02.03.2026 | 05:30
Vom Rohstoff bis zum Auto: Wie Volkswagen, Avrupa Minerals und BHP Group die Elektro-Revolution antreiben
Die globale Rohstofflandschaft gerät 2026 gewaltig in Bewegung. Während die Elektromobilität die Nachfrage nach Kupfer und Zink in ungeahnte Höhen treibt, zwingen geopolitische Spannungen und Lieferkettenrisiken westliche Industrienationen zum Umdenken. Der Wettlauf um strategische Mineralien verschärft sich, Versorgungsengpässe zeichnen sich ab und Preisexplosionen werden wahrscheinlicher. In diesem volatilen Umfeld rücken Volkswagen, Avrupa Minerals und BHP Group ins Rampenlicht. Wir sehen uns deren jeweilige Situation an.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , AVRUPA MINERALS LTD | CA05453A2074 , BHP GROUP LTD. DL -_50 | AU000000BHP4
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Volkswagen – in die Zukunft investieren, Kosten radikal senken
Bei Volkswagen läuft gerade ein schwieriger Balanceakt. Auf der einen Seite treibt der Konzern seine technologische Zukunft voran mit einer europaweiten Datenoffensive zur Verbesserung der Fahrzeugsicherheit und einer KI-Lizenz aus China für autonomes Fahren. Auf der anderen Seite zwingt der Druck aus China, wo lokale Hersteller die Margen kaputtmachen, zu massiven Einschnitten. Werksschließungen sind plötzlich kein Tabu mehr, 35.000 Stellen sollen bis 2030 weg. Das klingt widersprüchlich, ist aber strategisch gewollt.
Konzernweit peilt VW bis Ende 2028 rund 20 % weniger Kosten an. Das ist ambitioniert und schmerzhaft. Der mögliche Verkauf der Antriebstochter Everllence, für die Finanzinvestoren offenbar bis zu 8 Mrd. EUR bieten, würde frisches Kapital bringen und zeigt die Richtung. VW konzentriert sich aufs Kerngeschäft. Parallel läuft der Umbau der Kernmarke mit Stellenabbau und schlankeren Strukturen. Dass in der Vorstandsklausur sogar über Werksschließungen diskutiert wurde, unterstreicht den Ernst der Lage.
Trotz aller Einschnitte gibt es eine richtig gute Nachricht. Der Netto-Cashflow lag 2025 bei 6 Mrd. EUR, weit mehr als die prognostizierte schwarze Null. Die Nettoliquidität kletterte auf über 34 Mrd. EUR. Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer disziplinierten Investitionspolitik. Viele Elektroprojekte wurden verschoben oder gestrichen, das schont die Kasse. Der Konzern handelt aus einer Position der Stärke, nicht der Not heraus. Jetzt muss das Management liefern und den Spagat durchhalten. Aktuell notiert die Aktie bei 100,85 EUR.
Avrupa Minerals - Europas verborgene Schätze im Fokus
Ein kanadisches Explorationsunternehmen hat sich auf die Suche nach Kupfer, Zink und Gold in Europas traditionsreichsten Bergbauregionen spezialisiert und setzt dabei auf eine Strategie, die das Risiko für Aktionäre begrenzen soll. Avrupa Minerals agiert als Projektgenerator. Statt alles auf eine Karte zu setzen, sichert man sich Rechte an mehreren vielversprechenden Liegenschaften, wertet sie durch gezielte Exploration auf und holt sich dann finanzstarke Partner für die teurere Weiterentwicklung ins Boot. Für jeden selbst aufgenommenen CAD konnte das Management bisher etwa 2 CAD an technischen Ausgaben durch Partner generieren. Dieses Modell schont die Bilanz und hält das Verwässerungsrisiko für Anleger in Grenzen.
Der geografische Fokus liegt auf erprobten Metallgürteln in politisch stabilen europäischen Ländern. In Portugal gelang dem Unternehmen bereits 2014 im berühmten Iberischen Pyritgürtel eine seltene Entdeckung, die Kupfer-Zink-Lagerstätte Sesmarias auf dem Alvalade Projekt. Aktuell sucht man hier einen neuen Mining-Partner, der die Weiterentwicklung vorantreiben will. Ein erster technischer Bericht nach NI 43-101 soll noch im 1. Quartal Klarheit über die Dimensionen des Vorkommens bringen. Parallel dazu hält Avrupa mehrere Konzessionen im zentralfinnischen Pyhäsalmi-Bergbaudistrikt, direkt neben einer stillgelegten Mine mit intakter Aufbereitungsanlage. Das Ziel ist es, ein nahegelegenes Kupfer-Zink-Vorkommen zu finden, das per Lkw antransportiert werden könnte. Da die Region seit Jahrzehnten nicht mehr gezielt nach diesen Metallen erkundet wurde, bieten sich hier unerwartete Chancen.
Die jüngste Finanzierung über rund 570.000 CAD im Dezember fließt gezielt in die Vorbereitung der Projekte für neue Partnerschaften. In Finnland sollen die aussichtsreichsten Claims vor Eintritt eines Partners weiter aufgewertet werden, um die Verhandlungsposition zu stärken. Das Goldprojekt Slivova im Kosovo, an dem Avrupa 49 % hält, ruhte zuletzt aufgrund von Genehmigungsverzögerungen. Mit einer neuen Regierung vor Ort rechnet das Management nun mit frischem Schwung und da der Goldpreis seit der letzten Ressourcenschätzung deutlich gestiegen ist, könnte sich eine Neubewertung lohnen. Für Anleger, die auf Rohstoffwerte setzen, ergibt sich damit das Bild eines Unternehmens mit mehreren potenziellen Entwicklungspfaden. Der Einstieg eines Partners in Finnland, die Lösung der Partnersituation in Portugal und die Verwertung der Beteiligung im Kosovo könnten in den kommenden Monaten für Bewegung sorgen. Aktuell notiert die Aktie bei 0,07 CAD.
BHP Group - auf Kupferkurs: Solide Basis mit langem Atem
Der Rohstoffkonzern BHP hat sich in den letzten Jahren merklich gewandelt. Was früher vor allem für Eisenerz und Kohle stand, ist heute ein diversifiziertes Schwergewicht mit klarem Fokus auf Kupfer. Die aktuellen Halbjahreszahlen untermauern diesen Kurs. Die Kupfersparte steuert inzwischen gut die Hälfte des Konzern-EBITDA bei, mit Margen von über 60 %. Dabei läuft das Tagesgeschäft rund, die Produktion in den Kernbereichen Eisenerz und Kupfer entwickelte sich stabil bis wachsend. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen kostendiszipliniert. Über alle großen Minen hinweg sanken die Stückkosten im Schnitt um 4,5 %, allen voran im chilenischen Kupferriesen Escondida.
Finanziell präsentiert sich BHP in robuster Verfassung. Das bereinigte EBITDA legte um ein Viertel auf 15,5 Mrd. USD zu, die Marge liegt bei stattlichen 58 %. Die Kapitalrendite erreicht mit 23,6 % ein Niveau, von dem viele Industrieunternehmen nur träumen können. Das operative Ergebnis spülte dem Konzern 9,4 Mrd. USD in die Kassen. Die Aktionäre profitieren direkt durch eine Zwischendividende von 0,73 USD, was einer Ausschüttungsquote von rund 60 % entspricht. Die Nettoverschuldung ist mit dem 0,5-fachen des EBITDA moderat, genug Spielraum für Zyklen-Schwankungen oder Zukäufe bleibt.
Strategisch setzt BHP auf zwei langfristige Wachstumspfeiler. Kupfer bleibt die Kernstory. Bis Mitte der 2030er Jahre soll die Produktion hier jährlich um rund 5 % zulegen, getrieben durch Elektrifizierung und Netzausbau. Parallel baut der Konzern mit dem kanadischen Kali-Projekt "Jansen" eine zweite, unkorrelierte Ertragssäule auf. Die erste Ausbaustufe ist zu drei Vierteln fertig, der Produktionsstart für Mitte 2027 geplant. Jansen soll perspektivisch rund 10 % des globalen Angebots liefern und bei Margen von über 60 % jährlich etwa 1 Mrd. USD zum EBITDA beisteuern. Momentan kostet eine Aktie 81,57 USD an der NYSE.
Während der globale Wettlauf um Kupfer und Zink die Rohstoffmärkte 2026 neu ordnet, positionieren sich die Unternehmen strategisch für die Elektro-Revolution. Volkswagen meistert den Spagat zwischen milliardenschweren Zukunftsinvestitionen und radikalem Kostenabbau dank einer starken Liquidität von über 34 Mrd. EUR aus einer Position der Stärke heraus. Avrupa Minerals erschließt sich als fokussierter Projektgenerator mehrere Entwicklungspfade in Europas traditionsreichen Bergbauregionen, um vom steigenden Bedarf an strategischen Metallen zu profitieren. BHP Group setzt mit stabil wachsender Kupferproduktion und dem Aufbau des Kaliprojekts Jansen auf zwei profitable Säulen, die dem Konzern langen Atem und hohe Renditen sichern.
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