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25.08.2026 | 05:10

BHP Group, Power Metallic Mines, KGHM Polska Miedz – Neubewertung zum Greifen nahe

  • Kritische Rohstoffe
Bildquelle: Pixabay

Kupfer wird zum strategischen Engpass. Stromnetze, Rechenzentren, Elektromobilität und Rüstung treiben den Bedarf, während neue Minen Jahre bis zur Produktion benötigen. Große Produzenten suchen deshalb nach zusätzlichen Vorkommen und neuen Gewinnungsverfahren. Besonders interessant werden Projekte, die neben Kupfer gleich mehrere knappe Metalle enthalten. Drei Unternehmen zeigen, wie unterschiedlich Anleger an diesem Trend partizipieren können.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , BHP GROUP PLC DL -_50 | GB00BH0P3Z91 , KGHM POLSKA MIEDZ ZY 10 | PLKGHM000017

Inhaltsverzeichnis:


    BHP Group - Kupfer wird zur Haupteinnahmequelle des Unternehmens

    Der Bergbaukonzern BHP hat sich nicht nur auf das reine Kupfergeschäft fokussiert, sondern wirtschaftet parallel auch mit Eisenerz. Bisher dominierte dieser Rohstoff die Einnahmen des Unternehmens, doch das rote Metall rückt mehr und mehr in den Vordergrund. Der Kupferbereich trug 29 Mrd. USD zu den Erlösen bei, wohingegen Eisenerz 23 Mrd. USD einbrachte. Diese Entwicklung resultiert vor allem aus stark gestiegenen Kupferpreisen, die durch eine höhere globale Nachfrage zustande kamen. Der bereinigte Gewinn stieg auf 13,2 Mrd. USD, während der Gesamtumsatz um 15 % auf 58,8 Mrd. USD zulegte.

    Die zukünftige Ausrichtung von BHP konzentriert sich stark auf den internen Ausbau der Kupferproduktion. So wird in diesem Segment bis zum Jahr 2035 ein jährliches Produktionswachstum von 3 bis 4 % erwartet. Parallel dazu produziert das Unternehmen sein Eisenerz weiterhin sehr effizient und kann die Förderkosten auf einem niedrigen Branchenniveau halten. Aufgrund der sehr guten Geschäftsentwicklung schüttet BHP eine Dividende von 1,72 USD je Aktie aus, was dem höchsten Wert der vergangenen vier Jahre entspricht.

    Finanzexperten nehmen die aktuellen Zahlen von BHP positiv auf. Das Finanzinstitut Barclays passte sein Kursziel für die Aktie leicht von 28 auf 28,25 GBP an und stuft die Aktie weiterhin als „Neutral“ ein. Grund hierfür sei die solide finanzielle Basis des Konzerns. Die Nettoverschuldung fiel mit 6,7 Mrd. USD deutlich geringer aus als der vom Unternehmen festgelegte Zielbereich. Mit Blick auf die kommenden Jahre hat BHP seine Pläne für Investitionsausgaben für den Zeitraum von 2029 bis 2031 auf durchschnittlich 11 Mrd. USD jährlich erhöht. Analysten erklären diesen Schritt mit allgemeinen Kostensteigerungen durch die Inflation sowie der strategischen Ausweitung bereits laufender Förderprojekte.

    Power Metallic Mines – Entscheidende Wochen

    Bei Power Metallic Mines steigt die Spannung. Ende August soll die neue Mineralressourcenschätzung für die kombinierten Fundstellen „Lion“ und „Nisk“ vorgelegt werden. Der ursprünglich für Juli geplante Termin wurde lediglich aufgrund von Kapazitätsengpässen beim beauftragten Ingenieurbüro verschoben; die erforderlichen Unternehmensdaten liegen bereits vor. Damit rückt ein Meilenstein näher, der dem hochgradigen polymetallischen Projekt erstmals eine belastbarere Bewertungsgrundlage geben könnte.

    Die bisherigen Bohrergebnisse liefern reichlich Fantasie. Im Juli meldeten die Kanadier in der Lion-Zone 36,42 m mit 2,83 % Kupferäquivalent, darunter spektakuläre 6 m mit 12,38 %. Bereits zuvor wurden unter anderem 13,30 m mit 3,98 % sowie 5,26 m mit 8,45 % Kupferäquivalent nachgewiesen. Neben Kupfer enthält das System Nickel, Platin, Palladium, Gold, Silber und Kobalt, ein attraktiver Metallmix in Zeiten wachsender Nachfrage nach kritischen Rohstoffen.

    Auch der Standort könnte sich langfristig als Wettbewerbsvorteil erweisen. Nisk liegt in Québec nahe einer wichtigen Straße und einem Flughafen sowie direkt gegenüber einer Umspannstation von Hydro-Québec. Damit ist wesentliche Infrastruktur bereits in unmittelbarer Umgebung vorhanden.

    Nach der Ressourcenschätzung soll eine Preliminary Economic Assessment (PEA) folgen. Gleichzeitig laufen fünf Bohrgeräte weiter. Ab September werden neue Analyseergebnisse aus dem Sommerprogramm erwartet, zusätzlich sollen moderne geophysikalische Untersuchungen neue Bohrziele liefern.

    Finanziell hat sich Power Metallic bereits im Juni mit einer Kapitalerhöhung über 28,2 Mio. CAD Luft verschafft. Rohstoffinvestor Eric Sprott sowie weitere bekannte Branchengrößen beteiligten sich im Zuge dieser Maßnahme. Damit besitzt das Unternehmen Kapital für die weitere Exploration. Und mit Ressourcenschätzung, PEA sowie neuen Bohrergebnissen gleich mehrere potenzielle Kurstreiber. Bestätigt die MRE die bisherigen hochgradigen Treffer, könnte die Neubewertung der Aktie in eine neue Phase eintreten.

    KGHM Polska Miedz - Gewinnsteigerung und internationale Expansion

    Ein weiterer führender Player der Branche, welcher für ein diversifiziertes Angebot an knappen Metallen steht, ist der polnische Bergbaukonzern KGHM Polska Miedz. Dieser baut unter anderem neben Kupfer auch Silber ab. Auch in diesem Fall fielen die Quartalszahlen aufgrund der Marktlage sehr gut aus. Der Nettogewinn im ersten Halbjahr stieg auf 5,58 Mrd. PLN, somit wurde dieser im Vergleich zum Vorjahr verzehnfacht. Der Umsatz stieg gleichzeitig etwas mehr als 40 % auf knapp 24,7 Mrd. PLN.

    Hauptverantwortlich für die hohen Einnahmen waren die global gestiegenen Marktpreise, insbesondere für die Hauptprodukte Kupfer und Silber. Auf der operativen Seite gab es jedoch regionale Unterschiede. Während die Fördermengen in Polen aufgrund einer besseren Anlagenauslastung stiegen, verringerte sich die Produktion an den ausländischen Standorten. Gründe hierfür waren unter anderem der Verkauf von Unternehmensteilen sowie geringere Erzqualitäten in der US-amerikanischen Robinson-Mine. Trotz des allgemeinen Gewinnanstiegs sank der Aktienkurs des Unternehmens nach der Veröffentlichung leicht, da der Gewinn je Aktie die Markterwartungen knapp verfehlte. Positiv wirkte sich aus, dass KGHM die operativen Stückkosten durch verschiedene Maßnahmen senken konnte.

    Um künftig unabhängiger von Preisschwankungen am Rohstoffmarkt zu agieren, setzt das Unternehmen nun auf eine Diversifizierungsstrategie. In den kommenden fünf bis zehn Jahren sollen vor allem der Zugang zu kritischen Metallen gesichert und neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Dabei rücken die internationalen Märkte noch stärker in den Fokus.

    Das Unternehmen prüft daher aktuell gezielte Unternehmenszukäufe. Projekte in Kanada, den USA, Argentinien und Marokko scheinen dabei interessant. Neben der direkten Rohstoffförderung plant KGHM zudem, die eigene Dienstleistungssparte im Bergbau international auszuweiten, um zusätzliche externe Aufträge zu gewinnen. Dazu werden bestehende Erschließungsprojekte in Nord- und Südamerika planmäßig weiter vorangetrieben.


    Der Kupferboom eröffnet Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. BHP Group profitiert bereits massiv vom Preisanstieg und macht Kupfer zunehmend zum strategischen Zentrum des Konzerns. Power Metallic Mines steht mit der Ressourcenschätzung für „Lion“ und „Nisk“ sowie neuen Bohrergebnissen vor entscheidenden Kurstreibern und bietet entsprechend hohe Neubewertungsfantasie. KGHM Polska Miedz kombiniert starke Gewinne mit Kupfer und Silber und will durch internationale Expansion sowie Zukäufe zusätzlich wachsen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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