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15.07.2024 | 05:10

BYD, Altech Advanced Materials, Volkswagen – Antizyklische Kursgewinne

  • erneuerbare Energien
  • Elektromobilität
  • Batterietechnologie
Bildquelle: pixabay.com

In den vergangenen Wochen hagelte es bei den Autobauern negative Nachrichten. Neben der Einführung der Strafzölle durch die Europäische Union in Richtung der chinesischen Elektroautoindustrie kam das deutsche Aushängeschild Volkswagen mit einer knackigen Gewinnwarnung um die Ecke. Wer jedoch mit herben Kursverlusten rechnete, wurde auf dem falschen Fuß erwischt. Ein starkes Zeichen für eine Beendigung der Korrektur und einer möglichen Trendwende.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , Altech Advanced Materials AG | DE000A31C3Y4 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

Inhaltsverzeichnis:


    Volkswagen VZ. – Stabile Lage

    Bahnt sich bei der Volkswagen-Aktie trotz der Gewinnwarnung für das aktuelle Geschäftsjahr ein Rebound an. Wirft man einen näheren Blick auf den Chartverlauf der vergangenen Woche, kommt einem die Börsenweisheit „Buy on bad news“ in den Sinn. Mit einem Wochenplus von über 3 % stiegen die Vorzugsaktien der Wolfsburger auf 108,30 EUR, den höchsten Stand seit vier Wochen. Zu erkennen war diese Entwicklung in dieser Phase bereits am steigenden Trendfolgeindikator MACD sowie dem Relative- Stärke Index RSI, die die Jahrestiefststände mehrmals nicht mehr bestätigten und zwischenzeitlich ein Kaufsignal lieferten. Die nächsten Ziele sind der EMA 50 bei 110,72 EUR sowie der EMA 200 bei 115,08 EUR. Ein weiteres avisiertes Ziel dürfte zudem die Ende Mai aufgerissene Kurslücke bei 120,86 EUR darstellen.

    In der vergangenen Woche gab der Volkswagen-Konzern überraschend bekannt, dass für das Jahr 2024 eine Senkung der operativen Ergebnismarge erwartet wird. Statt der zuvor prognostizierten 7,0 bis 7,5 % des Umsatzes rechnet man nun mit 6,5 bis 7,0 %. Der Konzern sieht sich mit finanziellen Belastungen in Höhe von insgesamt 2,6 Mrd. EUR konfrontiert. Diese setzen sich zusammen aus bereits geplanten Rückstellungen für den Personalabbau bei der Kernmarke VW, die 0,9 Mrd. EUR betragen, sowie weiteren Kosten in Höhe von 1,7 Mrd. EUR, die bisher nicht bekannt waren. Diese Kosten entsprechen laut einem Händler etwa einem 0,5 % der Ebit-Marge und reflektieren die aktuelle Anpassung des Margenziels durch VW für dieses Jahr.

    Altech Advanced Materials – Prognose bestätigt

    Mit vorläufigen Zahlen zum ersten Halbjahr 2024 wartete der Innovator in Sachen Festkörperbatterien für den stationären Batterieeinsatz auf. So verzeichnete das Heidelberger Unternehmen in den ersten 6 Monaten einen voraussichtlichen Jahresfehlbetrag in Höhe von -818.000 EUR. Das vorläufige Halbjahresergebnis beinhaltet Umsatzerlöse in Höhe von rd. 54.000 EUR, sonstige betriebliche Erträge in Höhe von rund 191.000 EUR und sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von ca. 649.000 EUR. Der Vorstand ging im Prognosebericht des letzten Jahresabschlusses für das Gesamtjahr 2024 von einem Verlust von rund 1,6 Mio. EUR bis 2,1 Mio. EUR aus und bestätigt weiterhin die Schätzungen.

    Dass dieses Zahlenwerk in Bezug auf die beiden Technologien, die Altech Advanced Materials in seinem Portfolio hält, für die Zukunft wenig Aussagekraft besitzen, zeigen die ehrgeizigen Pläne des Teams um den Vorstandsvorsitzenden Uwe Ahrens. Dieser will im für die Energiewende elementaren Bereich der Produktion von Festkörperbatterien zur stationären Energiespeicherung schlichtweg Weltmarktführer werden. In Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt Altech eine Batterie, die im Vergleich zu klassischen Produkten enorme Vorteile aufweist.

    So seien CERENERGY-Batterien feuer- und explosionssicher, haben eine Lebensdauer von mehr als 15 Jahren und funktionieren in extremen Klimazonen. Die Batterietechnologie verwendet Kochsalz und geringe Mengen Nickel. Dagegen werden weder Lithium, Kobalt, Graphit noch Kupfer verwendet. Die Herstellungskosten der CERENERGY-Batterien dürften laut Fraunhofer zudem rund 40 % niedriger sein als die von vergleichbaren Lithium-Ionen-Batterien.

    Neben CERENERGY setzt Altech Advanced Materials auf Silumina Anodes, einer neuartigen Beschichtungsmethode, die die Batterieleistung steigert und eine um mindestens 30 % höhere Energiedichte verspricht, sowie eine längere Lebensdauer und mehr Sicherheit bietet.
    Die Altech-Aktie kam aufgrund einer erfolgreich durchgeführten Kapitalmaßnahme stark zurück. Aufgrund der herausragenden Aussichten ist dies ein Play auf eine Vervielfachung. Allerdings bedarf es bis zur Realisierung noch weiterer Finanzierungen, so dass die Aktie ebenso einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist.

    BYD – Nicht zu bremsen

    Der chinesische Marktführer BYD trotzt den schlechten politischen Nachrichten und setzt seinen seit Februar gestarteten Aufwärtstrend weiter fort. Seit den Jahrestiefstständen legte die Aktie des „Build your Dream“-Unternehmens satte 45 % zu und schiebt sich immer näher an den markanten horizontalen Widerstand bei 32,80 USD, der nach dem Überschreiten ein weiteres Kaufsignal in Richtung des Hochs aus dem Jahre 2023 bei 36,27 USD generieren würde.

    Dabei ist die relative Stärke beeindruckend, nachdem die Europäische Union beschlossen hatte, zusätzliche Strafzölle auf chinesische Elektroautos zu verhängen, wodurch die Zollsätze je nach Hersteller um 17,4 bis 37,6 % über die üblichen 10 % ansteigen würden.

    Äußerst optimistisch zeigten sich die Analysten der US-Investment Bank J.P. Morgan Chase für BYD. Diese gehen davon aus, dass das Unternehmen aus Shenzhen in den kommenden 2 Jahren rund 6 Mio. Einheiten ausliefern dürfte. Dabei sollen rund 1,5 Mio. Vehikel ins Ausland geliefert werden, 4,5 Mio. Fahrzeuge sollen im Heimatmarkt verkauft werden. Das Kursziel erhöhten die Finanzexperten auf 440 HKD, umgerechnet 51,60 EUR, das Anlageurteil lautet „Übergewichten“.


    Sowohl die Auferlegung von Strafzöllen als auch eine Gewinnwarnung von Volkswagen konnten den Aufwärtstrend nicht stoppen. Sowohl BYD als auch Volkswagen stehen vor weiteren charttechnischen Kaufsignalen. Altech Advanced Materials legte vorläufige Ergebnisse vor und bestätigte die Jahresprognosen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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