automatisierung erheblich vereinfachen lassen. Gleichzeitig erschließt UMT mit On-Premise-Lösungen neue Märkte in sicherheitskritischen Branchen wie Rüstung und Verteidigung, wo Datensouveränität höchste Priorität hat. Geplant sind zusätzliche Beteiligungen und Partnerschaften, um das Portfolio gezielt zu erweitern.
Laut Vorstand Erik Nagel steht UMT am Anfang einer starken Skalierungsphase. Die Angebotspipeline wächst dynamisch, und für das Jahr 2029/30 hält das Management Erlöse von rund 70 Mio. Euro für realistisch, ausgehend von heute etwa 1,5 Mio. Euro. Angesichts einer aktuellen Marktkapitalisierung von nur 3,6 Mio. Euro dürfte diese Perspektive bei Investoren für Aufmerksamkeit sorgen.
AMD – Große Ziele
Auf dem Financial Analyst Day in New York hat AMD in der vergangenen Woche eine der ambitioniertesten Wachstumsstrategien seiner Unternehmensgeschichte präsentiert. CEO Lisa Su sieht den globalen KI-Markt bis 2030 auf 1 Bio. USD anwachsen und peilt an, AMD zum wichtigsten Herausforderer von Marktführer Nvidia zu machen.
Im Fokus steht das Rechenzentrumssegment, das heute rund 40 % des Gesamtumsatzes ausmacht. Bis 2028 sollen die Erlöse hier um 60 % steigen. Grundlage ist die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Beschleunigern. AMD plant ein jährliches Konzernwachstum von über 35 %, getragen von neuen Produkten wie den MI450-GPUs, der kommenden MI500-Serie sowie dem Helios-Rack-Scale-System, das Hyperscaler, Regierungen und KI-Firmen adressiert.
Auch finanziell will AMD kräftig zulegen. CFO Jean Hu erwartet Bruttomargen von 55 bis 58 % und operative Margen von über 35 %. Dadurch sieht das Management einen „klaren Weg“ zu einem Gewinn von über 20 USD je Aktie bis 2028, was einen massiven Sprung gegenüber heute bedeuten würde.
Auch im KI-Kerngeschäft peilt AMD klar Nvidia an. Während die Konkurrenz rund 90 % Marktanteil bei Rechenzentrums-GPUs hält, will AMD mittelfristig zweistellige Marktanteile erreichen und bis 2027 Umsätze in zweistelliger Milliardenhöhe erzielen. Großaufträge untermauern die Ambitionen. OpenAI, Oracle und Meta gehören bereits jetzt zu den wichtigsten Kunden. Ab 2026 sollen etwa 50.000 Chips an Oracle geliefert werden, zusätzlich stellt AMD ein Gigawatt an Grafikleistung für OpenAI bereit, mit Option auf bis zu sechs Gigawatt.
Neben KI will AMD auch im klassischen CPU- und PC-Geschäft wachsen. Der Marktanteil bei Server-CPUs soll von 30 auf 50 % steigen, das Client-Segment um mehr als 10 %.
Der chinesische Internetgigant Tencent konnte bei den Zahlen zum dritten Quartal die Analystenschätzungen schlagen. AMD fordert in den nächsten Jahren den Platzhirschen Nvidia heraus. Die Münchner UMT AG setzt mit ihrer KI-Plattform.
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