Menü schließen




02.03.2026 | 05:30

Vom Rohstoff bis zum Auto: Wie Volkswagen, Avrupa Minerals und BHP Group die Elektro-Revolution antreiben

  • Volkswagen
  • Avrupa Minerals
  • BHP Group
  • Elektromobilität
  • Elektrofahrzeuge
  • Transformation
  • kritische Rohstoffe
  • Kupfer
  • Zink
  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Die globale Rohstofflandschaft gerät 2026 gewaltig in Bewegung. Während die Elektromobilität die Nachfrage nach Kupfer und Zink in ungeahnte Höhen treibt, zwingen geopolitische Spannungen und Lieferkettenrisiken westliche Industrienationen zum Umdenken. Der Wettlauf um strategische Mineralien verschärft sich, Versorgungsengpässe zeichnen sich ab und Preisexplosionen werden wahrscheinlicher. In diesem volatilen Umfeld rücken Volkswagen, Avrupa Minerals und BHP Group ins Rampenlicht. Wir sehen uns deren jeweilige Situation an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , AVRUPA MINERALS LTD | CA05453A2074 , BHP GROUP LTD. DL -_50 | AU000000BHP4

Inhaltsverzeichnis:


    Volkswagen – in die Zukunft investieren, Kosten radikal senken

    Bei Volkswagen läuft gerade ein schwieriger Balanceakt. Auf der einen Seite treibt der Konzern seine technologische Zukunft voran mit einer europaweiten Datenoffensive zur Verbesserung der Fahrzeugsicherheit und einer KI-Lizenz aus China für autonomes Fahren. Auf der anderen Seite zwingt der Druck aus China, wo lokale Hersteller die Margen kaputtmachen, zu massiven Einschnitten. Werksschließungen sind plötzlich kein Tabu mehr, 35.000 Stellen sollen bis 2030 weg. Das klingt widersprüchlich, ist aber strategisch gewollt.

    Konzernweit peilt VW bis Ende 2028 rund 20 % weniger Kosten an. Das ist ambitioniert und schmerzhaft. Der mögliche Verkauf der Antriebstochter Everllence, für die Finanzinvestoren offenbar bis zu 8 Mrd. EUR bieten, würde frisches Kapital bringen und zeigt die Richtung. VW konzentriert sich aufs Kerngeschäft. Parallel läuft der Umbau der Kernmarke mit Stellenabbau und schlankeren Strukturen. Dass in der Vorstandsklausur sogar über Werksschließungen diskutiert wurde, unterstreicht den Ernst der Lage.

    Trotz aller Einschnitte gibt es eine richtig gute Nachricht. Der Netto-Cashflow lag 2025 bei 6 Mrd. EUR, weit mehr als die prognostizierte schwarze Null. Die Nettoliquidität kletterte auf über 34 Mrd. EUR. Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer disziplinierten Investitionspolitik. Viele Elektroprojekte wurden verschoben oder gestrichen, das schont die Kasse. Der Konzern handelt aus einer Position der Stärke, nicht der Not heraus. Jetzt muss das Management liefern und den Spagat durchhalten. Aktuell notiert die Aktie bei 100,85 EUR.

    Avrupa Minerals - Europas verborgene Schätze im Fokus

    Ein kanadisches Explorationsunternehmen hat sich auf die Suche nach Kupfer, Zink und Gold in Europas traditionsreichsten Bergbauregionen spezialisiert und setzt dabei auf eine Strategie, die das Risiko für Aktionäre begrenzen soll. Avrupa Minerals agiert als Projektgenerator. Statt alles auf eine Karte zu setzen, sichert man sich Rechte an mehreren vielversprechenden Liegenschaften, wertet sie durch gezielte Exploration auf und holt sich dann finanzstarke Partner für die teurere Weiterentwicklung ins Boot. Für jeden selbst aufgenommenen CAD konnte das Management bisher etwa 2 CAD an technischen Ausgaben durch Partner generieren. Dieses Modell schont die Bilanz und hält das Verwässerungsrisiko für Anleger in Grenzen.

    Der geografische Fokus liegt auf erprobten Metallgürteln in politisch stabilen europäischen Ländern. In Portugal gelang dem Unternehmen bereits 2014 im berühmten Iberischen Pyritgürtel eine seltene Entdeckung, die Kupfer-Zink-Lagerstätte Sesmarias auf dem Alvalade Projekt. Aktuell sucht man hier einen neuen Mining-Partner, der die Weiterentwicklung vorantreiben will. Ein erster technischer Bericht nach NI 43-101 soll noch im 1. Quartal Klarheit über die Dimensionen des Vorkommens bringen. Parallel dazu hält Avrupa mehrere Konzessionen im zentralfinnischen Pyhäsalmi-Bergbaudistrikt, direkt neben einer stillgelegten Mine mit intakter Aufbereitungsanlage. Das Ziel ist es, ein nahegelegenes Kupfer-Zink-Vorkommen zu finden, das per Lkw antransportiert werden könnte. Da die Region seit Jahrzehnten nicht mehr gezielt nach diesen Metallen erkundet wurde, bieten sich hier unerwartete Chancen.

    Die jüngste Finanzierung über rund 570.000 CAD im Dezember fließt gezielt in die Vorbereitung der Projekte für neue Partnerschaften. In Finnland sollen die aussichtsreichsten Claims vor Eintritt eines Partners weiter aufgewertet werden, um die Verhandlungsposition zu stärken. Das Goldprojekt Slivova im Kosovo, an dem Avrupa 49 % hält, ruhte zuletzt aufgrund von Genehmigungsverzögerungen. Mit einer neuen Regierung vor Ort rechnet das Management nun mit frischem Schwung und da der Goldpreis seit der letzten Ressourcenschätzung deutlich gestiegen ist, könnte sich eine Neubewertung lohnen. Für Anleger, die auf Rohstoffwerte setzen, ergibt sich damit das Bild eines Unternehmens mit mehreren potenziellen Entwicklungspfaden. Der Einstieg eines Partners in Finnland, die Lösung der Partnersituation in Portugal und die Verwertung der Beteiligung im Kosovo könnten in den kommenden Monaten für Bewegung sorgen. Aktuell notiert die Aktie bei 0,07 CAD.

    YouTube-Video ansehen

    BHP Group - auf Kupferkurs: Solide Basis mit langem Atem

    Der Rohstoffkonzern BHP hat sich in den letzten Jahren merklich gewandelt. Was früher vor allem für Eisenerz und Kohle stand, ist heute ein diversifiziertes Schwergewicht mit klarem Fokus auf Kupfer. Die aktuellen Halbjahreszahlen untermauern diesen Kurs. Die Kupfersparte steuert inzwischen gut die Hälfte des Konzern-EBITDA bei, mit Margen von über 60 %. Dabei läuft das Tagesgeschäft rund, die Produktion in den Kernbereichen Eisenerz und Kupfer entwickelte sich stabil bis wachsend. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen kostendiszipliniert. Über alle großen Minen hinweg sanken die Stückkosten im Schnitt um 4,5 %, allen voran im chilenischen Kupferriesen Escondida.

    Finanziell präsentiert sich BHP in robuster Verfassung. Das bereinigte EBITDA legte um ein Viertel auf 15,5 Mrd. USD zu, die Marge liegt bei stattlichen 58 %. Die Kapitalrendite erreicht mit 23,6 % ein Niveau, von dem viele Industrieunternehmen nur träumen können. Das operative Ergebnis spülte dem Konzern 9,4 Mrd. USD in die Kassen. Die Aktionäre profitieren direkt durch eine Zwischendividende von 0,73 USD, was einer Ausschüttungsquote von rund 60 % entspricht. Die Nettoverschuldung ist mit dem 0,5-fachen des EBITDA moderat, genug Spielraum für Zyklen-Schwankungen oder Zukäufe bleibt.

    Strategisch setzt BHP auf zwei langfristige Wachstumspfeiler. Kupfer bleibt die Kernstory. Bis Mitte der 2030er Jahre soll die Produktion hier jährlich um rund 5 % zulegen, getrieben durch Elektrifizierung und Netzausbau. Parallel baut der Konzern mit dem kanadischen Kali-Projekt "Jansen" eine zweite, unkorrelierte Ertragssäule auf. Die erste Ausbaustufe ist zu drei Vierteln fertig, der Produktionsstart für Mitte 2027 geplant. Jansen soll perspektivisch rund 10 % des globalen Angebots liefern und bei Margen von über 60 % jährlich etwa 1 Mrd. USD zum EBITDA beisteuern. Momentan kostet eine Aktie 81,57 USD an der NYSE.


    Während der globale Wettlauf um Kupfer und Zink die Rohstoffmärkte 2026 neu ordnet, positionieren sich die Unternehmen strategisch für die Elektro-Revolution. Volkswagen meistert den Spagat zwischen milliardenschweren Zukunftsinvestitionen und radikalem Kostenabbau dank einer starken Liquidität von über 34 Mrd. EUR aus einer Position der Stärke heraus. Avrupa Minerals erschließt sich als fokussierter Projektgenerator mehrere Entwicklungspfade in Europas traditionsreichen Bergbauregionen, um vom steigenden Bedarf an strategischen Metallen zu profitieren. BHP Group setzt mit stabil wachsender Kupferproduktion und dem Aufbau des Kaliprojekts Jansen auf zwei profitable Säulen, die dem Konzern langen Atem und hohe Renditen sichern.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 15.10.2026 | 05:31

    Goldrausch in der Côte d'Ivoire: Kobo Resources bohrt im Schatten von Endeavour Mining und Fortuna Mining

    • Côte d'Ivoire
    • Elfenbeinküste
    • Gold
    • Verarbeitungsanlage

    Die Côte d'Ivoire steigt zum Wachstumsmotor der afrikanischen Goldbranche auf. Während Nachbarländer wie Mali und Burkina Faso unter geopolitischen Verwerfungen leiden, punktet der Staat mit verlässlichen Genehmigungen und direkter Anbindung an Stromnetze sowie Fernstraßen. Die Regierung will die jährliche Goldförderung binnen eines Jahrzehnts von 59 t im Jahr 2025 auf 100 t deutlich steigern. Laut Bergbauminister Sangafowa-Coulibaly soll zudem zum Ende des ersten Halbjahres 2027 in Abidjan eine Raffinerie mit einer Kapazität von rund 100 t Gold in Betrieb gehen. Nach dem Allzeithoch von 5.589 USD im Januar 2026 und einer Korrektur bis knapp unter 4.000 USD im Juni notiert der Goldpreis wieder deutlich darüber und beschert den Produzenten hohe Margen. Wir beleuchten die Entwicklungen und zeigen Chancen auf.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 15.10.2026 | 05:23

    Aura Minerals, Lahontan Gold, First Majestic – Gold-Millionen im Boden

    • Lahontan Gold
    • Aura Minerals
    • First Majestic Silver
    • Gold
    • Silber
    • Nevada
    • Goldproduktion

    Hohe Edelmetallpreise verändern die Rechnung im Bergbausektor. Produzenten können zusätzliche Mittel in Exploration und Kapazitätsausbau investieren, während bislang unerschlossene Lagerstätten wirtschaftlich interessanter werden. Gleichzeitig verschärft sich die Suche nach neuen Ressourcen, denn Genehmigungen, steigende Kosten und lange Entwicklungszeiten bremsen den Nachschub. Besonders spannend sind Unternehmen, die ihre Förderung bereits steigern oder große Gold- und Silbervorkommen besitzen, deren Entwicklung in eine entscheidende Phase eintritt.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 14.10.2026 | 04:50

    Kupferfunde, KI-Chips und Mobilfunk: Lohnt der Einstieg nach dem Rücksetzer bei Power Metallic, Infineon und Deutsche Telekom?

    • Kupfer
    • polymetallische Lagerstätte
    • Elektrifizierung
    • KI
    • Chips
    • Rechenzentren
    • Satelliten
    • Technologie
    • Telekommunikation

    Power Metallic Mines, Infineon und Deutsche Telekom stammen aus sehr unterschiedlichen Bereichen. An der Börse verbindet sie dennoch zur Zeit dieselbe Frage. Sind das nach den Rücksetzern Kaufkurse? Power Metallic arbeitet nach seiner Ressourcenschätzung an einer ersten Wirtschaftlichkeitsstudie. Analysten bescheinigen dem Titel großes Aufwärtspotenzial. Beim Chiphersteller Infineon steigen die Erwartungen an das KI-Geschäft. Anleger schielen auf die nächsten Zahlen. Beim Telekomkonzern wachsen die Sorgen vor neuer Konkurrenz durch SpaceX. Wo liegen die größten Chancen?

    Zum Kommentar