Menü schließen




12.05.2026 | 05:10

Ballard Power, dynaCERT, Ceres Power – Ende der Talfahrt

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Die Stimmung im Wasserstoffsektor dreht sich spürbar. Nach monatelangem Abverkauf profitieren viele Titel inzwischen vom wieder steigenden Ölpreis und der wachsenden Sorge um die globale Energieversorgung. Laut aktueller Einschätzung gewinnt Wasserstoff insbesondere im Schwerlastverkehr und bei industriellen Anwendungen wieder an strategischer Bedeutung. Anleger setzen zunehmend darauf, dass Regierungen und Unternehmen ihre Dekarbonisierungsziele trotz schwacher Konjunktur weiterverfolgen. Entsprechend stark fiel zuletzt die Erholung vieler Wasserstoff-Aktien aus.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BALLARD PWR SYS | CA0585861085 , CERES POWER HLDGS LS-_10 | GB00BG5KQW09 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF

Inhaltsverzeichnis:


    Ballard Power – positive Überraschung

    Überraschend positiv fiel das Zahlenwerk von Ballard Power aus. Der kanadische Konzern konnte mit seinen Zahlen für das erste Quartal 2026 die Erwartungen beim Ergebnis übertreffen und damit ein wichtiges Signal an den Markt senden. Der Verlust je Aktie lag bei -0,04 USD und fiel damit deutlich besser aus als die Analystenschätzungen von -0,06 USD. Gegenüber dem Vorjahreswert von -0,07 USD verbesserte sich die Profitabilität spürbar. Der Umsatz kletterte um 26 % auf 19,4 Mio. USD gegenüber 15,4 Mio. USD im Vorjahr. Zwar lagen die Erlöse leicht unter den Erwartungen von 20,02 Mio. USD, dennoch überzeugten vor allem die operativen Fortschritte.

    Besonders positiv bewerteten Investoren, dass Ballard inzwischen das dritte Quartal in Folge eine positive Bruttomarge erzielte. Diese verbesserte sich auf 14 %. Gleichzeitig sank der operative Cash-Burn um 65 % auf 7,8 Mio. USD. Nach Veröffentlichung der Zahlen schoss die Aktie zeitweise um mehr als 23 % nach oben. Seit dem Zwischentief summiert sich das Plus inzwischen auf knapp 50 %.

    Zusätzlichen Rückenwind liefert nun ein bedeutender Auftrag aus Europa. Der polnische Bushersteller Solaris setzt auch bei seiner nächsten Generation von Wasserstoff-Bussen auf Brennstoffzellenmodule von Ballard. Zum Einsatz kommt künftig das neue FCMove-SC-Modul mit 75 kW Spitzenleistung. Die bereits seit sieben Jahren bestehende Partnerschaft wurde zudem verlängert. Ein früherer Auftrag über 1.000 Brennstoffzellen-Module läuft nun bis 2029 weiter.

    dynaCERT – Profiteur der Energiekrise

    Nach den Kursrückgängen der vergangenen Jahre sendet dynaCERT wieder starke Lebenszeichen. Seit Anfang Februar konnte sich die Aktie auf in der Spitze 0,17 CAD mehr als verdoppeln. Besonders der Markteintritt in Vietnam sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. Das südostasiatische Land steht wegen stark gestiegener Dieselpreise massiv unter Druck. Rund 60 % der Rohölimporte stammen aus dem Nahen Osten, während der Iran-Konflikt die Energiepreise zusätzlich antreibt. dynaCERT könnte von dieser Situation profitieren. Erste Pilotanlagen laufen bereits erfolgreich in Logistikzentren in Ho-Chi-Minh-Stadt, Hanoi und Hải Phòng. Unterstützt wird der Ausbau unter anderem durch Kooperationen mit der Technischen Universität HCMUT sowie einem führenden vietnamesischen Öl- und Gasunternehmen. Vietnam könnte damit zum strategischen Brückenkopf für den gesamten asiatisch-pazifischen Raum werden.

    Zusätzlichen Rückenwind erhielt das Unternehmen Ende März durch den Führungswechsel an der Spitze. Nach knapp 14 Jahren übergab Gründer Jim Payne den CEO-Posten an Kevin Unrath, der zuvor als COO tätig war. Payne bleibt dem Unternehmen als Chairman erhalten und sorgt damit für Kontinuität, während Unrath die operative Skalierung vorantreibt. Der Wechsel wird am Markt als klares Signal für die nächste Wachstumsphase gewertet.

    Im Mittelpunkt steht weiterhin die patentierte HydraGEN-Technologie. Dabei wird Wasserstoff direkt im Fahrzeug erzeugt und dem Verbrennungsprozess beigemischt. Das verbessert die Effizienz bestehender Dieselmotoren erheblich. Laut Unternehmensangaben sind Kraftstoffeinsparungen von bis zu 19,2 % möglich. Gleichzeitig sinken Stickoxide um bis zu 88 % und Feinstaubemissionen um mehr als 50 %. Für Flottenbetreiber entsteht dadurch ein erheblicher wirtschaftlicher Vorteil, denn die Systeme sollen sich bereits nach rund sieben Monaten amortisieren.

    Zusätzliche Fantasie liefert die HydraLytica-Plattform. Über sie können eingesparte CO2-Emissionen dokumentiert und künftig über Zertifikate monetarisiert werden. Mit Präsenz in mehr als 55 Ländern und Anwendungen vom Transport bis zur Schwerindustrie bleibt dynaCERT damit ein spannender Rebound-Kandidat im Cleantech-Sektor.

    dynaCERTs Führungs-Duo präsentiert in wenigen Wochen online und kostenfrei beim IIF.

    Ceres Power – Monsterrally

    Auch Ceres Power konnte in den vergangenen Wochen einen beeindruckenden Rebound hinlegen. Allein seit Mitte April verbuchte die Aktie einen Anstieg von über 50 % auf ein Jahreshoch bei 768 GBP. Auslöser der neuen Dynamik sind neben der allgemeinen Erholung vieler Wasserstoffwerte vor allem steigende Erwartungen rund um KI-Rechenzentren und deren enormen Energiebedarf. Analysten sehen gerade bei hocheffizienten Brennstoffzellen-Technologien großes Potenzial, da klassische Stromnetze vielerorts an ihre Grenzen stoßen.

    Zusätzlichen Rückenwind erhielt Ceres zuletzt durch die Vorstellung seiner neuen Festoxid-Plattform „Ceres Endura“. Die Technologie wurde speziell für die dezentrale Stromversorgung von Rechenzentren und Industrieanlagen entwickelt. Laut Unternehmen sollen die Systemkosten im skalierten Betrieb um rund ein Drittel sinken. Gleichzeitig erreicht die Plattform bei der Stromerzeugung einen elektrischen Wirkungsgrad von über 65 %. In Kraft-Wärme-Kopplungs-Anwendungen steigt die Gesamteffizienz sogar auf mehr als 90 %.

    Technologisch setzt Ceres auf hohe Flexibilität. Die Systeme können bereits heute mit Erdgas betrieben werden, sind aber gleichzeitig für Wasserstoff und andere kohlenstoffarme Brennstoffe vorbereitet. Durch niedrigere Betriebstemperaturen von 450 bis 630 Grad Celsius lassen sich kostengünstigere und recycelbare Materialien einsetzen. Hinzu kommt eine Stack-Lebensdauer von fünf Jahren, was insbesondere für industrielle Großkunden und Betreiber großer Rechenzentren interessant ist.

    Auch im Wasserstoffmarkt sieht das Unternehmen enormes Potenzial. In Kombination mit industrieller Abwärme soll „Endura“ einen rund 30 % höheren Wirkungsgrad erzielen als klassische Niedertemperatur-Elektrolyseverfahren. Damit könnten die Produktionskosten von Wasserstoff deutlich sinken. Bis 2030 taxiert das Management das weltweite Marktpotenzial für Festoxid-Technologien auf insgesamt 22 Gigawatt.

    Analysten zeigen sich zunehmend optimistisch. Jefferies hob das Kursziel zuletzt massiv von 480 auf 920 GBP an und verweist insbesondere auf die Chancen im KI-Sektor. Parallel bestätigte Berenberg die Kaufempfehlung mit einem Ziel von 530 GBP.


    Ballard Power zeigt mit verbesserten Margen, sinkendem Cash-Burn und neuen Großaufträgen, dass der operative Turnaround zunehmend Form annimmt. dynaCERT könnte mit seiner sofort einsetzbaren HydraGEN-Technologie und dem starken Wachstum in Vietnam zu den großen Profiteuren steigender Dieselpreise werden. Ceres Power wiederum positioniert sich mit seiner Endura-Plattform als möglicher Gewinner des explodierenden Energiebedarfs durch KI-Rechenzentren und Industrieanwendungen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 12.05.2026 | 05:30

    Verpassen Sie nicht die Rückkehr der industriellen Revolution: Mercedes-Benz, First Hydrogen und Rockwell Automation führen an

    • Mercedes-Benz
    • First Hydrogen
    • Rockwell Automation
    • autonomes Fahren
    • Elektromobilität
    • Wasserstoff
    • Robotik
    • SMRs
    • Automatisierung

    Die nächste Stufe der grünen Transformation erfasst zwei hartnäckige Emissionsquellen: den Schwerlastverkehr und die energieintensive Industrie. Grüner Wasserstoff ersetzt dort Diesel und Kohle, während fahrerlose Transportsysteme sowie autonome Roboter die Logistik und Fertigung revolutionieren. Entscheidend ist jedoch die intelligente Verknüpfung beider Technologien – erst sie schafft den Durchbruch zu emissionsfreien, effizienten Wertschöpfungsketten. Wer dieses Zusammenspiel früh erkennt, kann von milliardenschweren Zukunftsmärkten profitieren. Genau diese Vorreiterrolle beanspruchen sowohl Mercedes-Benz mit ihren autonomen Fahrkonzepten als auch First Hydrogen mit unbemannten Wasserstoff-Fahrzeugen sowie Rockwell Automation mit ihrer datengesteuerten Produktionsautomatisierung.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 07.05.2026 | 04:00

    Öl-Rally erledigt, jetzt kommt Wasserstoff mit 250 %! Alle Blicke richten sich auf ITM Power, Zefiro Methane, Plug Power und Nel ASA

    • Alternative Energien
    • Öl und Gas
    • Umweltschutz
    • Energiewende
    • Wasserstoff

    Hü und Hott – Trump reitet Rodeo und schafft verrückte Zeiten für Investoren. Gestern klang es wieder, als würde der US‑Einsatz beendet. Aber ist schon wirklich eine Lösung in Sicht? Egal: Zunächst rauschte das Öl um 12 % auf 95 USD ab, um anschließend wieder auf 100 USD zu steigen. Nach einem langen Ping‑Pong zwischen Washington und Teheran wächst die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts, woran soll sich der Anleger hier noch festhalten? Vielleicht lohnt ein perspektivischer Blick auf die Peergroup des Ölsektors oder ein neuer Anlauf in den Bereich alternativer Energien. Dort hat Plug Power zuletzt ein wahres Freuden-Feuerwerk gezündet. Doch wie schlagen sich die Mitbewerber ITM Power und Nel ASA in diesem Umfeld? Und dann wäre da noch der Neuling Zefiro Methane, mit einem umweltfreundlichen Ansatz für die Ölindustrie, der die Aktie schnell in die nächste Liga schießen könnte. Sicher ist, dass alles unsicher ist!

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 27.04.2026 | 05:10

    ITM Power, dynaCERT, Nel Asa – Maximale Rebound-Chancen

    • Wasserstoff

    Nach dem massiven Absturz der vergangenen Jahre könnte die Wasserstoffbranche vor einem Comeback stehen. Zwei Fakten sorgen jetzt für neuen Rückenwind. Zum einen der explodierende Energiehunger durch KI-Rechenzentren, zum anderen die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten, die das Ölangebot verknappen und Preise treiben. Der Druck, unabhängiger von fossilen Energien zu werden, wächst rasant. Nach der Bereinigung treffen nun niedrige Bewertungen auf strukturell steigende Nachfrage. Für Anleger entsteht ein klassisches Rebound-Szenario mit erheblichem Potenzial.

    Zum Kommentar