Menü schließen




08.02.2022 | 05:10

BYD, Altech Advanced Materials, Standard Lithium – Kampf um die Pole Position

  • Elektromobilität
  • Batterie
Bildquelle: pixabay.com

Die Energiewende steht nicht nur in Deutschland ganz oben auf der politischen Agenda. Eine besondere Herausforderung ist das Erreichen der Klimaneutralität im Verkehrssektor bis zum Jahr 2045. Schließlich ist der Sektor laut Umweltbundesamt für rund 20% der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Im Bereich der PKW setzen sowohl die Automobilbranche als auch die Politik auf die Batterie-Technologie. Dadurch ist ein Kampf zwischen den Elektroautobauern um die längsten Reichweiten und kürzesten Ladezeiten entbrannt. Junge Unternehmen mit innovativen Technologien strömen an den Markt und könnten in naher Zukunft zu den neuen Börsenstars avancieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , BYD CO. LTD ADR/2 YC 1 | US05606L1008 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010

Inhaltsverzeichnis:


    Altech Advanced Materials – Der Entwurf steht

    Eines dieser hochinnovativen Unternehmen ist das in Heidelberg ansässige Unternehmen Altech Advanced Materials. Ziel des Unternehmens ist es, am Markt für Lithium-Ionen-Batterien und damit am schnell wachsenden Sektor der Elektromobilität sowie an der erwarteten Marktentwicklung für die anderen Anwendungen von hochreinem Aluminiumoxid zu partizipieren. Altech ist in Frankfurt gelistet und verfügt aktuell über einen Börsenwert von lediglich 5,87 Mio. EUR. Zwar steht das Unternehmen noch am Anfang seiner Entwicklungsphase, die Technologie dahinter verspricht jedoch langfristig Potenzial.

    So setzten die Heidelberger auf eine Aluminiumoxid-Beschichtung, um die Anoden zu schützen. Lithium-Batterien verlieren nach heutiger Entwicklung während des ersten Ladezyklus rund 15% ihrer Kapazität. Die Ursache ist die Entstehung einer Grenzschicht, in der das Lithium gebunden ist. Altech kann diese Grenzschicht mit Hilfe einer keramischen Beschichtung so reproduzieren, dass der für Lithium-Ionen-Batterien typische Effekt wegfällt und die sonst verlorene Kapazität erhalten bleibt. Zudem ist es möglich, mit Hilfe der keramischen Beschichtung die Anode mit Silizium anzureichern. Grundsätzlich kommt Graphit zum Einsatz, das an dieser Stelle im Vergleich zu Silizium nur rund ein Zehntel der Ladekapazität bietet.

    Über ein Tochterunternehmen konnte ein rund 14 Hektar großes Industriegelände erworben werden. Das Grundstück liegt im Industriepark Schwarze Pumpe in der Gemeinde Spreewald in Sachsen, wo ein Produktionswerk für Anodenmaterial entstehen soll, das eine Kapazität von rund 10.000t jährlich produzieren soll. Nun wurde der Entwurf der Pilotanlage fertiggestellt, die zuerst an gleicher Stelle entstehen und 120kg pro Tag dieses Lithium-Ionen Batteriematerials für Tests und Qualifizierungen bei Kunden herstellen soll. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen werden das Anlagendesign und die Prozessparameter für eine großtechnische Produktionsanlage optimiert.

    Ein ausführliches Interview mit dem CEO von Altech Advanced Materials, Uwe Ahrens, können Sie hier lesen.

    BYD – Unglaubliches Wachstum

    Sage und schreibe 362% Wachstum verzeichnete das chinesische Elektroautomobil-Unternehmen BYD in der Sparte „New Energy Vehicles“ im Januar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Einheiten sind dies 91.168. Laut Reuters sank der Gesamtabsatzabsatz von BYD im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,8%.

    Die Analysten von Credit Suisse sehen in BYD weiterhin einen Outperformer und wiederholten ihr Kursziel bei 380 HKD, umgerechnet 42,67 EUR. Aus charttechnischer Sicht hängt der Titel noch immer in der Korrektur. Entwarnung könnte durch das Überwinden der 30 EUR-Marke gegeben werden.

    Standard Lithium – Short-Seller am Werk

    Das bekannte Analystenhaus Hindenburg Research ist wieder am Werk, diesmal bei Standard Lithium. Zuletzt verloren Aktien durch eine Short Attacke rund 30%. Hindenburg Research hatte in einem Report behauptet, dass Standard Lithium in seinen Veröffentlichungen widerrechtlich keine Angaben zum Pilotprojekt in Arkansas mache. Zudem wurde behauptet, dass der Plan von Standard, Lithium für EV-Batterien in Arkansas zu produzieren, auf einer Technologie basiert, die nicht funktioniere.

    Standard Lithium wies diese Anschuldigungen zurück und erklärte, dass das Unternehmen seit mehr als 20 Monaten eine Pilotanlage in Arkansas betreibt, um seine Technologie zu testen, und dass es die Öffentlichkeit regelmäßig darüber informiert. Zudem fügte das Unternehmen in einer Erklärung hinzu, dass es "von seiner Lithiumextraktionstechnologie überzeugt ist" und dass alle Patentanmeldungen "aktiv sind und weiterhin im Rahmen des normalen Verfahrens verfolgt werden". Nach der Stellungnahme konnten sich die Titel teilweise erholen. Ein Einstieg erscheint jedoch noch zu früh.


    Die Transformation durch die Klimawende trifft auf den Verkehrssektor. Im Bereich der PKW dürfte sich die Batterie-Technologie durchgesetzt haben. Altech Advanced Materials entwickelt eine Aluminiumoxid-Beschichtung, die die Batterie vor Verlust ihrer Kapazität bewahren soll. BYD ist weiterhin auf Wachstum getrimmt, bei Standard Lithium sollten interessierte Anleger erst eine Beruhigung abwarten.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Stefan Feulner vom 01.06.2026 | 05:10

    ITM Power, Pure One, BYD – Grüne Technologien vor explosivem Wachstum

    • GreenTech
    • Elektromobilität
    • Wasserstoff

    Die globale Mobilitäts- und Energiebranche steht vor einem massiven Umbruch. Während KI-Rechenzentren und geopolitische Spannungen den Bedarf an alternativen Energien explodieren lassen, entstehen gleichzeitig völlig neue Märkte rund um Wasserstoff, Elektromobilität und emissionsfreie Nutzfahrzeuge. Staaten fördern Milliardenprogramme für grüne Infrastruktur, während Unternehmen nach Lösungen für schwer elektrifizierbare Bereiche wie Schwerlastverkehr, Logistik und Industrie suchen. Besonders spannend: Neue Batteriewechselsysteme, synthetische Kraftstoffe und hocheffiziente Wasserstofftechnologien könnten in den kommenden Jahren zu den größten Gewinnern der globalen Dekarbonisierung zählen. Gleichzeitig verschärft der Preiskampf im E-Auto-Sektor den Innovationsdruck und eröffnet technologisch starken Anbietern enorme Wachstumschancen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 26.05.2026 | 05:20

    Vergessen Sie alte Akkus – BYD, HPQ Silicon und BASF nutzen den kommenden Mega-Trend

    • BYD
    • HPQ Silicon
    • BASF
    • Elektromobilität
    • Batterien
    • Akkus
    • Silizium
    • Silizium-Anoden
    • Fumed Silica
    • Wasserstoff
    • Batterieentwicklung

    Drei Akteure aus völlig unterschiedlichen Ligen eint ein Ziel: die übernächste Batteriegeneration. BYD dominiert die Elektromobilität, BASF die globale Chemie, HPQ Silicon jagt mit innovativen Silizium-Anoden dem nächsten Technologiesprung hinterher. Während der eine den Absatz sichert und der andere kritische Kathodenmaterialien liefert, verkörpert der Dritte die Wette auf eine Revolution der Energiedichte. Diese einzigartige Konstellation aus Größe, Industriekraft und Risiko bietet Anlegern eine seltene Chance für frühe Vögel. Genau auf BYD, HPQ Silicon und BASF kommt es jetzt wirklich an.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 20.05.2026 | 05:20

    Verpassen Sie nicht den Einstiegspunkt: BYD, dynaCERT und Plug Power – drei Hebel für emissionsfreie Mobilität ab 2026

    • BYD
    • dynaCERT
    • Plug Power
    • Elektromobilität
    • Blade Batterie
    • Wasserstoff
    • Dieselmotoren
    • CO2-Zertifikate
    • Elektrolyseure
    • grüner Wasserstoff

    Die zweite, reifere Wasserstoff-Welle ist keine Spekulation mehr. 2026 läuten Politik und Industrie die Ära der emissionsfreien Mobilität ein mit massiven Milliarden-Förderungen für Elektroautos, fallenden Elektrolysekosten und serienreifen Brennstoffzellen-Lkw. Nach den ernüchternden Rückschlägen des frühen Hypes fließt Kapital jetzt in profitable Wertschöpfungsketten. Der Transportsektor wird zum größten Abnehmer. Wer frühzeitig auf die Gewinner dieser Transformation setzt, partizipiert direkt an einem strukturellen Aufschwung. Drei Vorreiter an vorderster Front, die unterschiedliche Hebel bedienen: der Elektrogigant BYD, der Nachrüstungsspezialist dynaCERT und der Wasserstoff-Vollversorger Plug Power.

    Zum Kommentar