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27.03.2026 | 04:30

Zu Unrecht verkannt – Wasserstoffaktien vor dem Abheben? Warum dynaCERT, Nel und Plug Power jetzt einen Blick wert sind!

  • Wasserstoff
  • Brückentechnologie
  • Innovation
Bildquelle: pixabay

Zuerst der Hype, dann der Absturz. Wasserstoffaktien haben in den letzten Jahren eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Angesichts des aktuellen Energieshocks und sich wandelnder Rahmenbedingungen stoßen die Anteilsscheine der Branchenvertreter wieder auf zunehmendes Interesse bei Anlegern. Operativ geht es bei den meisten Gesellschaften voran. Die Aktivitäten in Europa entwickeln sich durch ein Matchmaking-Portal für Wasserstoff-Projekte und Fördergelder sukzessive. Vorausschauend investieren lautet das Gebot der Stunde.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT – Wechsel an der Führungsspitze

    Laut neuesten Unternehmensmeldungen bahnt sich ein Wechsel in der Führungsriege des kanadischen Cleantech-Unternehmens an. Nach mehr als 10 Jahren an der Spitze ist geplant, dass CEO Jim Payne den Staffelstab an Chief Operating Officer Kevin Unrath weitergibt. Payne wird in Zukunft als Chairman des Boards fungieren und steht für Kontinuität.
    Wie das Unternehmen betonte, sei dies kein Neuanfang, sondern eine Beschleunigung. Ziel sei es, die Kommerzialisierung forciert voranzutreiben. Dafür wurde in der Vergangenheit bereits ein solides Fundament geschaffen, welches im letzten Jahr nochmals verstärkt wurde. Unrath hat wesentliche Prozesse in der Vergangenheit sowie die Ausrichtung der Plattform und Technologie von dynaCERT auf Kundenanforderungen begleitet. Bei der zukünftigen Umsatzrealisierung spielen die Märkte Vietnam und Mexiko eine besondere Rolle.
    Die Kanadier fokussieren sich auf die proprietäre HydraGEN™-Technologie. Damit werden per Elektrolyse kleine Mengen an Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt, die der Ansaugluft von Motoren zugemischt werden. Als Ergebnis sinken Verbrauch und Emissionen merklich. Als Brückentechnologie findet dieser Ansatz bereits in mehreren Flotten von Diesel-Nutzfahrzeugen in den Branchen Transport, Bergbau und in der Öl- und Gasindustrie Anwendung.
    Perspektivisch soll das Geschäftsmodell um ein zweites Standbein mit der Umwandlung von Emissionseinsparungen in CO2-Zertifikate erweitert werden. Wichtige Voraussetzungen wurden bereits geschaffen. Mithilfe der eigenen Datenplattform HydraLytica können Verbrauchs- und Emissionsdaten erfasst und für Verifizierungsprozesse aufbereitet werden.
    Um das weitere Wachstum zu finanzieren, wurde vor wenigen Monaten eine Wandelanleihe in Höhe von 2 Mio. CAD mit zweijähriger Laufzeit und einer Verzinsung von 5 % begeben. Aktuell notiert die Aktie zwischen 0,10 CAD und 0,11 CAD. Das Researchhaus GBC stuft den Titel mit dem Votum „Kaufen“ ein und formuliert ein Kursziel von 0,75 CAD – also das Potenzial, dass sich die Aktie versiebenfacht!

    https://youtu.be/I3KgtdFueEg?si=imLPcvHDDGlJT2I4

    Nel – Notwendiger Wandel schreitet voran

    Die Norweger schlossen das vergangene Geschäftsjahr, wie zuletzt gemeldet, mit einem Umsatzrückgang von 31 % auf 963 Mio. NOK ab. Operativ rutschte die Gesellschaft tiefer in die roten Zahlen mit einem EBITDA von – 275 Mio. NOK. Erfreuliche Tendenzen zeigten sich beim Auftragseingang, der um 15 % auf 1,1 Mrd. NOK zulegte. Der Auftragsbestand lag Ende 2025 bei 1,3 Mrd. NOK. Der Cashbestand betrug 1,6 Mrd. NOK oder umgerechnet 145 Mio. EUR.
    Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn behauptet und lediglich 5 % nachgegeben. Damit werden die Norweger momentan an der Börse mit 350 Mio. EUR bewertet. Analysten halten die Aktie jedoch für ausgereizt – zu lange ist der Weg noch bis zur Profitabilität.
    Wichtig für die weitere Kommerzialisierung, meldete die Gesellschaft vor wenigen Monaten, dass nach einem siebenjährigen Entwicklungsprogramm der Produktionsstart des sauberen Wasserstoffs mit dem Prototypen der nächsten Generation der alkalischen Druckelektrolyse in den Fokus rückt. Es ist der Bau einer Produktionskapazität von bis zu 1 GW für diese Technologieplattform im norwegischen Werk Herøya geplant.

    Plug Power – Q4 liefert gutes Signal, aber reicht das aus?

    Noch im Mai des vergangenen Jahres stand die Aktie der US-Amerikaner bei 0,70 USD und stieg bis Oktober auf rund 4,50 USD an. Aktuell notieren die Anteilsscheine bei rund 2,30 USD, womit die Gesellschaft eine Marktkapitalisierung von 3,2 Mrd. USD aufweist. Im Durchschnitt prognostizieren Analysten für das laufende und neue Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 800 Mio. USD bzw. 950 Mio. USD. Unter dem Strich wird die Gesellschaft in den nächsten Jahren jedoch rote Zahlen schreiben. Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei 2,74 USD, wobei etliche Stimmen Kursziele deutlich unter der Marke von 2 USD formulieren.
    In den letzten Monaten honorierten Anleger operative Fortschritte und das Greifen des Restrukturierungsprogramms. Im Rahmen von „Project Quantum Leap“ werden Investitionen sorgsam geprüft und priorisiert, Prozesse optimiert und die Kosten u.a. durch die Zusammenlegung von Standorten reduziert. Insgesamt legte der Umsatz in 2025 um 13 % auf 710 Mio. USD zu. Ein Hoffnungsschimmer war die im Schlussquartal erzielte positive Bruttomarge. Ein Novum, auch wenn sie nur 2,4 % betrug. Nun gilt es den Trend zu verstetigen. Der Vertrauensverlust aus der Vergangenheit angesichts zahlreicher Prognoseverfehlungen und Managementwechsel verschwindet jedenfalls nicht über Nacht.

    Fazit

    Nel und Plug Power melden operative Fortschritte und Auftragseingänge. Beide Unternehmen werden aber in den nächsten Jahren weiterhin rote Zahlen schreiben. Nel besitzt einen hohen Cashbestand, der rund 40 % der Marktkapitalisierung abdeckt. Plug Power konnte im Schlussquartal 2025 erstmals eine positive Bruttomarge erzielen. In kleinen Schritten geht es also in die richtige Richtung. Die chancenreiche Brückentechnologie von dynaCERT stößt auf eine wachsende Nachfrage, die global weiterhin deutlich zulegen sollte. Die forcierte Kommerzialisierung und der Wechsel an der Führungsspitze werden sicherlich neue Impulse bringen. Analysten trauen der Aktie eine Versiebenfachung zu.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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    Die geopolitischen Krisen und der KI-Boom verschmelzen zu einem beispiellosen Energie-Dilemma. Während Europa und die USA nach dem Ukraine-Schock ihre Wasserstoff-Infrastruktur hochziehen saugen Rechenzentren von Tech-Giganten bereits heute Strommengen ab, die ganze Länder versorgen könnten. Doch grüner Wasserstoff allein scheitert an der Unstetigkeit von Wind und Sonne. Die Lösung könnte in der Verbindung mit Mini-Atomreaktoren, sogenannten SMRs, liegen. Wir sehen uns die aktuelle Situation von Plug Power, First Hydrogen und Oklo genauer an.

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    Kommentar von Nico Popp vom 13.03.2026 | 05:00

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    • Wasserstoff
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